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Aktien

Dax: Wohin geht die Reise?

Was derzeit wirklich zählt sind zwei Dinge: einerseits die Anleiherenditen vor allem der US-Anleihen, andererseits der Dollar, der an eben diese Anleiherenditen weitgehend gekoppelt ist. Es ist übrigens ein Irrtum, dass in Zeiten stärker anziehender Inflation die Aktienmärkte von eben dieser Inflation profitieren würden – das zeigt in Blick in die Geschichte..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Gestern ist beim Dax so furchtbar viel nicht passiert – da waren die US-Märkte deutlich impulsiver und volatiler. Klar: der Dax hatte seine Party schon am Montag in Abwesenheit der Anderen gefeiert, sodass gestern dann etwas die Luft raus war nach einem guten Start. In den USA dagegen viel Bewegung, zunächst steil nach oben, dann eine heftige Korrektur, dann wieder stark nach oben – damit ist wohl das Muster für das Jahr 2017 gesetzt!

Die Vorgaben aus Asien freundlich, vor allem der Nikkei mit seinem ersten Handelstag in diesem Jahr ausser Rand und Band nach starken Daten zur Industrieproduktion:

Shanghai Composite +0,73%
CSI300 +0,78%
ChiNext +1,39%
Nikkei +2,49%

Sehen wir uns den Start auf X-Dax-Basis an:

dax04-01-17

Gestern also eine Handelsrange von knapp 100 Punkten beim deutschen Leitindex, jetzt sind wir mehr oder weniger in der Mitte der gestrigen Range. Positiv wäre ein Bruch des getsrigen Tageshochs bei 11650 Punkten, negativ ein Unterschreiten der 11550er-Marke – sprich man könnte prozyklisch einen Ausbruch aus der Handelsspanne von gestern traden. Nächste größere Unterstützung wäre dann das Ausbruchsniveau vom Montag in der Zone um 11480 Punkte.

Beim Blick auf das größere Bild (Tageschart) sieht man, dass dieser Bereich 11610/11640 Mitte des Jahres 2015 sehr relevant war, es ist also ein durchaus ernst zu nehmender Wderstandsbereich:

dax04-01-172

Was derzeit wirklich zählt sind zwei Dinge: einerseits die Anleiherenditen vor allem der US-Anleihen, andererseits der Dollar, der an eben diese Anleiherenditen weitgehend gekoppelt ist. Derzeit ist es ja zumeist so, dass ein starker Dollar gut für die Aktienmärkte ist, auch wenn sich das intellektuell nicht so ganz erschließt, weil eben ein zu starker Dollar die in Dollar verschuldete Welt in Schwierigkeiten bringen muß. Im Gegenzug scheint der Dax gar nicht mehr auf einen schwächeren Euro zu reagieren.

Heute neben dem Fed-Protokoll wichtig vor allem die EU-Verbraucherpreise, nachdem gestern die Inflation (HVPI) aus Deutschland mit +1,7% so stark gestiegen ist wie seit 2013 nicht mehr. Das wiederum lässt die Renditen steigen, mithin also die Anleihemärkte unter Druck kommen. Fließt dann imemr mehr Geld in die Aktienmärkte? Vielleicht. Aber zu stark dürfen die Renditen eben auch nicht steigen, sonst wird das schnell zur Belastung für Aktien, weil Anleihen dann wieder eine echte Renditealternative zu Aktien sind. Schon derzeit rentiert eine 10-jährige US-Anleihe deutlich höher als die S&P500-Dividende.

Und wenn wir schon dabei sind: es ist ein Irrtum, dass in Zeiten stärker anziehender Inflation die Aktienmärkte von eben dieser Inflation profitieren würden – das zeigt in Blick in die Geschichte..

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Petkov

    4. Januar 2017 09:20 at 09:20

    Wir hatten gestern das höchste Handelsvolumen seit über zwei Wochen. Es waren also viele Akteure auf der Bühne und das Ergebnis war eine negative Kerze (wenn auch eine ganz kleine). Dies gilt für den DAX und auch für die US-Werte. Die Bedeutung des Handelsvolumens wurde hier oft genug thematisiert. Bei ca. 11350 haben wir mittlerweile eine Kreuzunterstützung. Der nächste Ast, wo man sich festhalten könnte, wäre dann erst bei ca. 10800.

  2. Avatar

    Aufgewachter

    4. Januar 2017 09:27 at 09:27

    Hier der passende Cartoon für den Artikel …

    „Wir machen uns Sorgen um den DAXv

    https://i2.wp.com/www.oxfam.de/sites/www.oxfam.de/files/sorgen_um_den_dax-farbe_0.jpg

  3. Avatar

    KSchubert

    4. Januar 2017 09:30 at 09:30

    Gold und Euro stark – Dollar (wieder) schwach – DAX (erst einmal) schwach – scheint mir ein mögliches Szenario zu sein…bis die FED vielleicht eine Überraschung für uns bereithält :-)

  4. Avatar

    gerd

    4. Januar 2017 09:50 at 09:50

    „….es ist ein Irrtum, dass in Zeiten stärker anziehender Inflation die Aktienmärkte von eben dieser Inflation profitieren würden – das zeigt in Blick in die Geschichte..“

    Bisher hatte ich bei Inflation immer das Argument „Sachwerte“ im Hinterkopf.
    Wie auch immer, den Bankwerten scheint die Aussicht
    auf Inflation (und einhergehend damit steigende Zinsen) zu gefallen.

    • Avatar

      Petkov

      4. Januar 2017 10:35 at 10:35

      Was Sie im Hinterkopf haben, ist natürlich vollkommen richtig, aber Aktien sind schon ein sehr komplexer Sachwert. Man muss ja auch zwischen gesunder und ungesunder Inflation unterscheiden. Wenn z.B. die Inflation wesentlich stärker als die Löhne steigt, sinken i.d.R. die Umsätze. Die Verbraucher haben nämlich weniger Geld für Konsum. Und da die Unternehmen auch die Löhne erhöhen müssen (wenn auch ggfs. unterproportional), sinken die Gewinne zusätzlich, da eine Preiserhöhung zu einem weiteren Umsatzrückgang führen würde.
      Dies ist natürlich nur einer von vielen Aspekten, die alle im Zusammenspiel betrachtet werden sollten, aber im Grunde stimmt es schon, dass Inflation nicht automatisch ein Segen für die Aktienmärkte ist.

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Aktien

Beschlossen: Dax mit 40 Aktien und neue Qualitätskriterien – hier die Details

Claudio Kummerfeld

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Der Wirecard-Skandal hat die deutsche Börsenlandschaft erschüttert. Ein Dax-Wert geht pleite und löst sich sang und klanglos als Luftnummer in Rauch auf. Die Vorstände sind in Haft oder auf der Flucht. Was für ein Debakel für die Deutsche Börse. Die Aufnahme- und Qualitätskriterien für die Indizes wie dem Dax waren wohl mangelhaft. Nach der Konsultation von Marktteilnehmern hat die Deutsche Börse jetzt Änderungen beschlossen. Hier alle Details, im Wortlaut von der Deutschen Börse:

Ab September 2021 wird der Leitindex DAX um zehn Werte auf insgesamt 40 Werte erweitert. Damit wird er die größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland noch umfassender abbilden. Im Gegenzug verkleinert sich der MDAX-Index auf 50 statt bisher 60 Werte.

Ab Dezember 2020 müssen alle künftigen DAX-Kandidaten vor Aufnahme ein positives EBITDA in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen.

Ab März 2021 wird es Bestandteil der Indexmethodologie, dass zukünftig alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes testierte Geschäftsberichte und vierteljährlich Quartalsmitteilungen veröffentlichen müssen. Nach einer 30-tägigen Warnfrist führt ein Verstoß gegen diese Anforderungen unmittelbar zum Indexausschluss.

Infolge dessen entfällt für alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes die Pflicht zur Notierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Notierung im Regulierten Markt ist künftig ausreichend. Diese neue Regel wird eingeführt, um dem Indexanbieter zu ermöglichen, im Falle einer Regelverletzung unabhängig und schneller reagieren zu können.

Zusätzlich müssen ab März 2021 alle Neuzugänge zur DAX-Familie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hinsichtlich eines Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat entsprechen. Für bestehende Mitglieder gilt eine Übergangsfrist, um Kontinuität in der DAX-Familie zu bewahren; sie müssen die Vorgabe ab September 2022 erfüllen.

Ab 2021 gibt es bei den DAX-Indizes zweimal im Jahr eine planmäßige Hauptüberprüfung (März und September). Zurzeit gibt es eine derartige Überprüfung nur im September.

Um die Regeln zu vereinfachen, ohne jedoch auf Investierbarkeit zu verzichten, werden ab der Überprüfung im September 2021 Indexmitglieder nur noch nach Marktkapitalisierung bestimmt. Der Börsenumsatz wird bei der Rangliste nicht mehr berücksichtigt; stattdessen müssen Indexmitglieder eine Mindestliquidität aufweisen.

Nicht übernommen wird der Vorschlag zum Ausschluss von Unternehmen mit Beteiligung an kontroversen Waffen. Stephan Flägel: „Wir haben ein sehr heterogenes Meinungsbild zu den Themen Nachhaltigkeit und ESG außerhalb der Vorschläge, die wir zur Governance gemacht haben, bekommen. Es wird von vielen Seiten die grundsätzliche Frage aufgeworfen, ob diese Kriterien bei der Auswahl der DAX-Mitglieder eine Rolle spielen sollten. Deshalb werden wir den Austausch mit den Marktteilnehmern fortführen. Nachhaltiges Investieren ist und bleibt einer der wichtigsten Trends an den Finanzmärkten und wird das Investitionsverhalten in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Das Thema ESG hat für Qontigo sehr hohe Priorität. Im März haben wir bereits den DAX 50 ESG Index gestartet und wir verfügen seit Längerem über eine breite Palette an ESG-Indizes, die wir auch künftig weiter ausbauen werden.“

Dax und MDax werden von der Deutschen Börse ermittelt
Foto: Deutsche Börse AG

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff-Montag 3.0

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Den dritten Montag in Folge veröffentlicht ein Pharmahersteller einen konkrete Impfstoff-Meldung.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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SAP nach Kurssturz antizyklisch kaufen? – Werbung

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Lieber Börsianer,

das war nicht das Gelbe vom Ei, liebe SAP! Während die US-Konkurrenz in den Coronazeiten mit Cloud und anderen digitalen Anwendungen punktet, tritt die europäische Branchengröße auf der Stelle. Unter dem Strich sank der Umsatz um 4 %, während der operative Gewinn sogar um 12 % schrumpfte.

Offensichtlich sind die schwachen Quartalszahlen keine Eintagsfliege. So hat man die Umsatz- und Gewinnprognosen auch für die Jahre 2021 und 2022 gleich nach unten korrigiert. In der Folge erlebte die Aktie einen mächtigen Ausverkauf und verlor zeitweise über 20 % ihres ursprünglichen Wertes. Das kommt einem mittelprächtigen Erdbeben gleich.

Wo hakt es bei der SAP, warum kann das Unternehmen aus Walldorf zunächst nicht an die starken Wachstumsraten der vergangenen Jahre anknüpfen? Ich sehe drei Faktoren:

1)
Negative Währungseffekte: Die Dollarschwäche bzw. Eurostärke hat die Gewinnentwicklung spürbar belastet. Die US-Konkurrenz hingegen profitiert vom weichen Dollar.

2)
Das Covid-Virus: Die Software-Palette des Unternehmens ist nur eingeschränkt Corona-fest. Ein Beispiel: Mit der SAP-Software Concur planen die Unternehmenskunden der SAP Dienst- und Geschäftsreisen ihrer Mitarbeiter. Es bedarf keiner besonderen Erklärung: Diese Anwendung war in diesem Jahr kein Verkaufsknüller, sondern schlichtweg überflüssig.

3)
Schwächen in der Cloud: Aus der Branche hört man, dass SAP derzeit Defizite im Cloud-Geschäft hat. Die Kunden streben in die Cloud, allein SAP konnte nicht immer liefern. Hier gilt also: US-Konkurrenten wie Oracle und Salesforce haben hier die Nase vorne. Deshalb schwächelt das Neugeschäft der SAP.

Gleichwohl haben die Investoren – wie so oft – das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Der Kursrücksetzer war zwar notwendig, aber in seiner Dimension stark übertrieben. SAP verfügt über eine treue Kundenbasis. Rund 74 % des Umsatzes beruhen auf langfristigen Software-Verträgen. Mit anderen Worten: Das Unternehmen wird auch künftig gut verdienen und verfügt über die Mittel, um den technologischen Rückstand im Cloud-Geschäft wettzumachen.

Trotzdem: Kurzfristig ist die SAP-Aktie sicherlich noch kein Kauf. Wie gesagt es wurde schon Porzellan zerschlagen und Vertrauen verloren. Das deutsche Software-Unternehmen muss sich also nun…..

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