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Dax: Wollen täte er schon mögen, nur dürfen traut er sich nicht..

Warum ein weiser Satz von Karl Valentin das Verhalten des Dax bescheibt..

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Eines muß man dem Dax ja zusprechen: er versucht es wenigstens! Gestern zeigte der deutsche Leitindex einen erstaunlichen Optimismus, beflügelt von der Einigung zwischen CDU und CSU einerseits, noch wichtiger aber wohl durch die massive Liquiditätszufuhr gestern vor Dax-Eröffnung durch China, die sowohl die Aktienmärkte als auch den Yuan stützten und so für Risikobereitschaft sorgten.

Von diesem doppelten Schub beflügelt zog der Dax nach oben, aber es reichte nicht für ein neues Verlaufshoch, noch vor dem zentralen Widerstandsbereich bei 12440/50 Punkten war Schluß, weil die Wall Street einen Strich die Rechnung machte.

Es ist ja schon frappierend – normalerweise ist das Muster doch so: Asien und Europa sind schwach, die US-Futures fallen, dann aber eröffnet die Wall Street und es geht in einer Tour nach oben (weil man in den USA glaubt, man sei unverwundbar). Gestern war es genau anders herum: Europa stark (und der Dax dabei in der Spitzengruppe, nur der italienische Leitindex MIB 40 noch stärker), dann aber der Abverkauf der Wall Street, getrieben vor allem von Tech-Werten nach dem Urteil eines chinesischen Gerichts (siehe dazu den heutigen Videoausblick).

 

Die Wall Street hat gestern erstmals vollumfänglich kapiert, dass das Geschäft seiner Highflyer in China in Gefahr ist, und diese US-Tech-Firmen verdienen sehr viel Geld im Reich der Mitte! Bisher war der Handelskrieg aus US-Sicht sehr abstarkt, jetzt sieht man erstmals konkrete Auswirkungen auf eine US-Firma. Man darf schon gespannt sein, wie diese US-Tech-Firmen (darunter Apple) das in der jetzt anstehenden US-Berichtssaison in ihre Ausblicke einfließen lassen werden als Risikofaktor!

Zurück zum Dax: zentral ist jetzt zunächst, dass der Index den Bereich 12440/50 durchbricht – solange das nicht gelingt, ist weiter Alarmstufe rot angesagt. Und selbst wenn es gelingt, müsste erst die noch wichtigere Marke bei 12600/20 Punkten aus dem Wreg geräumt werden.

Wir hatten schon gestern darauf hingewiesen, dass das derzeitige Chartbild dem aus Ende März/Anfang April sehr ähnelt:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Damals löste sich diese Formation nach oben auf, das muß aber diesmal nicht so sein und kann sogar mit etwas größerer Wahrscheinlichkeit sogar genau gegenteilig laufen: damals kam der Dax vom Allzeithoch bei 13600 Punkten und velor nach dem Abverkauf dann sein Abwärtsmomentum, bildete einen Boden Ende März und stieg dann impulsiv an. Diesmal aber sieht es im größeren Zeitfenster nach einer riesiegen SKS-Formation aus:

Wir werden sehen, wie der Dax heute ohne die Amerikaner zurecht kommt. Insgesamt aber kann man in leichter Abwandlung eines Satzes des legendären Karl Valentin sagen: „Mögen täten der Dax schon wollen, aber dürfen hat er sich nicht getraut“. Eben weil die Wall Street verhindert hat, dass er sich hat trauen dürfen..


Karl Valentin (rechts) bei einer Theater-Aufführung 1936
Foto: Willy Pragher; https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/deed.en

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Finanznews

Schock für die Wall Street! Marktgeflüster (Video)

Was heute an der Wall Street passiert, ist geradezu symptomatisch: die Aktienmärkte hängen vor allem am Tropf der Notenbanken, Realwirtschaft spielt keine Rolle

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Was heute an der Wall Street passiert, ist geradezu symptomatisch: ganz schwache US-Konjunkturdaten werden völlig ignoriert (Einkaufsmanagerindex Gewerbe fällt erstmals seit 119 unter die 50er-Marke, sprich die US-Industrie schrumpft). Dann aber der Auftritt des Fed-Chefs von Philadelphia, Patrick Harker, in einem CNBC-Interview mit hawkishen Aussagen (keine Zinssenkung notwendig, Fed sollte erst einmal abwarten, weil US-Wirtschaft stark und Inflation langsam anzieht) – und schon reagierte die Wall Street mit einem Abverkauf. Das zeigt einmal mehr, dass die Aktienmärkte vor allem am Tropf der Notenbanken hängen und die Realwirtschaft praktisch keine Rolle spielt. Die Aussagen von Fed-Gouverneur Harker unmittelbar vor der Rede von Jerome Powell in Jackson Hole dürften kein Zufall sein – sie sind eine Botschaft an die Märkte..

Hinweis: Das heutige Webinar muß leider entfallen – die Technik spielt uns immer neue Streiche! Sorry – und die Bitte um Verständnis, aber wir wollen es nicht riskieren, Sie wieder umsonst warten zu lassen.
Wenn wir sicher sind, dass es technisch klappt, wird das nächste Webinar zeitnah anberaumt und angekündigt!

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Indizes

Rüdiger Born: Chance in US-Indizes?

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Bei den US-Indizes hatten wir ein schönes charttechnisches Bild. Hier könnte ein Trade möglich sein. Mein „Trade des Tages“ entfiel heute auf ein sehr exotisches Währungspaar. Wollen Sie täglich kostenfrei meine Anylsen lesen, dann melden Sie sich bitte an dieser Stelle an.

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Indizes

Hongkong – Proteste eine Gefahr für Zukunft des Finanzzentrums?

Nicht nur wegen der Proteste in Hongkong scheint China Pläne für eine Ablösung der Stadt als dominantes Finanzzentrum zu haben

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Hongkong gehört seit dem Abzug der Briten 1997 wieder zu China und hat eigentlich noch bis 2047 als so genannte Sonderverwaltungszone garantierte Sonderrechte. Diese sind durch die schon lange währenden Demonstrationen in Gefahr. China braucht Hongkong wirtschaftlich und umgekehrt. Aber jetzt bahnt sich eine neue Entwicklung an.

 

Hongkong – Bedeutung für Chinas Wirtschaft

Hongkong ist auf China angewiesen und vice versa. Wie amtliche Statistiken ausweisen, steht das Reich der Mitte allein schon durch seine geografische Nähe für die Hälfte von Hongkongs Handel. Zugleich stammen gut ein Viertel aller Auslandsinvestitionen in Hongkong aus China plus das Kapital aus diversen Steueroasen. Auch logistisch ist Hongkong vom Festland abhängig, denn ein Viertel des elektrischen Stroms bezieht man von dort sowie den größten Teil des benötigten Trinkwassers. Etwa 20 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet Hongkong mit Tourismus und Einzelhandel. Dabei kommen 80 Prozent der Touristen aus China, die in Hongkong Luxusgüter einkaufen.

Für chinesische Unternehmen hat Hongkong auch eine enorme Bedeutung. Die riesige Metropole ist ein Brückenkopf zu den globalen Finanzmärkten und Drehscheibe für viele Auslandsinvestitionen, die über die ehemalige britische Kronkolonie getätigt werden. Unbestritten auch die Dominanz der dort ansässigen Börse. Globale Investoren haben über die Börse in Hongkong 2,6 Billionen US-Dollar in chinesische Unternehmensaktien investiert. Chinesische Unternehmen nutzen die Stadt, um ausländisches Kapital einzusammeln. Dies ist aber nicht in Stein gemeißelt, wie wir gleich sehen werden.

 

Hongkong kämpft gegen die Rezession

 

Tourismus und Finanzindustrie sind wichtige Größen für das Bruttoinlandsprodukt Hongkongs. Die andauernden Proteste hinterlassen aber mehr und mehr Spuren in der Konjunktur. Allein die Schließung des Hongkonger Flughafens dürfte zu einem Ausfall von fast 14 Tausend Tonnen Fracht im Wert von rund 1,2 Milliarden US-Dollar geführt haben, wie ortsansässige Fondsmanager verlautbarten. Damit verbunden auch zurückgehende Besucherzahlen, schwächere Einzelhandelsumsätze und geringere Hotelbuchungen.

Hongkongs Regierung hat deshalb ein Konjunkturpaket im Wert von rund 19 Milliarden Hongkong-Dollar (circa 2,3 Milliarden Euro) angekündigt, was aber nicht besonders groß erscheint, wenn man Hongkongs BIP in Höhe von 330 Milliarden Euro in Relation dazu stellt.

Dessen Wirtschaft schwächelt bereits seit Monaten. Im zweiten Quartal des Jahres musste schon ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent vermeldet werden. Im laufenden Quartal dürfte es nicht besser laufen, sodass eine technische Rezession zu erwarten ist. 2018 war das Bruttoinlandsprodukt noch um drei Prozent gewachsen.

 

Chinas Zukunftspläne – Shenzen, die neue Finanzmetropole?

Auch wenn sich die Regierung in Peking dem Druck der Demonstrationen in Hongkong nicht beugen wird, so scheint man bereits Pläne für eine Ablösung der Stadt als dominantes Finanzzentrum zu haben.

Hongkongs Rolle als Finanzplatz könnte an Bedeutung verlieren.

Darauf deutet ein am Sonntag veröffentlichter Plan Pekings hin, in dem eine weitere Öffnung der Wirtschaft von Shenzhen bekanntgegeben wurde – eine riesige Stadt unweit zur Grenze von Hongkong. Die Stadt solle bis 2025 „eine der führenden Städte der Welt im Hinblick auf wirtschaftliche Stärke und die Qualität der Entwicklung“ werden und bis zur Mitte des Jahrhunderts eine der Top-Metropolen der Welt.

Chinesische Medien sprachen davon, dass Shenzhen besser werden solle als Hongkong und es die einzige Chance für das abtrünnige Hongkong sei, sich vollständig in China zu integrieren. Auch wenn dieses als Drohkulisse zu verstehen ist, als Warnung an die einstige britische Kolonie, den erworbenen Wohlstand nicht zu riskieren, scheint sich hier eine weitere Entwicklung in Gang zu setzen.

 

Fazit

Es wird aus vielen Aktionen deutlich. China möchte sich als Weltmacht etablieren, praktisch in einer neuen bipolaren Welt in Konkurrenz zum Westen auf technologischen und militärischen Gebieten. Gewissermaßen der „Nukleus“ für den laufenden und noch lange währenden Handelsstreit zwischen den USA und China. Seien es die Entwicklungen um Huawei und Co oder jetzt in Hongkong, man scheint auf eine Art Ost-West-Aufteilung neuer Prägung zuzusteuern. Mittendrin Deutschland, welches als Exportnation große Wirtschaftsbeziehungen sowohl mit den USA als auch mit China unterhält. Ob dies in Zukunft ohne Friktionen weiter möglich sein wird?

 

Hongkong war bislang der Hub für China zu den globalen Finanzmärkten

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