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Dax: Wunden lecken, erholen, hoffen

Die heftig auf der Long-Seite investierte Wall Street war gestern gezwungen, Risiken zu reduzieren bzw. zu hedgen. Also ist all das stärker gefallen, was zuvor so stark gekauft wurde und schon hoffnungslos überkauft war wie eben der Nasdaq. Nun rücken die Hoffnungs-Themen Steuersenkung, Infratsruktur etc. erst einmal komplett aus dem Fokus der Märkte, solange Trump nicht wirklich "safe" ist. Daher ist die Wahrscheinlichkeit weiterer Rückschläge an den Aktienmärkten als sehr hoch einzustufen!

FMW-Redaktion

Nach dem gestrigen Abverkauf dürfte der Dax heute seine Wunden lecken, sich erholen, um dann zu hoffen, dass die politische Unruhe in Washington sich bald legen wird. Dafür gibt es schon erste kleine Anzeichen: die Ernennung des ehemaligen FBC-Chefs Mueller ist ein Signal der Republikaner an die Demokraten, dass man bereit ist, die Frage zuklären, ob sich Russland wirklich aktiv in den US-Wahlkampf eingemischt hat (neuere Erkenntnisse legen nahe, dass ein inzwischen ermorderter junger Mann (Amerikaner) die Emails der Demokraten geleakt hatte). Dazu die Aussage des extrem einflußreichen Republikaners McCain (und Intimfeind Trumps!), dass er derzeit kein Amtsenthebungsverfahren befürworte.

Damit ist eigentlich die Basis gegeben für eine technische Reaktion der Aktienmärkte nach oben – in Asien halten sich die Verluste einigermaßen im Rahmen:

Shanghai Composite -0,38%
CSI300 -0,35%
ChiNext -0,45%
Nikkei -1,41%

Nicht zufällig waren es gestern die Profiteure der Trump-Rally, die besonders hart abverkauft wurden: Banken wie Goldman Sachs (-5%), Nebenwerte (Russell2000 -2,7%) – und vor allem das Lieblingskind der Hedgefonds, der Nasdaq (gestern größter Tagesverlust seit 11 Monaten). Damit ist das eingetreten, was wir gestern antizipiert hatten: die heftig auf der Long-Seite investierte Wall Street war gezwungen, Risiken zu reduzieren bzw. zu hedgen. Also ist all das stärker gefallen, was zuvor so stark gekauft wurde und schon hoffnungslos überkauft war wie eben der Nasdaq und speziell die Dickfische Apple und Co.

Wie geht es jetzt weiter? Der X-Dax schon mit einer Erholung über die 12600er-Marke:

Zu achten ist auf das gestrige Tief (auf X-Dax-Basis) im Bereich der 12550er-Marke – bricht der Dax dieses Niveau, dürfte es weiter bergab gehen bis zunächst in den Bereich 12420 Punkte. Auf der Oberseite hat der Dax nun starken Widerstand im Bereich 12665, den gestern gebrochenen Doppel-Boden.

Wie schon im Videoausblick thematisiert, dürfte der Dax heute die Chance haben, da noch einmal hin zu laufen, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit nicht sehr hoch, dass der Index mit „Hurra“ diese Marke überwindet und dann gleich weiter bis zum nächsten Widerstand bei 12725 sprintet.

Das Chartbild ist übergeordnet jedoch erst einmal für die Bullen „kaputt“, wir haben eine ziemlich massive Top-Bildung in der Zone um 12840, die der Dax dreimal nicht überwinden konnte. Schon das Fehlen der Anschlußkäufe nach dem Sieg Macrons in der Stichwahl war damals ein kleines Warnsignal, der gestrige Handelstag ist ein großes Warnsignal.

Die Nervosität an den Märkten wird hoch bleiben, bis die Trump-Sache wirklich geklärt ist – und das wird ja mindestens bis nächsten Mittwoch, vermutlich aber noch sehr viel länger dauern. Damit rücken die Hoffnungs-Themen Steuersenkung, Infratsruktur etc. erst einmal komplett aus dem Fokus der Märkte, solange Trump nicht wirklich „safe“ ist. Daher ist die Wahrscheinlichkeit weiterer Rückschläge an den Aktienmärkten als sehr hoch einzustufen!



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