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Dax: Zeig doch mal was!

FMW-Redaktion

„Zeig doch mal was!“. Das möchte man dem Dax zurufen, nachdem der Index so heftig unter die Räder gekommen war trotz starker US-Indizes, die auf Allzeithochs agieren. Beim Dax dagegen ein reines Trauerspiel, ob wegen der Krise um die deutschen Autobauer, o aus Angst vor dem Tapering der EZB, oder weil die Zahlen der Dax-Konzerne bislang bestenfalls durchwachsen gewesen waren. Der Dax hat nun zumindest das Macron-Gap geschlossen – das Mindestziel der Korrektur – und könnte nun versuchen, etwas Land zu gewinnen.

Vielleicht ist es der nach oben strebende Ölpreis, der die Inflationserwartungen im Dollar-Raum nach oben bringt und damit zu einer Erholung des Dollars führt, mithin also zu einem schwächeren Euro. Und das wiederum wäre Balsam auf die Seele des geschundenen Dax-Bullen, denn wenn die Gemeinschaftswährung schwächer wird (wovon wir im kurzen Zeitfenster ausgehen), könnte das ein Faktor sein, der den deutschen Leitindex erst einmal entlastet.

Doch selbst wenn da etwa nach oben kommt, ist und bleibt der Dax angeschlagen und dürfte mit einem Anstieg nur den danach folgenden Fall vorbereiten. Das Ungemach dürfte dann vor allem aus den USA kommen: wenn man sich die US-Indizes ansieht, fällt auf, dass die neuen Hochs stets mit geringem Volumen einher gehen, während bei zwischenzeitlichen Abverkäufen wie zuletzt beim Nasdaq richtig „Druck auf der Pipeline“ ist. Da sendet also der innere Markt schon Warnsignale, während die Märkte weitere Hochs erreichen – aber die Dickfische sind es nicht mehr, die die US-Märkte nach oben kuafen, sondern eher die Kleinanleger. Man kann davon ausgehen, dass eben diese Dickfische derzeit an die Kleinanleger verkaufen, also die Aktien von starken Händen in schwache Hände wechseln.

Zuvor aber vermutlich noch einmal das Anlaufen der symbolisch sehr wichtigen Marken – im S&P500 die 2500er-Marke, im Dow Jones die Marke von 22.000. So oder so: der August ist meistens ein saisonal sehr ungünstiger Monat für die Märkte, man erinnere sich etwa an die Turbulenzen aus dem August 2015, als die US-Futures kurzzeitig vom Handel ausgesetzt wurden nach großen Verlusten, weil China seine Währung stark abwertete.

Sehen wir uns den Dax einmal an:

Macron-Gap geschlossen, jetzt etwas Erholung, die etwa in den Bereich 12250 Punkte reichen kann, oder alternativ bis zum Erholungshoch bei 12345 Punkten. Vielmehr ist wohl nicht drin für den Dax. Und wenn der Index dann auch diese Ziele abarbeitet und so eine logische technische Gegenreaktion zeigt, ist die Kuh noch lange nicht vom Eis, im Gegenteil. Dann erst wird es spannend, wir erwarten dann in der Folge den Bruch der 12.000er-Marke mit anschließend deutlich niedrigeren Kursen!



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