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Dax: Zeit zum Nachdenken

FMW-Redaktion

Nach den beiden Vorwochen, die derart ereignisreich waren, dass die Märkte nicht wirklich Zeit zum Nachdenken hatten, wird es ab heute ruhiger zugehen. Die wesentlichen Weichenstellungen sind in den beiden Vorwochen passiert (US-Steuerplan, neuer Fed-Chef, US-Berichtssaison, Katalonien) – in dieser Woche dagegen praktisch keine relevanten Konjunkturdaten, 75% aller Unternehmen im S&P500 haben jetzt ihre Zahlen vorgelegt (in dieser Woche kommen die Zahlen der schwer verprügelten stationären Einzelhändler wie Macy´s, JC Penny etc.), mit den Apple-Zahlen vom letzten Donnerstag hat sich das Thema nun fast schon erledigt.

Also heißt es jetzt durchatmen nach der Hektik der Vorwochen. Da die Konjunkturimpulse fehlen, wird sich der Fokus angesichts der Asien-Reise von Donald Trump fast automatisch auf die Geopolitik richten. Den Auftakt machen die Ereignisse in Saudi-Arabien, das schwer erschüttert zu sein scheint durch eine Säuberungsmßnahme von oben, die Spannungen mit dem Iran könnte schnell eskalieren. Das alles treibt den Ölpreis nach oben, was wiederum die Inflationserwartungen steigen läßt und die Notenbanken zu schnellerem Handeln veranlassen könnte, wenn der Ölpreis weiter steigt.

A propos Notenbanken: der durchgesickerte vorzeitige Abschied des New York Fed-Chefs Dudley (will 2018 aufhören) wird die Fed nach der Ernennung des schwachen Kandidaten Jerome Powell zum neuen Fed-Chef weiter verändern – Dudley war oder ist neben Yellen das wichtigste Fed-Mitglied, der entscheidend beteiligt war an der „Rettungspolitik“ der Fed in Reaktion auf die Finanzkrise.

Der X-Dax eröffnet heute kaum verändert in Sichtweite der 13500er-Marke:

In dieser Woche rückt der Fokus auf die europäische Berichtssaison, neun Dax-Konzerne werden in dieser Woche ihre Zahlen vorlegen, darunter Schwergewichte wie Siemens und Allianz, BMW und die Commerzbank. Heute zunächst im Fokus der angeblich verbesserte US-Steuerplan, den der Republikaner Bradey vorlegen wird, aber die Aufmerksamkeit gilt nun vor allem dem Besuch Trumps in Südkorea ab morgen (mit der Frage, ob Nordkorea diese Gelegenheit zu einem Missile-Test nutzen wird), dann vor allem dem Aufenthalt Trumps in China mit der Frage, ob sich der US-Präsident dort diplomatisch verhalten wird – oder eben nicht. Mit anderen Worten: die Geopolitik wird in dieser Woche im Vordergrund stehen.

Für den Dax heißt das alles: es fehlen bis zu den Zahlen der Dax-Konzerne die Impulse, die den Index in die eine oder andere Richtung treiben könnten. Denkbar ist, dass der Index nun etwas heiße Luft ablassen wird, nachdem der Index seit Ende August so stark gestiegen ist. Das wäre noch lange keine Trendwende, aber es ist doch davon auszugehen, dass die Dinge beim Dax nun nicht mehr so dynamisch nach oben gehen werden..



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1 Kommentar

  1. Welche Notenbank wird wegen steigender Ölpreise reagieren? Ich kenne keine große bei der das zu erwarten wäre. Bei sinkenden Ölpreisen würde ich zustimmen.

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