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Dax: Zu viel des Schlechten? Über riesige Lücken..

Hat der Dax schon zu viel des Schlechten eingepreist? Während der deutsche Leitindex nun 700 Punkte in einer Woche gefallen ist, hat die Wall Street scheinbar gestern das erste mal bemerkt, dass das Thema Handelskrieg sich durchaus in den Bilanzen der Firmen niederschlagen wird – der Weckruf dafür war die gestrige Gewinnwarnung von Daimler. Aber während der Dax aufgrund seiner Export-Fixierung und Auto-Lastigkeit grundsätzlich gefährdet ist, glaubte die Wall Street bislang unverwundbar zu sein. Dementsprechend ist eben auch gerade bei den US-Tech-Werten die Fallhöhe jetzt nicht unerheblich!

Anders formuliert: der Dax hat das Thema „Handelskrieg“ schon viel mehr eingepreist als weite Teile der US-Indizes. Während die derzeitige Schwäche des Dow Jones in erster Linie Folge der Dollar-Stärke und erst in zweiter Linie Folge der Sorgen um einen Handelskrieg ist, hat der Dax schon viel mehr in Sachen Handelskrieg eingepreist. Gleichwohl zeigt der Chartvergleich, dass Dow Jones und Dax relativ parallel laufen – der Nasdaq100 dagegen in einer völlig anderen Welt zu leben scheint:


(Dax orange, Dow Jones blau, Nasdaq schwarz; Chart durch anklicken vergrößern)

Dabei ist die Schere zwischen dem Dow Jones und dem Nasdaq so groß wie seit dem Jahr 2009 nicht mehr:


(Dow blau, Nasdaq schwarz; Chart zum anklicken vergrößern)

Ein solcher Unterschied, das zeigt die Vergangenheit, wird sich früher oder später wieder einebnen. Und das bedeutet: entweder ist der Dow der Index, der Kommendes ahnt – dann muß der Nasdaq hart nach unten. Oder es ist der Nasdaq – dann müßte der Dow Jones eigentlich viel Aufholpotential haben! Wer diese Logik spielen will, könnte etwa versuchen, den Dow auf der Long-Seite zu spielen und gleichzeitig den Nasdaq auf der Short-Seite.

Und wenn wir vorhin festgestellt haben, dass sich Dax und Dow Jones parallel entwickeln, haben beide Indizes im Vergleich zum Nasdaq viel Aufholpotential (wenn die Dinge positiv laufen), oder der Nasdaq viel Crash-Potential, (wenn Dax und Dow Jones mit ihrer Schwäche der bessere Indikator für die Zukunft sind).

Klar: der Dax ist charttechnisch ziemlich angeschlagen mit erstens einem sauberen Doppel-Top, dann zweitens dem Unterschreiten der 12600er-Unterstützung:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Dementsprechend geht es jetzt erst einmal um Schadensbegrenzung – etwa mit einem Anstieg über den 12600er-Widerstand als erstes Signal, dass der Index sich nicht kampflos ergibt, sondern endlich einmal eine Gegenreaktion zeigt. Auf der Unterseite liegt nun die nächste Unterstützung im Bereich 12425/30, dann in der 12330er-Zone..



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