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Dax: Zunächst mal..

Gedanken zum heutigen "Super-Donnerstag"..

FMW-Redaktion

Was wird heute am „Super-Donnerstag“ passieren? Wird der Super-Donnerstag gar nicht so spektakulär, wie es zunächst aussah? Einer der Hauptereignisse, die Comey-Anhörung, hat etwas an „Dramatik“ verloren, nachdem gestern bereits sein Text veröffentlicht worden ist. Aber: vielleicht wird Comey doch etwas mehr sagen in der mündlichen Anhörung – was er gestern über Trump gesagt hat, zeigt, wie Trump tickt (wollte laut Comey ein Abhängigkeitsverhältis schaffen), aber es reicht eben nicht für ein Amtsenthebeungsverfahren. Das zumindest hat die Wall Street gestern beruhigt, die nach Veröffentlichung des Comey-Textes nach oben lief.

Die asiatischen Märkte bilden die Vorgaben der Wall Street ziemlich genau ab, nach schwachem japanischem BIP und deutlich gestiegenen Importen Chinas:

Shanghai Composite +0,05%
CSI300 +0,43%
ChiNext -0,09%
Nikkei -0,31%

Der X-Dax eröffnet praktisch unverändert:

Es bleibt damit zunächst einmal charttechnisch alles beim Alten – mit einer Ausnahme: der gestern gebildete Doppel-Boden im Bereich 12635/40. Darunter dann die etablierten Marken bei 12580 und 12530 sowie die 12490. Auf der Oberseite die 12730 und das gestrige Tageshoch knapp unter der 12750, dann das alte Allzeithoch bei 12840 und das Allzeihoch bei 12880 Punkten.

Die Wahl in UK wird im heutigen Handelsverlauf wohl erst einmal keine große Rolle spielen, da die Ergebnisse erst spät Abends sich abzeichnen dürften. Im Grunde hat die großstädtische Jugend, die bei der Brexit-Abstimmung noch gepennt hatte, die Chance, den Tories einen Dämpfer zu versetzen, es gibt im Internet eine starke Bewegung, die zu taktischen Wahlverhalten innerhalb des britischen Mehrheitswahlrechts („the winner takes it all“) aufruft. Im Grunde ist die heutige Wahl damit auch ein Indikator dafür, wie mächtig das Internet inzwischen geworden ist bei Wahlen.

Daneben auch heute wichtig die Geopolitik in dem sich immer mehr zuspitzenden Katar-Konflikt, bei dem sich eine Frontstellung zwischen den USA, Saudi-Arabien + Satellitenstaaten auf der einen, Katar, Iran, Türkei und Russland auf der anderen Seite abzeichnet. All das kann bis zu militärischen Auseinandersetzungen eskalieren – mit dann naturgemäß starkem  Einfluß auf die Märkte.

Was aber heute schon im Handelsverlauf stark relevant sein wird sind die Aussagen Draghis nach den gestrigen, eher widersprüchlichen „Insider-Berichten“. Man kann annehmen, dass die EZB über den Anstieg des Euro nicht gerade erfreut ist – was für eine eher dovishe Haltung spricht ist darüber hinaus die Tatsache, dass sich Bundesbankchef Weidmann derzeit mit Kritik auffallend zurück hält, weil er seine Chancen auf die Nachfolge Draghis nicht riskieren will – Weidmann hat damit aus den Fehlern von Axel Weber gelernt, der eigentlich als Favorit auf den Posten des EZB-Chefs gegolten hatte, aber sich dann zurück ziehen musste.

Kernpunkte der heutigen EZB-Aussagen sind die Themen Abwärtsrisiken, Inflationsausblick, QE-Verlängerung etc. Wir berichten „live“ ab 14.30Uhr über die Aussagen Draghis und sind gespannt, welche Gründe er diesmal nennen wird, warum man die derzeitige Geldpolitik beibehalten müsse trotz starker Konjunkturdaten.

Bis zur PK von Mario Draghi ist wohl erst einmal mit einer Seitwärtsbewegung im Dax zu rechnen, dann werden die Karten neu gemischt..



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