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Dax: Zwei Wochen Wach-Koma..

Langsam wird es ermüdend: seit zwei Wochen handelt der Dax nun in einer minimalen Range, und das obwohl der Dow Jones gestern Schlagzeilen-trächtig die 23.000er-Marke geknackt hatte. Nach wie vor gilt: für einen größeren Anstieg fehlt nach der Rally seit Ende August die Kraft, andererseits sieht der Markt noch keinen Grund für eine Korrektur..

FMW-Redaktion

Langsam wird es ermüdend: seit zwei Wochen handelt der Dax nun in einer minimalen Range, und das obwohl der Dow Jones gestern Schlagzeilen-trächtig die 23.000er-Marke geknackt hatte. Nach wie vor gilt: für einen größeren Anstieg fehlt nach der Rally seit Ende August die Kraft, andererseits sieht der Markt noch keinen Grund für eine Korrektur.

Dabei tut sich was in Washington: in Sachen Obamacare einigt man sich auf eine Zwischenlösung, die staatliche Zusschüsse an Versicherungen für eine Übergangszeit bestehen läßt – allerdings muss das noch vom Senat und vom Abgeordnetenhaus bestätigt werden. Dazu Bewegung auch an anderer Stelle: der häufig widerspenstige Republikaner John McCain hat sein „ja“ für die budget bill signalisiert (wie andere eher Trump reserviert gegenüber stehende Republikaner) – das ist insofern wichtig, als mit der Verabschiedung dieser budget bill die Steuerreform nur eine einfache Mehrheit im Senat bräuchte (also nicht die Zustimmung der Demokraten erforderlich wäre).

Es sieht also so aus, als würde Trump langsam, aber doch vorankommen mit den großen Projekten, auch wenn es bis zur Durchsetzung der vorgeschlagenen Steuerreform noch ein sehr weiter weg ist (Trump hat gestern anklingen lassen, dass man es bis Ende des Jahres möglicherweise nicht schaffen könnte).

Für die Aktienmärkte aber ist die Steuerreform wie die Karotte für den Esel: solange man sie in Sichtweite hat, gibt es Vorfreude – schlecht allerdings wäre es, wenn die Karotte dann verspeist wäre, also die Steuerreform dann käme: viele würden dann steuervergünstigt angefallene Gewinne realisieren können, heftige Gewinnmitnahmen dann die sehr wahrscheinliche Folge!

Aber all das ist noch weit weg, näher liegt die baldige Entscheidung, wer der nächste Fed-Chafe wird – wir sehen darin, wie im Videoausblick thematisiert, den nächsten Trigger für eine größere Bewegung. Bis dahin wird man sich wohl auf die US-Berichtssaison konzentrieren, ab morgen geht es los mit den Zahlen euopäischer Unternehmen (SAP, am Freitag dann Daimler). Einige Analysten erwarten hier eher schweres Fahrwasser. Ob damit der Dax aus seinem Wach-Koma gerissen wird?

Und das sieht so aus:

Da erübrigt sich eigentlich jeder Kommentar. Irgendwas muß jetzt endlich mal passieren, das Geschiebe zerrt an den Nerven. Allerdings ist unsere Hoffnung eher begrenzt, dass sich daran heute etwas ändert..



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11 Kommentare

  1. „Das Geschiebe zerrt an den Nerven“, trotz Höchststand an den Märkten. Ja, aber nur für Bären, die seit Längerem auf den richtigen Rückschlag hoffen, oder sogar Knockout – Shortprodukte besitzen, die tagtäglich an Wert verlieren.

    1. @Wolfgang, meines Wissens verlieren auch Knockout-Produkte auf der Long-Seite aufgrund des Zeitwertverlusts, wenn sich der Dax nicht wirklich bewegt..

      1. Ja, deswegen gibt es für kurzfristige Trader auch Produkte für Seitwärtsphasen, z.B. Inline-Optionsscheine. Die haben zwar ebenfalls einen Zeitwert, aber er muss sich nicht zwangsläufig kursmindernd auswirken. Was mir an den Nerven zerrt sind die ständigen Bulle/Bär-Neckereien. Und dass Hr. Fugmann wie der naive Papa Bär dargestellt wird. Dabei hat er lediglich ein perfektes Alleinstellungsmerkmal in der heutigen Medienlandschaft gefunden: nämlich mit mahnender Stimme die Kehrseite der Medaille zeigen. Ein Mann vom Schlage Hr. Fugmanns kann sich da mühelos verteidigen und für Klarstellung sorgen. Da er das nicht macht, heißt es, dass Kalkül dahinter steckt und sein Ziel erreicht wird :-) Naja, das gönne ich ihm auf jeden Fall.

        1. @Petkov, das hat doch nichts mit Bulle/Bär-Neckereien zu tun. Es ist klar ersichtlich, dass Sie Dinge kritisch und analytisch hinterfragen. Gut so. Aber was hätte es gebracht, wenn ein Anleger die Verfügbarkeitskaskade an bear news in diesem Forum als Handlungsanleitung für seine Anlageentscheidungen verstanden hätte? Was hätte er in den letzten 200 Börsentagen gemacht? Wie wäre er im Markt gewesen? Sicherlich verfolgt Markus verschiedene Ziele und er würzt seine Kommentare mit zynisch/sarkastischem Unterton. Aufgrund des von Ihnen erwähnten Alleinstellungsmerkmals sollte aber auch die andere Sichtweise erlaubt sein, wenn sie nicht dumpf oder beleidigend geäußert wird. Ich denke, dass wir uns hier nicht in einem philosophischen Zirkel befinden, sondern dass die meisten Leser aufgrund der Analysen ihre Anlageentscheidungen verbessern wollen. Dafür gibt es aber immer wieder ganz tolle Anregungen. Denke ich mir mal. Gruß

          1. Wolfgang, um Gottes Willen, ich wollte selbstverständlich nicht die kontroversen Sentimentsdiskussionen hier monieren. Ganz im Gegenteil. Ich störe mich lediglich an den ideologisch gesteuerten und somit blinden Permabullen oder Permabären. Ist PK ein Bulle? Oder Lossless, KSchubert oder der unvergleichliche Katamaransegler? Nein, sie sind alle gebildete, erfahrene und versierte Anleger, deren Turbinen sowohl bei Ebbe als auch bei Flut laufen.

            Und wer auf eine kostenlose Seite geht, sich ein perfekt aufbereitetes und humorvoll vorgetragenes 5Min-Video anschaut und nur auf dieser Grundlage seine Finanzen steuert… Naja, auf Neudeutsch gesagt ist er für mein Mitleidsempfinden out of scope ;-)

      2. @Markus Fugmann
        Kann ich aus eigener Erfahrung voll bestätigen. Auch die LONG-Knockouts verlieren erheblich. Hatte im August/September mal einen DAX da stieg die Barriere von 11727 in zwei Monaten auf heute 11777.
        Grob gerechnet gehen da jeden Monat um die 25DAX-Punkte flöten.
        Nicht das das ausgerechnet ein besonders mieses Stück war, die anderen (von anderen Banken) sind nicht besser.

        1. @Gerd. Da sprechen Sie mir aus der Seele. Ich habe einige Jahre Erfahrung mit diesen „Goldgruben“ der Emmittenten, mit unglaublichen Zeitwertkosten, die weitgehend verschwiegen werden. (Ein Hammer, die Lev4Dax, Lev8Dax-Produkte der DB). Aber zwei Wochen Querbewegung wären zu verkraften.
          PS: Habe derzeit weder Long-, noch Shortprodukte.

      3. Markus Knockouts, sprich Zertis verlieren gar nix !!! Du bezahlst ein gewisses Aufgeld, das ist richtig, die Vola ist egal ! Genauso wie bei den CFDs, bei einem CFD bezahle ich den Kredit (täglich), oder ich kaufe den CFD-Future, da ist die Finanzierung mit drin. Wenn ich aber den CFD-Future kaufe, zahle ich gar nix bzw den höheren Spread, als Einmalkauf. Wenn ich den CFD-Future auslaufen lasse, zahlt die Bank oder die machen einen „Rollover“ auf den nächsten Future-Kontrakt.
        Zertis kann man auslaufen lassen und dann zahlt der Emi !
        Optionsscheine, ja die verlieren, aber es gibt Menschen, die kaufen Optionsscheine Anfang August, sprich der OS ist längst im Geld !!!

  2. Das ist richtig Markus. Nur ist die zeitliche Dimension im Vergleich put/call-Disposition doch ein klein wenig anders. Im Übrigen halte ich eine Korrektur nach Beendigung der US-Berichtsaison für sehr wahrscheinlich. Wie nach Q1 und Q2. Sell the facts. Gruß

  3. @Wolfgang,ich sehe das ganz anders,ich habe keine Aktien ,sehe aber eine Superchance in nächster Zeit mit Shorts eine Superchance zu erhalten für eine schönen Gewinn.Diejenigen die jetzt 50-70% ihres Vermögens in Aktien halten sind keinen Tag sicher bis es einen Klapf gibt.Übrigens Absicherungen kosten ja auch Geld.Wenn der Markt irgendwann genug korrigiert u.die Absicherungen ins Geld laufen dann verstärken dann nämlich diese Einbahnstrasse-Aktiengläubiger die Baisse
    noch.Bis jetzt freuten sich diese Schlaumeier an jedem Short-Squeeze ,aber dieses Spiel funktioniert ja auch auf der Unterseite wenn es reif ist.

    1. „…in nächster Zeit mit Shorts eine Superchance zu erhalten “

      Die Chance hätten Sie aber nur dann, wenn Sie auch tatsächlich Shorts im Bestand haben würden.
      Sonst geht es Ihnen wie den Möchtegern-Aktionären die bei steigenden Kursen keine Aktien im Depot haben.

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