Der DAX geht am Mittwoch mit einer klaren Schlüsselmarke in den Handel: Die Zone um 25.000 Punkte dürfte kurzfristig über die Richtung entscheiden. Nach dem steilen Anstieg bis knapp unter das Allzeithoch bei 25.507 Punkten folgte am Dienstag der erwartbare Rücksetzer. Solange der deutsche Leitindex oberhalb von 25.150 Punkten stabil bleibt, ist die Aufwärtsstruktur nicht gebrochen. Doch die Lage bleibt angespannt, denn der Iran-Konflikt, Ölpreise und die KI-Rally an der Wall Street geben weiter den Takt vor.
DAX: Diese Marke zählt jetzt
Charttechnisch steht der DAX an einem sensiblen Punkt. Der Rücklauf an die erste Unterstützung im Bereich von 25.150 Punkten ist zunächst konstruktiv zu werten. Genau hier entscheidet sich, ob es sich nur um eine gesunde Konsolidierung handelt oder ob der Markt in eine tiefere Korrektur übergeht. Besonders wichtig bleibt die psychologisch und technisch relevante Marke von 25.000 Punkten.
Szenario A: Hält der DAX die Unterstützungszone bei 25.150 Punkten und bleibt damit auch die 25.000er-Marke unangetastet, könnte schnell wieder Kaufinteresse aufkommen. In diesem Fall wäre ein erneuter Angriff auf den Bereich von 25.400 bis 25.507 Punkten möglich. Ein Ausbruch über das Allzeithoch würde frische Stärke signalisieren und könnte Anschlusskäufe in Richtung 25.750 sowie 25.829 Punkten auslösen.
Szenario B: Rutscht der DAX dagegen unter 25.150 Punkte, dürfte zunächst die 25.000-Punkte-Marke in den Fokus rücken. Wird auch diese Unterstützung aufgegeben, könnte der Rücksetzer deutlich an Fahrt aufnehmen. Dann droht im Bereich von 25.400 bis 25.500 Punkten ein mögliches Doppeltop, was kurzfristig zusätzlichen Druck erzeugen würde. Ein erstes Anlaufziel wäre die Zone um 24.943/930 sowie die offene Kurslücke bei 24.888 Punkten.
Widerstände: 25.361 (TH), 25.400, 24.438, 25.507 (ATH), 25.750, 25.829, 26.045
Unterstützungen: 25.180 (TT), 25.150, 25.062, 25.000, 24.943/930, 24.888 (Gap), 24.750
Dax-Chart auf TradingView-Basis
Wall Street bleibt Taktgeber
Der wichtigste externe Taktgeber bleibt die Wall Street. Die KI-Rally hat sich zuletzt sogar nochmals beschleunigt. Vor allem Halbleiter- und Speicherwerte standen im Fokus, nachdem Micron nach einer extrem bullischen Hochstufung durch UBS um 19 Prozent nach oben sprang. Auslöser war vor allem ein massiv angehobenes Kursziel von Analyst Timothy Arcuri, der auf den anhaltenden KI-Boom und eine strukturell hohe Nachfrage nach Speicherchips setzt. Zwischenzeitlich stieg die Marktkapitalisierung von Micron im Zuge der Rally sogar über die Marke von einer Billion US-Dollar. Die Euphorie rund um KI- und Chipwerte trieb damit auch den Nasdaq 100 auf ein neues Rekordhoch. Der Technologieindex übersprang erstmals in seiner Geschichte die Marke von 30.000 Punkten.
Auffällig war allerdings, dass Nvidia als wichtigste KI-Aktie von dieser Euphorie nicht profitieren konnte und den Tag mit roten Vorzeichen beendete. Genau das könnte für Anleger zunehmend zum Warnsignal werden. Denn wenn selbst die größten Gewinner der KI-Rally trotz neuer Impulse keine Anschlussdynamik mehr entwickeln, steigt das Risiko für Gewinnmitnahmen im Technologiesektor deutlich an. Sollte die Wall Street nach dem starken Anstieg seit Ende März in eine Konsolidierung übergehen, dürfte sich auch der DAX diesem Druck kaum entziehen können.
Iran-Konflikt sorgt für Unruhe
Makroseitig bleibt der Iran-Konflikt das zentrale Risiko. US-Angriffe auf iranische Boote und Raketenstellungen sowie Aussagen von Donald Trump verunsichern die Aktienmärkte weiter. Vor allem der Ölpreis bleibt ein kritischer Faktor, weil steigende Energiepreise Inflationssorgen verstärken und die Zinsperspektiven belasten können. Jede neue Eskalation könnte den Ölpreis nach dem jüngsten Rücksetzer erneut antreiben und die Nervosität an den Aktienmärkten weiter erhöhen.
Fazit: Für den DAX zählt am Mittwoch vor allem die Zone zwischen 25.150 und 25.000 Punkten. Darüber bleibt ein neuer Angriff auf das Allzeithoch möglich. Darunter steigt die Gefahr einer schärferen Korrektur spürbar. Entscheidend bleibt die Wall Street als Taktgeber und jede neue Schlagzeile aus dem Iran-Konflikt.
Hinweis: Die im Artikel enthaltenen Marktanalysen und charttechnischen Einschätzungen dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung oder Handelsempfehlung dar.
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Ein Halbleiter besitzt im Zusammenhang mit den US-Techriesen Facebook, Instagram, Google und Amazon für mobile Endgeräte einen entsprechenden Stellenwert, und könnte somit aktuell auch den Dax stützen.
Was ist denn mit den aktuellen Kursen los ????
Capital . com zeigt seit Tagen die gleichen Kurse an….
…einfach mal im Browser aktualisieren drücken…;o)
Hallo Herr Jäger,
ich verstehe einfach nicht, wie der DAX, MDAX usw. an der Wall Street hängt. Diese ist doch fast nur getrieben vom Halbleiter Index. Wieviele Unternehmen im DAX hängen denn an KI ?…
Die Wirtschaftsprognosen sowie die Abhängigkeit der Energie in Deutschland sind doch ganz andere als in den USA. Ich verstehe einfach die Korrelation nicht.
Vielleicht können Sie mir da weiterhelfen.
Besten Gruß