Nach dem scharfen Rücksetzer am Dienstag wagte der DAX am Mittwoch lediglich einen vorsichtigen Erholungsversuch. Zu Börsenschluss stand schließlich ein moderates Plus von 0,5 % bei 23.594 Punkten zu Buche. Doch die Unsicherheit am Anleihenmarkt lastet weiterhin schwer auf den Kursen und könnte eine Fortsetzung der Korrektur zur Folge haben. Besonders die Entwicklung französischer Staatsanleihen bereitet Investoren Kopfzerbrechen: Die Renditen klettern auf Niveaus wie zuletzt 2009, getrieben von der bevorstehenden Vertrauensfrage für Frankreichs Premierminister am Montag. Die Nervosität erinnert viele Marktteilnehmer an die Euro-Schuldenkrise 2010, als Griechenland die Währungsunion ins Wanken brachte.
Lange hatten die Märkte geopolitische Risiken, wie den ungelösten Ukraine-Krieg oder die US-Zölle, weitgehend ignoriert. Doch zum Start in den traditionell schwachen Börsenmonat September brach der DAX um über 500 Punkte ein und durchbrach damit die wichtige Unterstützung bei 24.000 Zählern. Dieser Schritt aus der wochenlangen Seitwärtsphase heraus ist ein klares Schwächesignal. Die Frage steht im Raum, ob eine längere Korrektur bevorsteht. Die US-Börsen halten sich hingegen deutlich besser. Dort fiel der Rücksetzer milder aus und auch die Erholung verläuft dynamischer.
Auch von den globalen Rentenmärkten kommt keine Entspannung. In den USA nähern sich die Renditen für 30-jährige Staatsanleihen der Marke von fünf Prozent, während am deutschen Markt die Stimmung ebenfalls gedrückt ist. Steigende Zinsen erhöhen den Druck auf die ohnehin hoch bewerteten Aktienmärkte. Gleichzeitig treibt die Flucht in sichere Häfen Gold und Silber deutlich nach oben.
Charttechnisch richten sich die Blicke nun auf die Zone um 23.500 Punkte sowie auf die ehemaligen Allzeithochs bei 23.475 Zählern. Sollte der DAX auch diese Marke unterschreiten, droht eine Fortsetzung der laufenden Korrektur – mit entsprechend weiteren Kursverlusten.
DAX: Fortsetzung der Korrektur?
Short: Zwar konnte der DAX am Mittwoch die wichtige Marke von 23.500 Punkten verteidigen, zu mehr als einem zaghaften Erholungsversuch hat es jedoch bislang nicht gereicht. Daher dürfte die Unterstützung um 23.500/475 auch heute im Fokus stehen. An dieser Stelle sollten die Bullen reagieren, andernfalls trübt sich die Lage weiter ein. Dann wäre auch ein Rutsch an das Verlaufstief bei 23.381 Punkten wahrscheinlich. Sollte auch dieses gebrochen werden, rückt das 200-Punkte-Gap bei 23.269 vom 24. Juni in den Fokus.
Long: Gelingt dem DAX hingegen eine Stabilisierung über 23.500/23.475 Punkten, könnte sich der gestrige Erholungsversuch ausweiten. Ein erster Anlaufpunkt wäre die SMA100 bei 23.693 Punkten. Sollte schließlich der Ausbruch über 23.700 gelingen, ergibt sich weiteres Erholungspotenzial bis 23.818 Punkte, was der 61,8% Fibonacci-Retracement-Marke entspricht. Hier könnten die Bären dann wieder Druck machen.
Dax-Chart von TradingView
DAX Unterstützungen:
23.507 – Tagestief 03.09.
23.500 – Projektion 500-Punkte-Range
23.482 – Tagestief 02.09.
23.475 – ex Allzeithochs
23.381 – Verlaufstief 01.08.
23.269 – Gap 25.06.
23.100 – Horizontale
DAX Widerstände:
23.693 – 100-Tage-Linie (SMA)
23.700 – Horizontale
23.705 – Tageshoch 03.09.
23.818 – 61,8% Retracement
23.990 – Tageshoch 02.09.
24.037 – Gap 01.09.
24.046 – Tageshoch 01.09.
24.063 – Tageshoch 29.08.
24.088 – SMA50 (daily)
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Der DAX Performance Index pendelt schon eine ganze Weile zwischen den beiden Seiten hin und her…23500 auf der Unter- und 24 500 auf der Oberseite..
Man könnte auch sagen um die 9000 Punkte im KursDax…
Neue Dividendenpunkte kommen dieses Jahr nicht mehr hinzu, der DAX Performance Index muss es also aus eigener Kraft schaffen…
Ob und wann das gelingt wird vornehmlich von der Geldpolitik abhängen…gelingt es Trump die FED umzubauen…oder nicht…?