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Delivery Hero: Das deutsche Amazon im Kleinformat

Claudio Kummerfeld

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Das Logo von Delivery Hero

Ist Delivery Hero das das deutsche Amazon im Kleinformat? Haben auch wir hier eine kleine Erfolgsstory mit jeder Menge Wachstumsphantasie? Ein bisschen Internet-Euphorie hierzulande nach dem Wirecard-Debakel? Wir alle hierzulande wollten in Wirecard das deutsche Tech-Sternchen sehen nach dem Motto „Deutschland ist auch dabei auf der internationalen Tech-Bühne“. Dabei wickelte Wirecard doch nur Zahlungen ab. Innovation, Hightech oder Ähnliches war nicht wirklich vorhanden. Dann die Insolvenz und der große Absturz.

Aber zurück zu Amazon. Was haben die Giganten der Tech-Branche gemeinsam? Amazon, Facebook und Google produzieren nichts, haben keine eigenen Produkte, sondern bieten nur eine Plattform, damit Dritte ihre Produkte und Angebote dort offerieren. Bei Facebook und Instagram befüllen beispielsweise Milliarden von Menschen mit ihren Texten, Bildern und Videos die Plattform mit Inhalten, und machen die Plattform damit zu einer Geldmaschine. Wo Amazon letztlich nur Waren von Drittanbietern präsentiert, oder von externen Produzenten weiterverkauft, oder ihnen eine Präsentationsfläche anbietet, da ist Delivery Hero schon ein Stück weit vergleichbar.

Delivery Hero ist auch eine Plattform wie Amazon, Google und Co

Auch wenn Delivery Hero sich halt nur auf Essenslieferung fokussiert, und natürlich bedeutend kleiner ist als Amazon. Aber entscheidend ist: Auch hier ist der Anbieter nur der Bereitsteller einer Plattform, wo sich Anbieter (Restaurants) und Nachfrager (die hungrigen Konsumenten) treffen. Delivery Hero stellt nur das Tool zur Verfügung, wo sich beide treffen. Wenn der Trend zu immer mehr Online-Bestellen von Essen weiter läuft, gehört der Anbieter zu den großen Gewinnern. Und siehe da. Die Coronakrise macht Amazon, Delivery Hero und Co tatsächlich zu den großen Gewinnern.

Heute hat Delivery Hero seine Geschäftszahlen für die Monate April-Juni veröffentlicht (hier die Details). Es ist einfach nachvollziehbar. Vor allem dank Corona bestellen weltweit immer mehr Menschen Essen und lassen es sich liefern. Vergleicht man bei Delivery Hero die Monate April-Juni mit dem selben Zeitraum im Vorjahr, dann sind die Bestellungen um 94,5 Prozent gestiegen. Der Umsatz stieg ebenfalls fast um 100 Prozent auf 612 Millionen Euro. Beim Ergebnis zeigt das Unternehmen nur Halbjahreszahlen. Im ersten Halbjahr vergrößerte sich der Verlust deutlich. Das bereinigte EBITDA liegt bei minus 319,5 Millionen Euro nach -171,1 Millionen Euro im Vorjahr.

Stark defizitär – der Glaube an die Story zählt

Auch hier kann man Parallelen zu anderen großen Plattformen ziehen, die jahrelang stark wuchsen, aber parallel auch lange Zeit defizitär waren. Man denke an eine Aussage des CEO von Delivery Hero aus April diesen Jahres. Wann das Unternehmen die Gewinnschwelle knacke, könne er nicht sagen. Dies werde geschehen, wenn man groß genug sei. Man müsse einfach nur geduldig sein. Tja, das kann man optimistisch oder als Kritiker auch skeptisch sehen. So wie bei einer kleinen DVD- und Buch-Klitsche namens Amazon vor zum Beispiel 15 Jahren? Auch Delivery Hero ist als Einzelfall zu betrachten, und aus dem rückwärtigen Verlauf von Amazon kann man nicht schließen, was in diesem Fall geschehen wird.

Aber die Phantasie der Anleger kann das aktuell starke Wachstum von Delivery Hero durchaus beflügeln. Und so erhöht das Unternehmen aktuell auch den Umsatzausblick für das Gesamtjahr 2020. Von bislang 2,4-2,6 Milliarden Euro erhöht man die Erwartungsspanne auf 2,6-2,8 Milliarden Euro. Die Aktie von Delivery Hero übrigens, die legt heute um 2,3 Prozent zu. Nur so wenig Kursanstieg bei so einem gigantischen Order-Wachstum? Sie ist schon vorher gut gelaufen, und sehr gute Zahlen waren für heute schon erwartet worden. Der folgende Chart zeigt übrigens die Aktie von Delivery Hero im direkten Vergleich zur ebenfalls kräftig gestiegenen Amazon-Aktie. Was für ein Gleichschritt in den letzten zwölf Monaten.

Chart zeigt Delivery Hero Aktie im direkten Vergleich zu Amazon

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Big Tech mit „enttäuschend guten Ergebnissen“

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die großen Tech-Konzerne haben gestern sehr gute Quartalszahlen gemeldet. Er geht darauf ein, welche Haare in der Suppe die Anleger dennoch fanden, weshalb die Kurse dann nachbörslich fielen.

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Experte Andre Stagge über die Tech-Zahlen, US-Wahl und EZB

Claudio Kummerfeld

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Der Tradingexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht im folgenden Video mehrere aktuelle Börsenthemen. Vermutlich wird die EZB ab Dezember aktiver werden in Sachen Rettungsmaßnahmen. Gestern Abend haben die vier großen Tech-Konzerne Apple, Google, Amazon und Facebook ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Andre Stagge weist darauf hin, dass alle vier zwar die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn übertroffen haben – und er geht auf die Gründe ein, warum die Aktien nachbörslich nicht entsprechend positiv reagierten. Auch wirft Andre Stagge einen Blick auf die große Wahrscheinlichkeit, dass Joe Biden die US-Wahl nächste Woche gewinnen könnte.

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Ballard Power vor gewaltigem Kursrutsch? – Werbung

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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