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Aktien

Delivery Hero: Erstaunlich, wie dieses Unternehmen überhaupt existieren kann

Philip Hopf

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„Natürlich prüfen wir auch neue Möglichkeiten, beispielsweise eine Drohne, die eine Punkt-zu-Punkt-Zustellung durchführen könnte, so dass wir nicht im Stau stecken bleiben“, sagte Niklas Östberg, Chef von Delivery Hero, kürzlich in einem Interview. Zum Image des T-Shirt tragenden Nonkonformisten passt die Vorstellung, dass die Pizza Margherita per Luftpost beim hungrigen Besteller eintrudelt.

„Ich wünsche mir, dass Menschen sich trauen, über das hinauszugehen, was normalerweise in Deutschland akzeptiert wird“, fügte er hinzu, was auch der entscheidende Hinweis ist, dass es bei diesen Überlegungen um nichts anderes geht als ums knallharte Business in einem heißumkämpften Markt. Der Exot im Dax mit einem Wert von mehr als 19 Milliarden Euro betreibt allerdings kein Deutschlandgeschäft, schreibt trotz 362 Millionen Bestellungen im letzten Rekordquartal Verluste (Q1/Q2 Gesamt 443 Mio €) und setzt weiterhin auf die Strategie des Hyperwachstums. Ob am Ende eine Drohne helfen kann, um nicht in einem gigantischen Stau stecken zu bleiben?

Delivery Hero: Primärszenario Abverkauf

Wir wollen nicht um den heißen Brei herumreden, egal, ob dieser von Delivery Hero mit einer Drohne oder dem Fahrradkurier ausgeliefert wird: Wir halten nichts von diesem Unternehmen. Weder von seinem Geschäftsmodell, noch von den Zahlen – von denen schon gar nicht – und auch das Chartbild gefällt uns nicht. Daher planen wir definitiv kein Engagement, weil wir in Substanz investieren und nicht in ein Online-Geschäft, welches noch sehr lange keinen Gewinn abwerfen wird. Nicht umsonst heißt es, Gleich und Gleich gesellt sich gern: Daher schauen wir zu, ob Delivery Hero nicht einen ähnlichen Weg wie Wirecard nehmen wird, der über kurz oder lang raus aus dem DAX führt. Bis dahin werden wir die Aktie analytisch begleiten. In unserem ersten Szenario mit der Wahrscheinlichkeit von 65% gehen wir jetzt von fallenden Kursen aus. Gut möglich, dass diese bis in die Gegend um €57 reichen, von wo mit einem Aufwärtstrend zu rechnen ist.

Das wahrscheinliche Szenario für Delivery Hero

Das unwahrscheinlichere Alternativszenario

Unsere Alternative mit der Wahrscheinlichkeit von 35% sieht vor, dass bullische Kräfte die fallenden Kurse etwas früher abfangen können und zwar in der Region von €71. Dann ist von dort mit steigenden Werten zu rechnen.

So oder so sieht es schlecht aus. Delivery Hero macht so hohe Verluste, dass wir verwundert sind wie dieses Unternehmen überhaupt existieren kann. In 2019 und 2020 produzieren die Berliner über eine Milliarde Euro an Verlusten. Das Unternehmen ist für uns maximal ein Short Kandidat. Wir halten uns hier aktuell raus.

Mehr von Philli Hopf unter https://hkcmanagement.de/

Fliegt Delivery Hero absehbar wieder aus dem Dax?

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Mike Lohmann

    9. Dezember 2020 16:31 at 16:31

    So richtig brauchbare Analysen gibt es anscheinend nicht mehr. Nur massenhaft veröffentlichte Texte mit Striche ziehen auf einem Chart. Das hat einfach mit einer wirklich serösen Unternehmensanalyse mit Substanz und brauchbarer Marktbewertung mit Stehvermögen nicht mehr viel zu tun.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Corona belastet die Aktienmärkte

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Verschärfung der Coronakrise belastet heute die Aktienmärkte.

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Volkswagen meldet 10 Milliarden Euro Gewinn – dazu noch ein interessanter Vergleich

Claudio Kummerfeld

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Volkswagen Logo

Volkswagen hat vor wenigen Minuten per Ad Hoc-Meldung vorab Daten für das Gesamtjahr 2020 veröffentlicht. Trotz der beispiellosen andauernden Covid 19-Herausforderungen habe Volkswagen im 2. Halbjahr 2020 seine Robustheit bewiesen. Die Auslieferungen an Kunden des Volkswagen-Konzerns erholten sich im 4. Quartal weiter stark, überstiegen sogar die Auslieferungen des 3. Quartals 2020. Die Umsatzerlöse stiegen entsprechend ebenfalls erheblich. Auch der ausgewiesene Netto-Cash-flow im Automobilgeschäft entwickelte sich sehr positiv, so das Unternehmen in seiner Mitteilung.

Basierend auf vorläufigen Zahlen erwartet man für das Geschäftsjahr 2020 ein operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen (Dieselthematik) von rund 10 Milliarden Euro, dazu einen ausgewiesenen Netto-Cash-flow im Automobilgeschäft von rund 6 Milliarden Euro. Die gesamten finanziellen Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2020 sowie der Ausblick wird Februar veröffentlicht. Die Volkswagen-Aktie reagiert positiv mit einem Kurssprung von 158,60 Euro heute Vormittag auf aktuell 169,28 Euro.

Interessant zum Thema Autohersteller ist folgende Grafik. Sie zeigt den gigantischen Börsenwert von Tesla (links) in Relation zu den anderen großen Autobauern, die natürlich weitaus größere Mengen produzieren. Tesla hat derzeit mehr Börsenwert als die folgenden acht größten Autobauer zusammen. Sind das noch gesunde Dimensionen bei Tesla? Da muss Elon Musk noch ganz schön viele Autos verkaufen, um mit realen Umsätzen zur Börsenbewertung aufzuschließen.

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Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

Claudio Kummerfeld

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Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

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