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Dell-Aktie +10 % – Mega-Umsatzausblick befeuert KI-Boom

Dell präsentiert einen drastisch besseren Ausblick auf Umsätze und Gewinne. Die hohen Erwartungen an den KI-Boom leben weiter.

Dell-Zentrale in Texas
Dell-Zentrale in Texas. Foto: Sergio Flores/Bloomberg

Die Dell-Aktie stieg heute Nacht nachbörslich um 10,4 %. Dieser Anstieg hält sich heute auch im deutschen Handel auf Tradegate. Wieder eine gute Nachricht für den KI-Boom. Die gestern Abend gemeldeten Quartalszahlen von Dell zeigen deutlich bessere Umsatzaussichten, was die Erwartungen schürt, dass die Endkundenumsätze bei KI so gut sein werden, dass das dahinter liegende Hardwaregeschäft weiter massiv boomen wird. Nebenbei sei erwähnt, dass große Chiphersteller ein Kreislaufgeschäft angeworfen haben, welches neue Umsätze und Aufträge generiert. Der eine sieht dies äußerst kritisch, der andere hat damit gar kein Problem, denn bei genug Endkundenwachstum sei das alles doch völlig unproblematisch.

Dell überzeugt mit Quartalszahlen über Erwartung

Der Gesamtumsatz stieg im letzten Quartal im Jahresvergleich von 29,8 auf 46,97 Milliarden Dollar (erwartet 44,78). Der Gewinn pro Aktie stieg von 2,32 auf 7,04 Dollar (erwartet 4,90). Alleine diese Zahlen zeigen das enorme Geschäftswachstum. Die letzten Quartale übertraf Dell die Markterwartungen deutlich, so auch dieses mal. Mehr als die Umsätze und Gewinne im zweiten Quartal überzeugen den Markt aktuell die heute Nacht getätigten Aussagen von Dell zum Geschäftsausblick. Er macht Hoffnungen auf ein weiter boomendes KI-Geschäft, was aktuell auch einige andere KI-Aktien nach oben zieht.

Jahresumsatzprognose um 25 Milliarden US-Dollar erhöht

Der Umsatz im Geschäftsjahr, das im Januar 2027 endet, wird bei etwa 192 Milliarden Dollar liegen, darunter 74 Milliarden Dollar aus dem Verkauf von KI-Servern, so teile es Dell mit. Das liegt über der Prognose vom Mai von rund 167 Milliarden US-Dollar und übertrifft die durchschnittliche Prognose der Analysten von 173,8 Milliarden US-Dollar, wie aus von Bloomberg zusammengestellten Daten hervorgeht. Die Prognose für KI-Server entspricht einer Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr. Dies ist das fünfte Quartal in Folge, in dem Dells Umsatzprognose für das Geschäftsjahr die Schätzungen übertraf.

Angesichts der boomenden Nachfrage nach KI sichert sich Dell Aufträge sowohl für Maschinen mit KI-Chips von Nvidia als auch für herkömmliche Server. Diese Geräte enthalten Zentralprozessoren (CPUs), die wieder an Bedeutung gewonnen haben, da sie sich für Aufgaben wie die Steuerung von KI-Agenten eignen. Dell arbeitet zudem daran, die Ausgaben streng zu kontrollieren, unter anderem durch eine Anhebung der Preise für PCs, um die steigenden Kosten für Speicherchips auszugleichen. Das Unternehmen gab an, dass seine Betriebskosten lediglich 8 % des Umsatzes betragen – der niedrigste Wert in der Geschichte von Dell.

„In den letzten 12 Monaten haben wir Aufträge für KI-Server im Wert von mehr als 130 Milliarden Dollar verbucht“, sagte Chief Operating Officer Jeff Clarke während einer Telefonkonferenz nach der Veröffentlichung der Ergebnisse. „Allein in den letzten beiden Quartalen haben wir mit herkömmlichen Servern und Netzwerkprodukten fast so viel Umsatz erzielt wie in jedem bisherigen Gesamtjahr in der Unternehmensgeschichte.“

Unter Ausschluss bestimmter Kosten prognostizierte das Unternehmen für das Geschäftsjahr einen Gewinn von 25,50 Dollar je Aktie, verglichen mit einer durchschnittlichen Schätzung von 19,10 Dollar.

Dells Geräte für künstliche Intelligenz haben Kunden wie CoreWeave und Nscale Global Holdings sowie Unternehmenskunden und große KI-Anbieter überzeugt. Das Unternehmen gab an, zum Ende des zweiten Geschäftsquartals einen Auftragsbestand von 95 Milliarden US-Dollar bei KI-Servern zu haben – ein Indikator für zukünftige Umsätze.

Der Umsatz stieg in dem am 31. Juli endenden Zeitraum um 58 % auf 47 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn, bereinigt um bestimmte Posten, lag bei 7,04 US-Dollar je Aktie. Analysten hatten im Durchschnitt einen bereinigten Gewinn von 4,90 US-Dollar je Aktie und einen Umsatz von 44,8 Milliarden US-Dollar erwartet.

Dells Geschäftsbereich für Personalcomputer verzeichnete einen Umsatzanstieg von 20 % auf 15 Milliarden US-Dollar. Das Betriebsergebnis des Geschäftsbereichs stieg um 42 % auf 1,1 Milliarden US-Dollar. Die PC-Auslieferungen in der gesamten Branche gehen zurück, während die Umsätze aufgrund gestiegener Preise steigen. Dell hat seinen Gewinn gesichert, indem es höhere Kosten für Arbeitsspeicher an die Kunden weitergegeben hat. Das Unternehmen profitiert zudem vom rentableren Verkauf von Speichersystemen, nachdem es Zeit in die Straffung der Produktpalette und die Erweiterung der Funktionen investiert hat.

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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