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Den deutschen Spar-Michel umerziehen mit Nullzinsen? Gegenrede

Claudio Kummerfeld

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Der Handelsblatt-Autor Jan Mallien ist offenbar der Meinung, dass die Nullzinsen der EZB nicht nur eine geldpolitische Maßnahme sein sollen um die Kreditvergabe anzuregen, und um privaten wie gewerblichen Kreditkunden  den Zugang zu günstigen Krediten zu ermöglichen. Nein, die Nullzinsen sollen offenbar auch ein Instrument der Bestrafung und Umerziehung des Bürgers sein? Nämlich des Bürgers, der in der Coronakrise auf der Sonnenseite steht. Denn viele Menschen, die nicht von Jobverlust oder Kurzarbeit betroffen sind, häufen dieser Tage steigende Bankguthaben an.

Es ist klar. Wer nicht in Urlaub fliegt und nicht in Restaurants geht wie sonst üblich, und dazu noch ein wenig unterschwellige Zukunftsangst mit sich rumträgt, wird seit Monaten wohl stetig steigende Kontoguthaben anhäufen. Zum einen ist es für diesen Personenkreis ein beruhigendes Gefühl mehr Geld auf der hohen Kante zu haben. Und zum anderen kann man wie gesagt derzeit auch kaum bis gar kein Geld ausgeben, selbst wenn man es wollte. Also, Geld sparen ist doch eine gute Sache in der Krise, für denjenigen Bürger, der es sich leisten kann?

Oder ist es die Bürgerpflicht auch in dieser Krise (wie auch immer) krampfhaft zu konsumieren, sei es bei Zalando, Otto, Amazon oder im Kaufhaus mit Maske? Egal ob man etwas braucht, Hauptsache kaufen, kaufen, kaufen, um der Volkswirtschaft, dem Steuerhaushalt, und den Mitmenschen hinter der Ladenkasse bei Karstadt was Gutes zu tun? Liest man den aktuellen Kommentar des Handelsblatt-Journalisten Jan Mallien, dann kommt einem die Idee, dass die Nullzinsen ein Instrument sind, um dem deutschen Spar-Michel endlich seine „schlechte Angewohnheit“ (Sparen statt Konsumieren) abzugewöhnen.

Jan Mallien bezieht sich auf die wohl fortgesetzte Politik der EZB, nämlich weiterhin Nullzinsen und Negativzinsen. Richtigerweise weist er darauf hin, dass es die Gewinner und Verlierer der Coronakrise gibt, nämlich die Menschen in Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und brutaler Existenzangst – und auf der anderen Seite die Bürger mit Job und wachsenden Sparguthaben. Und eben die solle man per „Anreiz“ dazu bringen mehr zu konsumieren, statt zu sparen. Es sei „wünschenswert“, dass die Haushalte weniger sparen, so Jan Mallien. Dazu schreibt er Zitat „Niedrige Zinsen helfen, dieses Missverhältnis stärker ins Gleichgewicht zu bringen. Auch eine etwas höhere Inflation, die näher an zwei Prozent liegt, würde helfen. Beides entlastet die Schuldner und erhöht den Anreiz für die Haushalte, zu investieren und zu konsumieren statt zu sparen.“ Es sei deswegen gut so, dass die EZB „die Schleusen offen halte“.

Man kann die Politik der Nullzinsen schlecht oder auch gut finden. Man kann sie gut finden zur Ankurbelung der Wirtschaft. Aber sie als Umerziehungsmaßnahme für die Sparer zu betrachten? Das ist wohl die falsche Sichtweise. Und außerdem: Die Realität zeigt abseits aller ökonomischen Weisheiten: Der „einfache“ Bürger und Sparer, der lässt sich von der Abschaffung der Zinsen nicht beirren und auch nicht umerziehen. Die Realität der letzten Jahre zeigt nämlich, dass mangels Zinsen von den Bürgern schlicht und einfach die monatliche Summe, die aufs Sparbuch gepackt wird, ansteigt, sozusagen als Ausgleich für den nicht mehr vorhandenen Zins.

Jan Mallien schreibt „Wenn man zum Beispiel auf Restaurantbesuche verzichtet, bleibt mehr auf dem Konto, aber die Gastronomie erleidet Einbußen.“ Die niedrigen Zinsen und ein Ankurbeln der Inflation sollen den Sparer für sein Sparen bestrafen? Sollte der Bürger nicht selbst entscheiden dürfen, ob er spart oder konsumiert? Bislang hat ja noch nicht mal die Mehrwertsteuersenkung dazu geführt, dass die breite Masse der Bürger die Klamottenregale in den Innenstädten stürmt.

Auch wenn Jan Mallien es nett formuliert mit Worten wie „Wünschenswert“ und „Anreiz“, so geht es doch letztlich um die Bestrafung derer, die einfach nicht einkaufen wollen, sondern lieber sparen. Man könnte es auch den Versuch einer Umerziehung nennen. Vielleicht reichen die aktuellen Nullzinsen noch nicht aus? Vielleicht bald auch 0,5 Prozent Negativzinsen ab dem ersten Euro Sparguthaben auch für alle Bestandssparer, dazu noch Sparkonto-Gebühren als weiterer „Anreiz“ für Konsum? Und vielleicht noch ein paar zusätzliche Prozente weniger bei der Mehrwertsteuer, damit auch noch der letzte Spar-Michel begreift, dass er endlich sein Sparkonto zu leeren hat? Es müssen nämlich endlich neue Pullover, Hosen, Schuhe, Fernseher, Autos und Gartenmöbel her!

Gewiss, es geht wohl zu weit anzunehmen, dass Jan Mallien sich eine regelrechte Umerziehung der Sparer wünscht. Aber seine Worte haben ein bestimmtes Geschmäckle.

5 Kommentare

5 Comments

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    D.Webre

    13. November 2020 16:13 at 16:13

    Straight from the horse’s mouth:

    Artikel in der „Welt“ vom 12.11.2020

    Wolfgang Schäuble:

    “Der freie Zahlungs- und Devisenverkehr kann nicht länger eine Rechtfertigung für Steueroasen sein, die in Wahrheit Regulierungsoasen sind. Sie stehen exemplarisch für den Übergang von einem überzogenen Finanzmarkt zu schwerer Kriminalität – und wir lassen das zu.”

    “Ich meine, dass der Kapitalismus, wie wir ihn derzeit betreiben, auf Kosten der ohnehin Schwachen geht. Unter dem Stichwort `freier Welthandel` beuten wir Arbeitskräfte in Ländern wie Bangladesch in einer menschenunwürdigen Weise aus.”

    Quelle:
    https://www.welt.de/politik/deutschland/plus219858454/Wolfgang-Schaeuble-Wir-muessen-den-Schock-der-Pandemie-nutzen.html

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    D.Webre

    13. November 2020 17:22 at 17:22

    Ja, und wo geht die Dividende und der Aktienwert so hin?
    Und wo liegt damit auch die größte Einflussmacht?

    Im Jahr 2017 laut einem Artikel der Welt vom 30.03.2017:
    1. 1624,8 Millionen € Blackrock, USA
    2. 757,9 Millionen € KfW, Bundesrepublik Deutschland
    3. 700,0 Millionen € Vanguard, USA
    4. 678,1 Millionen € Norwegische Staatsfonds
    5. 641,2 Millionen € Deutsche Bank, Deutschland
    6. 632,1 Millionen € Familie Quandt / Klatten
    7. 406,0 Millionen € Bund,Bundesrepublik Deutschland

    Quelle:
    https://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article163262475/Die-Gewinne-der-Dax-Konzerne-kassieren-vor-allem-Auslaender.html

    Stand in Deutschland 2020:
    1. Arbeitslose: ( 2,78 Mio. Okt. 2020)
    2. Arbeitslose die nicht unter 1, erfasst sind: ( 0,76 Mio. Okt. 2020)
    3. Kurzarbeiter: ( 3,3 Mio. Okt. 2020)
    4. Hartz IV Empfänger: ( 3,83 Mio. Okt. 2020)
    5. Rentner gesamt ca. 21, Mio. 15,7 % davon prekär ( 3,2 Mio. 2019)
    Summe ca. 13,9 Mio entspricht ca. 16,7%
    Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik Deutschland ca. 83,1 Mio

    Also die fallen bei mehr Konsum schon mal weg.
    Da muss man gar nicht erst nach Bangladesch schielen …

    >> Die untere Hälfte der Vermögensverteilung besitzt nach wie vor etwa 3 % des gesamten Nettovermögens (siehe Schaubild auf S. 25). Der Anteil der oberen 10 % der Haushalte am
    Gesamtvermögen sank von rund 60 % im Jahr 2014 auf 55% im Jahr 2017. Dafür erhöhte sich
    der Anteil der Gruppe zwischen dem neunzigsten Perzentil und dem Median im gleichen Zeitraum von 38 % auf 42 %. <<

    Quelle:
    https://www.bundesbank.de/resource/blob/794130/d523cb34074622e1b4cfa729f12a1276/mL/2019-04-vermoegensbefragung-data.p

  3. Avatar

    Mike Lohmann

    13. November 2020 17:24 at 17:24

    Gelddrucken und die ungedeckten Scheine in rauhen Mengen unter die Leute bringen, die angeordnete Insolvenzverschleppung, die Gratiskredite zur Refinanzierung gewaltiger Schulden, Helikoptergeld an Bürger zur Verschwendung und Zwangskäufen anregen, Sparer enteignen und sie für schuldig erklären, dass sie zu wenig konsumieren und und und …. Bitte es ist dringend Zeit, die Politiker und Verantweortlichen endlich mal einem Intelligenztest zu unterziehen. Solche Typen reden noch davon, dass man den Bürger digital überwachen muss, damit er nicht noch ein paar Euro am Staat vorbeischleusen könne.
    Frage: Warum wohl sehen immer mehr Bürger die Regierungsmitglieder und Politiker allgemein als absolute Zumutung an? Ist das noch schwer zu erraten?

  4. Avatar

    Peter Sallister

    13. November 2020 18:44 at 18:44

    Hallo d. Webre!
    Alles geht zurück auf den Konflikt jedes Einzelnen zwischen Eigeninteressen und denen der gerade herrschenden sozialen Umgebung.

    Der Herr Schäuble mit seiner finanziellen Abgesichertheit findet jetzt gerade den Gedanken spannend armen Schweinen irgendwo auf dem Planeten zur Seite springen zu wollen.

    Einem Robinhooder sind solcherlei Überlegungen fremd, er will ohne Rücksicht raffen, obwohl er wissen müßte daß dies nur geht wenn ein anderer verliert. Rücksicht? Altruismus? Ha ha.

    Herr Schäuble ist nicht der erste und einzige Mensch, der den „Egoismus“ der Einzelperson geißelt. Ich fürchte es war vor 2 Mio. Jahren schon zu „beklagen“.
    Ich habe so eine komische Ahnung, daß sich in einer Mio. Jahre überhaupt nichts ändern wird!

    Ich habe schon immer starke Bedenken gehabt wenn jemand die menschliche Art in Teile sezieren tut und dann seine Erkenntnisse zum besten gibt!

  5. Avatar

    leftutti

    14. November 2020 01:12 at 01:12

    @Mike Lohmann
    Ihr ständiges Gewäsch von Helikoptergeld an Bürger zur Verschwendung und Zwangskäufen … NERVT LANGSAM wegen seiner Widersprüchlichkeit. Es gibt und gab noch nie Helikoptergeld an Bürger.
    Ebenso nervt Ihr Bitte es ist dringend Zeit, die Politiker und Verantweortlichen endlich mal einem Intelligenztest zu unterziehen. Was würde das bringen? Es geht um Macht, Herrschaft, Positionen, um die Erhaltung politischer Posten. Verbunden mit wirtschaftlichen Zukunftsaussichten.

    Welche Rolle soll da und dort Intelligenz spielen? Wäre die nicht eher hinderlich?

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Sparverträge: BaFin rät Kunden zu aktivem Vorgehen gegen Banken

Redaktion

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Sparverträge sind seit Jahren ein heißes Thema bei Banken, und zwar wegen den in den „guten alten Zeiten“ versprochenen hohen Zinszahlungen. Heute dann der Hammer! Ein höchst ungewöhnlicher Vorgang ist das, was von Seiten Deutschlands oberster Finanzaufsicht BaFin da heute veröffentlicht wurde. Es geht um Prämiensparverträge, welche die Bankkunden sorgfältig überprüfen sollen. Viele ältere Verträge enthalten laut BaFin Zinsanpassungsklauseln, mit denen Banken die zugesicherte Verzinsung einseitig abändern könnten. Diese Klauseln sind laut Bundesgerichtshof (BGH) seit 2004 unwirksam.

Aber kurz ein Schritt zurück. Die letzte Zeit hat die BaFin alles andere als geglänzt. Das Wirecard-Desaster war nur die Spitze. Die BaFin-Vizepräsidentin Elisabeth Roegele spielte zum Beispiel beim CumEx-Skandal eine zweifelhafte Rolle. Sie war vor ihrer BaFin-Zeit Chefjuristin der Dekabank, als diese auf Gewinne aus Cum-Ex-Geschäften klagte (mehr Details dazu hier). Von daher kann man es als Image-Maßnahme ansehen, dass gerade Frau Roegele explizit mit Namen zitiert wird, wenn die BaFin heute betroffenen Sparern dazu rät, jetzt selbst aktiv auf ihre Banken zuzugehen und sich erläutern zu lassen, welche Klausel ihre Sparverträge ganz konkret enthalten.

Runder Tisch über Sparverträge gescheitert – BaFin rät Kunden zur Offensive gegen Banken

Der nächste Schritt müsse dann laut heutiger Aussage der BaFin sein zu prüfen, ob diese Klauseln rechtskonform seien. Bei Fragen zur Geltendmachung zivilrechtlicher Ansprüche oder zur Unterbrechung etwaiger Verjährungsfristen rät Frau Roegele den Kunden, sich bei Bedarf an eine Verbraucherzentrale oder auch einen Rechtsanwalt zu wenden. Das ist echt der Hammer. Die BaFin rät aktiv Bürgern dazu sich im Kampf gegen Banken an Anwälte oder Verbraucherschützer zu wenden? Bislang hielt sich die BaFin aus sowas doch raus?

Die BaFin geht davon aus, dass Banken und Sparkassen oft falsche Zinsklauseln verwendet und den Kunden zu wenig Zinsen gutgeschrieben haben. Betroffen seien laut BaFin-Statement insbesondere langfristig variabel verzinste Sparverträge aus 2004 und früher. Ein Runder Tisch, den die BaFin zum Thema Prämiensparen Ende November 2020 unter anderem mit den Verbänden der Kreditwirtschaft und Verbraucherschutzorganisationen einberufen hatte, habe leider keine kundengerechten Lösungen gebracht. Neben ihrem Verbraucheraufruf prüfe man deshalb jetzt auch konkrete verwaltungsrechtliche Optionen, mit denen das Ziel ausreichender Kundeninformation erreicht werden könne. Bereits im Februar 2020 hatte die BaFin die Banken aufgefordert, auf die betroffenen langjährigen Kunden zuzugehen und ihnen eine Lösung anzubieten.

Was soll man dazu sagen? Der gute Herr Hufeld (BaFin-Chef) und die gute Frau Roegele wollen wohl in der Öffentlichkeit endlich auch mal Pluspunkte sammeln, als oberste Beschützer der kleinen Leute mit Sparkonto? Zum Thema Prämiensparverträge liefert die BaFin auch folgende Erläuterung, im Wortlaut:

Ein Prämiensparvertrag ist eine langfristige Sparform mit variabler Verzinsung und gleichbleibender Sparleistung. Kunden erhalten zusätzlich zum Zins eine Prämie, die meist nach der Vertragslaufzeit gestaffelt ist. Viele Kreditinstitute verwendeten in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) Zinsanpassungsklauseln, die ihnen einräumten, über Änderungen der vertraglich vorgesehenen Verzinsung mit unbegrenzt einseitigen Ermessensspielräumen zu entscheiden. Diese Praxis erklärte der BGH 2004 für unwirksam und äußerte sich auch in späteren Entscheidungen in 2010 und 2017 zu den Anforderungen an solche Klauseln. Dennoch bestehen weiterhin Unsicherheiten, wie Kreditinstitute mit den Anforderungen der BGH-Rechtsprechung umzugehen haben. Hinweise dazu liefert ein Urteil, welches das Oberlandesgericht (OLG) Dresden im April 2020 auf die Musterfeststellungsklage der Verbraucherzentrale Sachsen getroffen hat. Es stellt etwa klar, dass die Verzinsung sich an einem angemessenen, langfristigen, öffentlich zugänglichen Referenzzinssatz orientieren muss und monatlich anzupassen ist. Als angemessen sieht das OLG Dresden beispielsweise die 9- bis 10-jährige Zeitreihe der Deutschen Bundesbank WX 4260 (damalige Bezeichnung) an. Die Entscheidung ist bislang nicht rechtskräftig; es wurde Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Weitere Musterfeststellungsklagen sind anhängig.

Sparverträge werden oft in Beratungsgesprächen abgeschlossen
Beispielfoto einer Beratung in einer Volksbank. Foto: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

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Deutschland: Restaurants und Hotels bis 10.Januar geschlossen

Markus Fugmann

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In Deutschland werden laut einem Insider sowohl Gastronomie als auch Hotels bis zum 10.Januar geschlossen bleiben – darauf haben sich laut diesem Insider die Bundesregierung und die Bundesländer verständigt. Am 04.Januar sollen dann Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten zusammen kommen um das weitere Vorgehen zu beraten. Diese Entscheidung soll heute Nachmittag verkündet werden.

Also die nächste Hiobsbotschaft für Gastro und Hotels..

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Zinseszinseffekt: So verdoppeln Sie Ihr Depot binnen weniger Jahre – Werbung

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Lieber Börsianer,

Albert Einstein bezeichnete ihn einst als 8. Weltwunder. Für Starinvestor Warren Buffett gilt er als wichtigster Erfolgsfaktor beim Investieren. Die Rede ist vom Zinseszinseffekt. Es kommt nicht von Ungefähr, dass diese beiden Genies dem Zinseszins eine so hohe Bedeutung beimessen. Denn er verhilft selbst bei kleinen investierten Beträgen über einen längeren Zeitraum zu großen Erfolgen. Folgende kleine Geschichte veranschaulicht den Effekt des Zinseszinses:

Die Legende vom Reiskorn

Die beeindruckende Wirkung des Zinseszinseffektes war offenbar bereits den alten Persern bekannt. Von ihnen stammt die Legende vom Reiskorn. In dieser forderte der König seine Untertanen auf ihm die Langeweile zu vertreiben. Wer es schafft, sollte eine Belohnung erhalten.

Ein kluger Höfling brachte dem König daraufhin das Schachspiel bei. Der König war begeistert ob der neuen Zerstreuung und wollte den Höfling belohnen. Dieser sprach: „Ich möchte nichts weiter als ein paar Reiskörner. Ich möchte, dass ihr mir das Schachbrett mit Reis füllt. Legt ein Reiskorn auf das erste Feld und dann auf jedes weitere Feld jeweils die doppelte Anzahl an Reiskörnern.“

Der König wunderte sich über den bescheidenen Wunsch seines Dieners und sagte sogleich die Belohnung zu. Er dachte wohl an ein kleines Säckchen voller Reis. In Wahrheit hätte er aber dank der 64-maligen Verdopplung mehr Reis gebraucht, als auf der ganzen Erde wächst.

Wie ist eine solche Fehleinschätzung möglich?

Das menschliche Gehirn ist nicht besonders gut in Prozentrechnung. Diese Art der Verzinsung ist in unserer Evolutionsgeschichte erst seit wenigen hundert Jahren von Bedeutung. Deshalb unterschätzen wir genau wie der persische König systematisch die Macht des Zinseszinses. Investmentgewinne von 5% locken nur wenige hinter dem Ofen hervor. Doch über einen…..

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