Aktien

Den Hedgefonds laufen die Kunden weg

Von Markus Fugmann

Es sind schwere Zeiten für Hedgefonds derzeit – manch einer der Mitarbeiter verdient nicht einmal zweistellige Millionen-Beiträge im Jahr, und das ist wirklich bitter! Einer der wichtigsten Gründe für die um sich greifende Verarmung der Hedgefond-Mitarbeiter ist der Liebesentzug der doch so sehr geschätzten Investoren. So entzogen die Investoren der Hedgefond-Branche in den ersten vier Monaten des Jahres 13,8 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: im Vorjahr konnten in den ersten vier Monaten des Jahres die „Hedgies“ noch saftige Zuflüsse von 65,6 Milliarden Dollar verbuchen.

Um nun die Suizid-Rate in der akut Armuts-gefährdeten Branche nicht noch weiter zu erhöhen, sei aber erwähnt: im April ging es wieder nach oben, 950 Millionen Dollar flossen zu den Hedgefonds, nachdem im März 750 Millionen Dollar abgeflossen waren. Und diese Zuflüsse sind mehr als verdient: so lag die durchschnittliche Performance der Hedgefonds im April bei +1,1% – und damit über den +0,9%, die der S&P 500 im April erzielt hatte. Zieht man allerdings die bei Hedgefonds meist üppigen Gebühren ab, wäre man mit einem simplen ETF oder anderen nicht aktiv gemanagdten Produkten wohl deutlich besser gefahren.

Eines aber muss auch einmal klar und deutlich gesagt werden: ein Hedgefond hat es schon schwer derzeit. Da droht die Fed die Zinsen anzuheben – mehr als ungerecht. Und: die Schwankungsbreite an den US-Märkten ist so gering wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr, da fällt das Geld-Rausschneiden aus dem Markt naturgemäß schwer. So handelt der S&P 500 seit Beginn des Jahres in einer range von gerade einmal 6,5% – so wenig wie seit 1995 nicht mehr. Auch die Vola bei Aktien ist für amerikanische Verhältnisse niedrig: die gemeinhin schwankungsfreudigen Aktien im S&P schwankten zwar um 18% von Jahreshoch zu Jahrestief – ebenfalls so wenig wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Seit Beginn des Jahres 2015 hat der S&P nun um deprimierende 1% zugelegt. Dann schon lieber – aus Sicht der Hedgefonds – ein krasser Abverkauf an den Märkten, mit dem sich durch Short-Positionen Geld verdienen ließe. Aber der S&P hat seit Oktober 2011 nie mehr als 10% verloren – auch das ist wirklich unfair. Es wird also Zeit für einen veritablen Crash – sonst liegen die Hedgies noch dem Staat auf der Tasche durch Sozialleistungen und Mitleids-Prämien..



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1 Kommentar

  1. Ich mag die Ironie die Sie teils bringen!
    Ich orientiere mich im Prinzip fast jeden Tag nach Ihren Analysen und beziehe die Äußerungen in meine Entscheidungen mit ein, danke für diesen Erheiterenden Beitrag der kleinen Hedgies…

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