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Der aktuelle Überblick: Trump, Caterpillar, US-Dollar und Mario Draghi

Mario Draghi hatte in seiner vorhin beendeten Pressekonferenz zwar gesagt, dass es extrem unwahrscheinlich sei, dass noch in 2018 die Zinsen in der Eurozone steigen. Aber als noch wichtiger wertete der Markt seine…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Mario Draghi hatte in seiner vorhin beendeten Pressekonferenz zwar gesagt, dass es extrem unwahrscheinlich sei, dass noch in 2018 die Zinsen in der Eurozone steigen. Aber als noch wichtiger wertete der Markt seine wiederholten Aussagen, dass die EZB mit ihren Aussagen nie darauf abziele den Euro-Wechselkurs zu beeinflussen. Aussagen, die dies verursachten, kämen stets von Dritten – damit war ganz klar die US-Seite gemeint (Ross, Mnuchin, Trump). Der Markt erwartete Draghi-Aussagen um den Euro zu schwächen, und bekam sie nicht!

Daher notiert der Euro jetzt mit knapp über der 1,25-Marke 104 Pips höher als kurz vor Beginn der EZB-Pressekonferenz. Im folgenden Chart sehen Sie seit heute Mittag den steigenden Euro gegen den fallenden Dax, da deutsche Exporte mit dem stetig steigenden Euro für Käufer außerhalb Europas immer teurer werden. Das ist natürlich schlecht für die Dax-Konzerne, weshalb der Dax fällt.

USA

Das ist interessiert die Amerikaner herzlich wenig. Der Effekt funktioniert für sie ja genau umgekehrt. US-Produkte werden durch den weiter schwächelnden US-Dollar immer billiger. Die Aussagen von Wilbor Ross und heute Steve Mnuchin untermauern das Bestreben ganz im Sinne von Donald Trump. Billige Währung, super Sache für unsere Exporte, da freut sich die US-Industrie!

Caterpillar als eine der großen alteingesessenen Institutionen der US-Industrie präsentierte heute mehr als glänzende Zahlen mit +35% Umsatz in nur 12 Monaten und Gewinnen deutlich besser als erwartet. Zudem honoriert der US-Markt die Schwächung des Dollar. Und da wäre noch die Tatsache, dass jüngst (Home Depot) mehr und mehr US-Unternehmen verkünden Teile der Steuergeschenke von Donald Trump an ihre Mitarbeiter ausschütten zu wollen in Form höhere Löhne und Einmal-Zahlungen.

Also: Mehr Konsum, mehr Exporte, alles läuft bestens (oberflächlich betrachtet). Während der Dax gegenüber gestern Abend 180 Punkte im Minus liegt, liegen die Amerikaner aktuell gegenüber gestern Abend leicht im Plus (Dow +50 Punkte). Auch wenn man zur Eröffnung vorhin leicht schwächelte, wirkt das Bild bei den Amerikanern gerade positiver als bei uns.


Seit 16. Januar der Dax (schwarz) und Dow (orange) im Vergleich. Der Dow hält sich noch deutlich besser.

Donald Trump

Davos läuft auch Hochtouren. Theresa May hielt vorhin ihre erste Rede, und posierte soeben mit dem frisch eingetroffenen Donald Trump für die Presse (siehe Video). Er wirkte so, als sei er sichtlich bemüht zumindest nicht sofort etwas Unbedachtes zu sagen. Erstmal nur bla bla wie „wir werden in Zukunft viel mit den Briten handeln“. Von ihm kamen bis jetzt keine Aussagen zum US-Dollar.

Das britische Pfund übrigens klettert gegen den US-Dollar immer weiter, und weiter, und weiter. Jetzt bei 1,43!

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7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Beobachter

    25. Januar 2018 18:56 at 18:56

    Der US – Handelsminister sagte mit einer naiven Ehrlichkeit ,dass sie an allen Fronten aktiv seien um die Wirtschaft zu stützen ( auch Wechselkurs), während Draghi nicht zugeben darf ,dass er den Wechselkurs des Euro bremsen möchte.
    Ich bin sicher ,dass in den nächsten Tagen ein bewusst gestreutes Gerücht eines Praktikanten der EZB
    ( der Novotny oder der Franzose) dies nachholen wird !!!

  2. Avatar

    Gerd

    25. Januar 2018 19:03 at 19:03

    „… deutsche Exporte mit dem stetig steigenden Euro für Käufer außerhalb Europas immer teurer werden. Das ist natürlich schlecht für die Dax-Konzerne, weshalb der Dax fällt.“

    Hoffentlich betrachtet niemand der Leser den Währungseffekt isoliert, sondern betrachtet den DAX im Gesamtzusammenhang.
    Klar, die Trader reagieren zunächst immer wieder wie der Palowsche Hund und verkaufen. einer rennt dem anderen nach.
    Mit der Zeit beruhigt sich das Gemüt wieder.

    Der Euro/Dollar im Februar 2017 bei 1,06. Und der DAX? Bei 11500.

  3. Avatar

    Gerd

    25. Januar 2018 21:24 at 21:24

    Ui, vielen Dank!
    Da ist ja so spät noch ein Beitrag, ein Bonusbericht, sozusagen.

    Und der Boss ist auch (wieder) an Board.
    Weil es ja des öfteren schon mal heißt (heute Mittag auch),
    der DAX fällt immer nur dann, wenn Herr Fugmann gerade nicht da ist.
    Oder umgekehrt, immer wenn er nicht da ist, fällt der DAX.
    Aber wahrscheinlich waren Sie heute Nachmittag tatsächlich abwesend ( wegen Marktgeflüster), umsonst ist der Bursche nicht nach unten gegangen. Soll mir keiner sagen, es hätte nur am Euro gelegen.

  4. Avatar

    Beobachter

    25. Januar 2018 21:39 at 21:39

    @Gerd, bitte niemandem sagen,
    Kurz vor meinem Posting habe ich einige 1,24 Euro Puts gekauft ( am Hoch bei über 1,25 ) .Das nennt sich m.W.
    FORRUNNER-Geschäft , das war Glück.Ich hoffe für dich ,dass auch deine 100Dax Kontrakte vom schwächeren Euro profitieren!!!

    • Avatar

      Gerd

      25. Januar 2018 22:53 at 22:53

      Nee, du, ich hatte die letzten 100 bereits knapp unter 13600 mit einem Schlag weggehauen. Das war ja wohl auch der Grund, dass er die Hürde letztlich nicht genommen hat. Hat die Marktteilnehmer wohl doch nachdenklich gemacht, wenn selbst ich…..
      Wirklich hatte ich meinen letzten einzelnen knapp über 13500 raus, kurz davor noch den vorletzten bei rund 13440. Ich bin aber dieses Mal bei 13500 (leider) nicht short gegangen. Hab sogar noch echte Dividendenpapiere, die ich ebenfalls immer bei den Rücksetzern unter 13900 eingesammelt hatte.

      Und damit ich vor lauter Freude nicht ganz aus dem Häuschen gerate, habe ich als Gegenposition nach wie vor (ähnlich wie du) meine besch…. amerikanischen Leerverkäufe. An den geäußerten Meinungen einiger Mitschreiber ist schon was dran – auf fallende Kurse zu setzen, ist äußerst riskant und geht nur selten gut.
      Außer diesmal natürlich. Und ich bin ja bescheiden geworden, für mich muss es kein Crash mehr sein. So 5% runter würden mir bei den Amis schon gut tun.

      Wolfgang M. erwähnte es auch gerade: importierte Inflation in USA durch den schwachen Dollar. Ananas und Pfirsich müsste die FED beim nächsten mal zwei geplante Zinserhöhungen zusammenfassen und sofort um 0,5% hochgehen.
      So lange muss ich wohl noch meine „Overnight-Kosten“ und die „Dividendenausgleichszahlungen“ in Kauf nehmen.

      Oh mei, ich bin schon wieder in Schwafeln gekommen und erzähle dir die unendliche Geschichte.
      Gute Nacht!

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Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

Claudio Kummerfeld

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Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

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Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Quartalszahlen und Inflation

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. IBM und Intel werden heute Abend ihre Quartalszahlen veröffentlichen – sie werden von ihm vorab besprochen. Auch das Thema Inflation ist auf der Tagesordnung.

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