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Der Amazon Schock – droht ein weiterer Einbruch um 25 Prozent?

Der Amazon Schock – droht ein weiterer Einbruch von 25 Prozent?

Der Onlineriese Amazon hat nachbörslich schwache Quartalszahlen vorgelegt, damit haben wohl die wenigsten Marktteilnehmer gerechnet. Der Konzern schockierte seine Investoren mit einem herben Gewinneinbruch. Die Zahlen ließen den Aktienkurs nachbörslich um mehr als zehn Prozent einbrechen. Vor der Veröffentlichung der Zahlen lag die Aktie aufgrund der Rally im Technologiesektor noch 4 Prozent im Plus.

An der Technologiebörse Nasdaq kam es zu einem kräftigen Reversal – Tagesplus von knapp 3,50 Prozent – wodurch auch der Aktienkurs des Onlinehändlers profitierte. Nach den jüngsten Quartalszahlen sieht das Bild dagegen ganz anders aus. Die Amazon-Aktie notiert am Vormittag auf Tradegate über 9 Prozent im Minus. Der Absturz der Aktie hat den Kurs an eine entscheidende Zone geführt, hier könnte eine Entscheidung über dir kurz- und mittelfristige Richtung fallen. Die Aktie des Onlineriesen ist ins Wanken geraten, fällt sie auch?

Quartalszahlen: Gewinneinbruch und eingetrübte Aussichten

Das erste Quartal läuft für Amazon bisher überraschend schlecht – hohe Kosten belasten das Betriebsergebnis, zudem haben sich die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr eingetrübt. Der Onlinehändler hat zwar die Umsatzerwartungen im ersten Quartal so gerade eben erfüllt, enttäuscht aber beim Gewinn auf ganzer Linie. Insgesamt kletterte der Umsatz um 7 Prozent von zuvor 108,52 Milliarden Dollar auf 116,4 Milliarden Dollar. Damit hat Amazon das schwächste Wachstum seit zwanzig Jahren ausgewiesen.

Vorstandschef Andy Jassy begründete das schwache Wachstum mit den „ungewöhnlichen Herausforderungen“, die aufgrund des Ukraine-Konflikts und der Pandemie entstanden sind. Konkret meint er damit die weltweiten Lieferkettenprobleme sowie die steigenden Kosten, die auf die Erlöse drücken. Es trifft also auch die Unternehmen mit einer hohen Marktmacht. Amazon warnt, dass die hohe Inflation dem Konzern weiter zu schaffen macht. Unter dem Strich vermeldete der Onlinegigant einen Nettoverlust 3,8 Milliarden Dollar. Im vergangenen Jahr hatte der Online-Boom während der Pandemie dem Unternehmen noch einen Überschuss von 8,1 Milliarden Dollar beschert. Der Gewinneinbruch begründet sich allerdings auch durch die bilanzielle Wertkorrektur von Amazons Beteiligung am US-Elektrobauer Rivian. Die Aktie des E-Auto-Herstellers hat im ersten Quartal massiv an Wert verloren. Aber auch ohne die Abschreibung auf Rivian wäre das Ergebnis deutlich geringer als noch vor einem Jahr ausgefallen.

Neben dem Gewinneinbruch ist es vor allem der enttäuschende Ausblick, der den Anleger Sorgen bereitet. Anstatt der erwarteten 125 Milliarden Dollar erwartet man für das laufende Quartal nur noch Erlöse zwischen 116 Milliarden und 121 Milliarden Dollar. Es gibt aber auch einen Lichtblick bei den jüngsten Quartalszahlen. Der Amazon Web Service (AWS) entwickelt sich immer mehr zum Aushängeschild für den Konzern. Das Geschäft boomt, im ersten Quartal stiegen die Erlöse um 37 Prozent auf 18,4 Milliarden Dollar, und macht inzwischen 16 Prozent vom Gesamtumsatz aus.

Amazon: Das Chartbild ist schwer angeschlagen

Nach den gestern veröffentlichten Quartalszahlen hat sich die Talfahrt bei der Amazon-Aktie fortgesetzt. Der Aktienkurs befindet sich aktuell bei 2.500 EUR und steuert auf eine richtungsweisende Demand-Zone zu. Im Bereich zwischen 2.475 und 2.430 EUR kam es in den vergangenen zwei Jahren immer wieder zu Kaufinteresse. Nun steht ein erneuter Test der massiven Unterstützung bevor. Hält der Bereich ein weiteres Mal oder bricht der Kurs nach unten durch?

Als Erstes fällt auf, dass sich der Kurs deutlich unter den gleitenden Durchschnitten (EMA200/EMA50) befindet. Zudem hat der Aktienkurs zuletzt ein tieferes Hoch bei 3.089 EUR markiert. Demnach deutet vieles darauf hin, dass sich der Abwärtstrend fortsetzen kann. Ein Bruch der Demand-Zone würde einiges an Korrekturpotenzial freisetzen. An der Unterstützung dürften eine Vielzahl an Stopps platziert sein, die eine Kettenreaktion auslösen könnten. Ein erster Auffangbereich befindet sich zwischen 2.260 und 2.200 EUR. Sollte es aus irgendwelchen Gründen ganz schlimm kommen, zum Beispiel eine große Korrektur des Gesamtmarktes anstehen, dann wäre auch ein Anlaufen der Zone bei 1.903/1.898 EUR denkbar. Hier befindet sich neben einer horizontalen Unterstützung auch das 161,8 % Extensionslevel einer großen ABC-Korrektur. Damit würde sich die Korrektur nochmals um circa 25 Prozent ausweiten.

Aus der Perspektive der Amazon-Bullen sollte der Aktienkurs also nicht unter die massive Unterstützungszone fallen. Hält der Bereich, dann dürfte es zunächst zu einer Gegenbewegung kommen. Ein mögliches Erholungsziel wäre die Kurslücke bei 2.689 EUR sowie ein Backtest der 50-Tage-Linie bei rund 2.780 EUR. Aufhellen würde sich das Chartbild jedoch erst, wenn die lokalen Hochs bei 2.925 EUR überwunden werden.

 

Amazon Korrektur nach Quartalszahlen

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