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Der Anfang vom Ende der Party? Bank of Japan als extremster Gelddrucker reduziert Anleihekäufe

Die Bank of Japan als extremster Verfechter der ultralaxen Geldpolitik reduziert ihre Anleihekäufe – ihre Bilanzsumme ist schon im letzten Monat erstmals seit 2012 geschrumpft. Das bedeutet: die Musik hat noch nicht aufgehört zu spielen auch für die Aktienmärkte, aber sie spielt schon deutich langsamer. Aber die Akteure an den Aktienmärkte tanzen zu der langsamer werdenen Musik dennoch so enthusiastisch wie noch nie!

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Heute Nacht hat sich Seltsames zugetragen: die Bank of Japan, der Vorreiter in Sachen ultralaxer Geldpolitik mit Käufen von Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, ETFs etc. in immensem Umfang, tritt etwas auf die Bremse – und schon macht das Wort „Tapering“ die Runde (das eigentlich die Reduzierung jener Anleihkäufe beschreibt, mit dem Ziel, diese perspektivisch komplett auf Null zurück zu fahren).

So weit ist es natürlich noch lange nicht, aber man kann es durchaus als ein wichtiges Signal verstehen, dass die Notenbank ihre Anleihekäufe in den Aktionen heute Nacht reduziert hat: sie kaufte „nur“ für 190 Milliarden Yen Anleihen (JGBs) mit Laufzeit 10 bis 25 Jahre – und damit 10 Milliarden weniger als bei der letzten Aktion. Bei Anleihen mit Laufzeiten über 25 Jahre kaufte die Bank of Japan „nur“ für 80 Milliarden Yen – und damit 10 Milliarden weniger als bei der letzten Aktion.

Das hat am japanischen Anleihemarkt sofort Spuren hinterlassen:

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Auch beim Yen, der zu allen anderen wichtigen Währungen deutlich aufwertete:


(Euro-Yen)

Dazu kommt, dass laut Insiderberichten die Bank of Japan bei ihrer nächsten Sitzung am 22.01/23.01. wohl ihre Prognose für das BIP Japans im Jahr 2018 – von derzeit +1,4% auf dann zwischen +1,5% und 1,9%.


Der Sitz der Bank of Japan in Tokyo

Im Grunde ist das alles das erste echte Signal der Bank of Japan, dass der Zug nun in die andere Richtung fahren wird! Dabei ist auffällig, dass die japanische Notenbank zu Jahresbeginn bekannt gegeben hatte, dass ihre Bilanzsumme erstmals seit vielen Jahren wieder etwas geringer geworden ist im Dezember:

Das ist der erste Rückgang seit dem Jahr 2012. Blickt man auf die Entwicklung der letzten Monate, so geht der Trend nun klar nach unten. Und das könnte nicht nur eine Trendwende am japanischen Anleihemarkt und beim Yen auslösen, sondern ein Signal dafür sein, dass selbst die krassesten Gelddrucker wie die Bank of Japan nun auf die Bremse treten und der Liquiditätssegen durch die Notenbanken immer geringer wird (die Fed ist bereits in einem Zinsanhebungszyklus und schränkt dazu die Bilanzsumme seit Oktober ein, die EZB hat die Anleihekäufe halbiert und wird sie perspektivisch ganz einstellen).

Mit anderen Worten: die Musik hat noch nicht aufgehört zu spielen auch für die Aktienmärkte, aber sie spielt schon deutich langsamer. Aber die Akteure an den Aktienmärkte tanzen zu der langsamer werdenen Musik so enthusiasitisch wie noch nie!

Vielleicht hat heute Nacht ja die Reise nach Jerusalem begonnen, bei der es immer einen Stuhl zu wenig gibt..

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    leser

    9. Januar 2018 12:41 at 12:41

    Was passiert, wenn man bei Tempo 300 und vereister Fahrbahn auf die Bremse tritt?

    • Avatar

      baeuerin

      9. Januar 2018 12:59 at 12:59

      Diese Frage ist fuer mich schwer zu beantworten,da der Sub-Inhalt fehlt…
      Aber probiers doch einfach mal aus und berichte uns dann deine Erfahrung!

  2. Avatar

    Marko

    9. Januar 2018 15:13 at 15:13

    Heute Nacht hat sich Seltsames zugetragen: die Bank of Japan, der Vorreiter in Sachen ultralaxer Geldpolitik mit Käufen von Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, ETFs etc. in immensem Umfang, tritt etwas auf die Bremse – und schon macht das Wort „Tapering“ die Runde (das eigentlich die Reduzierung jener Anleihkäufe beschreibt, mit dem Ziel, diese perspektivisch komplett auf Null zurück zu fahren).

    Allein schon das sagt einiges ! Die EZB! – Das sind Welten ! Wer zeigt hier (eigentlich) Stärke ? – Typisch EZB/Bundesbank !

    „Mit anderen Worten: die Musik hat noch nicht aufgehört zu spielen auch für die Aktienmärkte, aber sie spielt schon deutich langsamer. Aber die Akteure an den Aktienmärkte tanzen zu der langsamer werdenen Musik so enthusiasitisch wie noch nie!

    Vielleicht hat heute Nacht ja die Reise nach Jerusalem begonnen, bei der es immer einen Stuhl zu wenig gibt..“

    Falsch ! Und wenn wir mal ehrlich sind… :D

  3. Avatar

    Marko

    9. Januar 2018 15:23 at 15:23

    Wir sehen einen massiven Überhang, Amis zu den Europäern, das ist und bleibt Fakt… siehe EUR/USD… bei 1.20 !!!!!

    Das hat nix mit dem „Markt zu tun“ – aus bestimmten Gründen.

    Wie soll dann der Markt „signifikant“ fallen ?

  4. Avatar

    Marko

    9. Januar 2018 15:40 at 15:40

    Und ich habe schon Kommentare gelesen : Der Aktienmarkt fällt ,wegen Lehman usw…

    Ok. kann man so sehen, meine Frage wäre : wenn der Aktienmarkt fallen würde (auf 9000-10000) , in welch Stratosphären würde dann der Anleihenmarkt steigen ? Minus 5 % kapiert Ihr es ? 5 % minus an den deutschen Staat ? Die Nullzinspoliotik ist vorbei ! Die EZB entscheidet…

  5. Avatar

    Marcus

    9. Januar 2018 16:06 at 16:06

    Ich schaue mir häufig die Bilanzen der BoJ an, und einen großartigen Rückgang kann ich da nicht erkennen, vielleicht mal temporäre Schwankungen. Hat die BoJ irgendwas angekündigt das man ein Tapering betreiben will ? Die Volumina die man heute weniger gekauft hat, dürfte man wahrscheinlich bis Monatsultimo wieder ausgleichen, von daher sehe ich hier kein Tapering oder Ausstieg aus QE.

    • Avatar

      Marko

      9. Januar 2018 18:12 at 18:12

      Fakt ist, dass der Japan-Kram „im Eimer ist“ genauso wie die Amis, man „lebt“ von dem YEN als als „Sicherheitswährung“, 240 % BIP Nettoverschuldung ?!?
      Der YEN ist eigentlich der CHF (in Europa) ?

      Nochmal, zum Vergleich : zum „EUR-Schrott“?

  6. Avatar

    Marko

    9. Januar 2018 18:06 at 18:06

    2018 wird ein schwieriges Jahr für die Aktienmärkte ?

    Die Anleihenmärkte ?!? Einfaches Jahr ?
    – Wieso mach Ihr „Analysten“ sowas, immer in die gleiche Pfeife blasen ?

    einfach ist sowas, ja… – Ich war ein „Analyst“.. ;)

  7. Avatar

    Marko

    9. Januar 2018 18:26 at 18:26

    Super Markus, trotzdem, wird der „ganze Schrott“ aus Deiner Sicht wohl steigen müssen, und – das ist eben so….

    Markus, Du hast Geschichte studiert, und kannst sowas ?!? – Klasse !!

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Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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