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Der Aufstand gegen die Wall Street

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Es gibt eine immer größere Diskrepanz zwischen den Verdiensten des Mittelstandes/der Arbeiter und den immer größeren Gewinnen der Unternehmen und ihrer Bosse. Das, sagt Steen Jakobsen, kann auf Dauer nicht gut gehen – der Sozialvertrag sei in Gefahr. Daher der Haß auf das Establishment, der in den Erfolgen Donald Trumps zum Ausdruck kommt. Oder in UK den Brexit herbeiführen könnte, weil die Wähler den etablierten Politikern den „Mittelfinger zeigen“. All das könnte man auch auf Deutschland mit den Erfolgen der AfD übertragen – es ist ein allgemeines Phänomen in der westlichen Welt.

Donald Trump
Donald Trump, der Schrecken des Establishments
Foto: Michael Vadon, Flickr, Creative Commons

Damit das gut gehen kann, müssen die einen (die Wall Street) abgeben zugunsten der anderen (der Main Street) – so Steen Jakobsen in seinen bemerkenswerten Aussagen:

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Helmut Josef Weber

    21. März 2016 18:19 at 18:19

    Na- ich denke, da wird ein Auftragskiller schon sein Werkzeug putzen.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

  2. Avatar

    Jörg

    21. März 2016 19:09 at 19:09

    Trump ist ein Mann der Wallstreet – und nicht wirklich gegen Wallstreet. Trump platzte auch wiederholt mit Bemerkungen heraus, „daß die Löhne zu hoch“ seien. Er ist ein entschiedener Gegner des Mindestlohns. Er ist absolut gegen Gewerkschaften.
    Genauso verhält es sich mit der AfD. Das sind Liberalisten. also Anhänger – nicht Gegner – des Systems, das unsere früher so erfolgreiche „Soziale Marktwirtschaft“ kaputtgemacht hat. Erst wurde der Begriff „Soziale Marktwirtschaft“ mit „Marktwirtschaft“ liquidiert. Und dann wurde sogar „Marktwirtschaft“ wiederum durch „Der Markt“ liquidiert.

    Daß Trump und die AfD trotzdem punkten können, liegt an ihrer Taktik das einzusetzen, was im Angelsächsischen „cultural populism“ genant wird. Im Deutschen würde ich diesen Begriff mit ‚Meinungs-Populismus‘ oder besser noch ‚Identitäts-Populismus‘ nennen. Das platte Volk sehnt sich nach „Identität“. Diese wird oft von einer ‚Meinungshaberschaft‘ ausgefüllt. Und zwar um so mehr, je mehr alle Seiten gegeneinander aufgehetzt werden: Frauen gegen Männer (Genderismus), Nichtraucher gegen Raucher, Nichtschwule gegen Schwule, Inländer gegen Ausländer, Rechte gegen Linke, Nichtraser (Autobahn) gegen „Raser“ usw..
    Schon die Merkle beherrscht seit ewigen Zeiten diesen Trick. Statt daß sie etwas unternahm, ließ sie durch die ihr gewogenen Presse immer nur verlautbaren: „Merkel fordert …“. Als ich vor zwei oder 3 Jahren „Merkel fordert“ googelte, kam ich auf über 80 Einträge!
    Statt z. B. Merkels amtlichen Leistungen zu beurteilen, reicht es den meisten Bürgern, daß sie ausrufen können: „Jau, endlich sacht das ma einer!“
    Daß die armen Schweine aus der ehem. DDR so überproportional nationalistisch und rechtsradikal sind, liegt ja gerade nicht an der Erziehung in der DDR. Sondern es liegt daran, daß sie erst vom Kommunismus und dann vom Kapitalismus über den Tisch gezogen wurden. und nun eigentlich nicht mehr haben als „deutsch“ zu sein. Und daß muß nun aber für die „Identität“ herhalten und muß nun auch das tollste sein, was es auffe Welt gibt.

    Trump und die AfD, die doch gerade die Erzfeinde des ‚kleinen Mannes‘ sind, nutzen die Flüchtlingskrise, Überfremdungsfurcht (in den USA auch noch: religiösen Fanatismus, das Waffentragungsrecht usw.) usw. um ausgerechnet ihre Opfer auf ihre Seite zu locken.

    Niemand hat das so gut erkannt wie Webster Tarpley. Auf http://tarpley.net/trump-threatens-riots-if-he-is-denied-coronation/ lesen wir über „The Donald“:
    „But how could Wall Street City Slickers dupe Southern, Western, and rural evangelicals into voting for a party platform pledged to sacrifice the interests of the poor country folk in the name of the Mammon-worshippers of lower Manhattan? The answer is cultural populism, primarily meaning that rural resentments had to be directed against the elite politicians of the Democratic Party, and their social mores, as well as against a few token ultra-left billionaires like George Soros. In the spirit of cultural populism, party planks about abortion, guns, God, gays, school prayer, and other low-cost issues were added to the Republican platform. The operative term here is rube bait.“:
    Und …
    „To call Trump a racist surely qualifies as a limited hangout. Trump’s racism is real enough, but is subsumed within the broader and more dangerous category of fascism. Now that Trump is threatening riots if he is denied a coronation at the Republican convention in the Cleveland this July, this fact should be obvious to all.“

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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