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Dax-Schwäche: Worauf ist zu achten und welche Chancen gibt es?

Dax-Schwäche: Worauf ist zu achten und welche Chancen gibt es?

Der Dax befindet sich nach seiner jüngsten Erholungsrally auf Konsolidierungskurs. Nicht nur die erneute Beschleunigung der Inflation, sondern auch die Rückkehr der US-Börsen haben die Aufwärtsdynamik ausgebremst. Seit dem Startschuss der Erholungsrally am 9. Mai hat der Dax rund neun Prozent an Boden gutgemacht. Ausgehend von dem Tief bei 13.380 Punkten, kletterte der deutsche Leitindex bis an die Marke von 14.600 Punkten. Im gestrigen Handel haben wir jedoch erste Anzeichen von Schwäche gesehen. Die Schwäche setzt sich auch am Mittwoch fort. Manch einer mag sich nun fragen, ob die jüngste Erholung nur ein kurzes Strohfeuer war?

Es gibt sicherlich Argumente, die dafür sprechen. Man muss sich nur die zahlreichen Belastungsfaktoren vor Augen führen. Die Liste ist lang: Inflation auf Rekordniveau, Lieferkettenengpässe, geopolitische Spannungen, eine Straffung der Geldpolitik, etc. Am Mittwoch wurden die Verbraucherpreise für die Eurozone veröffentlicht, wie bereits im Vormonat gab es auch diesmal eine negative Überraschung. Im Jahresvergleich stieg die Teuerung um 8,1 Prozent, erwartet wurden jedoch „nur“ 7,7 Prozent.

Argumente für eine Fortsetzung der Erholungsrally

Dementgegen stehen Kontraindikatoren, die für eine Fortsetzung der Erholungsrally sprechen. Beispielsweise herrscht immer noch eine niedergeschlagene Stimmung an den Märkten. Das Angst-Barometer weist extreme Angst aus, was zu einer sehr hohen Absicherungsquote geführt hat. Ein Großteil der Händler setzt demnach auf fallende Kurse. Zudem sind die Aktienmärkte nach dem monatelangen Sinkflug weiterhin überverkauft. Mit dem Ausbruch über der Marke von 14.315 Punkten hat der Dax ein technisches Kaufsignal geliefert. Für eine Zwischenerholung sind das gute Argumente, da die Börse gerne den Weg des größten Schmerzes einschlägt. Die Wahrscheinlichkeit, dass aus der Erleichterungsrally ein neuer Bullenmarkt wird, ist jedoch gering. Der deutsche Leitindex kann zwar nochmal bis in den Bereich von 14.800 Punkten vorstoßen, sollte im Anschluss aber den Abwärtstrend fortführen.

Als Händler bleibt einem also nichts anderes übrig, als die Wahrscheinlichkeiten auszuloten. Dies kann anhand der technischen Analyse erfolgen, also werfen wir einen Blick darauf…

Dax: Die Wahrscheinlichkeit für einen neuen Aufwärtsimpuls ist hoch

Rein aus der technischen Perspektive hätte der Dax die Chance, die Erholungsrally fortzuführen, wenngleich gerade eine Konsolidierung anstehe. Den seit Januar bestehenden Abwärtstrend konnte der Dax am Freitag mit dem Ausbruch über das Verlaufshoch bei 14.315 Punkten nachhaltig verlassen. Gleichzeit hat der Index damit ein Kaufsignal gesendet.

Es gibt aber wie immer mindestens zwei Szenarien, die jetzt eintreten können. Erstens, der Dax vollzieht nur eine Konsolidierung und testet dabei das Ausbruchsniveau, um im Anschluss einen neuen Aufwärtsimpuls zu starten. Zweitens, die Aufwärtskorrektur ist beendet und es geht wieder abwärts.

Wir konzentrieren uns hier auf das erste Szenario. Also gehen wir davon aus, dass der Dax eine Konsolidierung des letzten starken Aufwärtsimpulses vollzieht. Um eine interessante Zielzone für den Rücklauf zu ermitteln, können wir auf das Fibonacci-Tool zurückgreifen. Nach einem starken Aufwärtsimpuls konsolidiert der Kurs häufig bis in die Zone zwischen dem 38,2% und 61,8% Retracement. In diesem Fall also der Bereich zwischen 14.315 und 14.150 Punkten.

Das 38er Retracement fällt genau auf das vorherige Verlaufshoch und könnte demnach eine starke Unterstützung darstellen. Ähnlich verhält es sich mit dem 50er Retracement, dieses liegt genau an dem Ausbruchslevel bei 14.226 Punkten. Zwischen den beiden Levels verläuft zusätzlich noch die 200-Stunden-Linie. Die Zone zwischen 14.315 und 14.226 Punkten wäre also prädestiniert für eine mögliche Umkehr.

Unterhalb von 14.226 Punkten nimmt die Wahrscheinlichkeit für einen Aufwärtsimpuls in Richtung 14.800 Punkte drastisch ab. Ein Rutsch des Dax unter das 61er Retracement bei circa 14.150 Punkten erhöht dagegen die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Rücksetzers bis 13.880 Punkte.

DAX Fortsetzung der Erholungsrally trotz steigender Inflation

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