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Europa

Der Brexit kommt in britischer Wirtschaft an – und schwache Einzelhandelsumsätze aus der Eurozone

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In Sachen Konjunktur gibt es in Europa – ungeachtet der Rally an den Aktienmärkten – derzeit nicht viel zu feiern! So wurden vor wenigen Minuten die Einzelhandelsumsätze in der Eurozone (Dezember) veröffentlicht: sie fielen um -1,6% zum Vormonat (Prognose war -1,5%) und damit so stark wie seit Mai 2011 nicht mehr (vor allem wegen der schwachen Daten aus Deutschland):

Zuvor war der Einkaufsmanagerindex Dienstleistung aus Großbritannien veröffentlicht worden mit einem Stand von 50,1 (schwächster Wert seit 2016 und zweitschwächster Wert seit Dezember 2012; Prognose war 51,0)) – und ist damit nur noch knapp an der Kontraktion vorbei geschrammt.

Die Verunsicherung über die Unklarheit in Sachen Brexit hat offenkundig lähmende Wirkung auf die britischen Dienstleister, wie Markit/CIPS konstatieren – man schiebt daher Projekte erst einmal auf:

„Survey respondents overwhelmingly linked the slowdown in business activity growth to heightened political uncertainty at the start of 2019. A number of service providers reported that Brexit-related concerns had dampened client demand and resulted in delayed decision making on new projects.“

Erstmals seit dem Jahr 2012 wurden im britischen Dienstleistungssektor wieder Stellen abgebaut:

„Although only marginal, the reduction in employment numbers was the first seen since the end of 2012.“

Die neuen Aufträge erstmals seit zweieinhalb Jahren (wenn auch nur leicht) rückläufig

„New business volumes declined for the first time in two-and-a-half years during January, although the rate of
contraction was only modest.“

Und gleichzeitig steigen die Lohnkosten für die britischen Unternehmen, obwohl die Einstellungs-Bereitschaft nachläßt:

„Despite softer demand for staff, service sector firms continued to cite higher salary payments as a key factor
driving up input costs during January.“

Die britischen Unternehmen seien derzeit „risikoavers“ vor allem angesichts der Brexit-Unsicherheiten, wie Phil Smith, Chefvolkswirt bei IHS Markit konstatiert:

“The survey results indicate that companies are becoming increasingly risk averse and eager to reduce overheads in the face of weakened customer demand and rising political uncertainty.“

Na wenn das mal nicht der Stoff für neue Allzeithochs ist an den Aktienmärkten..


By Furfur – This file was derived from: EU Single Market.svg:, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=46312833

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. leftutti

    5. Februar 2019 12:40 at 12:40

    Na wenn das mal nicht der Stoff für neue Allzeithochs ist an den Aktienmärkten.
    Und beim GBP… 😉

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Europa

China uns Deutschlands wichtigster Handelspartner, und weitere interessante Erkenntnisse

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China ist Deutschlands wichtigster Handelspartner. Dies kann man ganz klar ableiten aus der Addition der Export- und Importsummen. Zwar importieren wir aus keinem anderen Land so viel wie aus China – aber bei den Exporten aus Deutschland heraus liegt China nur auf Platz Nummer 3. Aber wie gesagt, zusammengerechnet mit 199,3 Milliarden war dies das größte Gesamtvolumen im letzten Jahr.

Bei den USA ist das Verhältnis genau umgekehrt. Die USA sind der größte Empfänger von deutschen Exporten, aber die USA exportieren deutlich weniger nach Deutschland. Das gesamte Handelsvolumen liegt hier nur bei 178 Milliarden Euro. Auffällig ist auf der deutschen Importseite, dass Polen und Tschechien die Nummer 6 und 7 sind mit Volumen von 55 und 48 Milliarden Euro.

Daraus kann man ablesen, wie viele deutsche Produzenten inzwischen Teile-Fertigungen in diesen Ländern haben, (zum Beispiel die Autohersteller). Diese Teile gehen dann nach Deutschland in die Endmontage-Straßen, und somit kommen große Importvolumen aus diesen Ländern zustande. Auch auffallend sind die hohen Importe aus den Niederlanden mit 98 Milliarden Euro.

Dies kann natürlich damit erklärt werden, dass Übersee-Lieferungen (vor allem Öl) über die Niederlande nach Deutschland kommen. Umgekehrt auf der Exportseite geht auch ein großes Volumen Richtung Niederlande, da die deutschen Exporteure ja nicht nur Bremen und Hamburg zum Verschiffen nutzen. Produzenten entlang des Rheins können viel sinnvoller Häfen wie Rotterdam nutzen. Hier noch ein paar Worte zur aktuellen Außenhandelsstatistik vom Statistischen Bundesamt:

Wichtigstes Abnehmerland deutscher Waren im Jahr 2018 waren wie bereits in den Vorjahren die Vereinigten Staaten. Güter im Wert von 113,5 Milliarden Euro wurden von Deutschland in die Vereinigten Staaten exportiert. Auf den Plätzen zwei und drei der bedeutendsten deutschen Exportländer lagen Frankreich (105,3 Milliarden Euro) und die Volksrepublik China (93,1 Milliarden Euro). Nach Deutschland importiert wurden die meisten Waren im Jahr 2018 aus der Volksrepublik China (106,2 Milliarden Euro). Auf den Plätzen zwei und drei der wichtigsten deutschen Lieferländer lagen die Niederlande (98,2 Milliarden Euro) und Frankreich (65,2 Milliarden Euro). Die höchsten Exportüberschüsse wies Deutschland im Jahr 2018 mit den Vereinigten Staaten (48,9 Milliarden Euro), dem Vereinigten Königreich (45,0 Milliarden Euro) und Frankreich (40,2 Milliarden Euro) aus. Mehr Waren importiert als dorthin exportiert wurden aus China. Für dieses Land betrug der Importüberschuss im Jahr 2018 13,0 Milliarden Euro.

China

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Europa

Konjunkturabschwung in Europa: Exporte über Überschüsse schrumpfen!

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Und jetzt gibt es noch einen weiteren Beleg dafür, dass der Konjunkturabschwung in Europa (Gesamt-EU und Eurozone) gerade voll im Gange ist. Nur am Arbeitsmarkt ist er noch nicht angekommen. Das hängt wohl davon ab, wie stark und dauerhaft der Abschwung sein wird. Heute haben die Statistiker von Eurostat Außenhandelsdaten für den Monat Dezember vermeldet. Der Außenhandelsüberschuss der Eurozone ist weiter geschrumpft auf 17 Milliarden Euro. Vor einem Jahr waren es noch 24,5 Milliarden Euro.

Konjunkturabschwung in Europa sichtbar in Exportrückgängen

Die Exporte der Eurozone sind im Dezember im Jahresvergleich um 2,7% gesunken. Für die Gesamt-EU war es ein Rückgang von 3,9%. Gleichzeitig stiegen die Importe in der Eurozone um 1,9%, und in der Gesamt-EU um 4,3%. Das bedeutet: Weniger Geldzuflüsse nach Europa, gleichzeitig mehr Ausgaben für Importe, die Überschüsse sinken weiter. Europaweit so klar rückläufige Exporte deuten ganz eindeutig auf ein globales Abkühlen der Konjunktur hin, und auf den angesprochenen Konjunkturabschwung in Europa – vor allem in Ländern wie Deutschland, Österreich, Niederlande, wo Industrieproduktion in bedeutendem Umfang stattfindet. Hier dazu die passende Grafik. Rechts sieht man die Abstürze der letzten Monate.

Interessant sind wie schon in den vorigen Monaten die Veränderungen des EU-Außenhandels gegenüber den Schwergewichten USA und China. Im Gesamtjahresvergleich 2017 zu 2018 hat die EU gegenüber den USA ihren Überschuss von 119,6 auf 139,7 Milliarden Euro enorm vergrößert! Gegenüber China hat die EU ihr Defizit von 177,7 auf 184 Milliarden Euro leicht erhöht! Die von Donald Trump angemahnte Bekämpfung des Defizits ist zumindest gegenüber Europa bislang (!) übelst fehlgeschlagen, trotz seiner Bemühungen. Gegenüber Russland und Norwegen ist das Defizit der EU gestiegen. Diese beiden Länder sind wichtige Rohstoff-Lieferanten für die EU (Öl und Gas).

Konjunkturabschwung in Europa - Containerverladung
Containerterminal im Port of Colombo in Sri Lanka. Foto: CC BY 2.0

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Europa

Aktuell: Daten zum Eurozonen-Bruttoinlandsprodukt

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Das Eurozonen-Bruttoinlandsprodukt für das 4. Quartal 2018 wurde soeben als Vorabschätzung veröffentlicht. Im Jahresvergleich ist es um 1,2% gestiegen (erwartet waren +1,2%). Im Quartalsvergleich ist es um 0,2% gestiegen (erwartet waren +0,2%).

Italien zeigt im Quartalsvergleich -0,2% und im Jahresvergleich nur +0,1%. Frankreich zeigt +0,3% und +0,9%. Spanien steigt um 0,7% und 2,4% im Jahresvergleich. Aus Griechenland gibt es noch keine aktuellen Daten.

EU-Bruttoinlandsprodukt
© European Communities, 1996 / Source: EC – Audiovisual Service / Photo: –

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