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Devisen

Der Brexit macht sich jetzt in den Zahlen bemerkbar – oder warum Butter jetzt in UK 80% mehr kostet..

Nun verzieht sich der Nebel – Zahlen zeigen, was abläuft in UK!

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Gestern war der Jubel groß in der May-Regierung: McDonald´s will seinen (Steuer-)Sitz ausserhalb der USA von Luxemburg nach Großbritannien verlegen. Die Burger-Kette reagierte damit auf die Vorwürfe der EU, dass das Unternhemen unfairerweise von Steuervergünstigungen in Luxemburg profitiert und damit zwischen 2009 und 2013 eine Milliarde Euro an Steuern „gespart“ habe. Also raus aus Luxemburg, rein ins neue Steuerparadies UK, wo man bekanntlich die Unternehmenssteuern senken will. Für die May-Regierung ist das ein symbolischer Erfolg, scheint er doch die Effizienz der geplanten Steuersenkungen zu belegen und damit neue Jobs nach UK zu bringen.

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Theresa May. Foto: Foreign and Commonwealth Office/Wikipedia (CC BY 2.0)

Aber wahrscheinlich ist das nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Wichtiger wird sein, dass vor allem Banken ihren Sitz aus UK herausverlagern werden, wodurch der britischen Regierung geweissermaßen die Cash Cow abhanden kommt. Gestern hatte der Chef der französischen Regulierungsbehörden gesagt, dass immer mehr Banken mit Sitz in London eine (Teil-)Verlegung nach Paris planen würden, Tendenz weiter steigend.

Was der Brexit konkret bedeutet, zeigen auch die heute vom Office of National Statistics veröffentlichten Zahlen zur Handelsbilanz Großbritanniens im Okotber. Und hier zeigt sich etwas, was nur auf den ersten Blick überrrascht: das Handelsbilanzdefizit der Briten ist im Vergleich zum Vormonat deutlich gefallen: waren es im September noch 5,8 Milliarden Pfund, sind es im Oktober nur noch 1,97 Milliarden Pfund. Ursache ist der Anstieg der Exporte von 44,38 Milliarden Pfund im September auf nun 46,41 Milliarden Pfund im Oktober – ein neues Hoch. Importe dagegen sanken von 50,194 Milliarden im September auf nun 48,38 Milliarden Pfund im Oktober.

Das schwache Pfund stimuliert also nun (das war vorher nicht so) den Export, während die Importe zurück gehen. Zuvor waren die in dem inzwischen ja deutlich schwächeren Pfund bilanzierten Importe noch einmal kräftig gestiegen, weil die Briten nun viel mehr Pfund für diese Importe bezahlen mussten als vor dem Brexit-Votum. Wenn nun die Importe zurück gehen, dann zeigt das, dass es für britische Produzenten langsam schlicht zu teuer wird, Waren zu importieren – blame it on the weak pound!

Und der gesteigerte Export hat nun auch für den Durchnschnittsbriten massive Auswirkungen: so sind etwa die Preise für Butter um 80% gestiegen – weil es für britische Produzenten nun viel lukrativer geworden ist, die Butter zu exportieren und damit mehr Pfund zu verdienen (weil man durch den Verkauf etwa in den Euro-Raum durch die Abwertung des Pfunds mehr Pfund verdient als im heimischen Markt). Der Exporterfolg, der durch den Brexit ermöglicht wurde, ist damit hochgradig inflationär.

Besonders unter Druck stehen vor allem die britschen Einzelhändler, die auf eben diese nun für sie sehr teuren Importe angewiesen sind – sie werden sehr absehbar die Preise erhöhen müssen etwa in Supermärkten. Nun warnt der Verband der britischen Supermärkte und Lebensmittel-Produzenten in einem offenen Brief im „Guardian“ vor weiter stark steigenen Lebensmittelpreisen in UK, weil immer mehr EU-Bürger das Land verlassen würden und nicht durch Briten zu gleichen Kosten ersetzbar seien. Manch ein Pole wird in Großbritannien in diesem Sektor arbeiten – für Löhne, die für Briten unakzeptabel scheinen. Aber eben auch, wie die britischen Verbände sagen, hochqualifizierte Mitarbeiter aus der EU, die nun mehr und mehr das Land verlassen würden. A propos Hochqualifizierte: die Universität Cambridge vermeldet einen deutlichen Rückgang von Einschreibungen durch Studenten aus der EU (-14%) – und geht davon aus, dass diese Zahlen weiter fallen werden, eine schlechte Nachricht für die britischen Elite-Unis!

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    mingo

    9. Dezember 2016 12:27 at 12:27

    hallo herr fugmann
    ist bekannt, wieviele arbeitsplätze mcdonalds mitbringt ?

    • Avatar

      gerd

      9. Dezember 2016 16:12 at 16:12

      Was Herr Fugmann aber auch alles wissen soll.

      Das ist doch überall in Dutzenden Schlagzeilen zu lesen:
      5000.
      Das schreiben sogar die sog Wahrheitsmedien

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        9. Dezember 2016 16:13 at 16:13

        @Gerd, ??

        • Avatar

          gerd

          9. Dezember 2016 16:57 at 16:57

          @Markus Fugmann
          ?? sind Ihnen die Buchstaben abhanden gekommen?

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            9. Dezember 2016 17:05 at 17:05

            @Gerd, genau. Was meinen Sie damit (vorheriger Kommentar)?

          • Avatar

            gerd

            9. Dezember 2016 17:21 at 17:21

            Da gibt man „Mcdonalds“ bei Google News ein und dann kommt man drauf. Schneller als per Kommentaranfrage.

            Ich persönlich freue mich jedenfalls mehr über die zumeist fundierten oder auch manchmal abstrusen Hintergrundinfos von FMW, die ich woanders nicht bekomme. Mehr als wenn Sie auch extra noch so eine Zahl mundgerecht servieren. Das sollten Sie dann machen müssen, wenn Sie einen separaten Bericht über Mcdonals bringen w ü r d e n . Die 5000 konnte ich schon an diversen Stellen lesen und auch per Radio hören.

  2. Avatar

    asyoulike

    9. Dezember 2016 12:37 at 12:37

    Moin, moin,
    grob gesagt, scheint es mir 2 Alternativen zu geben:
    1. Man macht in der EU mit und zahlt als Überschußland für den Club Mediteran
    oder
    2. Man tritt aus und hat dann den EU Markt nicht mehr.
    Fazit: Das erarbeitete Geld ist auf alle Fälle weg, egal welche o.g. Variante man wählt.

    • Avatar

      sabine

      10. Dezember 2016 14:20 at 14:20

      Zu dem Mantra, daß ohne EU gar nichts läuft oder alles viel schlechter:
      Wenn man die Schweiz und Norwegen anschaut, ist es ohne EU besser. Es ist für uns dort alles doppelt so teuer, aber sie verdienen 3x soviel. (Mußte die Löhne unserer Mitarbeiter in den Schweizer Baustellen an die entsprechenden Schweizer Löhne anpassen. Vor 3 Jahren, Nähe Genf.)
      Die Schweiz verkauft munter nach Deutschland.
      https://www.eda.admin.ch/content/dam/dea/de/documents/faq/schweiz-eu-in-zahlen_de.pdf
      Anderes Beispiel aus der großen weiten Welt: Gabun wollte damals unbedingt in die OPEC (unter Präsident Bongo), da dies große Vorteile bringe. Bongo mußte Muslim werden, Moscheen bauen, und Gabun ist von Anfang an Nettozahler.

  3. Avatar

    gerd

    9. Dezember 2016 15:53 at 15:53

    Wo ist denn da die Relation geblieben?

    Weil das Pfund 10% verliert, verdient der Butterexporteur im Ausland plötzlich soviel mehr, dass sich die Butter um 80% verteuert? Wers glaubt…

    Dann sollen die englischen Milchbauern ihre Milch doch auch noch in die EU exportieren. Warum nur Butter und nicht das Ausgangsprodukt?
    Die deutschen Milchbauern wirds nicht so freuen, aber mich, wenn meine Käs wieder billiger würde.

  4. Avatar

    Steven

    9. Dezember 2016 17:46 at 17:46

    Grober Fehler hm .

    Da hätte man entweder die Preise einfrieren müssen , oder den Export von Lebensmitteln beschränken …

    Oder will man etwa das sie den brexit bereuen ?!

    Toblerone war nur der Anfang …

  5. Avatar

    Lars

    9. Dezember 2016 21:01 at 21:01

    Die Brexitwähler werden nun Schritt für Schritt erkennen müssen, dass die Zeiten nicht mehr so sind wie vor dem EURO. Ich sehne mich auch zurück nach den DM-Zeiten, nach Stabilität, hohen und sicheren Renten, guten Zinseinnahmen, Pfandbriefen zu 8% und mehr, Stundensätzen, bei denen wir als Studenten unter 18,- DM pro Stunde (wohlgemerkt vor 30 Jahren!) für einen Ferienjob nur ein müdes Lächeln übrig hatten.
    Aber das hat uns die schwarze Birne mit seiner glorreichen Vision zum Ende einer 16-jährigen Nervenprobe gründlich versaut. So wird es zu unseren Lebzeiten nicht mehr werden, damit müssen sich auch die großen Briten nun abfinden.
    Vielleicht verlassen sie das sinkende Schiff, in dem sie nie ganz saßen (EURO). Vielleicht haben sie die Schwimmwesten vergessen. Hauptsache, die EU wirft ihnen keinen Rettungsring zu.
    Es muss nun enden mit den Kompromissen. Ich bin für dich oder gegen dich. Mit allen Konsequenzen. Vertrag ist Vertrag, so wie es auch für jeden einzelnen von uns Tag für Tag im Leben gilt, muss das auch für Länder gelten.
    Die bisherigen Auswirkungen waren ja eher unbedeutend, es gibt deutlich bessere und günstigere Schokolade als Toblerone. Und statt Butter kann man auch Margarine verwenden oder einkalkulieren, dass bei einem jährlichen Verbrauch von etwa 6 bis 8 kg pro Kopf bestenfalls ein Taschengeld pro Einwohner an Mehrverbrauch zu verzeichnen ist.
    Wir werden in 2017 und 2018 sehen, ob der Brexit ein weiser Schritt war.

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Rüdiger Born: Charttechnik bei US-Dollar vs Yen

Rüdiger Born

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Devisen

Türkische Lira vor weiterer Aufwertung? Aktuelle Zinsentscheidung gibt Hoffnung

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira könnte noch weiter aufwerten. Warum? Nun, zuerst ein kurzer Rückblick. Seit November ist der Leitzins in der Türkei durch die türkische Zentralbank in zwei Schritten kräftig angehoben worden, von 10,25 Prozent auf zuletzt 17 Prozent. Erst der zweite Zinsschritt von 15 Prozent auf 17 Prozent an Heiligabend brachte Vertrauen in die Lira – denn die Inflationsrate liegt derzeit bei satten 14,6 Prozent. Jetzt liegt der Leitzins deutlich genug über der Inflation, damit es einen positiven Geldfluss vom Ausland in die Türkei geben kann. Dies wäre Balsam für die türkische Lira. Aber so ein hoher Leitzins muss einige Zeit beibehalten werden, damit er wirken kann.

Und nun? Heute hat die türkische Zentralbank erneut eine weitere Zinsentscheidung verkündet. Man belässt den Leitzins bei 17,0 Prozent. Dies kann vom Devisenmarkt als Signal gewertet werden, dass die Zentralbanker gewillt sind die Angelegenheit „durchzuziehen“, als eine nachhaltige Bekämpfung der hohen Inflation.

Türkische Lira reagiert leicht positiv

Auf längere Sicht hohe Zinsen in der Türkei – das könnte die türkische Lira nachhaltig aufwerten lassen. Und die letzten Wochen lief es ja schon ganz gut in diese Richtung. Und jetzt aktuell? Die Zinsentscheidung wurde um 12 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht. Da notierte US-Dollar vs türkische Lira noch bei einem Wechselkurs von 7,39. Jetzt notiert USDTRY bei 7,36. Im Chart sehen wir den Kursverlauf von Dollar vs Lira seit Februar 2020. Die türkische Währung konnte seit November einiges gut machen, und könnte womöglich nun weiter aufwerten (sicher ist das aber natürlich nicht).

Zentralbank mit guten Aussagen, Erdogan meldet sich zu Wort

Die Notenbanker in Ankara erklärten heute, dass man seinem harten geldpolitischen Kurs treu bleibe, bis sich ein nachhaltiger Rückgang der Inflation abzeichne. Falls nötig, werde man weitere Schritte zur Straffung der Geldpolitik unternehmen. Super, da freut sich der Devisenmarkt im Sinne einer festeren Lira? Achtung, Präsident Erdogan fordert seit Jahren sinkende Zinsen. Die würden (so Erdogan) die Inflation zum Sinken bringen – was aber eigentlich genau anders rum funktioniert. Seit Monaten hört man von Erdogan kaum Aussagen in dieser Hinsicht. Aber am letzten Freitag, da meldete er sich wieder zu Wort. Die aktuelle Geldpolitik (steigende Zinsen sollen Geld teuerer machen etc) diene nicht der Türkei. Die Lösung des Problems der hohen Inflation sei, die Zinsen zu senken. Bringt dies die nachhaltige Erholung der Lira wieder in Gefahr?

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Februar 2020

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