Devisen

Der Carry-Trade lebt! Wenn alle gewinnen..

FMW-Redaktion

Am Devisenmarkt gibt es, grob gesagt, drei Strategien, die von professionellen Investoren wie etwa Banken oder Hedgefonds gefahren werden. Da ist einmal der sogennante Carry-Trade: man leiht sich Geld in einer niedrig/gar nicht/negativ verzinsten Währung, um damit Assets oder Devisen zu kaufen aus Währungsräumen mit höheren Zinsen zu kaufen und damit von der Zinsdifferenz zu profitieren. Man leiht sich also Euro oder Yen, oder auch britische Pfund und Dollar, um etwa den neuseeländischen oder australischen Dollar zu kaufen. Das wurde zuletzt etwas erschwert durch die Ankündigungen etwa der Notenbanken in Australien oder Neuseeland, die Zinsen bald zu senken – was dann aber eher nicht geschah.

Mit dieser Strategie haben die werten Investoren in diesem Jahr bislang sehr gute Resultate eingefahren, wie Daten der Deutschen Bank zeigen. Demnach hat diese Strategie in diesem Jahr durchschnittlich eine Rendite von 5,8% eingebracht – eine Menge im derzeitigen Umfeld von Niedrigst-Renditen! Faktisch also haben diese Player den verbalen Ankündigungen von einigen Notenbanken nicht geglaubt, sie würden die Zinsen senken – und sind damit hervorragend gefahren!

Das war im letzten Jahr noch ganz anders – da fuhr man mit dieser Strategie noch einen satten Verlust von 7,7% ein. Da im letzten Jahr viele Verluste erlitten hatten, kann man jedoch davon ausgehen, dass sich das Volumen dieser Carry-Trades stark reduziert hat..

Die zweite Strategie könnte man als „Bewertungsstrategie“ bezeichnen: man kauft Währungen wie den japanischen Yen, die gemessen an der Kaufkraft unterbewertet sind, und verkauft Währungen, die in dieser Hinsicht überbewertet sind (etwa der Euro). Mit dieser Strategie der Kaufkraftparität erzielte man bislang durchschnittlich eine Rendite von 5,1% in diesem Jahr. Dass diese Strategie wirklich zu funktionieren scheint, zeigt die Tatsache, dass mit dieser Vorgehensweise bereits das vierte Jahr in Folge Gewinne erzeilt wurden. Liebling dieser Strategie war der Yen, der gemessen an der Kaufkraftparität zu Beginn des Jahres 14% unterbewertet war – seitdem aber 18% zum Dollar aufgewertet hat.

Die dritte Strategie ist die „Momentum-Strategie“: man springt auf bestehende Trends auf, meist durch Handelssysteme ausgelöst, die sich an historischen Chartmustern orientieren. Das funktionierte besonders gut bei dem britischen Pfund, das viele shorteten, als klar war, dass Cameron das Brexit-Referendum abhalten würde. Mit dieser Momentum-Strategie erzielte man durchschnittlich 3% Gewinn.

Und das bedeutet: welche Strategie man auch immer fuhr in diesem Jahr – alle drei brachten Gewinne ein. Und das ist alles andere als selbstverständlich, denn in den letzten Jahren war das nur 2005 und 2014 so!

Wie herrlich: also nur Gewinner! Und die anderen könne sich doch damit trösten, dass das Geld ja nicht weg ist – es haben nur andere..



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