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Der Clash beginnt: Deutschland sagt „nein“ zu Verhandlungen über deutsche Exportüberschüsse

Deutschland weist alle Forderungen nach Gesprächen über deutsche Handelsüberschüsse mit den USA von sich – das sei Sache der EU. Damit beginnt der Clash, der dann zu Strafzöllen für deutsche Waren führen könnte..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Schon in einer Woche wird Angela Merkel in die USA reisen, um Donald Trump zu treffen, und man darf gespannt sein, wie die Chemie zwischen den beiden sein wird angesichts der so unterschiedlichen Charaktere: hier der impulsive, spontane Trump, dort die extrem nüchterne, berechnende Kanzlerin. Ob Gegensätze sich anziehen – oder doch eher abstoßen?

Jedenfalls wird es in der Sache hart werden, das zeichnet sich bereits ab. Während Deutschland durchaus bereit ist, den Amerikanern in Fragen der Militärausgaben entgegen zu kommen, bleibt die Bundesregierung in Handelsfragen wohl kaum kompromißbereit. Das zeigen heutige Äusserungen des deutschen Wirtschaftsministeriums.

Erst gestern hatte Trumps Wirtschaftsberater Peter Navarro die deutschen Exportüberschüsse mit den USA, die sich derzeit auf 49 Milliarden Euro pro Jahr belaufen, als „ernstes Problem“ bezeichnet. Und Navarro, Autor von „Death by China“ und in Handelsfragen ein Hardliner, legte nach:


„Ich denke, es wäre nützlich, mit Deutschland offen über Wege zu sprechen, wie wir diese Überschüsse reduzieren können, und zwar außerhalb der Grenzen und Beschränkungen, die die Deutschen für sich geltend machen.“

Was aber ist genau „außerhalb der Grenzen und Beschränkungen, die die Deutschen für sich geltend machen“? Eine Art rote Linie, die für die Bundesregierung nicht übertretbar ist? Jedenfalls scheint diese rote Linie sehr schnell überschritten zu sein, wie ein Sprecher des deutschen Wirtschaftsministeriums heute klar machte:

„Die Handelspolitik liegt in der Zuständigkeit der Europäischen Union“.

Damit ist die Diskussion im Grunde schon beendet! Deutschland sagt: wer neue Verträge mit Deutschland in Sachen Handel abschließen will, muß das mit der EU machen, nicht mit Berlin direkt. Das entspricht eben den EU-Verträgen und ist daher eine rote Linie für die Bundesregierung. Und genau diesen Ansatz werden die Amerikaner nicht akzeptieren – sie wollen direkt mit einzelnen Nationen verhandeln, womit aber die EU als Gesamtkonstrukt de facto in Frage gestellt wäre.

Und überhaupt, so der Sprecher des deutschen Wirtschaftsministeriums weiter, sei das nun einmal Marktwirtschaft, eben ein „Ergebnis von marktbestimmten Angebots- und Nachfrage-Entwicklungen“ sowie „Ausdruck der hohen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.“ Man könnte im Sinne Gabriels auch sagen: macht doch einfach bessere Produkte, dann würden wir mehr Produkte aus den USA importieren. Und die Amerikaner werden dem entgegen halten: es sind nicht die Produkte, sondern es ist die schwache Währung, sprich der Euro, der den deutschen Exporterfolg sichert. Woraufhin die Bundesregierung antworten wird: das steht nicht in unserer Macht, die Währungspolitik ist Sache der EZB, und die ist nun einmal unabhängig. Oder wie Schäuble schon mehrfach gesagt hat: wir sind doch auch nicht glücklich mit der Währungspolitik der EZB, aber leider leider haben wir darauf keinen Einfluß.

Und das alles bedeutet: man wird sich im Kreis drehen, eine Lösung des Konflikts ist nicht absehbar. Und die Dinge könnten bald Fahrt aufnehmen: im April wird das US-Finanzministerium seine Einschätzung vorlegen, ob es sich bein einzelnen Ländern um Währungsmanipulatoren handelt, im Fokus stehen dann natürlich China, aber eben auch Deutschland – und wohl auch die Schweiz. Hinzu kommt, dass mit Wilbur Ross nun auch der neue Handelsminister bestätigt, mithin also nun handlungsfähig ist.


Wilbur Ross
Foto: US Department of Commerce

Es steht also viel auf dem Spiel in den nächsten Wochen und Monaten, schließlich hängen hunderttausende an deutschen Arbeitsplätzen am Handel mit den USA. Im worst case wird die US-Regierung Importzölle auf deutsche Waren verhängen, woraufhin die EU (nicht Deutschland!) dann Gegenzölle erheben würde für amerikanische Waren. Und schwups – fertig ist der Handelskrieg! Und angesichts dieser Perspketive sind die Höchststände an den Aktienmärkten natürlich allemal gerechtfertigt..

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    asyoulike

    7. März 2017 13:18 at 13:18

    Moin, moin,
    hier muss offensichtlich ein Irrtum vorliegen. Die BRD ist ein nicht selbständiges Gebilde. Die USA ist „Schutzmacht“. Also, was will Merkel verhandeln? Sie wird Ansagen bekommen, mit der „Bitte“ um Umsetzung. So einfach.

  2. Avatar

    Gerd

    7. März 2017 14:06 at 14:06

    Trump:„….sondern es ist die schwache Währung, sprich der Euro, der den deutschen Exporterfolg sichert. Woraufhin die Bundesregierung antworten wird: das steht nicht in unserer Macht, die Währungspolitik ist Sache der EZB, und die ist nun einmal unabhängig. …wir sind doch auch nicht glücklich…aber leider leider haben wir darauf keinen Einfluß.“

    Der EZB-Präsident wird vom Europäischen Rat gewählt. Dieser setzt sich aus den Staats- und Regierungschefs zusammen und entscheidet grundsätzlich im Konsens.

    Somit könnte Trump evtl. antworten:
    „My dear Chancellor Merkel, Sie waren damals so blöd und haben der Wahl des Herrn Draghi zugestimmt. Und jetzt stellen Sie sich als nicht mehr zuständig hin. Die Konsequenz – Importzölle – müssen jetzt leider Ihre Firmen und Bürger ausbaden. Ihnen persönlich aber kann das eh egal sein, denn Ihr dumpfes Wahlvolk ist so gedrillt, dass es das Ergebnis weder Ihnen noch Herrn Draghi ankreiden wird, sondern ganz allein mir.“

  3. Avatar

    frank.trg

    7. März 2017 14:34 at 14:34

    Das ist ein Witz… Ein Land das weder seine Grenzen schützen kann, noch in der Lage ist Wahlkampfauftritte ausländischer Politiker die offen gegen das Land wettern zu unterbinden, stellt sich nun der neuen US-Regierung in den Weg??? hahaha. Das ist so lächerlich. Die Amis und Trump zittern schon…

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    Walter Schmid

    7. März 2017 17:12 at 17:12

    Trump wird sicher sehr nett zu Raute-Hand sein, aber ernst nehmen wird er sie nicht. Merkel wirkt im Vergleich zu Trump ja auch geradezu schwächlich.

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    N.Ritter

    7. März 2017 19:39 at 19:39

    Wenn im Kanzleramt, im Finanzministerium und im Wirtschaftsministerium auch nur ein Funken volkswirtschaftlicher Sachverstand vorhanden ist, dann wissen sie dort, dass die Amerikaner nicht von Handelsverträgen und Geldpolitik reden, sondern von schwarzer Null, Investitionsstau, Austeritätsdruck auf den Rest Europas, Lohnzurückhaltung, Renten- und Sozialkürzungen etc pp.
    Sich dumm stellen und auf die EU und die EZB zeigen, scheint mir keine besonders pfiffige Strategie zu sein.

    • Avatar

      Gerd

      8. März 2017 10:26 at 10:26

      Richtig, die Argumente sollten nicht vergessen werden.

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

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fashionette: Onlineshop für Luxus-Shopping geht an die Frankfurter Börse

Claudio Kummerfeld

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Bürotürme in Frankfurt

fashionette ist kein normaler Onlineshop für Klamotten und Schuhe. Nein, hier werden nur hochpreisige Handtaschen, Schuhe, Schmuck etc verkauft. Darauf hat sich die Düsseldorfer fashionette AG spezialisiert. Man konzentriert sich auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Nach eigenen Angaben bietet das Portal 11.000 Artikel von 150 Premium- und Luxus­marken, und hat pro Monat mehr als 3 Millionen Seitenaufrufe. Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2019 bei 73 Millionen Euro, und der Gewinn (EBITDA) lag bei 6,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 9,3 Prozent.

Die Deutsche Börse hat heute offizielle Angaben zur Aktienzeichnung und zum ersten Handelstag an der Börse für das Unternehmen veröffentlicht. Die Aktienzeichnung für den Börsengang der fashionette AG (ISIN: DE000A2QEFA1) an der Frankfurter Wertpapierbörse ist heute gestartet und wird voraussichtlich bis zum 27. Oktober andauern. Inklusive der Mehrzuteilungsoption werden bis zu 3.605.000 Aktien angeboten, die Bookbuilding-Spanne liegt bei 30,00 bis 38,00 Euro je Aktie. Der erste Handelstag der fashionette AG im Segment Scale ist laut der Deutschen Börse für den 29. Oktober geplant.

Beim Klick an dieser Stelle finden sie alle Detaildaten zu dieser Emission bei der Frankfurter Börse.

Der Börsengang von fashionette hat einen Gesamtumfang von bis zu 137 Millionen Euro. Aber der Großteil der Papiere werden vom aktuellen Hauptaktionär Genui verkauft, womit ein Großteil der Emission nicht in der Firma landet, sondern an den Altaktionär fließt. Im Unternehmen werden von der Emission wohl 36-46 Millionen Euro ankommen.

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