Folgen Sie uns

Indizes

Der Dax in der Big-Picture-Analyse: Bärenfutter

Mit dem Unterschreiten des November-Tiefs 2018 hat sich der Index etlicher jüngst noch möglicher bullischer Fortsetzungs-Muster entledigt..

Redaktion

Veröffentlicht

am

Eine Analyse von Michael Borgmann, Technischer Analyst und Journalist

 

DAX – Kursstand bei Erstellung der Analyse am 09.12.2018 = 10.788,09 – Analyse erstellt von Michael Borgmann, Technischer Analyst und Journalist

Einleitung: Mit dem Unterschreiten des November-Tiefs 2018 hat sich der Index etlicher jüngst noch möglicher bullischer Fortsetzungs-Muster entledigt. Hierdurch hat sich die charttechische Gesamt-Situation mittel- bis langfristig gelinde gesagt ein wenig dramatisiert. Es besteht zwar nicht zwingend ein Grund in Verkaufs-Panik zu fallen, aber dennoch bestehen mittel- und langfristig nun recht hohe Risiken insbesondere dann für den Dax, wenn er es in den nächsten Wochen nicht schaffen sollte, sich wieder über den Bereich 11.750/12.050 zu erheben und dort zu etablieren. Erste Hinweise, wie es tatsächlich um den Dax steht, würde es bei Rückläufen an ca. 11.300/11.400 geben, ist bereits diese Zone ein zu starker Widerstand, steigt die Gefahr, sich in den nächsten 12-60 Monaten wohl auch mit Kursen im deutlich vierstelligen Bereich befassen zu müssen. Die folgende charttechnische Betrachtung versucht etwaige Anlauf- und Unterstützungs-Zonen aufzuzeigen und somit auch potenzielle Wende-Marken. Eine fundamentaler Abgleich fand dabei nicht statt.

Mittel- bis langfristige relevante (charttechnische) Aussagen:

– Der Index erreichte am Freitag im Wochen-Chart fast das untere Bollinger-Band (BB), somit gilt dieser Zeit-Einheit (ZE) in den nächsten Wochen erhöhte Aufmerksamkeit, da sich hier eine irgendwann einsetzende nachhaltigere Bodenbildung am ehesten zeigen/andeuten wird. Dazu muss man wissen, dass fast alle Trendumkehren der letzten Monate und Jahre im Dax  aus einer bullischen Wochenkerze am unteren Bollinger-Band (meistens wurde zuvor auch zum Teil deutlich außerhalb der BB gehandelt!) resultierten.

  • Der Index besitzt nun im Bereich  von ca. 11.850/12.050 eine eindeutige charttechnische horizontale „Abriss-Kante“ im Wochen- und Monats-Chart und solange in diesen beiden ZE die Schlusskurse nicht darüber hinweg kommen, bleibt der Dax-Chart übergeordnet bärisch, zumal sich zusätzlich (im Verbund mit den Gleitenden Durchschnitten im Monats-Chart und dem laufenden, sich derzeit neu etablierenden, Abwärtstrend seit dem ATH) für die nächsten Monate ein extrem starker Kreuz-Widerstand ausgebildet hat
  • Demgegenüber steht eine vermeintlich halbwegs robuste Unterstützungs-Zone im Sektor bei ca. 10.600/10.800, welche sich seit Ende dieser Woche unter Attacke befindet.
  • Ein weiterer übergeordneter Support dieser Art läge erst wieder bei ca. 10.000 Punkten (ca. 9.800/10.100). Diese Zone ist extrem stark gestützt. Neben der ohnehin runden 10.000er-Psycho-Marke lägen dort im Monats-Chart der EMA100 und die Wolken-Oberkante der Kumo sowie eine vertikal verlaufende stützende Zone, die sich aus den Monats-Schlusskursen des Monats-Charts seit 2014 ableiten lässt (im Prinzip sogar seit 2007!).
  • Apropos EMAs und SMAs: Der Index hat auf Tages- und Wochen-Basis am Freitag alle relevanten „Gleitenden Durchschnitte“ nach unten bestätigt aufgegeben und handelt nun den dritten Monat in Folge außerhalb der Monats-BB. Es hat sich inzwischen also ein sehr starker und extremer Trend ausgebildet.
  • Die aktuelle Grund-Konstellationen gab es so in der Form vom Gesamtbild her in den letzten 25 Jahren nur zu den großen und kleineren Crashs der Perioden 1999/2003, 2008/2009, 2011 sowie 2015/2016.
  • Auf der vertikalen Ebene der noch vorhandenen Aufwärtstrend-Linien sieht es ebenfalls auch eher dramatisch aus, denn dort läuft aktuell frühestens im Sektor 8.000/8.200 etwas zusammen. Es mag ein Zufall sein oder eben auch nicht, aber exakt dort wurden in den Jahren 2000 und 2007 Tops ausgebildet, von denen die Abpraller derart stark waren, dass der Dax jeweils etliche Jahre brauchte, um diese wieder zu erreichen bzw. zu überwinden. Insgesamt waren es 13 Jahre, bis sich der Dax 2013 endlich entschloss, „oben raus“ zu gehen. Die dort bis ca. Sommer 2019 verlaufende Aufwärtstrend-Linie (via Lows aus 2003/2009) bildet somit im Verbund mit den Highs aus 2000/2007 sowie dem dort ebenfalls verlaufenden Monats EMA200 den wohl stärksten Support-Bereich, den der Dax-Chart aufzuweisen hat! Somit ist die erweiterte Zone 7.600/8.200 (Kern ca. 7.900/8.150) zur Zeit die „Mutter aller Dax-Supports“.
  • Da die Haupt-Supports definiert sind, muss man natürlich auch noch schauen, was darunter käme. Hier wären noch je ca. 7.150 und 6.420 zu erwähnen sowie die Zone um 5.000 Punkte.
  • Es gibt natürlich auch noch den Weg nach OBEN, auch das sei schnell erzählt, viel mehr als die Hochs aus 2015 im Sektor 12.400 sind wohl kaum noch machbar in nächster Zeit und erst über 13.200/13.600 kämen noch ca. 14.200/14.300 in Frage. Darüber hinaus bleibt es aktuell fraglich, ob der Index zuvor die Sektoren 11.300/11.400 sowie 11.750/12.050 überhaupt ernsthaft attackieren geschweige denn nachhaltig überwinden kann!

 

Fazit:

 

Der Dax wirkt so als wäre er mittel- bis langfristig „im Arsch“ hat aber durchaus ein paar zum Teil in Sichtweite befindliche charttechnische starke Support-Zonen, von wo aus es zum Teil zu deutlichen Erholungen kommen dürfte. Dies wäre zum einen die Zone von ca. 10.600/10.800 sowie natürlich zum anderen insbesondere der Bereich um 10.000 Punkte. Aktuell sieht es so aus, dass diese Erholungen entweder nur bis ca. 11.300/400 oder aber auf maximal ca. 11.750/12.000 limitiert sein dürften. Aus charttechnischer Sicht wäre dann verstärkt auf Trendumkehren zu achten und entsprechend zu agieren. Das zuletzt für den Intraday-Handel geltende Motto der letzten Wochen „Kaufe an Supports, verkaufe an Widerständen!“ hat nun also auch das mittel- und langfristige Chartbild erreicht. Übergeordnet droht dem Index somit ein Kampf mit der Schwerkraft, den er vermutlich verlieren wird. Aber irgendwann ist ja auch Felix Baumgartner sanft gelandet….

 

 

 

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Inflation und das Paradox der Erwartungen! Marktgeflüster (Video)

Eines scheint für die Investoren klar zu sein: wenn die Coronakrise überwunden ist, kommt die Inflation. Aber das wäre besonders schlecht für den Reflations-Trade!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Eines scheint für die Investoren klar zu sein: wenn die Coronakrise überwunden ist, kommt die Inflation – deshalb spielen alle Investoren den „Reflations-Trade“ und kaufen vor allem Aktien aus den Sektoren Energie, Industrie und Materialien. Es sind aber vor allem diese Sektoren, die eine besonders hohe Verschuldung aufweisen – und aufgrund der Politik der Notenbanken dennoch derzeit extrem günstig Schulden machen können. Aber wenn die Inflation wirklich steigt, dann beginnen die Kapitalmarkt-Zinsen zu steigen – und das erschwert die Tragfähigkeit der Schulden jener Unternehmen, die derzeit im Reflations-Trade gekauft werden. Im Grunde ist das ein Paradox: wenn die Inflation wirklich käme, wären diejenigen Aktien die Verlierer, die im Reflations-Trade derzeit immens nach oben gekauft werden..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Indizes

Rüdiger Born: Nachbesprechung für Nasdaq-Szenario

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Gestern hatte ich im Video und im Trade des Tages ein Aufwärtsszenario im Nasdaq besprochen. Heute folgt sozusagen die Nachbesprechung. Wie geht es weiter im Nasdaq? Mehr dazu in diesem Video.

Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

BORN-4-Trading – Trading-Ideen kostenfrei aufs Smartphone! Aktuelle Trading-News, Handelsideen und Trader-Know-how, Rüdiger Born sendet seine Einschätzungen direkt auf Dein Smartphone, entweder als Video- oder Voice-Nachricht oder einfach als schneller Text mit Bild. Welche Märkte kann man handeln, wo gibt es interessante aktuelle Trading-Setups, wo wären Einstiege möglich oder aber Stopps sinnvoll? Brandaktuell, überall und in gewohnt professioneller und spritziger Art. Klicke dazu einfach an dieser Stelle.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Allgemein

Biden sei dank: Märkte glauben an die große Rettung – Risiko war gestern

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Joe Biden tritt heute sein Amt als US-Präsident an. In Windeseile wird er sich offenkundig daran machen sein 1,9 Billionen US-Dollar schweres Stimulus-Paket durch den US-Kongress zu bekommen. Die dortige Mehrheit ist zwar hauchdünn. Aber die Märkte sind frohen Mutes. Woran man das sieht? Schauen wir auf den folgenden Chart im Tweet. Er zeigt die Rendite für US-Schrottanleihen (Junk Bonds). Dies sind Anleihen, bei denen das Ausfallrisiko besonders hoch ist. Da Anleger für ein hohes Risiko entschädigt werden wollen und müssen, erhalten sie höhere Renditen als Inhaber von (vermeintlich sicheren) Staatsanleihen. Die Rendite fungiert hier also als Risikoprämie.

Die Höhe der Risikoprämie zeigt an, für wie ausfallgefährdet der Markt diese Anleihen hält. Je höher die Rendite, desto höher ist in den Augen des Kapitalmarkts das Risiko, dass die begebende Firma dahinter pleite geht, und somit die Anleihe nicht zurückzahlen kann. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2010 den Verlauf der Rendite bei US-Schrottanleihen. Zum Start der Coronakrise im März 2020 schoss die Rendite von 5 Prozent auf über 11 Prozent in die Höhe. Und danach beruhigte sich die Lage wieder, aktuell auf nur noch 4,13 Prozent – ein Rekordtief! In den letzten Monaten kamen die Impfstoff-Hoffnungen auf. Und jetzt seit einigen Tagen wird der große Stimulus in den USA immer konkreter. Wie gesagt, Joe Biden wird heute vereidigt. Und wie seine neue Finanzministerin Janet Yellen gestern klar machte, wird man die US-Volkswirtschaft kräftig mit Geld fluten.

Und wie sie sagte, sei das kräftige Schuldenmachen im Augenblick wichtiger als der Blick auf eine zu hohe Staatsverschuldung. Die müsse man zwar später mit höheren Unternehmenssteuern wieder abbauen, aber kurzfristig müsse man sich stark neu verschulden und die Konjunktur anfeuern. Und ja, der Kapitalmarkt scheint fest daran zu glauben, dass somit die Schrottunternehmen weiterhin im Spiel bleiben, und ihre Schulden weiterhin bedienen können. Wenn nur genug frisches Geld vom Staat kommt, geht die Party also weiter? Dieser Chart zeigt es jedenfalls an. Die Risikoprämie sinkt immer weiter, auf wie gesagt ein Rekordtief von nur noch 4,13 Prozent.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Blick nach Deutschland

Aber schauen wir auch mal nach Deutschland. Hier sehen wir im folgenden Langfristvergleich seit dem Jahr 2010, wie die Rendite für deutsche Staatsanleihen immer weiter fällt, und der Dax (orange) immer weiter steigt. Das immer weiter sinkende Zinsniveau (in Deutschland dank hoher Bonität deutliche Negativrendite) treibt die Anleger in Aktien, Immobilien etc. Aktuell notieren die Aktienmärkte an ihren Allzeithochs. Heute hat auch der deutsche Staat mal wieder für 30 Jahre laufende Anleihen verkauft, mit einem Bruttovolumen von 1,5 Milliarden Euro. Die Nachfrage lag bei einem Volumen von 1,79 Milliarden Euro.

Und (wie gesagt 30 Jahre Laufzeit) die Emissionsrendite lag bei minus 0,13 Prozent, nach minus 0,06 Prozent im November. Immer weiter sinkende Zinsniveaus, immer mehr Stimulus – da wird die Lücke doch gut aufgefangen oder besser gesagt aufgefüllt, die Corona gerissen hat? Und diese Rettungsorgie wird vor allem in den USA kräftig weiter gehen, davon darf man ausgehen. Und so könnte man glatt sagen, dass „Risiko“ bei Anleihen irgendwas war, dass man mal kannte – aber heute gibt es das nicht mehr?

Chart zeigt Vergleich von Dax gegen Anleiherenditen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage