Aktien

Der Dax mit einem Hammer, der Boom und die Schulden, und das große Geld wartet auf eine Korrektur

FMW-Redaktion

Der Dax hat am Freitag einen „Hammer“ ausgebildet – sagt Jochen Stanzl, und das sei doch eigentlich ein gutes Zeichen. Stanzl aber sagt auch: die Welt ist derzeit trotz der derzetiigen Boom-Phase nicht in der Lage, die Verschuldung zu reduzieren. Können in einem solchen Umfeld überhaupt die Zinsen steigen?

Ronald Gehrt verweist auf einen fehlgeschlagenen Ausbruchsversuch beim Dax, der nun eine „wackelige zweite Chance“ bekomme:

Blickt man auf den großen Bruder an der Wall Street, so ist trotz aller Euphorie eines zu konstatieren: die Anstiege laufen unter eher mäßigem Volumen, das ganz große Geld macht diese Anstieg nicht mit und wartet auf eine Korrektur für den Einstieg. Derzeit müsste der S&P 500 ca. 13% fallen, um seine 200-Tage-Linie zu erreichen! Am Mittwoch und Donnerstag berichten die FANG-Aktien ihre Zahlen, dazu auch Microsoft:



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

9 Kommentare

  1. Der Hammer ist heute die 10 Jährige Dtl‘s. Die 10 Jährige der USA steigt und steigt und keinen interessiert es. Wie lange kann das gut gehen?

  2. Endlich einmal ein längerer Exkurs über die Zwänge der Notenbanken als verlängerter Arm ihrer Regierungen. Also nicht der oft zitierte „Amoklauf von irrgeleiteten Zentralbanken“. Schuldenexzesse mündeten historisch schon hundertfach in Währungsreformen mit einem gewaltigen Kapitalschnitt. Weg zwei ist die finanzielle Repression als Schuldenentwertungslösungsansatz (eigentlich schon mehrere Jahre bekannt, aber ohne große Reaktion seitens der Anleger hierzulande): Enteignung der Sparer über eine steigende, aber im Zaum zu haltende Inflation – oder wie es Jochen Stanzl ausdrückt – die Zinssätze müssen in den jeweiligen Ländern unterhalb der Inflationsrate bleiben. Egal, was die Finanzmärkte so ständig einpreisen. Was sind nun die Schlussfolgerungen aus diesem gewaltigen Experiment der Notenbanken? Aus meiner Sicht eine weitere finanzpolitische Unterstützung von Sachanlagen (kurzfristige Korrekturen natürlich beinhaltend), bis das Domoklesschwert Inflation ausufert. Dann sind die Notenbanken weitgehend machtlos. So meine derzeitige Sicht.

  3. was Stanzl da sagt sollte man sich sehr genau anhören, stimmt zu 100%. Der Typ schaut aus wie ein Milchbubi, aber seine heutige nüchterne Analyse der Notenbankoptionen zeigt ein wirklich hervorragendes Verständis der Faktenlage.
    Wir werden ganz klar sehen, daß die Notenbanken die Zinsen nicht in der Geschwindigkeit anheben werden als dem Anstieg der Inflationsrate entspricht.
    Die Realverzinsung wird daher im Verlauf der nächsten 20 Monate deutlich negativ werden. Meines Erachtens, das hab ich hier schon mehrmals geäussert, ein hervorragendes Umfeld für Gold. Rücksetzer aggressiv kaufen.
    Besonders aus Sicht des Euroraumes, denn ich erwarte einen fallenden Euro gegen Dollar, bald wird man anfangen müssen über die Italienwahl zu reden. Zudem ist der der COT Report, was den Euro betrifft, ebenfalls eindeutig.

    1. @PK, alles richtig, aber wenn es zu einer verstärken Flucht aus dem Dollar kommen sollte, würde die Fed schon deshalb gezwungen sein, die Zinsen anzuheben, um eben diese Flucht aus dem Dollar einzudämmen – so wie in den späten 1970er-Jahren..

      1. die Frage ist aber doch, wieviel können die die Zinsen anheben ohne weiteren Kollateralschaden anzurichten. Da kommt die Fed schnell an ihre Grenze.
        Was passiert denn mit der US-Wirtschaft, wenn die höheren Zinsen wirklich deutlich in der vollkommen überschuldeten Privatwirtschaft ankommen ?
        Stichwort Immobilien, Aktien, Studentenloans etc. etc.
        Alle Regierungen stehen aktuell nur deshalb mit glänzenden Bilanzen da, weil sie quasi keine Zinsen mehr zahlen. Niemand kann sich eine Rückkehr zu alten Zeiten leisten. Steigender Inflation steht man daher völlig hilflos gegenüber. Es gibt keine Lösung, zumindest keine angenehme.
        Den Notenbanken sind die Hände gebunden.
        Natürlich gewinnen auch die Aktien durch diese Assetinflation, aber ich denke insgesamt profitieren die Rohstoffe, speziell Gold mehr, hier ist viel mehr Nachholbedarf. Aktien sehe ich dieses Jahr als nicht mehr lohnenswert an und würde da erst nach einer 15% Korrektur wieder neu einsteigen.

        1. @PK, was meinen Sie zur Drückung des Goldpreises durch die Notenbanken? Ich halte das eher für eine Verschwörungstheorie, aber viele namhafte Experten sind da ziemlich sicher.

          1. völlige Verschwörungstheorie. Wie soll das auch funktionieren ?
            Der Preis kann nur gesenkt werden, indem die Zentralbanken dauerhaft als Verkäufer auftreten. Die Zentralbanken treten aber aktuell als Netto-Käufer auf. Und selbst wenn sie verkaufen würden, irgendwann wär das Gold weg und die Mengen würde er Markt sowieso verkraften.
            Es gibt in den Märkten viele Verschwörungstheorien, die meisten entstehen deshalb, weil sich Assets nicht so entwickeln wie von den Anlegern erhofft und dienen damit der Rechtfertigung für die eigene Fehlentscheidung.

  4. Herr Fugmann hat recht,
    die Restwelt ist nicht mehr bereit das katastrophale Wirtschaften der Amis mit tiefen Zinsen zu finanzieren, vor allem das naive öffentliche Zugeben der Dollarabwertung wird bestraft.Übrigens die FED kann hauptsächlich die kurzen Zinsen beeinflussen

  5. Wenn alle Währungen zum Teufel gehen werden, so wird der US-Dollar dabei wohl der Letzte sein.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage