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Der Dax steht vor einer wichtigen Woche – 13.000-Punkte-Marke im Blick

Der Dax steht vor einer wichtigen Woche - 13.000-Punkte-Marke im Blick

Rezessionssorgen und die bevorstehende Energiekrise dürften in der neuen Woche weiterhin das Geschehen im Dax beeinflussen. Allerdings scheint sich die Risikoaffinität der Anleger angesichts der jüngsten Erholung zu erhöhen. Der Dax konnte an den letzten drei Handelstagen jeweils mehr als ein Prozent zulegen. Am Freitag notierte der Deutsche Aktienindex zur Schlussglocke über der runden Marke bei 13.015 Punkten und beendete damit die turbulente Woche mit einem Plus von 172 Punkten (1,34%). Auf Wochenbasis stand unter dem Strich ein Zugewinn von knapp 1,6 Prozent zu Buche.

Starke Wall Street treibt Dax an

Auftrieb erhielt der Dax zuletzt von einer starken Wall Street. Die US-Börsen befinden sich im Gegensatz zum Dax schon seit drei Wochen auf Stabilisierungskurs. Das jüngst veröffentlichte FOMC-Protokoll hatte die Erholung weiter angeheizt. Darin zeigte sich, dass Jerome Powell sowie seine Amtskollegen von der Fed zuversichtlich sind, was die Entwicklung der US-Konjunktur angeht. Damit haben sie für ein wenig Optimismus an den Aktienmärkten gesorgt. Die US-Notenbank bleibt in ihrer Rhetorik dennoch hawkish.

Die Marktteilnehmer spekulieren aber darauf, dass die Fed die Zinsen wegen der sich eintrübenden Konjunktur nicht so stark anheben kann. Die gute Stimmung hatte am Freitag mit der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten jedoch einen kleinen Dämpfer erhalten. Anders als erwartet ist die Anzahl neu geschaffenen Stellen deutlich höher ausgefallen. Der Arbeitsmarkt präsentiert sich also weiterhin robust. Damit hat die Fed zusätzlichen Spielraum, um die Zinsen anzuheben.

Gas-Krise als Belastungsfaktor

Neben den Rezessionsängsten steht hierzulande ebenfalls die Gas-Krise im Fokus. Heute stellt Russland die Gaslieferungen über Nord Stream 1 ein, da es in den nächsten 10 Tagen zu einer planmäßigen Wartung an der Pipeline kommt. Ob das russische Gas anschließend wieder fließt, ist derzeit noch nicht abzusehen. Dies dürfte für Unsicherheit sorgen und folglich das Börsengeschehen im Dax beeinflussen. Anleger werden indessen die Entwicklung in der Causa Uniper weiter verfolgen.

Der Dax konnte ausgehend von seinem neuen Jahrestief bei 12.390 Punkten eine Erholungsrally bis über die 13.000 Punkte-Marke vollziehen. Eine Erholung macht aber noch keine Trendwende. Dafür muss der Dax den Bereich bei 13.378/443 Punkten nachhaltig überwinden. Solange der deutsche Leitindex nicht darüber angestiegen ist, steht die Erholung noch auf wackeligen Beinen. Die Chancen stehen dennoch gut, dass der Leitindex in den kommenden Tagen den Widerstandsbereich anvisiert. Die Stimmung sowie die Positionierung sind immer noch sehr bärisch, was die Erholung zunächst noch antreiben kann – zumal bis Mitte Juli die Saisonalität sehr günstig ist.

News und Konjunkturdaten

In der neuen Handelswoche stehen neben spannenden Konjunkturdaten ebenfalls der Beginn der US-Berichtssaison im Mittelpunkt. Das Augenmerk der Dax-Anleger liegt zuerst auf den ZEW-Konjunkturerwartungen am Dienstag. Am Mittwoch dürften dann die mit Spannung erwarteten US-Inflationsdaten die Märkte im Griff haben, bevor am Donnerstag noch die US-Erzeugerpreise folgen. Zum Abschluss der Woche richtet sich der Blick schließlich auf das BIP in China und die US-Einzelhandelsumsätze.

Am Donnerstag eröffnen traditionell die US-Banken die Berichtssaison – den Anfang machen JPMorgan und Morgan Stanley. Einen Tag später legen Wells Fargo und Citibank ihre Quartalszahlen vor. Neben dem Zahlenwerk steht vor allem der Ausblick auf das dritte und vierte Quartal im Fokus. Die Anleger wollen wissen, inwieweit sich die Belastungsfaktoren zukünftig auf die Unternehmensgewinne auswirken.

Dax: Wo heute die wichtigen Marken für den Handelstag liegen

Zum Wochenstart notiert der Dax deutlich schwächer. Im frühen Handel ist er bis an die 50-Stunden-Linie bei 12.850 zurückgefallen. Kann er die Unterstützung halten und anschließend über 12.880 ansteigen, wäre Platz bis zum Pivot bei 12.918 und dem Widerstand bei 12.925. Um das Gap bei 13.015 anzuvisieren, muss er zusätzlich die Hürde bei 12.970 überwinden. Das nächste Ziel wäre dann das Gap sowie die SMA20 (D1) bei 13.026. Oberhalb der SMA rücken der Pivot R1 13.071 und die Hürde bei 13.126 in den Fokus. Der Leitindex könnte später noch das Zwischenhoch 13.176 und das nächste offene Gap bei 13.231 ansteuern.

Bevor der Dax seine Erholung fortsetzt, könnte er den Rücklauf noch etwas ausweiten. Unterhalb von 12.850 dürfte er die Unterstützung bei 12.804 anlaufen. Darunter befindet sich eine weitere Unterstützungszone aus dem 38er Retracement 12.775, dem Freitagstief 12.766 und der Horizontalen 12.750. Bei einem Durchbruch nach unten dürfte der Dax die Unterstützungslinie aus dem Wochenchart bei 12.716 und das 50er Retracement bei 12.701 testen. Hier sollte es spätestens wieder aufwärts gehen, andernfalls dürfte sich der Rücksetzer bis ans 61er Retr. bei 12.630 ausdehnen.

DAX Ausblick - ABC-Korrektur nach dem Aufwärtsimpuls

Dax Unterstützungen (US)

12.804 – mehrfache US/WS

12.766 – Tagestief 08.07.

12.750 – horizontale US

12.693 – Tagestief 70.07.

12.668 – Tageshoch 06.07.

12.624 – Bulle-Bär-Marke

12.594 – Gap 06.07.

12.509 – Tagestief 06.07.

12.438 – März-Tief

12.401 – Gap 05.07.

12.390 – Tagestief 05.07. / Jahrestief

12.209 – US Wochenchart

Dax Widerstände (WS):

12.879 – Zwischenhoch (M15)

12.918/925 – Pivot Punkt / WS

12.970 – horizontaler WS

13.019 – Tageshoch 08.07. / SMA20 (D1)

13.071 – Pivot R1

13.126 – mehrfacher WS/US

13.172 – vorbörsliches Hoch 29.06.

13.231 – Gap 28.06.

12.358/378 – Tageshoch 28./27.06.

13.443 – Doppeltop 16./21.06.

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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