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Der Dax über der 200-Tage-Linie

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Der Dax hat heute die 200-Tage-Linie überwunden mit dem Anstieg über die 10300er-Marke. Nun ist diese 200-Tage-Linie der vielleicht am meisten beachtete gleitende Durchschnitt an den Märkten – viele Fonds-Manager achten auf diesen gleitenden Durchschnitt.

Sehen wir uns einmal an auf Basis eines Tages-Charts beim Dax, ob und wie dieser gleitende Durchschnitt wirklich eine Signalfunktion beim Dax hat:

Dax200Tagelinie

Und siehe da: würde man die 200-Tage-Linie als Signal beachten beim Dax, hätte sich das gelohnt. Hätte man also den Index gekauft, wenn der Kurs von unten kommend über die Linie gestiegen bzw. verkauft wenn der Kurs von oben kommend unter die 200-Tage-Linie gefallen wäre, hätte sich das gelohnt.

So etwa im Frühling 2011, als der Dax unter die 200-Tage-Linie fiel und dann von 7000 Punkten auf 5000 Punkte stürzte. Zwischen 2012 und 2014 blieb der Dax stets über der Linie, manchmal von oben kommend auf ihr aufsetzend. Im Jahr 2014 wurde es dann schwieriger, weil der Markt zwar Druck beim Bruch der Linie bekam, sich dann aber erholte und beim Bruch nach oben wieder Strecke machte. Das beste Signal aber ergab sich Ende 2014/Anfang 2015, als der Dax mit dem Bruch der Linie von unten kommen eine massive Rally absolvierte.

Gute Signal-Qualität dann auch der Bruch der Linie im Sommer 2015, als der Dax von 11.000 Punkten auf 9340 Punkte verlor. Ende 2015 dann wiederum kündigte der Bruch der 200-Tage-Linie Unheil an.

In der Summe scheint die Trefferquote also nicht ganz schlecht zu sein – als ein Faktor neben vielen anderen, die man charttechnisch beachten kann. Nach dieser Logik hätte der Dax also heute ein Kaufsignal gegeben..

13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    GN

    19. April 2016 12:40 at 12:40

    ….toll, diese sinnlose Nachbetrachtung!!! Was ihr allein in den letzten Monaten für Thesen, Analysen und Spekulationen aufgestellt habt…..da wird einem ganz schwindelig von dem Wechsel der Ansichten…..VG

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      19. April 2016 12:46 at 12:46

      @GN, das ist glaube ich keine sinnlose Nachbetrachtung und auch kein Wechsel der Ansichten, sondern ein Hinweis, dass der Dax über die 200-Tage-Linie gestiegen ist – mit dem Blick in die Vergangenheit anhand der Fragestellung, ob diese Linie ein brauchbarer Indikator ist oder eben nicht..

  2. Avatar

    GN

    19. April 2016 12:59 at 12:59

    ……juhu, nachdem der DAX so ca. 20% von seinem Jahrestief entfernt ist, endlich ein „Kaufsignal“…..

  3. Avatar

    GN

    19. April 2016 13:08 at 13:08

    ……ja, gut, daß solche simplen Handelsstrategien auch immer funktionieren und wir deshalb alle reich werden…….ich höre das jetzt seit 20 Jahre: „a la lounge können Aktien nur steigen“……fragt sich nur, wie alt man dafür werden muß, und wieviel Schlaftabletten man nehmen muß, um in den vermeintlichen Genuß zu kommen….

  4. Avatar

    Robert1402

    19. April 2016 13:46 at 13:46

    Naja (GA) Ihre 15 Zeilen Kommentar waren auch nicht besonders ergiebig und informationsreich…
    Warum lesen Sie dann überhaupt den Artikel wenn Sie es eh schon wissen. Man brauch ja keine Dr. um zu wissen was sich hinter der Überschrifft verbirgt?
    Bedanken Sie sich doch lieber.. die Informationen hier sind doch kostenlos. Keiner Zwingt Sie hier auf der Seite zu lesen und erst recht nicht danach zu handeln.
    Oder am besten Sie machen eine eigene Seite auf.. ich bin mir sicher da werden alle Ihre Leser am tiefsten Punkt rein gehen und am höchsten aussteigen!

  5. Avatar

    Mulo Mulinski

    19. April 2016 14:47 at 14:47

    Gut, dass ich schon seit der 1000 Punkte-Marke long dabei bin.

  6. Avatar

    GN

    19. April 2016 15:07 at 15:07

    ….sorry, aber die letzten Monate, waren die Chart-Prognosen von FM alles andere als „ergiebig“ , obwohl die fundamentale Analyse absolut nicht falsch war. Nur meine ich zu bemerken, daß man jetzt auch fundamental die Seite wechselt…..ich kann da falsch natürlich liegen……

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      19. April 2016 15:11 at 15:11

      @GN, wir wechseln nicht die Seiten; aber klar ist auch, dass vor allem der Bruch des zentralen Widerstands bei 10100/20 im Dax eben charttechnisch positiv ist (jenseits der Tatsache, dass vor allem fundamental etwa die US-Aktienmärkte schlicht sehr teuer sind – aber was teuer ist kann auch noch teurer werden..); das muss man zur Kenntnis nehmen, ob einem das passt oder nicht; wenn dagegen wichtige Unterstützungsbereiche gebrochen werden, muß man auch das zur Kenntnis nehmen..

      • Avatar

        GN

        19. April 2016 15:25 at 15:25

        ……das mag absolut richtig sein, nur kauft man jetzt aber auch einen völlig überteuerten Markt!!! Der kann Morgen schon wieder aus einem nichtigen Grund kippen!!! Ich gehe eh nur davon aus, daß die Notenbanken die „Märkte“ nach oben ziehen, damit nicht alles kollabiert…….ihr habt doch völlig richtig die Absurdität des Ölpreises erkannt.

        Die Notenbanken wissen daß der Ölpreis ein Schlüssel ist. Somit ist der einfachste Weg diese Futures zu kaufen. Schon glaubt alle Welt: Alles ist gut…….wie lange dieses Spiel läuft bleibt abzuwarten….VG

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          19. April 2016 15:42 at 15:42

          @GN, im Vergleich zu den US-Märkten ist der Dax nicht zu teuer.. Ich glaube nicht, dass die Notenbanken selbst Öl-Futures kaufen, man redet eher den Dollar schwach denke ich..

          • Avatar

            GN

            19. April 2016 17:58 at 17:58

            ….hm, seit Mitte Februar steigt der Ölpreis ohne jegliche fundamentale Begründung. Einfach so, wie von Zauberhand…..die FED hat nach meinem Wissensstand für 3,5 Billionen (am. Trillion) Aktien am Markt gekauft. Warum sollte sie dann nicht auch Öl-Futures kaufen, um den Aktienmarkt nicht weiter abschmieren zu lassen……auch die SNB ist nachweislich am Aktienmarkt hoch investiert……was die Notenbanken alles außerhalb der parlamentarischen Kontrolle treiben, werden Außenstehende nur dann erfahren, wenn jemand „flüstert“……wie war das noch mit den geheimen Anleihekaufprogrammen der nationalen Notenbanken??? Zum guten Schluß: Ich bin 20 Jahre am Markt, so einen völlig irrationalen Markt habe ich bislang noch nicht gesehen. Mag ja sein, daß die Alternativen fehlen……schauen Sie doch nur einen einzigen Tag zurück…..und so geht das jetzt seit 2012……jeder Einbruch wird verhindert….VG

            Ps: Bitte mir jetzt nicht den Short-Spueeze erklären, gerade das macht es ja einfach Märkte nach oben zu manipulieren…..von Markt möchte ich überhaupt nicht mehr sprechen, denn Notenbanken haben an diesen Märkten überhaupt nichts verloren, wenn man die herrschende u. für mich fragwürdige Ökonomie befragt. Die sollen sich aus allem raushalten, wenn es darum geht Gewinne einzufahren……gehen die Spekulationen in die Hose, wird sofort nach der rettenden Notenbank geschrien…..sowie das Kind nach der Mama, wenn es hingefallen ist….VG

  7. Avatar

    Thomas

    19. April 2016 15:31 at 15:31

    Einfach mal abwarten.
    Vielleicht schließen wir ja doch wieder unter dieser Linie.

  8. Avatar

    Steven

    19. April 2016 22:58 at 22:58

    Seit 20 Jahren am Markt hm?
    Noch nie so einen irrationalen Markt erlebt !?

    …aber ganz schlau daher reden was man alles besser weis und andere (FMW) besser schreiben müsste ….:D

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

Redaktion

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Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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