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Der deutsche Bauboom in aktuellen Zahlen – gigantische Zuwächse

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Der Bauboom endet nicht, sondern geht immer weiter. Die ganz aktuell veröffentlichten Daten der Statistiker untermauern dies. Von Februar 2018 bis Februar 2019 steigen die Umsätze im Bauhauptgewerbe um sagenhafte 10,9% an. Die Beschäftigung legt um 3,2% zu.

Wer in einzelne Teilbereiche schaut, erkennt das Ausmaß der Zuwächse. Ja, das ist ein echter, kräftiger Bauboom – wenn man als Statistiker in Wiesbaden nämlich darauf verweisen kann, das der Bereich “Bau von Gebäuden” nur um 7,0% gewachsen ist. Der Tiefbau legte bei Umsatz um 16,8% zu. Unter den umsatzstärksten Wirtschaftszweigen innerhalb des gesamten Bauhauptgewerbes stiegen die Umsätze beim Rohrleitungstiefbau, Brunnenbau und Kläranlagenbau mit +23,4% sowie beim Bau von Straßen und Bahnverkehrsstrecken mit +22,0% am stärksten. Die folgende Tabelle zeigt die Segmente im Detail.

Bauboom
Viele Baukräne als Beispielbild für den Bauboom. Foto: High Contrast Creative Commons Attribution 3.0 Germany

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Europa

Offizielle Statistiker: Konjunktur-Erholung? Bisher nur minimal

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Erholt sich die gesamte Konjunktur in Deutschland und der EU nach der Coronakrise? Und wie weit ist man bis Juni vom Tiefpunkt im April schon wieder geklettert? Das Statistische Bundesamt hat heute genau dazu Daten veröffentlicht. Es geht um den “Indikator der wirtschaftlichen Einschätzung” (“EU-Wirtschaftsklima”). Lag der Indexwert für die EU im Februar (also vor dem Start der Krise in Europa) noch bei einem normalen Wert von 103, so erreichte er im April seinen Tiefpunkt bei 63,8. Jetzt bis Ende Juni ist dieser Wert nur auf 74,8 Punkte gestiegen. Da fehlt also noch eine Menge, bis sich die Lage wieder normalisiert! Die folgende Grafik zeigt den Verlauf dieses Indikators seit Anfang 2017. Übrigens: Für Deutschland lag der Wert im Februar bei 101,8, im Tief im April bei 72,1, und jetzt im Juni bei 81,9 Indexpunkten. Hierzulande ist die Erholung der Konjunktur also weiter fortgeschritten als im Gesamtschnitt der EU, wenn man nach diesen Daten geht.

Konjunktur-Einschätzung als Grafik

Worum handelt es sich bei diesem Indikator genau? Hier die Erläuterung der Statistiker:

Der Indikator der wirtschaftlichen Einschätzung wird im Auftrag der EU-Kommission durch eine EU-weite Befragung erhoben und ist auf ein langfristiges Mittel von 100 skaliert. Werte über 100 deuten auf ein überdurchschnittlich gutes wirtschaftliches Klima hin und umgekehrt.

Fünf unterschiedlich gewichtete Vertrauensindikatoren bilden dabei den Gesamtindikator. Sie werden in der Industrie (Gewichtung: 40 %), der Dienstleistungsbranche (30 %), bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern (20 %), im Einzelhandel (5 %) und im Baugewerbe (5 %) erhoben. EU-weit war der Vertrauensindikator in allen fünf Bereichen im April 2020 drastisch eingebrochen. Die Erholung im Juni basiert insbesondere auf einem deutlich gestiegenen Vertrauen in der Industrie, dem Einzelhandel und dem Dienstleistungssektor.

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Europa

Eurozone: “Nur” 7,4 Prozent Arbeitslosigkeit – so wird diese Zahl geschönt

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Wow, einfach toll. “Nur” 7,4 Prozent Arbeitslosigkeit  gibt es in der Eurozone im Mai,  schon der April als der schlimmste Corona-Monat war mit ebenfalls nur 7,3 Prozent sehr niedrig, und März mit 7,1 Prozent Arbeitslosenquote. Also, in Euroland herrscht Eitel Sonnenschein? Nein, dem ist nicht so! Der hier gezeigte Chart stammt aus der heutigen Veröffentlichung von Eurostat, der europäischen Statistikbehörde, wo solche Jubelmeldungen wie von heute produziert werden. Man sieht, dass die Arbeitslosigkeit in der Eurozone jüngst nur minimal angestiegen ist. Kaum der Rede wert?

Dieser Chart zeigt die Arbeitslosigkeit im Verlauf der letzten Jahre

So wird die Arbeitslosigkeit runter gerechnet

Da gibt es mehrere Methoden, wie die Arbeitslosigkeit in der Eurozone künstlich aufgebessert wird. Die Arbeitslosenzahlen, die Eurostat veröffentlicht, werden nach einem Verfahren der Internationalen Arbeitsagentur (ILO) berechnet. Entscheidend hierbei ist: Hat sich ein tatsächlich Arbeitsloser aus Sicht der Behörden in den letzten Wochen nicht aktiv um Arbeit bemüht, wird er nicht als arbeitslos im Sinne der Statistik gezählt – obwohl er arbeitslos ist und in seinem Heimatland auch Sozialleistungen als Arbeitsloser bezieht. Deswegen sieht man in der heutigen Statistik für den Monat Mai auch für Deutschland eine Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent, obwohl sie im Mai laut deutscher Arbeitsagentur bei 6,1 Prozent lag. Dementsprechend darf man auch davon ausgehen, dass die Quoten in den anderen Ländern grundsätzlich deutlich höher sind als von Eurostat dargestellt.

Aber wie kann es sein, dass die Arbeitslosigkeit dennoch so extrem niedrig bleibt? Ein Wunder ist das nicht, sondern eher ein Statistik-Wunder! Gut, es gibt das Instrument der Kurzarbeit, aber dennoch nur 7,4 Prozent Quote in dieser Horror-Rezession? Eurostat erwähnt es sogar anhand von Beispielen, wie das möglich ist. Man muss in der aktuellen Veröffentlichung von Eurostat lediglich im Kleingedruckten nachlesen. Zitat Eurostat:

Frau Z war arbeitslos und suchte bis zum COVID-19-Ausbruch aktiv nach einem Arbeitsplatz. Anschließend unterbrach sie ihre Arbeitssuche, um sich um ihre Kinder zu kümmern, bis die Schule wieder aufgenommen wird und sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt verbessert. Frau Z wird im Mai als Nichterwerbstätige und nicht als arbeitslos gezählt.

Herr X war bis März als Techniker im verarbeitenden Gewerbe beschäftigt, arbeitete jedoch im April aufgrund der COVID-19-Einschränkungsmaßnahmen nicht. Sein Arbeitsvertrag bleibt bestehen und ihm wurde von seinem Arbeitgeber versichert, dass er innerhalb von 3 Monaten wieder arbeiten kann. Herr X behält daher eine Bindung an seinen Arbeitsplatz im Sinne der AKE bei und wird daher nicht als arbeitslos eingestuft.

Noch deutlicher kann man es hier nachlesen, Zitat Eurostat:

Die im April 2020 eingeführten COVID-19-Einschränkungsmaßnahmen haben zu einem starken Anstieg der Zahl der Anträge auf Arbeitslosenunterstützung in der gesamten EU geführt. Gleichzeitig suchte ein erheblicher Teil derjenigen, die sich bei Arbeitsämtern angemeldet hatten, nicht mehr aktiv nach einem Arbeitsplatz, etwa aufgrund der Einschränkungsmaßnahmen oder wegen Nichtmehrverfügbarkeit, zum Beispiel, wenn sie während des Lockdowns ihre Kinder betreuen. Dies führt zu Abweichungen bei der Zahl der registrierten Arbeitslosen und derjenigen, die gemäß der Definition der ILO als arbeitslos eingestuft werden.

Die Partei… ähhh die Statistik, die hat immer recht

Im Klartext (unser Beitrag zur Jubelmeldung): Die Statistiker suchen sich eine Definitionsmethode, mit der sie die Arbeitslosigkeit (zumindest die optische) schön tief halten können. Jede Menge Arbeitslose, die auch Leistungen vom Amt beziehen. Aber wenn sie aufgrund der Corona-Sonderlage nicht Arbeit suchen können, dann sind sie per Definition nicht arbeitslos. Obwohl sie arbeitslos sind! Was für ein Schwachsinn. Aber hey, die Statistik, die hat immer recht… also, wo liegt die tatsächliche Arbeitslosigkeit in Euroland? Bei 10, 11 oder 12 Prozent statt offiziell 7,4 Prozent? Man kann es nur grob in diesen Regionen vermuten.

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Europa

Arbeitslosigkeit: 637.000 mehr als im Vorjahr, Kurzarbeit und offenen Stellen

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Vor wenigen Minuten hat die Bundesagentur für Arbeit für den Monat Juni Daten zum Arbeitsmarkt veröffentlicht. Wir besprechen an dieser Stelle Daten zu den Bereichen Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und den immer noch sehr vielen offenen Stellen.

Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit (offizielle Zahl) im Juni liegt bei 2,85 Millionen Menschen nach 2,81 im Mai und 2,64 im April. Aktuell sind das 637.064 Arbeitslose mehr als im Juni 2019. Die offizielle (um viele Posten nach unten bereinigte) Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 6,2 Prozent, nach 6,1 und 5,8 Prozent in den Vormonaten. Im Juni 2019 waren es noch 4,9 Prozent.

Detaildaten zur Arbeitslosigkeit im Juni

Kurzarbeit

Das ifo-Institut hat gestern konkrete Zahlen präsentiert, wonach zu Ende Juni 6,7 Millionen Menschen in Deutschland auf Kurzarbeit waren, was 20 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten entspricht. Wie viele Menschen offiziell bis Ende Juni in Kurzarbeit waren, kann man noch nicht sehen. Die Bundesagentur für Arbeit zeigt heute offizielle Daten zu Ende April (aber die Erfahrung zeigt, dass ifo mit seinen Aussagen in der Regel ziemlich gut liegt). Hier das Amt aktuell im Wortlaut:

Vor Beginn der Kurzarbeit müssen Betriebe Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Daten zu geprüften Anzeigen wurde vom 1. bis einschließlich 25. Juni für 342.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt, nach 1,14 Millionen im Mai und zusammen 10,66 Millionen im März und April. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis April zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im April für 6,83 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt, nach 2,49 Millionen im März. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit lag damit weit über den Werten zur Zeit der Großen Rezession 2008/2009.

Offene Stellen

Die Anzahl der offenen Stellen, also die Stellen die von Arbeitgebern beim Amt als bisher nicht besetzt gemeldet werden, geht zurück. Aber immer noch sollen 570.000 Stellen unbesetzt sein. Hierzu meine ich: Bei den Auswirkungen der Coronakrise, bei Millionen Kurzarbeitern, bei unzähligen Entlassungen… da kann ich mir wirklich nicht vorstellen, dass es in der Realität in Betrieben immer noch mehr als eine halbe Million Arbeitsstellen gibt, welche Arbeitgeber gerne besetzen würden, aber dafür keine passenden Bewerber finden. Ich vermute mal eher, dass diese Statistik nicht wirklich aktuell ist, und dass diese Stellen tatsächlich schon lange vergeben wurden, oder wohl eher, dass die Arbeitgeber niemanden mehr suchen, aber diese Veränderung dem Amt nicht gemeldet haben. Zitat vom Amt:

Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften ist zu Beginn der Corona-Krise massiv zurückgegangen, aktuell hat sie sich auf niedrigem Niveau gefangen. Im Juni waren 570.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 227.000 weniger als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich der Bestand der bei der BA gemeldeten Arbeitsstellen um 20.000 verringert.

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