Devisen

Der Dollar auf dem Vormarsch – und die Leidtragenden..

FMW-Redaktion

Bekanntlich ändert sich ja nichts so schnell wie die Lage: war noch vor Kurzem das Boot der Dollar-Bullen randvoll, so hat sich das zuletzt gründlich geändert: die pro-Dollar-Positionierung am Markt ist so gering wie seit 2014 nicht mehr, vor allem die Aussagen Janet Yellens haben viele aus dem Dollar getrieben.

Aber nun das Comeback: der Dollar ist wieder auf dem Vormarsch. Und das ist für Länder in den Emerging Markets oder in Asien keine gute Nachricht, weil Haushalte und Unternehmen meist in Dollar verschuldet sind. Heute Nacht kam es zu einem regelrechten „Blutbad“ asiatischer Währungen, und das aus drei Gründen:

1. China fixte den Yuan so schwach wie seit Anfang Januar nicht mehr nach den gestrigen Gewinnen des Greenback zu anderen Währungen. Das strahlte auf ganz Asien aus:

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2. Singapur hat heute entschieden, eine Aufwertung des Singapur-Dollar zu unterbinden und setzte (zum ersten Mal seit Oktober 2003) die Rate der Wechselkursaufwertung auf Null – der Singapur-Dollar fiel daraufhin mit dem größten Tagesverlust in 2016. Die Wirtschaft, so die Begründung der Monetary Authority of Singapore, entwickle sich schwächer als gedacht

3. In Südkorea wurde überraschenderweise die regierende Saenuri-Partei abgewählt – daraufhin fiel der koreanische Won stark

Der zuletzt verprügelte US-Dollar aber ist nicht nur gegenüber den asiatischen Währungen auf dem Vormarsch, wie der Dollar-Index zeigt, der seinen kurzfristigen Abwärtstrend überwunden hat:

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Das findet eine Bestätigung im Euro-Dollar, der aus dem Aufwärtstrend gekippt ist:

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Das alles bedeutet: wenn der Greenback wieder stark wird, wird es für Rohstoffe schwer, wird es für die Emerging Markets schwer, wird es auch für die US-Aktienmärkte schwer. Man darf gespannt sein, wann diese Erkenntnis die Rally-besoffenen (US-)Märkte dann erreichen wird..



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