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Devisen

Der freie Fall des Dollars – und mögliche Folgewirkungen, die auf den ersten Blick verrückt erscheinen!

Der Dollar scheint im freien Fall – der Dollar-Index handelt auf dem tiefsten Stand seit Ende 2014, wir erleben derzeit den schwächsten Jahresstart seit dem Jahr 2003. Und das trotz der Aussicht auf weitere Zinsanhebungen durch die Fed. Was passiert da eigentlich – und vor allem: welche Konsequenzen wird das haben? Überraschende Parallelen zu den 1970er-Jahren..

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Der Dollar scheint im freien Fall – der Dollar-Index handelt auf dem tiefsten Stand seit Ende 2014, wir erleben derzeit den schwächsten Jahresstart seit dem Jahr 2003, und ein Ende der Schwäche des Greenbacks ist trotz der Aussicht auf weitere Zinsanhebungen durch die Fed nicht absehbar.

Was geht da eigentlich vor? Zunächst sollte man sich klar machen, dass die vorherige Dollar-Stärke vor allem eine Folge der Geldpolitik der EZB und der Bank of Japan waren – die ultralaxe Geldpolitik mit der Abschaffung von Zinsen, ja sogar Negativzinsen fürhte mit einer stringenten Logik zur Veränderung der Kapitalströme: wer noch Renditen erzielen wollte, investierte sein Kapital in den USA, entweder in US-Staatsanleihen, US-Unternehmensanleihen oder eben in den US-Aktienmarkt. Die Folge: steigende US-Aktienmärkte, sinkende Renditen für US-Staatsanleihen und US-Unternehmensanleihen (die Renditen sinken, wenn die Nachfrage nach Anleihen groß ist!).

Nun aber ist der Dollar schwach – und das liegt nicht nur daran, dass die US-Regierung Interesse an einem schwachen Dollar hat, wie jetzt US-Finanzminister Mnuchin in Davos klar gemacht hat. Dazu kommt noch die Aussicht auf weiter stark steigende US-Verschuldung – aber auch das ist wohl nicht das dominante Motiv für die Schwäche des Dollars.

Wichtiger noch scheint, dass die Märkte nun davon ausgehen, dass EZB und Bank of Japan perspektivisch aus der ultralaxen Geldpolitik aussteigen werden. Wenn dieser Ausstieg dann kommt bzw. die Erwartung dominiert, dass er kommt, sinkt automatisch der Bedarf aus Europa und Japan, Kapital in den Dollar-Raum zu verschieben – die mangelnde Nachfrage nach Dollars als Fluchtwährung für die heruntermanipulierte eigene Währung senkt dann also den Dollar-Bedraf, daher sinkt der Dollar.

Wir sind nun in der ersten Phase dieses sinkenden Dollar-Bedarfs – ein Trend, der sich fortsetzen und beschleunigen wird, je absehbarer die geldpolitische Wende in Europa und Japan ist. Das wiederum könnte dann zu einer extremen Situation führen: je stärker der Dollar abwertet, desto stärker könnte die Fed gezwungen sein, die Zinsen weiter anzuheben!

Warum? Die Exporteure in Europa und Japan leiden unter der immer stärker werdenden eigenen Währung – sie bringen daher ihr Kapital nicht mehr in die USA, weil sie mit einer weiteren Abwertung des Dollars und der weiteren Aufwertung der eigenen Währung rechnen, sondern legen die Gelder eben in Europa oder Japan (etwa in Staatsanleihen) an, weil sie nur dadurch vor Währungsverlusten geschützt sind. Es handelt sich also um eine Art Flucht aus dem Dollar, den man, weil man stetig weitere Abwertungen fürchtet, nicht einmal mit der Kneifzange anfassen möchte.

Genau diese Situation hatten wir Ende der 1970er-Jahre! Damals versuchte die Fed die Zinsen anzuheben, um ausländisches Kapital in den Dollar zu locken – mit zunächst wenig Erfolg, und das obwohl die Renditen für US-Staatsanleihen fast die Marke von 20% erreichten und damit sehr viel höher waren als damals die Renditen für europäische Staatsanleihen. Was nützt einem mehr Rendite, wenn diese Rendite durch die Abwertung der Währung, in der diese Renditen ausgezahlt werden, aufgefressen werden?

Das alles zeigt: die US-Regierung wäre gut beraten, ihren Wunsch nach Dollar-Schwäche nicht zu übertreiben und rhetorisch, wie jetzt durch Mnuchin, noch zu befeuern. Fließen immer weniger Gelder in den Dollar, dann fließen eben auch immer weniger ausländische Gelder in den US-Aktienmarkt, in US-Staatsanleihen und US-Unterenehmensanleihen. Die Folge: fallende USAktienkurse und steigende Risikoprämien für amerikanische Anleihen – also das Ende der großen Party an der Wall Street!

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Bademeister

    24. Januar 2018 11:40 at 11:40

    Protektionismus und anhaltende Dollarschwäche….das passt doch auf den ersten Blick gut zusammen!

  2. Avatar

    tm

    24. Januar 2018 12:12 at 12:12

    Im freien Fall? Seit dem zyklischen Hoch im Dezember 2016 ist der Dollar-Inderx um 13% gefallen und notiert höher als zwischen 2003 und 2014.

  3. Avatar

    Rbird

    24. Januar 2018 12:34 at 12:34

    oder > dank tieferem Dollar….
    …geschafft für die miese Handelsbilanz, hohe Aktienindizes und die Steuerreform bringt Firmen und Gelder wieder langsam zurück…. Zinsen steigen ..und wenn der Dollar das tief erreicht hat, kommt das Geld wieder dank guter Verzinsung zurück und schon wieder ist der Greenback da wo sie ihn im Welt- Verhältnis haben wollten inkl. hohen Zinsen und besserer Handelsbilanz mittelfristig ….
    alles chic oder Mr President :-))

  4. Avatar

    Getz

    24. Januar 2018 12:35 at 12:35

    Wenn ich Ihren Faden weiter spinne. Wer sagt mir, dass das nicht so gewollt ist bzw. cui bono dahinter?

  5. Avatar

    foxxly

    24. Januar 2018 12:54 at 12:54

    der dollar ist die achillesferse von den imperialisten. dollars für die ganze welt drucken un diesen gleichzitig abwerten, aber auch die fremden staaten massivst unter druck setzen, ist die methode der macht. irak und lybien zeigten deutlich: es nie ums öl direkt, es ging immer um den dollar! und dieser dollar wird weltweit mit millitärischer macht verteidigt. die gesamtstrategie baut darauf auf: politik gegen deutschland und europa bei annäherung zu russland; – der ukraine-syrien- nordafrikanische staaten-irak-iran-konflikte haben eindeutig mit der verteidigung ihrer macht bzw. des dollars zu tun.
    dieser dollar-machtanspruch wird den imperialisten langsam entgleiten. genau dies macht den herrscher unberechenbar und krieg wahrscheinlich!

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Devisen

Euro vs US-Dollar: Schnelle Erholung – Chance für ein Long?

Agata Janik

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am

50 Euro Geldscheine

Der Euro zum US-Dollar hat in der gestrigen Handelssitzung erneut seine Dominanz bestätigt. Nach der kurzfristigen starken Gegenreaktion auf der Unterseite, die durch die fundamentalen Daten (Pressekonferenz der Fed) am Mittwochabend verursacht wurde, konnte sich der Euro gestern fast gänzlich erholen. Der US-Dollar wurde nur zeitweise gegen den Euro favorisiert. Sobald die fundamentalen Nachrichten aber verdaut wurden, verlor der Greenback wieder an Attraktivität. Dieses Beispiel bestätigt erneut, dass die Wirtschaftsdaten meistens nur kurzfristig einen Einfluss auf den Devisenmarkt haben. Händler, die gerne News handeln, sollten das wissen und bereit sein, immer schnell zu reagieren. Der Euro hat am Mittwochabend und in der Nacht zum Donnerstag kräftig verloren und notierte im Tief bei 1,1735. Das hat jedoch die Euro-Bullen nicht abschrecken können. Sie haben gestern den Euro vs USD wieder gekauft und der Kurs bewegte sich fast den ganzen Tag fast nur noch in die nördliche Richtung.

Schon am Donnerstagmorgen erreichte EUR/USD kurzfristig die 1,18 „big figure“. Auf dem Niveau von 1,1813 traf der Major auf einen Widerstand, der vorerst gehalten hat. Der Kurs erfuhr eine leichte Korrektur. Bei 1,1781 war diese aber schon zu Ende. Ab diesem Zeitpunkt haben die Bullen erneut angegriffen. Die 1,18 Marke stellte für den Euro zum USD keine Hürde mehr dar. Der Kurs hat diesen Widerstand ohne Schwierigkeiten überwunden. Darüber lagen viele Stop-Loss Orders, die natürlich gezogen wurden. Dadurch hat der Euro eine zusätzliche Dynamik entwickelt. Ab dann ging es für das Währungspaar langsam aber konstant nach oben. Auch während der amerikanischen Session konnte sich der Euro klar durchsetzen. Im Bereich von ca. 1,1830 traf der Kurs auf einen doppelten Widerstand. Die beiden Moving Averages (120er und 420er) begegneten sich.

Es war unklar, ob der Euro diese Hürde brechen wird. Es hat aber geklappt, was schon eine kleine Überraschung war. EUR/USD stieg dann in den Abendstunden noch ein wenig weiter und erreichte gestern im Tageshoch die Marke von 1,1854. Die Volatilität hat dann aber nachgelassen und der Kurs ist in eine Seitwärtsphase übergegangen. Die Kerzen wurden ganz klein. Die Händler haben sich zurückgezogen. Der gestrige Tag hat bestätigt, dass der übergeordnete Aufwärtstrend bei EUR/USD noch nicht zu Ende ist. Der Euro zum USD bleibt stark. Es wird sich vermutlich in den nächsten Stunden entscheiden, ob die Bullen vor dem Wochenschluss noch einmal die 1,19 Marke angreifen werden.

Einladung zum LIVE Webinar am 24.09.2020
Das Thema lautet: „Forex-Handelssignale mit AUTOMATISCHER Umsetzung“.
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Der Tagesausblick für den Euro vs US-Dollar

Aktuell, am Freitagmorgen, notiert der Euro zum USD bei ca. 1,1848. In der asiatischen Sitzung heute Nacht, gab es kaum Bewegung im Markt. Die meisten Händler halten sich noch zurück. Das wird sich aber bald ändern. Heute erwartet uns bei EUR/USD ein spannender Handelstag. Wenn es den Bullen gelingt, das letzte High von gestern bei 1,1854 zu nehmen, kann es für den Major richtig interessant werden. Die Break-Out Trader werden dann vermutlich auch ihre Chance auf der Oberseite suchen. Über 1,1855 liegen viele Stops. Das wissen die Long-Trader und werden versuchen, den Kurs dahin zu ziehen. Wenn es klappt, kann sich die Aufwärtsbewegung schnell beschleunigen. Der nächste wichtige Widerstand befindet sich bei 1,1881. Wenn diese Marke bricht, wird die 1,19 „big figure“ angesteuert werden. Es ist eher unwahrscheinlich, dass der Major diese Marke noch vor dem Wochenende erobern wird. Auf der Unterseite hat EUR/USD die erste wichtige Unterstützung bei 1,1831 und dann bei 1,1803. Der Daily Pivot Point beim Euro vs USD liegt heute bei 1,1812.

Der folgende Chart zeigt Verlauf von Euro gegen US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Rüdiger Born: Interessante Möglichkeiten bei Dow, Nasdaq und Euro

Redaktion

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Interessante Tradingmöglichkeiten könnten sich ergeben bei Dow Jones, Nasdaq und Euro gegen US-Dollar. Interessant dabei ist, dass die Ideen bei den US-Indizes nicht simultan laufen. Mehr dazu im folgenden Video. Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

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Türkische Lira fällt spürbar auf neues Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt heute auf ein neues Rekordtief gegen den US-Dollar gefallen, nachdem sie erst Anfang der Woche weitere Schwäche zeigte aufgrund eines Downgrades einer Ratingagentur. Für einen US-Dollar musste man gestern noch 7,49 Lira bezahlen, heute sind es 7,55 Lira. Auch gegen den Euro erreicht die Lira aktuell ein neues Rekordtief bei einem EURTRY-Wechselkurs von 8,92 (gestern noch 8,89).

Dollar-Stärke drückt gegen türkische Lira

Der heutige weitere Fall für die türkische Lira begann um 7 Uhr früh. In Verbindung bringen kann man dies mit der Verkündung der US-Notenbank Federal Reserve von gestern Abend 20 Uhr. Die Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell zeigen, dass die US-Konjunktur besser laufen soll als bislang angenommen. Und die Fed hat keine Andeutungen für neue eigene Stützungsprogramme für die US-Konjunktur geliefert. Diese Infos gaben dem US-Dollar über Nacht Auftrieb. Und wo der US-Dollar ansteigt, da verliert in der Regel alles, was gegen den US-Dollar gehandelt wird.

Und für die türkische Lira bedeutete das seit heute früh einen weiteren Abwertungsschub, der sich auch heute Nachmittag fortsetzt mit einem USDTRY-Anstieg auf 7,56. Zwar hat der US-Dollar in Form des Dollar-Index (Währungskorb des Dollar gegen andere Hauptwährungen) heute wieder einen Teil seiner Gewinne abgegeben. Aber gegenüber der türkischen Lira legt er auch jetzt weiter zu. Dies kann man als Indiz ansehen, dass aus markttechnischer Sicht womöglich etwas passiert ist. Wurden zahlreiche Stop-Buy-Orders in USDTRY ausgelöst, welche den Dollar gegen die Lira aktuell weiter stärken? Gut möglich. Jedenfalls gab es tagelang eine Seitwärtsphase in dem Währungspaar knapp unter der Marke von 7,50. Von daher ist es gut denkbar, dass sich viele Trader Einstiegsmarken über 7,50 ausgesucht haben, die heute ausgelöst wurden, und nun für weiteren Abwertungsdruck für die türkische Lira sorgen.

Chart zeigt US-Dollar gegen Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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