Anleihen

Der Geldfluss hin zu deutschen Staatsschulden ist gigantisch! Scholz macht heute 33 Millionen Euro Gewinn

Es ist ein regelrechter Sog in Richtung „Sicherheit“. Er fließt in Europa in Richtung Schweiz, was den Schweizer Franken tendenziell weiter aufwerten lässt. Und der Sog läuft vor allem in Richtung Deutschland – genauer gesagt hin zu deutschen Staatsschulden. Der Drang nach Sicherheit ist aber so groß, dass aktuell gerade mal 41% der Anleger zum Zuge kamen, die heute neu ausgegebene zweijährige Bundesschatzanweisungen kaufen wollten.

Heute wollte die Finanzagentur Deutschland für den deutschen Finanzminister zweijährige Schätze mit 0,00% Zinskupon im Volumen von 4 Milliarden Euro verkaufen. Die Nachfrage lag bei 7,5 Milliarden Euro. Verkauft wurde letztlich nur ein Volumen von 3,1 Milliarden Euro (also 41% des Nachfrage-Volumens). Es wird stets etwas weniger als die offizielle Brutto-Summe am Markt verkauft. Den Rest (in dem Fall die Differenz zu 4 Milliarden Euro in Höhe von 898 Millionen Euro) hält man zurück als „Marktpflegequote“.

Wenn in den nächsten zwei Jahren im laufenden Börsenhandel niemand verkaufen will, aber Nachfrage vorhanden ist, kann die Finanzagentur die Kaufwilligen mit dieser Reserve bedienen. So konnte nur ein Volumen von 3,1 Milliarden Euro verkauft werden, und 59% des Nachfragevolumens ging heute leer aus. Ach ja… nur ganz nebenbei sei erwähnt: Die Negativrendite lag heute bei -0,54%. Bei der vorigen Emission vor vier Wochen mit gleichen Bedingungen waren es noch -0,61%.

Also macht der deutsche Finanzminister auch heute einen traumhaften Gewinn, in dem er neue Schulden aufnimmt. Bei 0,00% Zinsen wurden die Schätze heute zu einem Kurs von 101,066% verkauft (Anleihekurse notieren immer in Prozentpunkten). Bei einem nominalen Verkaufswert von 3,1 Milliarden Euro wurden also in Wirklichkeit heute 3,133 Milliarden Euro eingenommen. Da man in zwei Jahren aber nur 3,1 Milliarden Euro zurückzahlt, macht der Staat heute per sofort 33 Millionen Euro Gewinn!

Olaf Scholz
Olaf Scholz. Foto: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 – Ausschnitt aus Originalfoto



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