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Der globale Run auf Kohle hat begonnen – diese Aktie geht durch die Decke

Kraftwerk verbrennt Kohle

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat es gestern verkündet, und in Kürze dürfte die Bestätigung durch die Mitgliedsstaaten folgen. Europa wird wohl zu guten Teilen keine Kohle mehr aus Russland importieren. Es wird wohl zunächst kein komplettes Importverbot geben, sondern nur auf 4 Milliarden Euro jährlich begrenzt. Aber man darf annehmen, dass die EU so schnell wie möglich ganz weg will von russischen Lieferungen. Und man verbrennt ja weiterhin Kohle in Europa. Die logische Folge: Sie muss von woanders her rangeschafft werden an die europäischen Importhäfen.

Von Russland auf andere Lieferanten für Kohle ausweichen

Und was sehen wir da? Wo Russland bald wegfällt als Lieferant, muss der Käufer ausweichen, und wird logischerweise weltweit die Nachfrage nach Kohle anheizen. Gestern sah man bereits einen spürbaren Anstieg, heute sind es weitere +4,45 Prozent auf glatt 303 Dollar im Kohle-Futurespreis in Rotterdam. Noch am Montag waren es 256 Dollar.

Der Rohstoffexperte Stephen Stapczynski weist aktuell darauf hin, dass auch die Futurespreise für Kohle in Asien bereits ansteigen, weil europäische Einkäufer zum Beispiel in Indonesien verstärkt Kohle nachfragen. Asien und Europa (als Nachfrager) würden um das Angebot konkurrieren. Auch wenn Kohle in Europa verbrannt wird – das Thema ist vor dem Hintergrund der grünen Welle vor allem in Deutschland out. Hierzulande will die Politik eh ganz weg von Kohle als Brennstoff, und hin zu erneuerbaren Energien. Wer auf Aktien aus dem Bereich Kohle setzen will, der findet derzeit aber eine Perle in Südafrika. Die nun weiter steigende Nachfrage und der bereits letztes Jahr stark gestiegene Preis für diesen essenziell wichtigen Brennstoff machen Aktien aus dem Segment attraktiv.

Diese Aktie steigt kräftig an

Thungela Resources ist Südafrikas Exporteur von Kohle. Letztes Jahr wurde das Unternehmen von Anglo American ausgegliedert und an die Börse gebracht. Inzwischen ist es mehr als 2 Milliarden Dollar wert, nach 215 Millionen Dollar im Sommer 2021. Man schaue im Chart am Ende des Artikels auf die Kursentwicklung in Euro seit dem Börsengang im Juni 2021. Von damals 1,60 Euro sehen wir eine regelrechte Kursexplosion auf aktuell 14,75 Euro. Man kann sehr gut eine Verbindung zum Ukraine-Krieg herstellen. Am 23. Februar, also kurz vor Kriegsbeginn, notierte die Aktie noch bei 6,80 Euro – bis jetzt hat sie sich also nochmal mehr als verdoppelt!

Und durch die gestrige Ankündigung der EU zur Verbannung russischer Kohle sieht es weiter gut aus für die Aktie. Es versteht sich von selbst, dass dies keine Kaufempfehlung für diese Aktie ist. Das Thema Kohle läuft zumindest aktuell. Der Run auf Kohle weltweit dürfte angefeuert werden durch die aktuelle politische Lage. Wie weit die Thungela-Aktie noch weiter steigen kann, das ist natürlich ungewiss. Auf jeden Fall zeigt der Kursanstieg der letzten Wochen, wie der Markt den Ukraine-Krieg schon mal kräftig einpreist in mögliche zukünftige Absatzerfolge des Kohle-Exporteurs.

Thungela Resources spiegelt den Kohle-Hype wider TradingView Chart zeigt Kursverlauf der Thungela Resources-Aktie seit Juni 2021.



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1 Kommentar

  1. Irgendwie clever gemacht von der EU. Russland verkauft die Kohle nach Asien, z.B. Indonesien. Von dort wird sie postwendend nach Europa weiterverschifft. Handelsaufschläge, Speditionskosten verteueren die Kohle für Europa. Was ist dabei gewonnen? Die Russen verkaufen ihre Kohle, die indonesischen Händler haben eine unerwarteten Zusatzgewinn. Die Europäer ein gutes Gewissen, aber weniger Geld in der Tasche. Irgendwie total schlau….oder Wer verliert? Die Umwelt insgesamt, aber eben nicht in Europa…*ggg**

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