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Der Goldman-Kontraindikator mit neuen Infos: „Verfügbare Anlagegelegenheiten eher beschränkt“

Bei Börsianern ist es schon längst kein Geheimnis mehr. Wer an der Börse Geld verdienen will, sollte bei Anlageempfehlungen von…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Bei Börsianern ist es schon längst kein Geheimnis mehr. Wer an der Börse Geld verdienen will, sollte bei Anlageempfehlungen von Goldman Sachs weghören, oder vielleicht einfach genau das Gegenteil machen – so hört man es zumindest von immer mehr Tradern! Das nennt man klassischerweise einen Kontraindikator, oder in diesem Fall den „Goldman-Kontraindikator“. Jüngst lagen die Goldmänner bei den wichtigen Hauptmärkten Euro/Dollar und Öl brutal daneben!

Aktuell hat „Die Zeit“ den Goldman-Banker Christian Müller-Glissmann interviewt. Hier sagt er unter anderem, dass die Aktienmärkte inzwischen schon eine sehr lange Gewinnstrecke hinter sich haben. Das stimmt ja auch. 8,7 Jahre dauert sie inzwischen. Vormals gab es solche langen Gewinnphasen laut Goldman nur in den 20er-Jahren und 50er-Jahren mit einer Dauer von 9,1 Jahren und 8,1 Jahren. Von daher sollte man logischerweise annehmen, dass wir nun am Ende oder relativ am Ende dieses Zyklus angekommen sind?

So argumentiert auch Goldman Sachs. Aber wenn man den Faktor „Kontraindikator“ bedenkt, könnte genau das Gegenteil eintreten! Aber gut, weiter zu den Aussagen von Müller-Glissmann. Aufgrund der hohen Bewertungen am Markt sei es wahrscheinlich ein relativ schlechter Zeitpunkt um zu investieren. Das bedeute aber nicht, dass man keine positiven realen Renditen mehr erzielen könne. Dennoch seien die verfügbaren Anlagegelegenheiten für einen längeren Horizont von fünf bis zehn Jahren eher beschränkt.

Mehr Cash behalten könne eine Möglichkeit sein, und gleichzeitig investiert bleiben. Aktien bevorzuge man gegenüber Unternehmensanleihen. Aktien hätten das Potenzial auch bei steigenden Zinsen etwas besser abzuschneiden. Auch interessant ist folgende Aussage von ihm: In den ersten drei Monaten vor einem Crash würde in der Regel noch genug Puffer aufgebaut, um die ersten drei Monate der fallenden Kurse abfedern zu können. Na das ist ja mal eine beruhigende Aussage.

Entscheidend bleibt aber seine Kernaussage, dass auf einen Horizont von fünf bis zehn Jahren wohl kaum eine nennenswerte Rendite zu erzielen sein soll. Kommt es genau anders, als die Goldmänner es prognostizieren? Mal wieder?

Auch interessant sind seine Aussagen zur realen Wirtschaft. So sei das weltwirtschaftliche Umfeld extrem stark. Es habe dieses Jahr ein besseres globales Wachstum und gleichzeitig eine kaum steigende Inflation gegeben. Ein solcher Zustand halte allerdings parallel nie lange an, vielleicht noch ein paar Quartale. Bei dem starken Wachstum würden irgendwann auch stark steigende Preise folgen. Bei starker Inflation steige auch das Risiko für ein Ende des Booms. Unsere Anmerkung: Wenn die Inflation denn nun wirklich auf breiter Front ansteigt (in der Eurozone bisher wenig zu sehen im Mittelmeerraum), müssen die Zinsen steigen um sie einzudämmen. Dann ist Schluss mit der Gratis-Cash-Party a la Draghi.


Die Goldman Sachs-Zentrale in New York. Foto: Quantumquark / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff-Montag 3.0

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Den dritten Montag in Folge veröffentlicht ein Pharmahersteller einen konkrete Impfstoff-Meldung.

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SAP nach Kurssturz antizyklisch kaufen? – Werbung

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Lieber Börsianer,

das war nicht das Gelbe vom Ei, liebe SAP! Während die US-Konkurrenz in den Coronazeiten mit Cloud und anderen digitalen Anwendungen punktet, tritt die europäische Branchengröße auf der Stelle. Unter dem Strich sank der Umsatz um 4 %, während der operative Gewinn sogar um 12 % schrumpfte.

Offensichtlich sind die schwachen Quartalszahlen keine Eintagsfliege. So hat man die Umsatz- und Gewinnprognosen auch für die Jahre 2021 und 2022 gleich nach unten korrigiert. In der Folge erlebte die Aktie einen mächtigen Ausverkauf und verlor zeitweise über 20 % ihres ursprünglichen Wertes. Das kommt einem mittelprächtigen Erdbeben gleich.

Wo hakt es bei der SAP, warum kann das Unternehmen aus Walldorf zunächst nicht an die starken Wachstumsraten der vergangenen Jahre anknüpfen? Ich sehe drei Faktoren:

1)
Negative Währungseffekte: Die Dollarschwäche bzw. Eurostärke hat die Gewinnentwicklung spürbar belastet. Die US-Konkurrenz hingegen profitiert vom weichen Dollar.

2)
Das Covid-Virus: Die Software-Palette des Unternehmens ist nur eingeschränkt Corona-fest. Ein Beispiel: Mit der SAP-Software Concur planen die Unternehmenskunden der SAP Dienst- und Geschäftsreisen ihrer Mitarbeiter. Es bedarf keiner besonderen Erklärung: Diese Anwendung war in diesem Jahr kein Verkaufsknüller, sondern schlichtweg überflüssig.

3)
Schwächen in der Cloud: Aus der Branche hört man, dass SAP derzeit Defizite im Cloud-Geschäft hat. Die Kunden streben in die Cloud, allein SAP konnte nicht immer liefern. Hier gilt also: US-Konkurrenten wie Oracle und Salesforce haben hier die Nase vorne. Deshalb schwächelt das Neugeschäft der SAP.

Gleichwohl haben die Investoren – wie so oft – das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Der Kursrücksetzer war zwar notwendig, aber in seiner Dimension stark übertrieben. SAP verfügt über eine treue Kundenbasis. Rund 74 % des Umsatzes beruhen auf langfristigen Software-Verträgen. Mit anderen Worten: Das Unternehmen wird auch künftig gut verdienen und verfügt über die Mittel, um den technologischen Rückstand im Cloud-Geschäft wettzumachen.

Trotzdem: Kurzfristig ist die SAP-Aktie sicherlich noch kein Kauf. Wie gesagt es wurde schon Porzellan zerschlagen und Vertrauen verloren. Das deutsche Software-Unternehmen muss sich also nun…..

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Achtung Trader: Deutsche Börse führt „Xetra Trade-at-Close“ ein

Claudio Kummerfeld

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Achtung Trader! Ab 24. November bietet die Deutsche Börse für Trades über Xetra eine neue Handelsmöglichkeit an, die „Xetra Trade-at-Close“ Order. Sie bietet laut aktueller Aussage der Deutschen Börse eine zusätzliche Möglichkeit für Handelsteilnehmer zum offiziellen Schlusskurs zu handeln. Der Service steht dann für alle Wertpapiere im Xetra-Handel zur Verfügung. Hier die Details zu dem neuen Angebot im Wortlaut von der Deutschen Börse:

„Schlussauktionen gelten als Säule der Marktstabilität und des Anlegerschutzes. Sie bündeln die Liquidität pro Wertpapier zu einem Zeitpunkt und gewährleisten eine effiziente Preisbildung unter Berücksichtigung aller relevanten Informationen. Xetra Trade-at-Close adressiert die wachsende Nachfrage nach Orderausführungen am Ende des Handelstages“, sagt Michael Krogmann, Geschäftsführer der Frankfurter Wertpapierbörse.

Der neue Service bietet verschiedene Vorteile: Mit Xetra Trade-at-Close können Marktteilnehmer Aufträge auch nach Ende der Schlussauktion auf Xetra eingeben. Sie profitieren davon, zu einem festen Preis zu handeln, ohne an der Preisbildung in der Schlussauktion teilzunehmen. Außerdem erhalten sie eine zusätzliche Möglichkeit, Positionen vor Ende des Handelstages zu schließen und dabei mit zusätzlicher Liquidität im börslichen Handel zu interagieren.

Wird die Option Trade-at-Close für eine Order ausgewählt, werden Aufträge, die in der Schlussauktion nicht ausgeführt wurden, automatisch in die Trade-at-Close-Phase übertragen. Während der Trade-at-Close-Phase können auch neue Orders eingegeben werden. Der Schlusskurs wird vor allem von Buy-side-Kunden wie Pensionskassen oder Investmentfonds zur Berechnung von Portfoliorenditen, zur Bewertung von Investmentfonds und als Grundlage für viele Derivategeschäfte verwendet.

Xetra-Bildschirme der Deutschen Börse
Xetra-Bildschirme. Foto: Deutsche Börse AG

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