Gold/Silber

Der Goldpreis bricht um 60 USD ein – neue Kaufchance?

Der Goldpreis bricht um 60 USD ein - neue Kaufchance?

Gold ist gefangen zwischen Zinsängsten, hoher Inflation, Kriegssorgen und steigenden Renditen. Dadruch kam es zuletzt beim Goldpreis zu größeren Schwankungen. Abgesehen von wenigen Überschießern pendelt das Edelmetall seit vier Wochen in einer Seitwärtsrange auf und ab. Vor genau einer Woche gelang schließlich der Ausbruch nach oben, dieser hat sich aber als Fehlausbruch herausgestellt. Zu Wochenbeginn kratzte das gelbe Edelmetall kurzzeitig an der Marke von 2.000 USD, anschließend brach der Preis jedoch um 60 USD ein und notiert aktuell bei rund 1.947 USD. Lange Zeit trotzte der Goldpreis den steigenden Renditen und dem starken US-Dollar. Der Anstieg der 10-jährigen US-Anleiherenditen am Dienstag auf knapp drei Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 2018, war dann doch zu viel für das goldene Edelmetall. Steigende Renditen belasten den Goldpreis, da Anleiherenditen eine Alternative zum zinslosen Gold bieten.

Ungeachtet der derzeitigen Preisschwankungen sind Gold-Futures an den Terminmärkten wieder stark nachgefragt, das hat der am Freitag veröffentlichte CoT-Report gezeigt. Nach zuvor vier Wochen nachlassender Nachfrage hat das Interesse der Terminmarktprofis erstmals wieder zugenommen. Nicht nur Großspekulanten haben ihre Long-Positionen ausgebaut, sondern auch Kleinspekulanten setzen vermehrt auf das Edelmetall. Der weltgrößte Gold-ETF SPDR Gold Shares konnte am gestrigen Dienstag ebenfalls weitere Kapitalzuflüsse vermelden. Bietet der Dip auf die Marke bei 1.940 USD demnach eine neue Kaufchance?

Gutes Marktumfeld mit einem Makel

Grundsätzlich ist das Marktumfeld für den Goldpreis äußerst positiv. In Zeiten hoher Inflation und geopolitischen Risiken gilt Gold als sicherer Hafen. Es zeichnet sich immer mehr ab, dass der Krieg in der Ukraine noch lange andauern könnte. Zudem hat Russland eine neue Großoffensive begonnen, die weitere Sanktionen des Westens möglich machen. In der Folge steigen die Preise für Energieträger, was wiederum die Inflation antreibt. Zudem verdüstern sich die Konjunkturaussichten stetig, weshalb eine Stagflation droht – also eine hohe Inflation bei gleichzeitiger Stagnation der Wirtschaft.

Das Goldilocks-Szenario – ein hohes Wachstum, niedrige Inflation und niedrige Zinsen – ist erst einmal vorbei. Es droht hingegen ein Szenario steigender Preise, niedriges Wachstum und eine Zinspolitik, die nicht angemessen darauf reagiert. Vor allem in Europa, wo sich die EZB ziert eine geldpolitische Wende einzuleiten, nimmt die Gefahr deutlich zu. In der vergangenen Woche hätte die EZB Tatsachen schaffen können, stattdessen verzichtet man weiterhin darauf, die Zinsen zu erhöhen. Man lässt der Inflation also freien Lauf, damit wird es immer schwerer, die ausufernde Inflation wieder einzufangen. Die Warnungen zahlreicher Ökonomen nehmen zu, man befürchtet, dass die EZB damit ihrem gesetzlichen Auftrag vernachlässigt, die Preisstabilität zu gewährleisten. Durch das zögerliche Verhalten der EZB gewinnt der Goldpreis an Aufwind. Denn Gold-Anleger suchen aus Furcht vor der voranschreitenden Geldentwertung ein wertbeständiges Asset.

Steigende Renditen und starker US-Dollar bremsen

In den USA sieht die Lage dagegen etwas anders aus. Hier setzt die Fed ihren hawkishen Kurs konsequent fort. Die Zinswende ist eingeleitet und der nächste Zinsschritt von 50 Basispunkten steht bereits im Mai bevor. Der Straffungskurs, den die Federal Reserve an den Tag legt, hat schließlich zu steigenden US-Renditen und einem starken US-Dollar geführt. Die Marktteilnehmer erwarten, dass die US-Notenbank die Geldpolitik deutlich stärker straffen wird, um die ausufernde Inflation einzudämmen. Zuletzt äußerte sich Fed-Mitglied Evans diesbezüglich, er sagte, dass die Zinsanhebungen über das neutrale Niveau hinausgehen könnten. Die Zinsanhebungen könnten also höher ausfallen, als die vom Markt erwarteten 2,5 bis 2,75 Prozent.

Aktuell scheint der Gold-Boom aber seine Berechtigung zu haben. Zu groß sind die geopolitischen Risiken und die anziehende Inflation. Im Goldpreis spiegelt sich die Sorge der Marktteilnehmer wider, dass die Risiken derzeit viel größer sind, als es die Notenbanken wahrhaben wollen.

Goldpreis: Absturz auf 1.940 USD-Marke

Am Montag kletterte der Goldpreis bis an die Marke von 2.000 USD. Seitdem leidet Gold jedoch unter dem missglückten Ausbruchsversuch und konsolidierte bis an die Unterstützung bei 1.940 USD. Die Marke bei 2.000 USD hat sich damit als ein markanter Widerstand herauskristallisiert. Nun könnte sich allerdings die Zone bei 1.940 USD als Sprungbrett erweisen. Hier hat der Goldpreis am Vormittag gedreht und einen neuen Aufwärtsimpuls begonnen. Sollte der Kurs den Widerstand bei 1.949 USD nachhaltig nach oben durchbrechen, dann könnte sich der Pullback gen Norden ausdehnen. Ein erster Anlaufpunkt wäre der Bereich bei 1.960/65 USD. Darüber rücken die lokalen Hochs bei 1.981 USD in den Fokus. Ein Ausbruch über den Hochs könnte den Goldpreis zurück an die runde Marke führen. Auch ein Anstieg an den Punkt 2 der Topbildung bei 2.009 USD ist denkbar.

Die Korrektur muss aber noch nicht abgeschlossen sein. Sollte der Goldpreis an der Hürde bei 1.949 USD scheitern und anschließend unter das heutige Tagestief bei 1.939 USD fallen, dann könnte sich die Korrektur bis an die 50-Tage-Linie bei 1.931 USD ausweiten. Hier befindet sich auch das 61,8% Retracement-Level. Aus der Perspektive der Bullen wäre es wichtig, dass der Kurs nicht per Tagesschluss darunter fällt. Ansonsten droht ein Rutsch bis an die Unterstützungszone bei 1.916/08 USD. Solange sich Gold über dem Tief vom 29.03. bei 1.889 USD hält, haben die Bullen noch die Oberhand.

Gold beeinflusst von Inflation, steinden Renditen und Krieg - neue Chance?

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22 Kommentare

  1. Goldpreisfeststellungsverfahren London 1200 Uhr.
    Alte herren innen ziehen gebeugt durch die heiligen hallen.
    Der, die sagt wer würfelt heut den preis?
    Na, james inn ist heut dran.
    James inn fällt der würfel zu poden.
    Wer, was ,wie wird gemacht die goldpreisfeststellung?

  2. Bei dem Geld das zur Zeit auf der Welt aktuell im Umlauf ist, müsste der aktuelle Goldpreis pro Gramm Feingold bei mindestens 376,17 Euro liegen. Warum werden die 5 Personen rechtlich nicht vor Gericht gestellt wenn falsche Preise angegeben wurden und werden?

    1. @Hardy

      Müsste…die Realität sieht anders aus.
      Es genügt ein russisches Friedensangebot und schon stürzt Gold in die Tiefe.
      Das „Papiergold-ETF“ bestimmt den Preis.

  3. Gold, Silber und Platin werden „gemanaged“. Hauptgrund: Es soll nicht so auffallen, wie schwach die Papierwährungen geworden sind. Aber das geht nur in gewissem Umfang.

    Und bis vor wenigen Jahren wurde auch Palladium „gemanaged“. Das ging dann nicht, als die physische Nachfrage zu hoch wurde. Heute ist es teurer als Gold.

    Auch Silber, Platin und Gold können durch eine höhere physische Nachfrage (und nur dadurch), von der Manipulation befreit werden.
    Die Menschen haben es also selbst in der Hand.

  4. Tja, da ist der Goldpreis nominal heute nicht höher als vor 11 Jahren. Dabei müsste er doch inzwischen bei mindestens 100 Quadrillionen Dollar je Unze liegen, wenn man den ganzen Sinnlosmaterialhortern so zuhört. Statt dessen ein satter Realverlust. Aber irgendwie muss man sich seine Fehlinvestitionen ja schön reden. Der eine sammelt halt Bierdeckel, der andere glänzende Metallklumpen. Und sofern er sich daran erfreut sei ihm das gegönnt.

    Ach ja, Gold ist ja das eigentliche Geld. Aber nur wenn man gedanklich im direkten Tauschhandel der Steinzeit hängengeblieben ist.

    1. Thinkself

      …und manche glauben tatsächlich, es sei ein Inflationsschutz.

  5. Ich rechne damit, dass der Goldpreis erst einmal in Richtung 1850 Dollar gehen wird.
    Fallen dann irgendwann die Häuserpreise, und die Kredite stehen „unter Wasser“ dann werden die Besitzer zuerst (falls vorhanden) ihr Gold verkaufen, um das Häuschen wieder in die richtige Kreditlinie zu bringen. Auch Papa und Mama und ggf. Opa und Oma, werden nicht zusehen, wie das Haus unter „den Hammer kommt“ wenn es mit einer Hand voll Unzen zu retten ist.
    Dann allerdings wird Gold um etwa 30 % fallen. Aber ist das tragisch? Dann ist mein steuerfreier Kapitalertrag immer noch über 4 x höher, als wenn ich 2000 mein Geld in den DAX gesteckt hätte.
    Selbst wenn ich wüsste, dass Montag der Goldpreis um 30 % fällt, würde ich nicht verkaufen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut

      hat ja kaum jemand Gold.

  6. Wenn ich richtig informiert bin, dann haben die Deutschen etwa 9.000 Tonnen Gold im Privatbesitz.
    Über den Daumen etwa 540 Milliarden.
    Damit kann man schon mal Sohnemann oder Enkelchen aus der Patsche helfen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1168551/umfrage/goldbesitz-der-privaten-haushalte-in-deutschland/#:~:text=Gem%C3%A4%C3%9F%20einer%20Umfrage%20des%20Research,(Schmuck%20und%20physische%20Anlagen).

      Ich finde es vollkommen ok wenn sich jemand gegen Goldbesitz entscheidet.
      Falls man sich gegen einen Goldbesitz entscheidet und am Ende nicht recht behält dann bleibt man halt Arm. Damit habe ich kein Problem.

      Ich liebe mein Goldschwimmbad und von einem Realverlust (den haben auch nur die, die vor 11 Jahren zu Höchstkursen gekauft haben) bin ich tausende Euros entfernt, obwohl der Goldbesitz für mich nur ein Hedge ist ;-)

      @ Thinkself

      Wie sieht es denn mit dem Realverlust bei Kryptos aus, wenn man letztes Jahr zu Höchstkursen gekauft hat?
      Wie sieht es denn mit dem Realverlust aus, wenn man amerikanische Techaktien zu Höchstkursen gekauft hat?
      Da hat man nicht nur die Inflation nicht ausgleichen sondern steht nun ziemlich dämlich da.

      Haben Sie da etwa eine Fehlinvestition getätigt und sind jetzt verbittert?

  7. Wer Gold hat, hat immer Geld

  8. Beispielszenario Hyperinflation (auch wenn dieses Szenario heutzutage unwahrscheinlich erscheint):

    „Mit Gold konnte während der Hyperinflation zwar kein realer Gewinn erzielt werden, doch langfristig behielt das Edelmetall wie keine andere Anlageklasse seinen Wert. Wer Goldbarren, Goldmünzen oder den goldgedeckten US-Dollar besaß, konnte sein Vermögen absichern und die Kaufkraft erhalten. Gold bot im Vergleich zu allen Anlageklassen den besten Schutz vor Kaufkraftverlusten.“

    https://dewiki.de/Lexikon/Goldpreis

  9. Wir erleben vielleicht gerade eine historische Zeitenwende durch die, ich nenne sie mal „Zinsenwende“.

    Wie war das in den späten 20 ern und den 30 ern des letzten Jahrunderts?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Weltwirtschaftskrise

    „Zu den wichtigsten Merkmalen der Krise zählten ein starker Rückgang der Industrieproduktion, des Welthandels, der internationalen Finanzströme, eine Deflationsspirale,…

    (Die Merkmale hören sich schon einmal vertraut an)

    …Schuldendeflation, Bankenkrisen, die Zahlungsunfähigkeit vieler Unternehmen und massenhafte Arbeitslosigkeit, die soziales Elend und politische Krisen verursachte.“

    (Diese Merkmale noch nicht bis auf politische Krisen. Politische Krise zur Zeit= NATO gegen BRICS Staaten)

    Vielleicht sind ja Goldminenaktien eine gute Idee ;-)

    https://dewiki.de/Lexikon/Goldpreis

    „Wer Aktien von Gold- und Silberproduzenten besaß, erzielte hohe Gewinne. So stiegen die Kurse der amerikanischen Homestake Mining Company (heute Teil von Barrick Gold) zwischen 1929 und 1936 an der New York Stock Exchange um 737 Prozent. Außerdem zahlte die Gesellschaft in diesem Zeitraum Dividenden in Höhe von 171 Dollar, was mehr als doppelt so hoch war wie der Aktienkurs von 1929. Die Aktien der kanadischen Dome Mines Limited (heute ebenfalls Teil von Barrick Gold) gewannen 921 Prozent an Wert. Der Kursanstieg erfolgte über den ganzen Zeitraum der deflationären Periode 1929 bis 1933 und dem Einsetzen von Inflation 1934 bis 1936. Der Dow Jones Industrial Average sank dagegen zwischen 1929 und 1932 um 89 Prozent. 1936 lag der amerikanische Aktienindex noch 62 Prozent unter seinem Niveau von 1929.“

    1. Hallo Dabobert Duck,
      ein toller Beitrag.

      Ich habe nichts dagegen, wenn Menschen Gold ablehnen.
      Meistens ist es auch
      Unwissenheit, oder sie sitzen Falschinformationen der Regierungsmedien auf.
      Ich habe z. B. überhaupt keine Ahnung von Diamanten, und zu wenig Ahnung von Aktien, um darin auch nur einen Teil meiner Altersversorgung zu investieren, also kaufe ich nicht diese Dinge.
      Wenn ich aber so sehe, was z. B. Kommentatoren darüber schreiben, was in den USA und wie bei dem Goldverbot abgelaufen ist, wieviel Gold die Deutschen haben usw., dann frage ich mich immer, ob diese Kommentatoren es wirklich nicht wissen, oder einfach nur dummes Zeug in die Welt posaunen wollen.

      Viele Grüße aus Andalusien Helmut

        1. Ja, wir sind sehr verarmt.
          Wenn wir eine Steuererklärung machen müssten, dann könnte man die Verarmung dort ablesen. Es reicht mal gerade.

          Viele Grüße aus Andalusien Helmut

        2. @

          Deswegen kaufen auch ehr reiche Menschen größere Mengen an Gold als die Ärmeren 👍🤣

          In meinem Freundeskreis haben zumindest ehr die besser Betuchten Gold in ihrem Portfolio. Wer Reich ist bleibt es meist auch, weil man ganz andere Möglichkeiten hat😉

          Aber vielleicht haben die einfach auch nur Omas Sparstrumpf nicht im Netz entdeckt und wissen noch garnichts von ihrer kommenden Armut🤣

  10. @Helmut

    Selbst Markus Krall (Degussa-Chef) empfiehlt maximal 20% des Vermögens in Gold anzulegen.
    50% oder mehr hält er für Unsinn. Da empfiehlt er eben ausgewählte Aktien.
    (Falls es jemanden interessiert, kann ich das Interview heraussuchen).

    1. Hallo Columbo,
      das ist richtig.
      Ich muss auch gestehen, dass ich von irgendwelchen anderen Anlageformen nicht genug Ahnung habe, um darin mein Geld zu investieren.
      Und wenn wir nur ein paar Euro mehr Einkommen hätten, dann müssten wir in Spanien auch unsere Renten versteuern.
      Die Freibeträge sind auch nicht höher als in Deutschland. Aber wir haben viel weniger Kosten.
      Z. B. keine Krankenkassenbeiträge und keinerlei Zuzahlung.
      Und dann ginge der Rattenschwanz los, wenn wir noch zu versteuernde Kapitalerträge hätte.
      Für unsere deutschen Renten müssten wir eine deutsche Steuererklärung machen,
      auch für unsere spanische Rente. Jedes Jahr eine sogenannte „Nullbescheinigung“ vom Finanzamt Malaga anfordern und nach Deutschland schicken.
      Damit wir dann in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig bleiben, dann unsere spanische Steuererklärung rechtzeitig nach Deutschland schicken.
      Und das alles nur wegen Kapitalertrag durch z. B. Aktien?
      Ich bin jetzt 70 Jahre, das möchte ich mir nicht antun.

      Viele Grüße aus Andalusien Helmut

      1. @Helmut

        Es geht nicht um die persönlichen „Reichtümer“. Das sollte man für sich behalten und nicht dauernd damit angeben.
        Hätte ich hundert Millionen Euro, wäre mir egal, ob das Gold, Aktien, Diamanten oder Papiereuros wären. Verhungern würde ich in diesem Leben nicht mehr.
        Aber Kleinanlegern zu raten, ihr ganzes oder auch nur halbes Vermögen in Gold zu investieren, ist einfach nur dumm. Weil das Gold eben, wie schon geschehen, zwanzig Jahre lang fallen kann. Trotz Inflation! Gold ist launisch und hat halt leider diese unangenehme Eigenschaft.
        Ich kann dir versichern, ich habe mich mit dem Thema auseinandergesetzt.
        An einer vernünftigen Streuung seines Vermögens führt kein Weg vorbei. Und da spielt Gold sicher nicht die Hauptrolle.

        1. Hallo Columbo,
          Ich denke, dass eine Immobilie die bezahlt ist, ja auch zu einer Verteilung des Vermögens zählt. Auch unsere staatliche Renenansprüche von denen wir leben können, ist ja auch eine Absicherung.
          Ganz besonders ein Staat, der sich Gedanken über die Energiepolitik macht.
          Die alten Leute mit Renten versorgt, von denen man auch leben kann.
          Die Menschen nicht an allen Ecken mit Gebühren und Steuern belegt, usw.
          Natürlich können Immobilien im Wert fallen, Renten weginflationiert werden, usw.
          Gold kann auch um die Hälfte fallen.
          Aber mit allen können wir leben, selbst wenn alles gleichzeitig kommt.
          Und wenn es durch die EU-Regulierungen mir auch in Spanien nicht mehr passt, dann verlegen ich meinen Wohnsitz in die Schweiz.
          Mein Geld ist schon dort.
          Die Immobilie kann verkauft werden und unsere Renten bleiben ja auch.
          Es ist mal gerade ein Menschenleben her, dass Geld in der Schweiz den Menschen das Leben gerettet hat.
          Und alle Menschen, die anderer Meinung sind, können doch auch dso leben und handeln wie sie wollen.
          Ich konnte mir das Land aussuchen wo ich leben wollte, und habe es getan.
          Niemand könnte mich daran hindern nach Deutschland zurückzukehren, außer der Tod.
          Nur nicht meckern, wenn es schiefgelaufen ist.

          Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  11. Pingback: Meldungen vom 21.04.2022 | das-bewegt-die-welt.de

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