Gold/Silber

Der Goldpreis durchbricht eine massive Unterstützung – Absturzgefahr?

Der Goldpreis durchbricht eine massive Unterstützung – Absturzgefahr?

Der Gegenwind für Gold hat zuletzt deutlich zugenommen, steigende Anleiherenditen und ein starker US-Dollar belasten den Goldpreis. Das goldene Edelmetall gilt als sicherer Hafen in Zeiten von Krisen und hoher Inflation, daher konnte sich der Goldpreis lange Zeit gegen die Folgen der falkenhaften Geldpolitik der US-Notenbank stemmen. Aber der Druck durch steigende Anleiherenditen und der nachhaltigen Aufwertung des US-Dollars scheint derzeit zu groß. Die US-Anleiherenditen sind zwar jüngst von ihren Hochs etwas zurückgekommen, allerdings überwiegt der Pessimismus aufgrund des starken Dollars.

Während die 10-jährige Anleiherendite mit aktuell 2,82% wieder deutlich unter der Drei-Prozent-Marke notiert, ist der Dollarindex (DXY) zuletzt über die Corona-Hochs von Mitte März 2020 angestiegen und bewegt sich nahe seines Fünfjahreshochs. Infolgedessen stürzte der Goldpreis unter die runde Marke von 1.900 USD und hat dabei die massive Unterstützung bei 1.889 USD durchbrochen.

Goldpreis: Die nächsten Impulse

Die US-Währung erlebt derzeit ein eindrucksvolles Comeback, das zeigt sich vor allem beim Blick auf den Wechselkurs vom Euro gegen den US-Dollar. Der Euro ist im gestrigen Handel auf einen Stand wie zuletzt im Jahr 2017 gefallen. Neben dem Straffungskurs der Fed spielen ebenfalls die Konjunkturperspektiven in Europa und China eine Rolle. Aufgrund des Ukraine-Konflikts und den harten Lockdowns in China trübt sich die Konjunkturlage stärker ein als jenseits des Atlantiks.

Hinzu kommt, dass die Zinssorgen nicht nur in den USA zunehmen, sondern auch die Marktteilnehmer in der Eurozone baldige Zinsschritte der EZB erwarten. Angesichts der aktuellen Zinsangst und der charttechnisch angeschlagenen Lage kam es an den Goldmärkten zu Gewinnmitnahmen. Zudem macht sich Skepsis breit, dass der Goldpreis kurzfristig nochmal seine Aprilhochs anvisiert. Die jüngste falkenhaften Aussagen von Fed-Chef Powell haben das Gold zusätzlich belastet. Laut FedWatch-Tool liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung von 75 bis 100 Basispunkten in der nächsten Woche bei 94,86 Prozent.

Am Nachmittag könnten die deutschen Verbraucherpreise für den April (14:00 Uhr) neue Hinweise über die Inflationsentwicklung in der Eurozone geben und auch einen Impuls für den Goldpreis liefern. Die Konsensschätzungen der Analysten für die Teuerungsrate liegen bei 7,2 Prozent, also minimal unter dem Vormonat von 7,3 Prozent.

Gold: Richtungsentscheidung steht bevor

Im gestrigen Handel ist der Goldpreis unter die massive Unterstützung bei 1.889 USD gefallen und hat damit ein Signal der Schwäche gesendet. Die Bullen dennoch nicht die Flinte ins Korn werfen. An der 100-Tage-Linie aktuell bei 1.876 USD wurde die Abwärtsbewegung schließlich ausgebremst. Aktuell testet der Preis für Gold den zuvor durchbrochene Unterstützung bei 1.889 US-Dollar. Sollte der Kurs an der Hürde scheitern, dann ist weiterhin mit einem Rückgang bis an das 127,2 % Extensionsziel der übergeordneten ABC-Korrektur bei 1.846 USD zu rechnen. In dem Bereich befindet sich zudem eine markante horizontale Unterstützung, die für Halt sorgen kann. Unterhalb der genannten Zone würde sich das Chartbild deutlich eintrüben. Dann wäre sogar ein Abverkauf bis an die runde Marke bei 1.800 USD durchaus denkbar.

Sollte es lediglich um eine ABC-Korrektur handeln, hätte der Goldpreis gute Chancen wieder gen Norden anzusteigen. Die erste Hürde, die es zu überwinden gilt, ist der Bereich bei 1.889/92 USD. Darüber rücken die letzten lokalen Hochs bei 1.911 USD in den Fokus. Ein Anstieg über die Zone bei 1.908/15 würde das Chartbild aufhellen. Anschließend könnte sich die Erholung bis an die Widerstandszone bei 1.940 USD ausdehnen. Hier verläuft auch die 50-Tage-Linie, die überschritten werden muss, um weitere Ziele auf der Oberseite anzupeilen.

Gold Korrektur: Anleiherenditen und US-Dollar belasten

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