Anleihen

Der große Sturm auf deutsche Schulden

Der Kapitalmarkt stürzt sich auf neu ausgegebene deutsche Schulden. Erst gestern hatten wir über die neuen zweijährigen Bundesschatzanweisunegen berichtet, wo nur 41% der Kaufwilligen überhaupt zum Zuge kamen, weil die Nachfrage von 7,5 Milliarden Euro einfach viel zu groß war (4 Milliarden Euro Angebot und nur 3,1 Milliarden Euro Verkaufsvolumen)

Heute beobachten wir ein noch krasseres Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Die Finanzagentur Deutschland hat jetzt für eine Laufzeit von zehn Jahren ein Volumen von 3 Milliarden Euro angeboten. Die Nachfrage lag mit 6,18 Milliarden Euro in Relation zu gestern noch deutlich höher. Bei 3 Milliarden Euro Angebot wollten Anleger alleine für 3,8 Milliarden Euro unlimitiert kaufen – sie wären also bereit gewesen jeden Preis zu zahlen.

Letztlich verkauft wurden heute nur Bundesanleihen im Volumen von 2,43 Milliarden Euro. Somit konnten nur 39% des Nachfragevolumens befriedigt werden. Vor vier Wochen, als bei der letzten Ausgabe zehnjähriger Bundesanleihen noch ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage vorherrschte, lag die Emissionsrendite bei 0,33%. Heute liegt sie erstaunlicherweise bei 0,49%. Eigentlich müsste man ja annehmen, dass Deutschland als Emittent die starke Nachfrage ausnutzt um günstigere Konditionen durchzusetzen.

Aber man will offensichtlich faire Marktkonditionen bieten, um den institutionellen Anlegern wie immer zu zeigen, dass man ein „verlässlicher Partner“ am Finanzmarkt ist. Der Chart zeigt den Kurs der Bundesanleihe seit Mai. Vor vier Wochen notierte der Kurs noch höher, und fiel bis jetzt ab. Deshalb steigt automatisch die Rendite. Aber wie gesagt: Bei der großen Nachfrage hätte man als Anbieter eigentlich eine niedrigere Rendite durchsetzen können.



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