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Der Handelskrieg beginnt: Trumps Importzölle für Stahl und Aluminium

Den gestrigen Tag kann man wohl endgültig als offizielles Startdatum für einen globalen Handelskrieg betrachten. Die USA gegen den Rest der Welt, so sieht es aus. Sogar seinen engen Partner Kanada hat man…

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am

FMW-Redaktion

Den gestrigen Tag kann man wohl endgültig als offizielles Startdatum für einen globalen Handelskrieg betrachten. Die USA gegen den Rest der Welt, so sieht es aus. Sogar seinen engen Partner Kanada hat man bereits massiv verprellt. Donald Trump hat gestern den Startpunkt gesetzt.

Handelskrieg startet bei Stahl und Aluminium

In einer Verkündung nannte er zwei konkrete Zahlen. Für Stahlimporte wird es von US-Seite aus einen generellen Strafzoll von 25% geben, bei Aluminium von 10%. Laut Trumps aktuellen Aussagen sollen sie unbefristet gelten. Sie würden für eine „lange Zeit“ gelten. Diese Strafzölle würden jetzt gerade niedergeschrieben, damit sie schnell in Kraft treten können, so Trump. Das wird natürlich kurzfristig gut sein für US-Jobs in diesen Bereichen, und auch für die Aktien dieser US-Hersteller. Ebenfalls dürften ausländische Unternehmen verschärft darüber nachdenken mehr Produkte in den USA herzustellen, anstatt bisher Vorprodukte aus ihren Stammwerken im Ausland in die USA zu verschiffen.

Der geknechtete und benachteiligte US-Arbeiter

 

Der Tweet von Donald Trump macht es deutlich. Die USA und vor allem die US-Arbeiter wurden geknechtet und benachteiligt, so seine Sichtweise. Damit meint er oberflächlich die ausländischen Hersteller, die mit Billigprodukten in allen Bereichen die armen US-Arbeiter arbeitslos gemacht haben. Aber unterschwellig greift er damit auch die Vorgänger-Regierungen an, die diesem Treiben tatenlos zugesehen haben. Die Botschaft ist klar. Liebe US-Arbeiter, schaut her. Bill Clinton, Bush und Obama haben nichts für euch getan, sie haben euch im Stich gelassen. Ich mache was für euch, ganz konkret. Und kurzfristig dürften solche Strafzölle in einigen Bereichen in der Tat wirklich mehr Jobs in den USA schaffen.

Aber unterm Strich dürften auf lange Sicht auch andere Bereiche leiden, was zumindest ein Nullsummenspiel für US-Jobs bedeuten sollte. Vor allem ländliche Wählerschichten von Donald Trump dürften das schon bald zu spüren bekommen. Denn die Chinesen haben schon angedeutet Importzölle aus US-Agrarprodukte einführen zu wollen, wenn die Amerikaner mit dem Handelskrieg (Importzölle) anfangen. Die EU hatte jüngst auch schon konkret angedeutet, dass man bereit sei zügig auf US-Importzölle zu reagieren. Konkret wurde beispielsweise schon der Import von US-Motorrädern genannt (Harley Davidson). Aber dabei dürfte es nicht bleiben.

Wir wollen Ihnen nicht die volle Länge von Donald Trumps gestrigen Aussagen antun, aber bringen hier einen Ausschnitt zu den gestern konkret angekündigten Importzöllen. Wer das liest, dem ist klar: Der Handelskrieg startet, und von US-Seite aus wird es womöglich nicht bei Stahl und Aluminium bleiben!


THE PRESIDENT: Thank you very much everyone. We have with us the biggest steel companies in the United States. They used to be a lot bigger, but they’re going to be a lot bigger again.

And we have the big aluminum companies in the United States. And they’ve been very unfairly treated by bad policy, by bad trade deals, by other countries. They’ve been horribly treated by other countries, and they have not been properly represented. More importantly, because of that, workers in our country have not been properly represented.

So we’re going to build our steel industry back and we’re going to build our aluminum industry back. And I just want you to hear from a couple of the folks in the room. We’ll have a few speak.

But I might want to start with Dave Burritt from U.S. Steel. It was a massive company years ago, and got smaller and smaller and smaller. And Dave was with Caterpillar for 35 years —

MR. BURRITT: Thirty-three years, yeah.

THE PRESIDENT: Thirty-three years. And did a great job. They brought him in. He’s been there for a short while, and he wants to build it back up.

Dave, maybe you could say a little bit to the room and to the press about U.S. Steel and where they were, where they’re going, and what you think of what we’re going to do.

MR. BURRITT: Well, thank you, Mr. President.

THE PRESIDENT: Thank you.

MR. BURRITT: And thank you very much for your leadership on this issue. And also, Commerce Secretary, thank you, sir, very much. This is vital to the interests of the United States. This is our moment, and it’s really important that we get this right.

The alternatives that the Commerce Secretary presented were all good alternatives, and we trust your judgment, in terms of the ones to be selected. We believe that the leadership that this administration has shown on tax reform is simply outstanding. The elimination of bureaucracy is simply outstanding. We trust your judgment on this issue.

And having been somebody that has global views and believes in free trade, we know when it’s completely unfair. We are not protectionists. We want a level playing field. It’s for our employees; to support our customers. And when we get this right, it will be great for the United States of America. We have to get this done.

THE PRESIDENT: And for your company and for your workers and for so much else, even the security of our own nation.

MR. BURRITT: Absolutely.

THE PRESIDENT: You like the tariffs that we’re talking about. You like the tariffs where they won’t be dumping on our country. What they do is they dump massive amounts of product on our country, and it just kills — it destroys our companies and our jobs. And it’s been happening for so many years, and we are not the beneficiary.

You feel tariffs are the answer?

MR. BURRITT: Yes, sir. The transshipments that go on, which you are well aware of — we call it the Whac-A-Mole game. It’s time for Whac-A-Mole to end. It’s time for some fairness here. It’s past time.

THE PRESIDENT: People have no idea how badly our country has been treated by other countries, by people representing us that didn’t have a clue. Or if they did, then they should be ashamed of themselves because they’ve destroyed the steel industry, they’ve destroyed the aluminum industry, and other industries, frankly, when you look at all the plants, the car plants, automobile plants that moved down to Mexico for no reason whatsoever, except we didn’t know what we were doing.

Handelskrieg
Donald Trump. Foto: whitehouse.gov

4 Kommentare

4 Comments

  1. m.d

    2. März 2018 10:30 at 10:30

    wie müsste sich der dollar entwickeln. der handelskrieg wird doch den dollar beeinflussen oder. und gold ?
    danke für ne aufklärung bzw einschätzung

  2. Jana

    2. März 2018 10:51 at 10:51

    zu einem gewissen Maß existiert Protektionismus überall, auch in Deutschland – auch nachvollziehbar…..
    https://www.welt.de/debatte/kommentare/article167303045/Deutschland-predigt-Freihandel-praktiziert-aber-Protektionismus.html

  3. wibe69

    2. März 2018 12:01 at 12:01

    Donald J. Trump twitterte eben:

    When a country (USA) is losing many billions of dollars on trade with virtually every country it does business with, TRADE WARS ARE GOOD, and easy to win.

    Das hört sich nach Entschlossenheit an den Protektionismus mit voller Kraft weiterzutreiben

    • Markus Fugmann

      2. März 2018 12:06 at 12:06

      @weibe, soeben Artikel dazu erschienen..

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Pfund steigt kräftig an – Angela Merkel hat gesprochen!

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Aktuell steigt das britische Pfund gerade kräftig an! Gestern war Boris Johnson bei Angela Merkel zu Gast, und sagte schon da, dass man auch kurzfristig eine Lösung im Brexit-Streit um Nordirland finden könne. Und jetzt? Nach übereinstimmenden Berichten gab es vor wenigen Minuten die Äußerung von Angela Merkel, dass man selbst noch am 31. Oktober (angeblich die allerletzte absolute totale Deadline für Brexit) eine Lösung für den Backstop finden könnte. Man könne eine Lösung finden, die auch gleichzeitig die Integrität des EU-Binnenmarktes sicherstelle. Und zack, Merkel jagt das britische Pfund kräftig nach oben!

Gegen den US-Dollar steigt GBP aktuell um 87 Pips, und Euro vs Pfund fällt aktuell um 90 Pips. Damit sind „erst einmal“ die Ängste vor einem ins Bodenlose fallende Pfund vom Tisch gewischt. Aber ändert sich das schnell wieder, wenn Präsident Macron sich heute Abend nach dem Besuch von Boris Johnson in Paris ganz anders äußert als Merkel?

Pfund vs USD seit 16. August
GBP vs USD seit 16. August.

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Immobilienpreise klettern weiter ungebremst nach oben!

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Die Immobilienpreise in Deutschland kennen kein Halten! Es geht wie am Strich gezogen nach oben. Das zeigt eine vor wenigen Minuten veröffentlichte Erhebung anhand real durchgeführter Immobilientransaktionen. Laut Europace steigt der selbst herausgegebene Hauspreisindex „kontinuierlich weiter“. Er umfasst die Preise für Neubauhäuser, Bestandshäuser und Eigentumswohnungen. Der folgende Chart reicht bis 2011 zurück, und ist wohl mehr als eindeutig. Die Preise klettern immer weiter. Die aktuellen Zahlen beweisen laut Europace, dass die Niedrigzinsphase die Immobilienpreise steigen lasse. Der Rückgang der Baugenehmigungen im ersten Halbjahr tue ein Übriges, dass sich der Anfrageüberhang nicht relevant abbaue. Im Wortlaut aus der aktuellen Mitteilung:

Im Juli verzeichnete der EUROPACE Hauspreis-Index EPX ein beständiges Wachstum. Eigentumswohnungen legten im Vergleich zum Vormonat um 1,50 Prozent, Bestandshäuser um 1,25 Prozent zu. Bei Neubauhäusern stiegen die Preise nur leicht um 0,23 Prozent. Der Gesamtindex kletterte damit um 0,98 Prozent auf 163,3 Punkte. Grundlage des EPX sind bundesweit tatsächlich abgeschlossene Transaktionen für selbstgenutzte Häuser und Eigentumswohnungen im Wert von mehr als 5 Mrd. Euro pro Monat.

Immobilienpreise Grafik Europace

Immobilienpreise Index im Detail

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US-Staatsverschuldung macht Riesensprünge! Budget-Defizit wird Billionen-Grenze überschreiten

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Die US-Staatsverschuldung macht gerade einen großen Sprung nach dem anderen. Wir hatten in den letzten Tagen schon berichtet über die monatelang eingefrorene offizielle Verschuldungssumme der US-Bundesregierung. Denn nach Erreichen einer Obergrenze fürs Schuldenmachen musste man die neuen Schulden optisch verstecken oder in die Zukunft schieben. Vor Kurzem dann wurde die Grenze aufgehoben, und laut Vereinbarung im Kongress kann die Regierung bis 2021 weiter kräftig Schulden machen.

Gawooni Anleihe

US-Staatsverschuldung mit weiteren Schüben

Vom 1. auf den 2. August machte die offizielle US-Staatsverschuldung einen Sprung nach oben in Höhe von 292 Milliarden Dollar auf 22,314 Billionen Dollar. Seitdem sind bis vorgestern (Daten werden immer mit zwei Tagen Verzögerung veröffentlicht) weitere 114 Milliarden Dollar hinzugekommen. Also ist die US-Staatsschuld seit dem 1. August um insgesamt 406 Milliarden Dollar angestiegen. Das ist ein Plus von 1,84% bezogen auf die Gesamtsumme. Keine schlechte Leistung, wenn man die offizielle Statistik mal als absolute Wahrheit hinnimmt.

Haushaltsdefizit gigantisch

Das Budgetbüro des US-Kongresses (CBO) hat gestern seine neueste Prognose für den US-Haushalt veröffentlicht (hier im Detail nachzulesen). Demnach soll das Haushaltsdefizit der USA im Fiskaljahr 2020 die Billionengrenze überschreiten. Damit würde man diese magische Grenze zwei Jahre früher als bislang geplant überschreiten. Die Regierung würde also 1 Billion Dollar mehr ausgeben, also sie einnimmt. In 2019 sollen es „noch“ 960 Milliarden Dollar Defizit sein. Es ist mehr als offensichtlich. Die Wirtschaft in den USA kann noch so stark wachsen. Die Steuersenkungen von Donald Trump aus dem Jahr 2017 entziehen dem Staat so viele Einnahmen, dass die Spanne zu den Ausgaben weiter ansteigt.

US-Staatsverschuldung debt to the penny
Quelle: US Treasury

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