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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

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Der Handelskrieg verhagelt US-Investoren die Stimmung – Dax-Profiinvestoren dagegen optimistisch

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Gemeinhin gelten die Amerikaner ja als optimistischer als die Deutschen – wenn man wie die Amerikaner an den (widerlegten) Mythos glaubt, dass jeder vom Tellerwäscher zum Millionär auftseigen könne, dann sieht man das Glas wohl stets halbvoll.
Die Deutschen dagegen sind vielfach Grübler und Zweifel, dazu Sicherheitsfanatiker und Risikovermeider (weswegen der begabte Nachwuchs hierzulande lieber als Angestellter zu Konzernen geht statt als Unternehmer seine Chance zu suchen, aber eben auch Risiken auf sich zu nehmen!). Das Glas ist hierzulande also eher halbleer als halbvoll..

Aktuell aber ist das – mit Blick auf die Entwicklung an den Finanzmärkten – eher andersherum. Denn vor allem die Dax-Profis sind wieder sehr optimistisch, wie die jüngste Umfrage der Deutschen Börse zeigt: demnach sind nun die Bullen bei 46% der Befragten und können damit zur Vorwoche stattliche 12% zulegen – während das Lager der Bären mit -21% zur Vorwoche auf nun nur noch 27% einen starken Aderlaß verkraften muß.
Die Privatanleger sind dagegen etwas skeptischer – so stellen die Bullen 38% (+4% zur Vorwoche), während die Bären nach wie vor mit 40% in Front liegen (-8% zur Vorwoche).

Joachim Goldberg interpretiert die Daten folgendermaßen:

„Die heutige Befragung zeigt zweierlei. Zum einen haben die vormals überwiegend gut positionierten institutionellen Anleger angesichts des erneuten DAX-Rückgangs nicht nur ihre teils deutlichen Gewinne durch die Korrekturbewegung realisiert. Zum anderen scheint sich gerade wegen dieses Gefühls, auf der richtigen Seite der Marktentwicklung gelegen zu haben, auch die Einschätzung des Handelskonflikts entsprechend angepasst zu haben: Das Schlimmste scheint überstanden zu sein, und zum Äußersten wird es nicht kommen, so die zuversichtliche Haltung vieler Akteure.

Allerdings stellt der jüngste Optimismus, der sich zudem noch auf dem höchsten Stand dieses Jahres befindet, eine Belastung für das Börsenbarometer dar. Denn die Optimisten von heute würden einer DAX-Erholung durch etwaige Gewinnmitnahmen auf höherem Niveau im Wege stehen. Die eigentliche Gefahr ist jedoch, wenn bullishen Engagements durch unerwartete Ereignisse unter Druck gerieten. Denn in diesem Fall wäre nicht gesichert, ob internationale Fondsmanager, von denen zuletzt netto 9 Prozent (nach 0 Prozent im Vormonat) der von BofA Merrill Lynch Befragten in Aktien der Eurozone übergewichtet waren, dem DAX mit weiteren Käufen tatsächlich zu Hilfe kommen würden.“

Blickt man jedoch in die USA, dann wird erkennbar, dass der Handelskrieg doch deutlich stärker auf die Stimmung der in der AAII-Umfrage befragten amerikanischen Privatinvestoren schlägt: so verliert das Bullen-Lager dort -13,3% zur Vorwoche und kommt nun nur noch auf 29,8%. Dagegen legten die Bären um +16,1% zur Vorwoche zu und führen das Feld nun klar mit 39,3% an. Das Wort „angst“ hat sich als deutsches Fremdwort in den angelsächsischen Sprachschatz eingeschlichen, manchmal auch gebraucht als „german angst“..

Abschließend die Einschätzung zu den deutschen Daten von Joachim Goldberg im Video:


Edvard Munch

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Finanznews

Ohne Abverkauf kein Deal USA-China! Marktgeflüster (Video)

Die Märkte sind in einem Paradox gefangen: einen Deal kann es nur geben, wenn auch der Schmerz für die USA sehr groß ist, wenn die Wall Street abverkauft

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Ein substanzlos optimistischer Tweet von Donald Trump reicht am „magic risk free-Freitag“, um die Aktienmärktre nach oben zu bringen. Nach nichts sehnen sich die Aktienmärkte mehr als diesen angeblich immer wieder kurz vor dem Abschluß stehenden Deal zwischen den USA und China, der derzeit so weit wie noch nie entfernt ist! Und dabei sind die Märkte in einem Paradox gefangen: einen Deal kann es nur dann geben, wenn auch der Schmerz für die USA sehr groß ist, sprich wenn die Wall Street abverkauft – sonst hat Trump keinerlei Grund, seine harte Haltung gegenüber China aufzugeben (zumal die oppositionellen US-Demokraten Trumps harte Haltung teilen!). China aber wird Gespräche nur dann aufnehmen, wenn Trump bei Huawei einen Rückzieher macht..

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Indizes

Chinas Leidensfähigkeit im Handelsstreit – dafür gibt es Grenzen

Über die Schwachstellen der beiden Supermächte im Handelskrieg – im Fokus China

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Hatte Chinas Regierungschef Xi Jinping nicht erst jüngst sein Volk auf eine magere, entbehrungsreiche Periode hingewiesen? Die Ursachen dafür reichen schon etwas zurück und werden durch den Handelsstreit massiv verstärkt.

 

Chinas Achillesferse: der Arbeitsmarkt

Es ist wahrscheinlich die unzuverlässigste Wirtschaftszahl aus den entwickelten Staaten, Chinas Arbeitslosenstatistik. In den Jahren 2002 bis 2018 stieg diese Zahl nie über 4,3 Prozent und fiel nie unter 3,9 Prozent, einer Marke, die auch derzeit „offiziell“ Bestand hat. Trotz Finanzkrise 2008 und Chinas Wachstumsproblem 2015/2016.

Kann man diesem Wirtschaftsmärchen auch nur im Ansatz trauen? Daraus erschließt sich die große Sorge, die Chinas Regierung am meisten umtreibt, der Angst vor einen Einbruch auf dem Arbeitsmarkt. Ich habe in unserem freundlichen Streitgespräch zwischen Markus Fugmann und mir am letzen Mittwoch darauf hingewiesen, welch sozialer Sprengstoff hinter der Thematik steckt angesichts von weit über 100 Millionen Wanderarbeitern in China, die versorgt werden müssen. Dazu ein paar Argumente.

 

Chinas Zählweise der Arbeitslosigkeit

Ein Grund für die seltsamen Arbeitslosenzahlen liegt wohl in der Erfassung. Nach dem chinesischen Einwohnermeldesystem (Hukou) werden Stadtbewohner als Arbeiter registriert und die Landbevölkerung als Bauern. Damit werden die Hunderte Millionen Wanderarbeiter von der Statistik nicht richtig verbucht, wenn sie ihre Heimat verlassen, um in einer Fabrik zu arbeiten.

 

Chinas Sozialsysteme

Da man in China sehr geringe Beiträge in die Arbeitslosenversicherung einzahlt – in Peking sind es gerade mal 0,2% vom Salär, 0,8% zahlt der Arbeitgeber – melden sich viele Menschen nach einem Jobverlust nicht arbeitslos, weil es eben kaum etwas bringt. Aus anderen Statistiken (Volksuniversität Peking) ergeben sich bedenkliche Entwicklungen. Im ganzen Land sind die Jobangebote um 10 Prozent gesunken, während die Nachfrage um 8 Prozent gestiegen ist. Allein in Peking ist die Zahl der Arbeitssuchenden im letzten Quartal 2018 um 47 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen und dies war noch deutlich vor der weiteren Verschärfung der Zölle durch Donald Trump.

Zwar unterstützt der Staat seine Firmen und fordert zu Einstellungen auf, jedoch beträgt der Anteil der Privatfirmen bereits 85 Prozent. China steckt im größten Strukturwandel seit Jahrzehnten – dem Wandel von der Produktionsstätte für die Welt hin zu einem Hightech-Land mit Dienstleistungssektor.

 

Ein weiteres Problem – Industrieroboter

Auch in China schreitet die Automatisierung voran. Nach offiziellen chinesischen Angaben ist die Zahl der Industriearbeiter von 2012 bis 2017 um 60 Millionen zurückgegangen, den Ausgleich bildeten die Jobs im Dienstleistungsbereich. Aktuell sehr interessant auch die Absicht des Endfertigers von Apples iPones, Foxconn, 30 Prozent seiner Arbeiter durch Roboter zu ersetzen.

Aus all den angeführten Argumenten wird deutlich, warum Xi Jinping seine Landsleute auf härtere Zeiten eingeschworen hat, auch unabhängig vom Handelsstreit. Er vertraut auf die Leidensfähigkeit seiner Bürger, aber bei massiven Jobverlusten, ohne Auffangsystem, dürfte diese rasch an ihre Grenzen geraten. Die berüchtigten sozialen Unruhen. Auch wenn Xi Jinping auf Lebenszeit gewählt wurde, hat er keine Allmacht und eine Rezession würde ein soziales Problem ungeahnten Ausmaßes generieren.

 

Fazit

Es ist zweifelsohne ein Kampf der Giganten, der Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China. Und derzeit ist nicht absehbar, wer ab welchem Punkt einlenken wird, um einen gesichtswahrenden Kompromiss zu erzielen.

Es gibt aber zwei Schwachstellen, die von keiner Regierung ignoriert werden kann. In den USA ist es der Aktienmarkt, über den ich schon mehrere Kommentare verfasst habe „Das Billionen-Dollar-Risiko…“ und für China das oben skizzierte Beschäftigungsproblem. Mal sehen, wen es härter trifft und wer eher einlenkt. Auf eines möchte ich aber fast schon wetten: Donald Trump wird bei einem Aktieneinbruch in der Größenordnung von 10 Prozent plus ganz schön kleinlaut werden. Nur vertrauen die Märkte bisher immer noch auf den wirtschaftlichen Status der Supermacht – bald tempi passati?

 

Von Kzw – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8937812

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Indizes

Aktienmärkte: Ab wann greift der „Trump-Put“?

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Gibt es einen „Trump-Put“, also eine Versicherung gegen fallende Kurse? Gestern wieder ein optimistischer Tweet von Trump – und schon erholten sich die US-Indizes. Faktisch – das bringt Jochen Stanzl gut auf den Punkt – geht das Geld aus Sektoren und Aktien heraus, die in Sachen Handelskrieg viel zu verlieren haben, und in Sektoren und Aktien hinein, die davon wenig betroffen zu sein scheinen. Linke Tasche, rechte Tasche..

Aber das 2.Quartal könnte negative Überraschungen bringen bei den Firmenergebnissen der US-Konzerne (auf Link im Tweet klicken):

Aber hören wir die klaren Aussagen von Stanzl:


By Steve Jurvetson from Menlo Park, USA – The Donald & Mark Wahlberg, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=55327521

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