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„Der Handelskrieg wird überbewertet“: oder „Lernen´s a bissl Geschichte“, Herr Hellmeyer!

Man möchte Herrn Hellmeyer mit den Worten des ehemaligen österreichischen Bundeskanzlers Kreisky dringend raten: „Lernen´s a bissl Geschichte“..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Folker Hellmeyer war einst Chefvolkswirt bei der Bremer Landesbank – und ist auch nach seinem Weggang dort immer noch eine Stimme, die Gehör findet. Hellmeyer meint, die Konjunktur sei doch nach wie vor robust, und man könne fast froh sein, dass die deutsche Wirtschaft etwas abkühle, da sonst eine Überhitzung drohe. Nunja, angesichts der doch sehr deutlichen Abschwächung kann man das so sehen – muß man aber nicht..

Folker Hellmeyer äussert sich auch zum Thema Handelskrieg – und begeht nach unserer Auffassung dabei einen typischen Fehler: er rechnet schlicht hoch, was die US-Zölle in Sachen US-BIP bedeuten (nämlich recht wenig) und schließt daraus, dass das Thema überschätzt werde. Das jedoch ist viel zu kurz gedacht: es geht um Psychologie und Investitionsbereitschaft, es geht vor allem auch um Lieferketten, die unter großem Aufwand und noch größeren Kosten neu aufgestellt werden müssen. Und es geht auch darum, dass ein Handelskrieg zwischen den beiden stärksten Wirtschaftsnationen der Welt nicht einfach so verpufft, sondern eine Kettenreaktion hervorruft!

Wer wissen will, welche Auswirkungen Zölle und eine egomanische Wirtschaftspolitik haben, der sollte sich die 1930er-Jahre anschauen  – damals war die nominale Auswirkung der Zölle auch gering, aber die Folgewirkungen, der Ratenschwanz, der „mit dranhängt“, umso größer. Und so möchte man Herrn Hellmeyer mit den Worten des ehemaligen österreichischen Bundeskanzlers Kreisky dringend raten: „Lernen´s a bissl Geschichte“!

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    frankie68

    14. November 2018 02:40 at 02:40

    Hallo Herr Fugmann,

    ich habe gerade gepetzt ;-)
    Ich hoffe, Herr Hellmeyer gibt Ihnen fachliches Kontra an dieser Stelle…

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      14. November 2018 06:18 at 06:18

      @Frankie, ich bin gespannt! :)

      • Avatar

        Folker Hellmeyer

        14. November 2018 11:17 at 11:17

        Sehr geehrter Herr Fugmann,

        vielen dank für Ihre Replik.
        1. Die Lieferketten bleiben zunächst erhalten, da es in den USA gar nicht das Produktionspotential gibt, die Importe aus China zu ersetzen. Damit ergeben sich Preiseffekte, die den Standort der USA schwächen. Im Mengengrüst der chinesischen Exporte hat das überschaubare Folgen – ich gehe von maximal 15% aus. Dagegen muss man der Sachlichkeit wegen, die von Peking getroffenen Maßnahmen gegenüberstellen, die die Vernentzung der Weltwirtschaft ex USA forcieren (Senkung von Zöllen und Importbarrieren, Öffnung der Märkte).
        2.ich stimme zu, dass eine solitäre quantitative Betrachtung nicht Ziel führend ist. Die psychologischen Effekte sind aber primär an den Finanzmärkten ein Belastungsfaktor.
        3. Die Kettenreaktion sehe ich in dieser Form nicht, sondern es ist erkennbar, dass sich die Weltwirtschaft ex USA (=85% der Weltwirtschaft) formiert, um das Konstrukt der globalen Wirtschaft zu erhalten. Das ist auch der Unterschied im historischen Kontext. Hier einfach die Historie zu bemühen ist oberflächlich. Ich weise Ihren Vorwurf umfänglich zurück. Die Unterschiede der wirtschaftlichen und politischen Strukturen zu der Vergangenheit sind ausgeprägt wie nie und unterminieren den Anspruch, die Erfahrung der Vergangenheit auf das aktuelle Szenario zu extrapolieren. Gleichwohl ist Demut geboten, da Politik unintelligenter sein kann, als man landläufig unterstellt.

        Mit einem freundlichen Gruß
        folker Hellmeyer

        • Avatar

          tm

          14. November 2018 17:50 at 17:50

          „Weltwirtschaft ex USA (=85% der Weltwirtschaft) “

          nominales BIP USA: rund 21 Bio. USD
          nominales BIP Welt: rund 84 Bio. USD

          15% Anteil USA?

  2. Avatar

    Beobachter

    14. November 2018 12:18 at 12:18

    @ Folker Hellmeyer, die Diskussion über den Handelskrieg ist unnötig, es braucht eben überhapt keine Gründe mehr um die seit 10Jahren künstlich hochgepushten Börsen ( vor allem USA ) zu korrigieren.
    Bitte den Artikel von Felix Zulauf „ DER FLÜGELSCHLAG DES SCHMETTERLINGS“ lesen.
    Und wenn schon gibt es einige Gründe , die auch diese Hausse stoppen werden.Sie sind mir schon öfters
    aufgefallen, dass gemäss ihrer Meinung die Börsen immer nur steigen können.
    Da aber ausser den USA die meisten Börsen schon beträchtlich gefallen sind, müsste ich annehmen, dass sie diese Baisse verpasst haben, u.noch Nichts gelernt haben.
    Ich möchte sie freundlich fragen wie die Performace ihrer verwalteten Vermögen seit anfang 2018 aussieht?

  3. Avatar

    frankie68

    14. November 2018 14:35 at 14:35

    @ Beobachter:

    da muss ich jetzt aber eine Lanze für Herrn Hellmeyer brechen. Ich erinnere mich noch sehr gut, als es Anfang der Nuller Jahre bei n-tv die Sendung „Bulle oder Bär“ gab, bei der Experten die jeweilige Seite vertraten und das Publikum am Ende abstimmen durfte, wer mehr überzeugte.
    Obwohl es damals Mainstream war, dass die Kursrückgänge zwischen 2000 und 2003 doch eher Nachkaufgelegenheiten seien, vertrat Herr Hellmeyer konsequent die Bärenseite (nur einmal war er -glaub ich- bullisch).
    Soviel zu dem Vorwurf, Hellmeyer könne nur „Bulle“.

    • Avatar

      tm

      14. November 2018 17:51 at 17:51

      naja, offenkundig lag er allerdings falsch mit seiner damaligen Aussage.

  4. Avatar

    Beobachter

    14. November 2018 14:47 at 14:47

    @ Frankie 68, ich beziehe mich auf die Videos der letzten Monate, u. wenn er jetzt bullisch ist , hat er mindestens aus der 08 er – Krise Nichts gelernt., obwohl die Situation wegen der Mehrfachverschuldung
    ( Staaten u. Unternehmen) heute viel explosiver ist.

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DAX daily: Der Dax stürzt nachbörslich unter die 12.000er Marke

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Nach dem schwachen Wochenauftakt bleibt der Dax auch am Dienstag unter Druck. Infolgedessen fiel der deutsche Leitindex auf ein Vier-Monats-Tief und notiert nur noch knapp über der 12.000er Marke. Dabei sah es zur Börseneröffnung gar nicht so schlecht aus, als der Index ein Tageshoch bei 12.223 erreicht hatte. Von dort aus ging nämlich nur noch abwärts bis zum Tagestief bei 12.034. Es ist, als ob derzeit ein Deckel auf den Aktienmärkten liegt. Der ungewisse Ausgang der US-Wahl sowie die Angst vor weiteren Corona-Einschränkungen verunsichert die Anleger zunehmend. Der Dax schloss den Handel mit einem Verlust von 113 Punkten (-0,93 %) bei 12.063. Nachbörslich ist der Dax noch unter die Räder gekommen. Dabei hat er die runde 12.000 unterschritten und fiel ohne Gegenwehr bis zur Marke von 11.943. In der Nacht ging es dann noch weiter runter.

News und fundamentale Daten

Nachdem in Frankreich die Kliniken bereits an ihre Grenzen gestoßen sind, denkt man dort offenbar über einen Kurz-Lockdown nach. Die Angst wächst, dass diese Situation auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern eintreten kann. Heute findet die Corona-Konferenz statt, dabei dürfte der Bund zusätzliche Maßnahmen beschließen, die unser Leben weiter einschränken und dadurch die wirtschaftliche Erholung einbremst.

Zudem stehen ein paar Wirtschaftsdaten aus den USA auf dem Programm, bevor es morgen am Super-Donnerstag mächtig rund geht. Dann erscheinen nämlich zahlreiche Konjunkturdaten sowie die Quartalszahlen der vier Tech-Riesen Apple, Alphabet, Facebook und Amazon. Zuvor werden heute um 13:30 Uhr die US-Warenhandelsbilanz sowie die Einzelhandelsbestände ohne Fahrzeuge veröffentlicht. Danach folgen um 15:30 Uhr noch die Rohöllagerbestände.

Gestern kurz nach Börsenschluss hat Microsoft seine Quartalszahlen veröffentlicht. Nicht nur beim Umsatz, sondern auch beim Ergebnis je Aktie konnte der Software-Riese die Erwartungen der Analysten schlagen. Damit gehört auch Microsoft zu den 85 % der Unternehmen, die in der laufenden Berichtssaison die Prognosen überbieten konnten. Auffällig ist, dass es trotz guter Zahlen nicht zu weiteren Kurssteigerungen reicht. Das bedeutet, dass die Anleger die guten Ergebnisse bereits eingepreist haben, daher ist die Gefahr einer Enttäuschung wesentlich größer, das hat auch SAP in dieser Woche gezeigt.

Darüber hinaus legen heute mehrere deutsche Unternehmen ihre Zahlen vor. Aus dem Dax sehen wir die Berichte von BASF, Delivery Hero, Deutsche Bank und Deutsche Börse und aus der zweiten Reihe von Puma, Telefonica und DWS. Zudem gibt es noch Zahlen von Boeing, eBay, General Electric, Gilead Sciences, MasterCard und Visa. Damit sehen wir heute schon sehr interessante Quartalsberichte, die aber im Grunde nur das Warm-Up Programm für morgen darstellen.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Knapp eine Stunde vor Börseneröffnung notiert der Dax nicht nur unter der 12.000er Marke, sondern nahe der 11.800. Für die Bullen wäre es wichtig die runde 12.000er Marke zurückzuerobern. Ansonsten besteht die Gefahr das der Dax weiter nach unten durchgereicht wird. Der Dax befindet sich vorbörslich an der Unterstützung bei 11.833 bis 11.820. Geht es noch tiefer, dann ergeben sich weitere Ziele auf der Unterseite bei 12.780 und 12.718. Darunter befindet sich dann erst wieder an der 11.592 eine Unterstützung.

Sollte der Dax einen Erholungsversuch starten, dann muss er die Marken bei 11.875 und das Nachthoch bei 11.961 überschreiten. Dadurch hätte er die Chance die 12.000 zu überwinden. Bei 12.033 liegt dann der nächste Widerstand. Hier könnte er bereits wieder den Rückwärtsgang einlegen. Überschreitet er jedoch die Marke, dann folgen bei 12.090 und bei 12.145 weitere Hürden.

DAX daily: Tagesausblick 28.10. - M30-Chart - Dax stürzt ab

Heutige Pivot Punkte (PP):

12.393 – Pivot Punkt R2

12.170 – Pivot Punkt R1

12.055 – Pivot Punkt

11.831 – Pivot Punkt S1

11.717 – Pivot Punkt S2

Dax Unterstützungen (US):

11.955 – Tiefs vom 25. + 29.06.

11.940 – nachbörsliches Tief

11.867 – vorbörsliches Tief

11.820 – Monatstief Okt. 19

11.760 – 138,2 % Extension (Hoch 13.460)

11.718 – 161,8 % Extension (Hoch 12.279)

11.592 – 161,8 % Extension (Hoch 13.460)

Dax Widerstände (WS):

11.961 – Nachthoch

12.033 – 100 % Extension (Hoch 13.460)

12.090 – WS aus dem H1-Chart

12.145 – Volume-Profile (VOP)

12.254 – Tief 30.07. / vorbörsliches Hoch

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Aktienmärkte: Nach oben ist der Deckel drauf! Marktgeflüster (Video)

Normalerweise starten die Aktienmärkte in der Woche vor den US-Wahlen eine impulsive Rally. Aber vieles spricht dafür, dass das in diesem Jahr nicht so ist!

Markus Fugmann

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am

Normalerweise starten die Aktienmärkte der Wall Street in der Woche vor den US-Wahlen eine impulsive Rally. Aber vieles spricht dafür, dass das in diesem Jahr nicht so ist! Denn nach wie vor hält sich das „große Geld“ zurück, so lange nicht klar ist, ob das Ergebnis der Wahl (von Trump) angefochten wird und dann eine lange Periode der Unsicherheit (mit Kursverlusten) droht. Daher ist mit guter Wahrscheinlichkeit bis mindestens zum US-Wahltermin bei jeder Rally der Aktienmärkte „der Deckel drauf“. Der Dax bleibt nach dem gestrigen Abverkauf schwach und angeschlagen – die Gefahr von Lockdowns bleibt in Europa ein dominierendes Thema..

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Rüdiger Born: Charttechnik aktuell bei Dax und Dow

Rüdiger Born

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Dax und Dow schaue ich mir in diesem schwächelnden Marktumfeld genauer am Chart an. Im Dow sehen wir sogar den Rutsch unter einen Trendkanal. Was bedeutet das für Trader?

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