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Der Irrtum der Beschwichtiger: Handelt Trump letztendlich doch mit „Vernunft und Verstand“?

Warum der Handelskrieg mit zwingender Logik weiter eskaliert!

Markus Fugmann

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am

Lange gingen die Aktienmärkte davon aus, dass Trump doch eigentlich nur spielen wolle – gestern dann änderte sich die Stimmung, die US-Aktienmärkte brachen heftig ein, vor allem der Nasdaq. Gleichwohl scheint immer noch die Auffassung zu dominieren, dass Trump es nicht zum Äußersten kommen lassen werde – denn kollabierende Aktienmärkte wären nicht gerade eine ideale Voraussetzung für den US-Präsidenten vor den US-Zwischenwahlen. Daher versuchte gestern Trumps Wirtschaftsberater Peter Navarro während eines CNBC-Interviews die amerikanische Welt in den buntesten Farben zu schildern: alles sei prima, und niemand habe die Absicht, Invesitionsbeschränkungen zu erlassen (wie ja auch Ullbricht nicht die Absicht hatte, eine Mauer zu bauen..). Bei US-Finanzminister Mnuchin hatte sich das kurz vorher noch ganz anders angehört..

Wird also alles gut, weil letztendlich, wie Robert Halver formuliert, es schon zu einer Verhandlungslösung kommen werde, weil auch bei Trump „Vernunft und Verstand“ siegen werden letztendlich? Halver kann sich etwa nicht vorstellen, dass die Trump-Administration Zölle auf Autos aus der EU erheben werde und dies mit einem „Sicherheitsrisiko“ für die USA begründen könne – aber genau das tut Trump derzeit! So wurden schon die Zölle auf Aluminium und Stahl begründet, so werden jetzt auch Maßnahmen gegen China und die „Restwelt“ begründet, und zwar unter Berufung auf den „International Emergency Economic Powers Act“ aus dem Jahr 1977. Dort lautet der zentrale Satz: der Präsident könne weitgehend ins Wirtschaftsgeschehen eingreifen, wenn ein „unusual and extraordinary threat… to the national security, foreign policy, or economy of the United States“ bestehe.

Also auch, wenn eine vermeintliche Gefahr für die US-Wirtschaft bestehe – und genau das wird von Trump reklamiert, weil China (und andere Länder) geistiges Eigentum der USA klauten. So ließe sich auch begründen, warum Zölle auf Autos aus der EU angeblich nötig sind – eben weil sie eine Gefahr für die amerikanische Wirtschaft seien! Faktisch schafft das einen ökonomischen Ausnahmezustand durch ein „Ermächtigungsgesetz“, das ursprünglich eigentlich die Macht des US-Präsidenten beschränken sollte (nämlich als Nachfolgesetz für den Trading with the Enemy Act aus dem Jahr 1917) , nun aber eine Art Trojanisches Pferd ist für Trump zur Erreichung seiner ideologischen Ziele!

Seit dem Jahr 1987 vertritt Trump stetig einen zentralen ideologischen Grundgedanken: die Welt beklaut die USA, indem alle ihre Produkte dorthin verkaufen, umgekehrt das aber nur beschränkt möglich sei (wegen der Zölle), weshalb die USA eben ein hohes Handelsbilanzdefizit hätten. Das ist der zentrale ideologische Grundgedanke Trumps – und überzeugte Ideologen, das scheinen viele nicht sehen zu wollen, handeln nicht im Sinne der Vernunft, sondern im Sinne der Ideologie, handeln im Sinne des eigenen Glaubens-Systems. Das ist auch – das zeigt die Geschichte hinreichend – der Grund für Kriege etc.: sie würden nicht passieren, wenn alle Seiten versuchen würden, rational, also mit Vernunft und Verstand zu handeln!

Robert Halver wiederum scheint an die Vernunft zu glauben – und sieht daher nicht das ideologische Motiv Trumps, das für ihn wichtiger ist als „Vernunft“: es ist der feste Glaube von Donald Trump, der zugleich seine „Welt-Erklärung“ ist. Und wie der herkömmliche Glaube an Götter etc. sich nicht um Vernunft scherte, sondern um Glaubensgewißheiten, die die Welt erklären, so wird eben Trump unabänderlich an seinem Glauben und damit an seiner „Welt-Erklärung“ festhalten – koste es, was es wolle!

Die Frage ist nur, wann die Märkte (und Robert Halver) das „kapieren“:

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3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Altbär

    26. Juni 2018 15:15 at 15:15

    Dieser Halver fällt mir schon lange sehr bullisch auf. Er hat anscheinend etwa 40 Jahre Erfahrung u.3 bis 4 grössere Korrekturen auf sehr viel tieferem Niveau erlebt.Warum kapiert er nicht ,dass auf dem künstlich hochgetriebenen Niveau ,nach fast 10 jähriger Rally, mit den weltweiten Problemen, jetzt oder sehr bald
    EINE KORREKTUR ÜBERFÄLLIG IST.
    Er empfiehlt sogar Neuanlegern den Einstieg in Aktien ?? Die Performance seiner Baader Bank möchte ich in einigen Monaten sehen!

    • Avatar

      Hinterfrager

      26. Juni 2018 17:55 at 17:55

      „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“ eben. Robert Halver (Baader-Bank) argumentiert eben so „unabhängig“ wie alle anderen Bankverkäufer und -analysten…

  2. Avatar

    Wolfgang M.

    26. Juni 2018 15:27 at 15:27

    Nein, Trump will nicht nur spielen, sondern drohen, um die nach seiner Vorstellung existierenden Gründe für das US-Handelsbilanzdefizit zu beseitigen. Aber man sieht doch, dass er dabei ist, das Spiel zu überreizen.
    Dafür gibt es ein paar ganz klare Anzeichen.
    1.Die Wall Street wird bei einer größeren Korrektur zum Fallbeil für einen amtierenden Präsidenten. Ich habe gestern erst die Dimensionen zwischen Handelsbilanzdefizit und Vermögenseinbußen dargelegt. Ein Präsident verliert bei einem Börseneinbruch rasch seine Befürworter. Wie heißt das geflügelte Wort aus den 90-ern: „Itˋs the enomomy, stupid.“
    2.Die Nationen, die Trump mit Zöllen belegt, antworten pointiert mit Gegenzöllen, die auf seine Wählerschaft abzielen. Der Protest der Betroffenen wird vor den Wahlen immer lauter.
    3.Selbst die Demokraten werden immer aggressiver (auch im Hinblick auf seine Einwanderungspolitik). Heute haben demokratische Abgeordnete der EU empfohlen, nicht die USA mit Zöllen zu belegen, sondern ganz konkret auf Trumps Firmenimperium zu zielen. Die bisherigen Verhandlungen mit China hätten gezeigt, dass es Trump primär nicht um die USA geht, sondern um den Eigennutz.
    4.Die Komplexität der Warenketten wird über kurz oder lang auf die US-Wirtschaft durchschlagen. Betroffene Firmen werden sehr rasch die Unterstützung republikanischer Senatoren in Frage stellen.
    5.Sollte sich die Aggressivität Trumps gegen andere Länder fortsetzen, was werden die mittelfristigen Reaktionen sein (die USA repräsentieren kaufkraftbereinigt 15% des weltweiten BIP) – Allianzen gegen die USA? Boykott von US-Waren und Dienstleistungen?
    Klar, der Ideologe Trump wird nach seinen Machtvorstellungen nicht so schnell klein beigeben. Aber das eigene Land spalten und gegen den Rest der Welt Handelskriege anzetteln, das wird nicht lange gut gehen. Wie muss sich sein Finanzminister Steve Mnuchin fühlen, immerhin 17 Jahre bei Goldman Sachs beschäftigt und als Hedgefondsmanager mit den Verflechtungen der Weltwirtschaft vertraut?
    Ich rede nicht davon, dass es mit der US-Konjunktur weiter aufwärts geht, dafür ist der Zyklus zu weit fortgeschritten, wie bereits dargelegt.
    Es sind hier Argumente gegen die Vorstellung Trumps „einen Währungskrieg leicht gewinnen zu können.“
    Gruß

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Finanznews

Aktienmärkte: Buy the rumor, sell the fact? Videoausblick

Die Aktienmärkte heute morgen leicht schwächer, nachdem Biden seinen Stimulus-Plan vorgstellt hat. Buy the rumor, sell the fact?

Markus Fugmann

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am

Die Aktienmärkte heute morgen leicht schwächer, nachdem der neue US-Präsident Biden seinen Stimulus-Plan vorgestellt hat. Ist die Reaktion auf Bidens Plan das klassische „buy the rumor, sell the fact“-Schema? Man kauft also die Hoffnung, und verkauft dann, wenn die Hoffnung eintritt? Heute dürfte für die Aktienmärkte auch der kleine Verfall eine Rolle spielen, denn der Bestand an Call-Optionen ist gigantisch. Die Fed hat in Gestalt von Jerome Powell klar gestellt, dass die Zinsen nur dann angehoben würden, wenn die Inflation deutlich über 2% schießen würde. Und in Deutschland drohen Verschärfungen des Lockdowns, was den Dax aber bisher nicht wirklich interessiert – obwohl damit die optimistischen Wirtschafts-Prognosen obsolet wären..

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Indizes

DAX daily: Der Dax startet schwächer zum Wochenabschluss

Stefan Jäger

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am

Der Dax startet heute mit Abschlägen in den Handel. An der 14.000er Marke geht ihm immer wieder die Puste aus – ist die Hürde zu hoch? Der deutsche Leitindex hadert im gestrigen Handel mehrfach mit der 14.000er Marke, kann sie zeitweise sogar überwinden. Angetrieben wurde der Dax einerseits von guten Konjunkturdaten aus China, andererseits durch eine freundliche Wall Street. Bei der Aussicht auf noch mehr fiskalische Erleichterungen und einem 2 Billionen Hilfspaket ist es wenig überraschend, dass sich die Aktienmärkte auf dem hohen Niveau halten. Damit würde die US-Regierungen erneut Billionen an Stimulus bereitstellen. Die Grundstimmung an den Aktienmärkten bleibt dadurch euphorisch. Das hat auch den deutschen Leitindex dazu verleitet über die Marke von 14.000 Punkten zu springen.

Aus Sicht der Aktienmärkte fällt allerdings auf, dass die scheinbar grenzenlose Geldflut die Anleger nur noch bei Laune hält, aber keine großen Bewegungen mehr auf der Oberseite auslöst. Im Gegensatz dazu hat der Einbruch beim deutschen BIP von 5 Prozent sowie die schwachen US-Arbeitsmarktdaten auch keinen negativen Effekt auf die Kurse. Zum Börsenschluss stand ein Plus von 49 Punkten (0,35%) und ein Schlusskurs bei 13.988 zu Buche. Für ein weiteres Signal in Richtung neuer Rekordstände müsste der Dax aber einen Tagesschlusskurs über der 14.000 erzielen. Die Richtungsentscheidung ist demnach noch nicht gefallen.

News und fundamentale Daten

Zum Wochenabschluss sehen wir nochmal ein paar sehr interessante Wirtschaftsdaten, zudem startet die Bilanzsaison mit den ersten Finanztiteln. Den Auftakt machen die Handelsbilanz der Euro-Zone um 11:00 Uhr. Danach gilt das Augenmerk der Anleger den US-Einzelhandelsumsätzen um 14:30 Uhr. Der Konsum ist das Herzstück der US-Wirtschaft, daher gilt den Daten eine besondere Aufmerksamkeit. Entsprechend könnten die Zahlen für Bewegung sowohl in den US-Indizes, als auch im Dax sorgen. Zeitgleich werden außerdem der NY Empire State Herstellungsindex sowie der Erzeugerpreisindex veröffentlicht. Anschließend folgen die Daten der US-Industrieproduktion. Schließlich erscheinen um 16:00 Uhr noch die Konsumentenerwartungen und das Verbrauchervertrauen der Uni-Michigan. Darüber hinaus berichten die drei großen Finanzhäuser JPMorgan, Wells Fargo und Citibank ihre Quartalszahlen. Ungeachtet der Wirtschaftsdaten steht heute noch der kleine Verfall auf der Agenda. Dabei verfallen an den Terminbörsen die Optionen auf Aktien und Indizes.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Der deutsche Leitindex wird heute schwächer in den Handel starten, vorbörslich notierte er bereits 100 Punkte tiefer. Die US-Futures verkaufen die guten News der Biden-Rede ab, dass zieht wiederum den Dax mit nach unten. Im frühen Handel rutscht der Index sogar unter die Marke von 13.900.

Damit hat er das Tagestief vom 13.01. bei 13.868 erreicht. An dieser Stelle sollte der Kurs wieder drehen, ansonsten geht es zur wichtigen Unterstützungszone bei 13.800. An der Unterkante der Range könnte eine kurzfristige Richtungsentscheidung fallen. Unterhalb der Zone bei 13.800/770 trübt sich das Bild ein und es droht ein Abrutschen bis zur nächsten markanten Unterstützung bei 13.600.

Kann sich der Dax allerdings über der 13.800 halten, dann dürfte sich die Seitwärtsrange der letzten Tage fortsetzen. Folglich könnte es wieder in Richtung der 14.000er Marke gehen. Den ersten Gegenwind könnte der Dax in dem Bereich bei 13.930/950 erhalten. Durchbricht er die Zone, dann könnte es zu einem erneuten Versuch an der 14.000 kommen. Oberhalb von 14.000 befinden sich weitere Widerstände am gestrigen Tageshoch bei 14.030, dem Gap bei 14.049 und der 127,2 Extension bei 14.115.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Tagesausblick 15.01. - H1-Chart - Geldflut beflügelt nicht mehr

Dax Unterstützungen (US):

13.868 – Tagestief 13.01.

13.806 – Tagestief 11.01.

13.600/630 – US-Zone

13.566 – Tagestief 05.01.

Dax Widerstände (WS):

13.948 – mehrfacher WS / US

14.000 – psychologische Marke

14.049 – Gap 08.01.

14.115 – 127,5 % Extension

14.131 – Tageshoch 08.01.

14.201 – 261,8 % Extension

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Finanznews

Aktienmärkte: Euphorie – aber das ist die größte Gefahr! Marktgeflüster (Video)

Die Aktienmärkte weiter in Euphorie: viele Indizes mit neuen Allzeithochs. Aber da ist eine Gefahr, die die Märkte vielleicht nicht auf dem Zettel haben..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte sind weiter in Euphorie: der Dax, aber auch die viele Indizes der Wall Street heute mit neuen Allzeithochs. Was soll schon schief gehen: die Fed und andere Notenbanken bleiben auf dem Gaspedal, dazu nun noch das erwartete große Stimulus-Paket der neuen US-Regierung unter Biden. Wo also ist das Risiko für die Aktienmärkte, speziell für die über-bullische Wall Street? Das größte Risiko dürfte der neue US-Präsident sein, der zwar viel Stimulus verspricht, aber der eben auch (anders als Trump) einem viel härteren Lockdown auch in den USA den Weg bereiten könnte. Noch härtere Lockdowns nämlich sind der aktuelle Trend schlechthin: Frankreich verhängt eine Ausgangssperre ab 18Uhr, in Deutschland überlegt man gar, den Nah-und Fernverkehr einzustellen aus Sorge um die aggressive Corona-Mutation..

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