Folgen Sie uns

Aktien

Der lenkende Staat, der was für die kleinen Leute tut – bei diesem Märchen ist der Kunde der Dumme!

Der Staat, der vermeintlich „im Sinne der kleinen Leute“ eingreift, bewirkt mit seinem Handeln oft das Gegenteil. Kurzfristig für die Optik kann man…

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Frankreich hat historisch bedingt eine extrem zentralistische und staatsbezogene Wirtschaft. Deswegen gibt es dort eher größere Konzerne anteilig im Staatsbesitz, und wenig eigenständigen Mittelstand. Deutschland ist da viel marktwirtschaftlicher und offener aufgestellt. Dennoch: Der Staat, der vermeintlich „im Sinne der kleinen Leute“ eingreift, bewirkt mit seinem Handeln oft das Gegenteil. Kurzfristig für die Optik kann man vielleicht Arbeitsplätze retten. Langfristig kann das aber ganz anders aussehen.

Wir widmen uns heute mal exemplarisch dem Beispiel Air Berlin. Hier hat die deutsche Politik alles dafür getan, damit doch bitte Zitat „ein nationaler Champion am Himmel“ geschaffen wird, der international ganz vorne dabei ist (die Lufthansa). Ein Teil der Air Berlin-Mitarbeiter wird aller Voraussicht nach bei der Lufthansa und easyjet unterkommen, aber wohl zu deutlich niedrigeren Gehältern – denn hier werden keine Altverträge übernommen, sondern bei der insolventen Air Berlin vor die Tür gesetzte Mitarbeiter bei der Lufthansa neu eingestellt.

Dramatische Einkommenseinbußen sind zu erwarten, und ein guter Teil der Belegschaft steht ganz auf der Straße. Aber ja, der Politik war es nicht nur wichtig einen Champion zu schaffen – auch wollte man mit seiner Unterstützung für die Lufthansa ja dafür sorgen, dass die Air Berlin-Mitarbeiter schnell wieder in Lohn und Brot kommen. Frage: Bei dem großen Bedarf an Flügen innerhalb Deutschlands, hätten die Air Berlin-Mitarbeiter nicht auch bei anderen Anbietern genau so grottenschlechte Neuverträge erhalten?

Aber das ist nicht das Schlimmste. Mit der Unterstützung der Lufthansa will man ja auch die Versorgung der innerdeutschen Verbindungen aufrechterhalten. Genau deswegen gab es auch diesen Überbrückungskredit für Air Berlin, damit die Maschinen erst einmal weiterfliegen konnten – bis die Insolvenz dann vollendet war. Jetzt gibt es eine riesige Lücke zwischen Angebot und Nachfrage, und ohhh Wunder, die Lufthansa-Preise im innerdeutschen Flugverkehr steigen laut Untersuchungen von Preisportalen sehr deutlich an.

Der Ruf nach dem Bundeskartellamt wird immer lauter, das sich die Sache nun anschauen will. Die Lufthansa äußerte sich dazu jüngst gegenüber der „WamS“, dass man keine Geheimnisse habe. Ca 95% der Flüge seien nicht teurer geworden. Was über Preissteigerungen kolportiert werde, sei „nachweislich“ nicht zutreffend, so die Lufthansa. Wenn es höhere Preise gebe, dann seien das Einzelfälle – mit einer Untersuchung der Kartellwächter habe man keine Probleme. Tja, vermutlich suchen sich die Preisvergleicher zufällig immer diese 5% der Strecken raus, die teurer geworden sind – Zufälle gibt es…

Deutsche Bahn als Alternative

Aber halt. Wenn die Lufthansa als Monopolist im innerdeutschen Flugverkehr (angeblich) so deutlich teurer wird, kann man dann nicht auf die Deutsche Bahn umsteigen? Zumal gerade jetzt neue Strecken beispielsweise zwischen Berlin und München fertig geworden sind, die die Fahrtzeiten deutlich verkürzen! Eine tolle Sache. Also, alles rein in die Bahn? Tja, wer ganz aktuell die Aussagen von der Deutschen Bahn liest, der sieht: Man stellt sich aktuell ein Armutszeugnis aus, und stampft die eigenen Ziele für Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit ein. Nicht haltbar!

Im laufenden Jahr wollte man eigentlich 80% der Fernverkehrszüge pünktlich ans Ziel bringen – nicht machbar. Man sei noch nicht da, wo man hin wolle, so die DB gegenüber der „SZ“. Und man bedenke: Der Winter mit all seinen für die DB wie immer kaum vorhersehbaren Problemen steht erst vor der Tür. Aber beim Staatsbetrieb Deutsche Bahn, vielleicht gibt´s da wenigstens günstigere Preise? Tja, auch da muss man enttäuschen.

Natürlich wäre das eine zu abstruse Verschwörungstheorie. Denn just zu dem Zeitpunkt, wo beim Monopolisten Lufthansa kein Platz mehr frei ist, und die Preise (angeblich) kräftig steigen, erhöht auch die Deutsche Bahn zum 1. Dezember ihre Preise. Laut dem Zugreiseblog, der sich die neuen Tarife genauer angeschaut hat, zahlt man in der zweiten Klasse ab diesem Freitag den 1. Dezember 1,9% mehr, in der ersten Klasse 2,9% mehr. Zusätzlich bleibe auch der sogenannte differenzierte Flexpreis weiter bestehen, bei dem die Preise für jeden Reisetag variieren können. Laut Deutscher Bahn habe sich das System bewährt – gerade Geschäftsreisende seien da allerdings anderer Meinung.

Im Klartext: Ähnlich wie bei der Lufthansa? Durch arg steigende Nachfrage steigende Preise? Das Fazit? Der Staat wollte bei der Air Berlin-Pleite Jobs retten, einen großen starken Champion schaffen, und das Flugnetz am Leben halten. Errichtet beziehungsweise gefördert hat man ein de facto Monopol mit (angeblich!?) stark steigenden Preisen für die Kunden. Und beim Wechsel zur Deutschen Bahn (ja, immer noch im Staatsbesitz) steigen die Preise auch – ganz abgesehen von Zugausfällen, Überfüllungen, und bevorstehendem Winter-Chaos. Der Kunde ist der Dumme!

Anmerkung: Gerade bei Bahngesellschaften zeigen Beispiele im Ausland, dass Privatisierungen dramatische Nachteile mit sich bringen. Also: Einfach alles privatisieren führt auch nicht zum Ziel. Aber meine Güte: Wenn der deutsche Staat offenen Auges den Flugverkehr monopolisiert, kann er als Betreiber des Bahnverkehrs doch mal alle fünfe gerade sein lassen, und erst mal ein paar Monate die Preise senken. Nur so eine Idee im Sinne ausgleichender Gerechtigkeit für die Flugreisenden, die mit ihrer (lästigen?) Nachfrage die Ticketpreise am Himmel hochtreiben. Aber nein, Traum bei Seite, sinkende Bahnpreise wird es nicht geben – denn die Bahn, die muss ja in den nächsten Jahren sicherlich noch sooo viel in die Zukunft investieren…


Ein Airbus A380-800 der Lufthansa. Foto: Konstantin von Wedelstaedt – Gallery page http://www.airliners.net/photo/Lufthansa/Airbus-A380-841/1891305/L Photo http://cdn-www.airliners.net/aviation-photos/photos/5/0/3/1891305.jpg / GFDL 1.2

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Die Good News-Wall Street

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Besprochen werden die ganz frisch veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten. Auch Thema ist der wohl anstehende neue Konjunkturstimulus.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Aktienmärkte: „Die Coronakrise ist vorbei“ – wirklich?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

 

Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Steigenden Renditen? Tesla, Snowflake, China-Aktie

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Zahlreiche Themen werden besprochen wie die Arbeitsmarktdaten für November, Anleiherenditen, Tesla uvm.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage