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Der Mythos von den chinesischen Reserven als Waffe im Handelskrieg gegen die USA

Hat China mit seinen US-Dollar-Reserven ein Druckmittel gegen die USA in der Hand?

Redaktion

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am

Ein Gastbeitrag von Thomas Müller

Spätestens seit der Handelskrieg die Wirtschaftsschlagzeilen dominiert, wird auch in seriösen Medien immer wieder diskutiert, ob nicht China mit seinen US-Dollar-Reserven ein Druckmittel gegen die USA in der Hand hat. In den einschlägigen Internetforen wird sogar schon seit vielen Jahren behauptet, China könnte die USA praktisch jederzeit in die Pleite schicken.

Tatsächlich ist China mit einem Bestand von ca. 1,2 Mrd. USD der größte ausländische Gläubiger der USA. Wieviel US-Staatsanleihen China genau hält, ist nicht 100% klar. Denn von den US-Behörden wird nur registriert, wo von gekauft wird. Die aus China heraus gekauften Volumina sind sicherlich auch China zuzurechnen. Möglicherweise kauft China aber auch noch über weitere Kanäle, so dass der Bestand etwas größer ist, als angenommen. Ob 50 Mrd. oder auch 100 Mrd. spielt aber keine so große Rolle. Die auf den ersten Blick so große Zahl schrumpft schnell zusammen, wenn sie ins Verhältnis gesetzt wird zu den gesamten öffentlichen Schulden der USA von rund 21 Bio. USD. China hält also 5,5% bis 6% der US-Staatsschulden – nicht wenig, aber auch nicht dramatisch viel. Die Zahl relativiert sich noch weiter, wenn man berücksichtigt, dass die Fed zurzeit noch 2,36 Bio. USD an US-Staatsanleihen hält, also in etwa doppelt so viel wie China.

Wichtiger noch aber als das Volumen ist die Veränderung. Seit Herbst 2010 ist der chinesische Bestand an US-Staatsanleihen sehr stabil. Zumindest über den Kauf von Staatsanleihen finanziert China seitdem keinen US-Konsum mehr. Insgesamt sind die Reserven noch bis Mitte 2014 weiter gestiegen, wobei nicht genau bekannt ist, wie sich diese zusammensetzen. Gemäß der US-Daten handelt es sich bei den restlichen Reserven aber nur noch um rund 400 Mrd. USD an US-Wertpapieren und auch hier ist das Volumen seit vielen Jahren recht stabil.


Chinesische Devisenreserven und Bestand an US-Staatsanleihen (in Mrd. USD)

Von den eher kleineren Schwankungen abgesehen hat China damit aus Kapitalmarktperspektive seit 2010 für die USA die gleiche Bedeutung als würde China gar keine US-Wertpapiere halten. Gut, das ist nicht ganz fair. Einen Bestand von Null könnte man nicht verkaufen, einen Bestand von über 1 Bio. USD schon und natürlich hätte das Auswirkungen auf den Markt – zumindest solange bis der Bestand komplett verkauft wäre.

Wenn China seine Bestände nun tatsächlich zügig abbauen wollte, gibt es zwei Extremvarianten: Die USA greifen gar nicht ein und überlassen die Reaktion dem Markt. Oder aber die Fed greift massiv ein und kauft praktisch 1:1, was China verkauft. Im zweiten Fall würde die Fed am Ende statt 2,3 Bio. rund 3,4 Bio. USD Staatsanleihen halten, China hätte einfach niedrig verzinsliche Staatsanleihen gegen unverzinsliches Cash getauscht und aus Sicht der US-Regierung wurde ein staatlich-institutioneller Investor durch einen anderen ersetzt, wobei der neue Investor seine Gewinne auch noch an das Finanzministerium überweist.

Klingt für die USA nicht besonders problematisch. Im ersten Fall, ohne Einschreiten der Fed, würden die Zinsen in den USA sicherlich steigen. Die entscheidenden Fragen sind, wie stark der Zinsanstieg ist und wie lange er anhält. Die Durchschnittslaufzeit von US-(Bundes-)Staatsanleihen beträgt 5,73 Jahre. Bei einem ausstehenden Volumen von 17,1 Bio USD (nur Bund, ohne Bundesstaaten und Städte) werden also ohnehin im Jahr fast 3 Bio. USD refinanziert; dazu kommt noch der Anstieg der Schulden von rund 1 Bio. USD. Selbst wenn China die Anleihen also sehr zügig verkaufen wollte, würde sich das Angebot lediglich um rund 25% erhöhen, bei einem planmäßigen Verkauf über zwei Jahre lediglich um 12,5%. Sobald der Bestand abverkauft ist, sollten die Zinsen dann aber auch wieder auf das vorherige Niveau fallen. Letztlich gilt, je schneller der Abverkauf, desto stärker der Zinsanstieg, aber umso kleiner der Anteil der vom Zinsanstieg betroffenen Schulden. Auch bei einem sehr kräftigen Zinsanstieg ist somit extrem unwahrscheinlich, dass die Zinsbelastung für den Staat auch nur annähernd auf das Niveau der späten 1980er und 1990er Jahre steigt.


Quelle: Office of Management and Budget (Grafik durch anklicken vergrößern)

Auf der anderen Seite würde der CNY gegenüber dem USD (und auch gegenüber dem Euro) aufwerten, was schlecht wäre für die chinesische Wirtschaft und gut für die USA und Europa – und am Ende hätte China wieder Staatsanleihen gegen Cash getauscht, aber die US-Dollar-Reserven lediglich um die Verkaufsverluste reduziert. Auch das klingt nicht sonderlich attraktiv für China und relativ wenig gefährlich für die USA. Sollte China wirklich die Bestände verkaufen, würde die Fed wohl einen Mittelweg bestreiten und einen gewissen Zinsanstieg zulassen. Allerdings sollten wir den Chinesen auch keine Dummheit unterstellen. Den Verantwortlichen wird bewusst sein, dass ihre Druckmöglichkeiten auf die USA über die Staatsanleihen sehr begrenzt sind und ein Verkauf mit nicht unerheblichen Risiken verbunden ist.

 

 

Beispielfoto eines chinesischen Containerschiffs. Foto: Keith Skipper (CC BY-SA 2.0)

17 Kommentare

17 Comments

  1. Avatar

    Andreas

    20. Juli 2018 12:13 at 12:13

    Obwohl wir uns des öfteren Raufen, Herr Thomas Müller ™, muss ich zugeben, ihr Artikel ist ein Kompliment wert und vor allem Glaubwürdig sowie logisch erklärt.

  2. Avatar

    frank

    20. Juli 2018 13:58 at 13:58

    Und genau deshalb hat Trump den Handelskrieg gestartet und gesagt man könne diesen leicht gewinnen. Die USA sitzen am längeren Hebel u. deshalb wird sie auch als Sieger hervor gehen.

    • Avatar

      tm

      20. Juli 2018 14:30 at 14:30

      Ob am längeren Hebel weiß ich nicht – die USA müssen nur keine Angst aufgrund der Schulden bei China zu haben. Ich würde eher davon ausgehen, dass alle Seiten in einem Handelskrieg verlieren. Oder wie würde denn ein Sieg aussehen?

  3. Avatar

    Hans

    20. Juli 2018 14:17 at 14:17

    Die Chinesen haben über Jahre Mrd über Mrd auch mit illegalen Mitteln aus China ins Ausland geschafft. Dazu haben sich die Chinesischen Konzerne mit teils obskuren Auslands Investments im Ausland stark verschuldet. Den enormen Chinesischen Reserven werden enorme Chinesische US Dollar Schulden gegenüber stehen! Mit Trump Zöllen fließen weniger US Dollar nach China, mit denen auch die US Dollar Schulden bedient werden könnten. Trump könnte mit seinen Zöllen eine Chinesische Verschuldungskrise auslösen, die die Weltwirtschaft hart treffen wird. Die US Wirtschaft wird das sicher dann auch sehr hart treffen. Trump spielt eine Spiel mit sehr hohen Einsätzen und mit vielen Unbekannten.

  4. Avatar

    Wolfgang M.

    20. Juli 2018 15:04 at 15:04

    Ich bin etwas verwirrt. Handelt es sich bei @tm, alias Thomas Müller, um den Gründer der TM Börsenverlag AG, den Buchautor, Aktienbrief-Herausgeber u.V.m. aus Rosenheim?

    • Avatar

      tm

      20. Juli 2018 15:44 at 15:44

      Nicht dass ich wüsste :-)

  5. Avatar

    Wolfgang M.

    20. Juli 2018 16:23 at 16:23

    Sorry und danke für die Aufklärung. Ihre fakten- und statistikbasierte Analytik, in Verbindung mit Börsenoptimismus, erinnerte mich an den Rosenheimer Börsenbuchautor Thomas Müller.
    Nix für ungut. Gruß

    • Avatar

      tm

      20. Juli 2018 16:36 at 16:36

      Danke – ich bin nur gar nicht so optimistisch für die Börse. Ich sage lediglich, dass die Kennziffern basierend auf den Fundamentaldaten keine massive Übertreibung anzeigen. Da ich aber in der nicht allzufernen Zukunft – sprich innerhalb der kommenden zwei Jahre – eine deutliche Verschlechterung der Weltkonjunktur und damit auch der Fundamentaldaten erwarte, sollte sich auch die Börse früher oder später abschwächen.

  6. Avatar

    Petkov

    20. Juli 2018 21:19 at 21:19

    @tm: Jeder, der einen Fachartikel verfasst und ihn mit der Allgemeinheit teilt, verdient Respekt und sogar Dankbarkeit. Beides bringe ich dir entgegen.
    Und damit dein Artikel noch mehr Sinn macht, zeige ich dir auch die Denkfehler, die du gemacht hast, auf. Nicht, um dich zu ärgern, sondern aus dem gleichen Grund, aus dem du ständig die Tippfehler in den Artikeln der FMW-Redaktion anprangerst: weil du eigentlich Recht hast und dich nicht zurückhalten willst :-)

    Deine Argumentation ist rein zahlenbasiert und sicherlich einwandfrei recherchiert. Aber genau das ist das größte Problem der Statistikfreaks: die nackten Zahlen können die psychologischen Multiplikatoren bzw. die ausgelösten Kettenreaktionen kaum berücksichtigen. Es gibt Situationen, da kommen die absoluten Zahlen und erst recht die Durchschnitte hart an ihre Grenzen. Wenn dein ganzes Hab und Gut ein unversichertes Häuschen an einem großen Fluss ist, kümmert dich nicht die Bohne, dass der Strom im Durchschnitt ganz zahm ist. Die Psychologie macht keinen Halt vor Zahlen. Und die Natur kennt sie nicht mal.

    Also sollte das ausgewogene Fazit deines Artikels lauten: selbstverständlich haben die Chinesen ein großes Druckmittel gegen die Amis und werden es wahrscheinlich auch nutzen. Doch in nackten Zahlen und rational betrachtet, ist die Druckmöglichkeit eher weniger dramatisch.

    Sooo, und bevor du dich wieder echauffierst, warum ich dich duze: naja, die Sie-Form verliert zusehends an Bedeutung. Auch im Businessalltag und insbesondere im Internet. Trotzdem lehne ich sie nicht komplett ab. Ich sieze z.B. Herrn Fugmann und auch den großen Lossless, den du angeblich nicht kennst. Herrn Fugmann einfach, weil er ein ganz besonderer Journalist ist und Lossless, weil er… einfach menschlich groß ist. Er bewegt viel Geld, aber du vielleicht sogar noch mehr. Möglich ist es, spielt aber keine Rolle. In seiner Liga spielst du trotzdem nicht, denn er hat einfach die deutlich komplettere Persönlichkeit, was mir sehr imponiert. Ähnliches gilt für Wolfgang M. und natürlich auch für den einzigartigen Segler (den ich jedoch mittlerweile doch duze)…

    Das heißt jetzt nicht, dass ich dich geringschätze, im Gegenteil. Aber wenn du in Internetforen unterwegs bist, musst du dich eigentlich an das Du gewöhnen. Du weißt schon: Life is a pain.

    • Avatar

      Michael

      20. Juli 2018 23:19 at 23:19

      @Petkov, Was soll denn das nun wieder heißen:
      Sooo, und bevor du dich wieder echauffierst, warum ich dich duze: naja, die Sie-Form verliert zusehends an Bedeutung. Auch im Businessalltag und insbesondere im Internet. Trotzdem lehne ich sie nicht komplett ab. Ich sieze z.B. Herrn Fugmann und auch den großen Lossless, den du angeblich nicht kennst. Herrn Fugmann einfach, weil er ein ganz besonderer Journalist ist und Lossless, weil er… einfach menschlich groß ist. Er bewegt viel Geld, aber du vielleicht sogar noch mehr. Möglich ist es, spielt aber keine Rolle.
      Sie siezen jemanden, weil er dir menschlich groß erscheint. Du duzt jemanden, weil er Ihnen menschlich zu klein ist. Haben du ;) schon wieder ein umfassendes Profil über einen Menschen erstellt?
      Wenn @tm gesiezt werden will (was er übrigens nur bezüglich eines einzigen Kommentars gegenüber geäußert hat), dann sollte man das als zivilisierter Mensch respektieren.

      Ihre lebhafte, allegorische Ausdrucksweise, deine Eloquenz und erfreulich wenig fehlerbehaftete Rechtschreibung sollen nicht über Ihre überhebliche Art und und Weise hinwegtäuschen, wie du dich über Mitmenschen äußerst. Und so, wie hier geäußert, ist das unterstes Niveau: Jemanden zu sagen, dass man ihn nicht siezen kann, weil andere menschlich größer erscheinen und in einer anderen Liga spielen, nun ja…

  7. Avatar

    Lars

    21. Juli 2018 01:04 at 01:04

    @Petkov: Sie maßen sich an, Menschen in Ligen zu unterteilen? Sie beurteilen, wer wo spielt? Wen Sie siezen oder duzen dürfen, aufgrund Ihrer großen Menschenkenntnis?
    Ihr Kommentar trieft vor übersteigertem Selbstbewusstsein, vor Egomanie und Narzissmus. Und bezieht natürlich andere, unbeteiligte Menschen als Argument für Ihr egozentrisches Weltbild mit ein:
    Der unbestritten „einzigartige Segler“ zeigt doch beispielsweise auch ganz offensichtlich menschliche, sympathische Charakter“schwächen“, die seine „deutlich komplettere Persönlichkeit“ relativieren und ihn weiterhin als normalen Menschen erscheinen lassen: Er ist schnell beleidigt und scheut Konflikte. Was ihn ja eigentlich weniger „komplett“ machen dürfte, obwohl ihn das in meiner Einschätzung deutlich menschlicher macht.

    Sie ziehen hier anscheinend eine vollkommen abgehobene Nummer durch, über alles erhaben. Sie dürfen und können andere Menschen einordnen in „menschlich groß, mittel und klein“. Sie zeigen uns allen, wer mit du oder Sie angesprochen werden darf, wer in welcher Liga spielt?

  8. Avatar

    Steven

    21. Juli 2018 08:15 at 08:15

    Aha.
    Soso.
    Interessant.

    Wenn ich die Schulden, die ich bei der Bank (Ausland)
    zurück kaufe und mein Dispo( Konto minus) um 25% steigt ist das also kein Problem??!?

    Warum machen das dann nicht alle Länder so?? Einfach die Schulden auf die eigene Kappe nehmen?
    Sind doch nur 25% bzw .12%

    …und ein Gewinn winkt dann auch noch. Phänomenal.

    Selten so ein bullshit gelesen!

    Völlig ignoriert wird in diesem Artikel:
    – Fed=US Politik,=US Staat,= US Wirtschaft. Am Ende gehört es zusammen, auch mit der formalen Trennung.
    – wenn China 10% auf den Markt wirft, würden das augenblicklich alle Anderen auch tun
    – die Zinsen würden explodieren, die Wirtschaft implodieren
    – ausser der FED gäbe es (dann) gar keine Käufer für diese Schrottpapiere
    – geschmeidige 4 bio Dollar Staatsschulden ausklammern ist auch ein toller Trick. USA=21bio$ nicht 17!
    – ein seit 8 j gleichbleibender Bestand an Anleihen in Relation zur wachsenden chinesischen Wirtschaft, ist defacto ein sinkender Bestand.Das ist schon bemerkenswert wenn es grade noch der größte Gläubiger ist.

    „Gut, das ist nicht ganz fair“ …aber das sollte dieser Artikel wohl auch nicht sein .

    Weniger Gastbeiträge haben auch ihren Vorteil.

    • Avatar

      tm

      23. Juli 2018 09:07 at 09:07

      Ich hab die Graphik ja eingebunden: Zur Zeit zahlt die US-Bundesregierung auf ihre Schulden Zinse in Höhe von 2% des BIPs, bei einem Anstieg um 25% also in Höhe von 2,5% des BIPs und damit weit weniger als noch in den 1990er Jahren. Und nein, nicht Ihr Dispo steigt um 25% – der erhöht sich gar nicht.

      Alos China kann keine 10% auf den Markt werfen, weil China keine 10% hält. Und wieso sollten die anderen (wer?) das dann nachmachen?

      Weshalb sollten die Zinsen explodieren, wenn das Anleiheangebot ein wenig steigt?

      Ich klammer nicht aus – ich erwähne ja extra, dass die Zahlen auf den Bundesschulden basieren. Wenn wir auf die gesamten Staatsschulden rechnen, relativiert sich der chinesische Anteil aber noch weiter…

      Inwiefern sind US-Staatsanleihen aus Ihrer Sicht „Schrottpapiere“? Und wieso sollte es keien Käufer mehr geben, wenn China den Bestand abbaut?

      Ein absolut gleicher Bestand, wie ich ja auch gezeigt habe – und ja, sinkend im Verhältnis zum BIP. Worauf wollen Sie hinaus?

  9. Avatar

    Altbär

    21. Juli 2018 10:43 at 10:43

    @ Steven, dem könnte ich beipflichten. Stark vereinfacht bringt doch dieser Kommentar zum Ausdruck, dass Zinsen/ Anleihen für immer manipuliert werden können.Wenn die Anleihen niemand mehr kauft , kauft sie einfach die FED. Ich habe schon einmal erwähnt ,warum machen es dann z.B. die Argentinier u.andere Hochzinsländer nicht so u.bezahlen viel höhere Zinsen für Ihre Schulden ?

    • Avatar

      tm

      23. Juli 2018 09:08 at 09:08

      Hmm, ne, unbegrenzt geht das natürtlich nicht. BEi Argentinien und anderen Hochzinsländern ist das Problem aber ohnehin anders gelagert, weil die in Fremdwährung verschuldet sind.

  10. Avatar

    Illusionist

    21. Juli 2018 12:53 at 12:53

    Ich würde mir nie anmassen ,zu wissen was passiert ,wenn irgend ein grosser Player US Bonds auf den Markt wirft. ( wer immer das auch wäre )
    Aber dieser Artikel wirft dann schon noch mindestens 2 grosse Fragezeichen auf.
    1. Wenn die FED als Erstzkäufer auftreten würde, die gesparten Zinsen im Ausland als Ertrag zu verbuchen ist nicht haltbar, sonst wären ja höhere Zinsen noch besser. ( wie schon von Steven erwähnt. )
    2. Man kann auch nicht den Bondmarkt isoliert betrachten. Ich denke bei einem auch nur kurzfristigen Bondcrash würde mindestens der überzüchtete Aktienmarkt u.andere Märkte ( Margin Calls ) leiden.
    Übrigens wie jeder informierte Börsianer weiss ,könnte jeder grosse Player ( auch ohne Bonds im Depot zu haben ) mit Leerverkäufen kurzfristig einen Taucher provozieren u.die Märkte erschüttern

    • Avatar

      tm

      23. Juli 2018 09:12 at 09:12

      zu 1.) ne, natürlich nicht: Das Finanzministerium würde mehr Zinsen erhalten für die Anleihen, die die Fed hält bzw. neu erwirbt. Aber auf alle nicht bei dert Fed platzierten neu emittierten Anleihen müsste ja mehr an Dritte gezahlt werden.

      2. Sie unterstellen, dass es einen Bondcrah geben würde, wenn das Angebot an Staatsanleihen steigt. Während der Krise 2008-2012 ist das Anleihenvolumen stark gestiegen, in etwa in der Höhe als würde China nun seine Bestände verkaufen. Gab es damals einen plötzlichen Zinsanstieg?

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Euro vs US-Dollar: Korrektur oder schon die große Trendwende?

Agata Janik

Veröffentlicht

am

Das Euro-Symbol

Der Euro zum US-Dollar konnte nach dem starken Fall vom Montag auch gestern keine Erholung erfahren. Der Verkaufsdruck auf den Euro ist immer noch da. Aber nicht nur der Euro gerät gegen den USD weiter unter Druck, auch die anderen Majors, wie das britische Pfund, der australischer Dollar oder der japanische Yen verlieren gegen den Greenback kräftig an Wert. Der Dollar scheint momentan seine Renaissance zu erfahren. Die Situation beim Euro zum USD ist aktuell sehr spannend. Der Major hat es bis jetzt nicht geschafft, die wichtige psychologische Grenze bei 1,20 nachhaltig zu erreichen. Darauf folgt jetzt eine starke Korrektur, die eventuell schon die große Trendwende eingeleitet hat.

In den gestrigen Morgenstunden haben die Bullen kurzfristig versucht, den Kurs nach oben zu treiben. Die Seitwärtsphase im kurzfristigen Zeitfenster, sollte somit nach oben durchbrochen werden. Der Widerstand bei 1,1767 hat sich jedoch als zu stark erwiesen. Es war ganz schnell zu erkennen, dass der Euro keine Kraft mehr hatte, den Break-Out nach oben zu erzielen. Im Bereich ab 1,1765 haben die Bären erneut angegriffen und es hat nicht lange gedauert bis der Major unter 1,1735 fiel. Der Euro wurde gegen den USD weiter abverkauft und die Abwärtsbewegung hat sich fortgesetzt. Gegen Mittag testete der Kurs von EUR/USD schon die 1,1700 „big figure“. Zwischenzeitlich wurde auch dieser Bereich unterschritten. Im tief notierte der Euro vs USD gestern bei 1,1690. Auf diesem Niveau konnte die Euro-Talfahrt vorerst gestoppt werden. Die kurzfristigen Daytrader haben ihre Short Positionen glattgestellt und schöne Gewinne realisiert. Danach ist EUR/USD in eine Seitwärtsphase übergegangen. Während der amerikanischen Session bewegte sich der Kurs nur noch sehr wenig, in einer engen Range von ca. 20 Pips. Im späten Handel notierte der Major bei ca. 1,1710.

Insgesamt war es gestern ein angenehmer Handelstag. Die Bewegungen waren konstant und relativ leicht zu erkennen. Wer gerne Trends handelt, hat gute Chancen gehabt, von der Short-Seite zu profitieren. Es gab Korrelationen zu den anderen Majors, also man konnte parallel auch das Cable oder den Aussie handeln. Der USD erholt sich schneller als gedacht. Das wird insbesondere für EUR/USD interessant werden. Es wird sich demnächst entscheiden, ob wir jetzt schon den großen Umkehrpunkt bei dem übergeordneten Aufwärtstrend gesehen haben.

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Der Tagesausblick für den Euro vs US-Dollar

Aktuell, am Mittwochmorgen, notiert der Euro zum USD bei ca. 1,1681. In der asiatischen Session heute Nacht, haben die Händler weiter den Euro verkauft und den USD favorisiert. Der Kurs hat die 1,1700 Marke unterschritten. Das zeigt jetzt schon, dass der Euro nach wie vor unter Druck steht. Der Dollar befindet sich weiter auf Erholungskurs. Es wird für den Euro schwer sein, einen Rebound zu erzielen. Die Bären wissen, dass sich der Kurs gerade in einer heißen Phase befindet und sie werden alles versuchen, um den großen Aufwärtstrend zu beenden. Wenn es ihnen gelingt, kann es für den Euro düster aussehen. Die langfristigen Trader werden ihre Long-Positionen schließen um die Gewinne abzusichern. Das wird den Euro weiter schwächen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Major in den nächsten Tagen noch mehr an Wert verlieren wird. Wenn sich die Abwärtsbewegung beschleunigt, kann es ganz schnell noch weiter tiefer nach unten gehen. Wer also auf der Long-Seite positioniert ist und gut im Gewinn liegt, kann über die Schließung der Positionen nachdenken. Solange EUR/USD die 1,1735 Marke nach oben nicht durchbricht, bin ich für das Währungspaar short gestimmt. Die nächste signifikante Unterstützung beim Euro zum USD liegt bei 1,1642 und dann bei 1,1604.

Die Grafik zeigt den Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Euro vs US-Dollar: Starke Korrektur – der Major verliert über 100 Pips

Agata Janik

Veröffentlicht

am

100 Euro Geldscheine

Der gestrige Handelstag verlief für den Euro zum US-Dollar überraschend spektakulär. Ich habe in meiner gestrigen Analyse davon gesprochen, dass sich beim Euro zum USD die Energie aufgestaut hat und dass die Händler langsam ungeduldig werden und auf eine Entscheidung warten. Aber dass diese Entscheidung so deutlich ausfallen wird, hätten wohl nur die Wenigsten vermutet. Vor allem haben viele mit einem Ausbruch auf der Oberseite gerechnet. Der Kurs ist in den frühen Morgenstunden noch leicht angestiegen und hat versucht, den Widerstand bei 1,1865 zu erobern. Als dieser Widerstand aber zum wiederholten Mal gehalten hat, spürten die Bullen, dass viel mehr Dynamik benötigt wird, um diese Hürde zu nehmen. Der Euro konnte nicht genügend Kraft aufbringen und die Händler haben angefangen, den Euro gegen den US-Dollar zu verkaufen.

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Die Abwärtsbewegung war zuerst langsam. Der Kurs fiel bis 1,1845 und machte eine Pause. Plötzlich, wie aus dem Nichts, fing der Euro gegen den USD an, weiter kräftig an Wert zu verlieren. Die Unterstützung bei 1,1840 wurde durchbrochen und die Short-Bewegung hat sich beschleunigt. Im Bereich von 1,1832 lag der 420er Moving Average, der ebenfalls ohne Probleme unterschritten wurde. Darunter lagen viele Stop-Loss Marken, die der Abwärtsbewegung eine zusätzliche Dynamik verliehen haben. Gegen Mittag notierte der Euro zum USD schon unter 1,1800. Die 1,18 „big figure“ konnte die Korrektur ebenfalls nicht beenden. Kurzfristig hat der Kurs eine leichte Gegenreaktion auf der Oberseite erfahren, doch dann ab 1,1805 haben die Bären erneut die Short-Seite angegriffen. Die zweite Abwärtswelle hat begonnen und ab dann gab es für den Euro keinen Halt mehr. Am Nachmittag, während der amerikanischen Session, wurde der Euro zum USD weiter abverkauft und der Kurs rutschte unter die Marke von 1,1750. Das war schon eine große Überraschung. Im Tief notierte der Major gestern bei 1,1733. Diese Unterstützung hat dann gehalten. Die Short-Trader haben ihre Gewinne realisiert und der Euro konnte eine leichte Erholung erfahren. In den Abendstunden notierte EUR/USD bei ca. 1,1765.

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Gründe für den heftigen Euro-Sturz

Viele Trader fragten sich gestern, warum der Euro vs USD so abgestraft wurde. Es gibt natürlich, wie immer, viele unterschiedliche Meinungen der Händler und Analysten. Ich glaube es war eine Kombination aus verschiedenen Faktoren, die den Euro zum USD so geschwächt haben. Zum einen war das der DAX, der gestern ebenfalls stark gefallen war (über 4,0%). Auch das Gold hat eine starke Korrektur erfahren, die den USD insgesamt wieder gestärkt hat. Wenn das Gold fällt, steigt meistens der USD. Zusätzlich befand sich EUR/USD sowieso kurz vor der nächsten Entscheidung und ein Ausbruch war zu erwarten. Der Widerstand bei 1,1865 hat gehalten, also haben die Händler angefangen, sich short zu positionieren. Alle diese Impulse haben die Abwärtsbewegung bei EUR/USD ausgelöst und beschleunigt. Solche Tage gibt es immer wieder am Devisenmarkt. Es ist deswegen sehr wichtig, dass man immer diszipliniert handelt und ein striktes Money-Management besitzt. Wer gestern die Long-Seite gewählt hat und ohne Stops arbeitete, hatte nicht viel zum Lachen gehabt. Es sind gestern mit Sicherheit, wie immer an solchen Tagen, viele Handelskonten an die Wand gefahren worden und manche Trader werden noch etwas Zeit brauchen, um ihre Wunden zu lecken.
Trading ist spannend und macht viel Spaß, man darf den Markt aber niemals unterschätzen. Nur dann kann man dauerhaft mit Freude und Enthusiasmus diese Tätigkeit ausüben.

Chart zeigt Kursverlauf des Euro gegen den US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Aktuell: Türkische Lira Opfer des US-Dollar – Donnerstag wird ein wichtiger Tag!

Redaktion

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am

Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira wertet immer weiter ab. Schon die letzten Tage legte sie ein neues Rekordtief nach dem anderen hin. So auch heute. So wie es aussieht, wird es für die Lira das siebte Tagestief in Folge!

US-Dollar drückt kräftig gegen die türkische Lira

Während letzte Woche eine Abstufung von Moody´s für die Türkei schon übel auf die Stimmung drückte, läuft heute am globalen Kapitalmarkt ein Risk Off Trade (siehe aktuelle Entwicklungen hier). In unsicheren Zeiten (Corona-Restriktionen weltweit nehmen zu) flieht heute gefühlt der ganze Planet in den US-Dollar, und der steigt kräftig an, egal ob gegen Euro, Pfund oder Franken. Und da ist die türkische Lira als anfällige Schwellenländerwährung natürlich mit dabei, in Form eines neuen Allzeittiefs gegen den US-Dollar.

Für 1 US-Dollar muss man aktuell 7,61 türkische Lira aufbringen. Letzten Freitag waren es noch 7,55 Lira. Eine Woche davor waren es noch 7,45, und Mitte August noch 7,25. Die Lira-Abwertung geht immer weiter. Sie wird aktuell neben der Dollar-Stärke noch angeheizt durch die zunehmende Nervosität in Sachen Leitzins. Denn die türkische Zentralbank entscheidet diese Woche Donnerstag (wahrscheinlich 13 Uhr deutscher Zeit) über den Leitzins. Es wird erwartet, dass er unverändert bleibt. Dies wäre einmal mehr eine Verschärfung des Problems, dass die Inflation in der Türkei deutlich höher liegt als der Leitzins. Kein schönes Umfeld für ausländisches Geld, das angelegt werden möchte!

Zu niedriger Leitzins

Man darf davon ausgehen, dass die Zentralbank in Ankara weiterhin agiert, wie Präsident Erdogan es wünscht. Nämlich die Zinsen möglichst immer weiter senken oder zumindest nicht erhöhen (aktuell 8,25 Prozent), um die türkische Wirtschaft mit möglichst günstigen Krediten versorgen zu können. Unter den zu niedrigen Leitzinsen leidet die türkische Lira, sowie unter dem stärkeren US-Dollar!. Und nicht vergessen, Augen auf für Donnerstag Mittag, wenn die Zentralbank in Ankara entscheidet. Derzeit scheint die Lira sich immer weiter von Rekordtief zu Rekordtief zu bewegen.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen Türkische Lira
Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen Türkische Lira in den letzten 12 Monaten.

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