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Der nächste Bankenskandal? Verdacht der Manipulation bei Auktionen von US-Staatsanleihen

FMW-Redaktion

In den USA deutet sich der Beginn des nächsten Bankenskandals an – mit dabei ist möglicherweise wieder auch die Deutsche Bank. Laut Angaben von Insidern haben US-Staatsanwälte wie auch die Börsenaufsicht CFTC einige Banken aufgefordert, Dokumente herauszugeben, die Aufschluß darüber geben können, ob sich die Banken bei den Auktionen von US-Staatsanleihen abgesprochen haben.

Im Verdacht sind jene Banken, die als Primär-Händler fungieren, also direkten Kontakt zur Regierung haben, die die Anleihen emittiert. Insgesamt sind das 22 Banken, darunter die Deutsche Bank, Goldman Sachs, Morgan Stanley und andere Größen der Wall Street. Unklar ist bislang, ob alle 22 Primär-Händler aufgefordert wurden, Dokumente auszuhändigen. Es steht der Verdacht im Raum, dass sich die Banken bei den Auktionen abgesprochen haben, um die Preise für die Anleihen künstlich zu drücken – um die Anleihen dann am Sekundärmarkt zu teureren Preisen an andere Investoren weiter zu reichen. Diese Praxis dürfte – sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten – viele Milliarden Dollar in die Kassen der Banken gespült haben.

Bereits im August hatte die New Yorker Bankenaufsicht des Bundesstaats New York Fragebögen an neun Großbanken versandt, darunter auch die Deutsche Bank. Schon damals hatte die Behörde offenkundig den Verdacht, dass es bei den Auktionen nicht mit rechten Dingen zugegangen sein könnte. Mit der Einschaltung von Staatsanwälten hat das Thema nun jedoch eine neue Dynamik gewonnen, zumal nun auch die CFTC involviert ist, die normalerweise nur den Future-Handel beaufsichtigt. Das bedeutet, dass nun offenkundig auch der Verdacht besteht, dass einige Banken auch die Future-Kurse der US-Staatsanleihen manipuliert haben könnten – wohl ebenfalls durch Absprachen.

Der Markt für US-Staatsanleihen ist einer der größten Finanzmärkte der Welt und umfaßt 12,8 Billionen Dollar. Ähnlich wie beim Libor-Skandal wären mögliche Manipulationen weitreichend, weil die Preise für Staatsanleihen als Richtschnur etwa für den Zins bei Autokrediten oder auch bei Hypothekenkrediten gelten. Sollte es tatsächlich zu Manipulationen gekommen sein, wäre also auch der „Otto-Normalverbraucher“ wieder einmal unter den Geschädigten..



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