Devisen

Der nächste Problemkandidat in China

Die Aktienmärkte im Reich der Mitte reagierten mit Kursabschlägen auf die Nachricht, dass der Hersteller von Solarzellen, Shanghai Chaori Solar Energy Science&Technology Co., eine am Freitag anstehende Zinszahlung nicht bedienen kann. Das Unternehmen plant, statt der anfallenden Zinsleistung von 89,8 Millionen Yuan (14,7 Millionen Dollar) am Freitag nur vier Millionen Yuan auszuzahlen – das sind weniger als 5% der avisierten Summe.

Damit droht die erste Pleite einer Unternehmensanleihe in Festland-China – und der Beginn einer Kettenreaktion von Pleiten bei corporate bonds insgesamt. Viele chinesische Firmen haben das Problem, dass die Einnahmen rückläufig sind – und damit die Zahlungen für die mit hohen Zinsen aufgenommenen Kredite gefährdet sind. Es bleibt abzuwarten, ob die Regierung, wie bereits zweimal, rettend eingreift und damit einen Dominoeffekt verhindert.

Unterdessen hat Ministerpräsident Li Keqiang am BIP-Ziel von 7,5% festgehalten – die Projektion für das Wachstum im Jahre 2014 war mit Spannung erwartet worden. Heute Nacht konnte der Renmimbi gegenüber dem US-Dollar wieder deutlich zulegen – der Markt spekuliert, dass die Notenbank nicht mehr in den Währungsmarkt eingreift. Wir halten diese These für gewagt. Nach dem Abverkauf der chinesischen Währung wurden viele Carry Trades wieder aufgelöst, sodass die Yuan-Liquidität im Bankensektor wieder stark zugenommen hat und die Interbanken-Zinssätze stark gefallen waren. Das begünstigt insbesondere die chinesischen Schattenbanken – wir hatten daher gestern prognostiziert, dass die Regierung vorerst die Abwertung des Renmimbi stoppen dürfte.



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2 Kommentare

  1. Hallo Markus,

    oh mein Gott, Du hast wieder Yuan geschrieben… ;-)

    Gruß aus Süddeutschland

  2. Ja, ich kann es einfach nicht lassen :))
    In der Wirtschaftspresse (auch in der angelsächsischen) wird überwiegend der Begriff Yuan verwendet – der Begriff hat sich einfach im Westen durchgesetzt..

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