Folgen Sie uns

FMW

Der neue Ölkampf: Kanada gegen Saudi-Arabien

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Alle gegen alle – das scheint das Motto am Ölmarkt zu sein. Und der Kampf wird härter, und bekommt mit Kanada nun einen neuen Player. Denn der nördliche Nachbar der USA wird in den nächsten Monaten neue Pipelines in Betrieb nehmen, die zu den Ölraffinierien der USA führen. Die Folge dürfte eine weitere Verschärfung des Preiskampfes sein, vor allem gegen die Konkurrenz aus Saudi-Arabien.

Während die Saudis ihre Preise für asiatische Kunden leicht erhöhen, versuchen Sie am Golf von Mexiko einen Fuss in der Tür durch Preisnachlässe für den US-Markt zu behalten (gestern der sechste Preisnachlass in Folge durch die staatliche Firma Aramco). Mit dem aus der Provinz Alberta in Kanada kommmenden Ölsand Crude, mit dem die Kanadier in direkte Konkurrenz zu den Saudis treten, erhöhen sich nun die Überkapazitäten am Markt: beide Sorten sind „heavy crude“, also eine andere Sorte als das in den USA dominierende „light crude“.

Kanada, das durch den fallenden Ölpreis vor einer schweren Wirtschaftskrise stehen dürfte, versucht händeringend, den Saudis das Leben schwer zu machen. So wurde am 01.Dezember die Flanagan South Pipeline, die von Illinois bis zum amerikanischen Ölzentrum Cushing in Oklahoma führt in Betrieb genommen – 600.000 Barrell pro Tag fliessen seitdem durch die Pipeline. Damit erhöht sich der Export aus Kanada in die USA erheblich: im Oktober letzten Jahres wurde der bisherige Rekorwert von 274.000 Barrell pro Tag erreicht – eine Steigerung um das Dreifache zum Vorjahr. Mit der neuen Flanagan South Pipeline stossen die Kanadier nun in völlig neue Dimensionen vor. Daten der U.S. Energy Information Administration zeigen, dass der Hauptleidtragende des kanadischen Angebots die Saudis sind – ihre Lieferungen in den US-Markt gehen stark zurück.

Insofern sind die Preisnachlässe der Saudis ein fast hilfloser Versuch, ihre Marktanteile zu halten. Bislang vergeblich – zumal viele Kunden der Saudis angesichts der Dynamik am Ölmarkt mittlerweile nicht mehr bereit sind, längerlaufende Verträge von etwa einem Jahr einzugehen. Sie wollen flexibel beleiben und möglichst schnell auf geänderte Marktlagen reagieren können. Es ist also kein Wunder, dass Saudi-Arabien nicht versucht hat, die OPEC zu einer Produktionskürzung zu bewegen: es hätte, zumindest am für die Saudis strategisch wichtigen Golf von Mexiko, schlichtweg nichts gebracht. Und so heisst der neue Kampf: Kanada gegen Saudi-Arabien. Der Verlierer dürfte schon vorher feststehen: der Ölpreis!

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

US-Wahl: Wer liegt falsch? Marktgeflüster (Video)

Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Wer hat Recht – und wer liegt daneben? Eine Analyse der Lage

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Das sind die Anleihemärkte, die mit steigenden Renditen von einem klaren Sieg von Joe Biden und den US-Demokraten ausgehen und daher mit einem großen Stimulus rechnen. Die Aktienmärkte dagegen scheinen noch unentschlossen und fokussieren sich auf das kurzfristige Geschehen, ergo die Hoffnung auf einen Stimulus noch vor der US-Wahl. Anders aber sieht es der Devisenmarkt: der US-Dollar bleibt robust, große Player haben ihre Wetten auf einen fallenden Dollar aufgelöst. Wenn aber der Dollar nicht schwächer wird heißt das, dass es den von den Anleihemärkten prognostizierten klaren Sieg der US-demokraten bei der US-Wahl nicht geben wird. Haben also die Devisenmärkte recht – oder doch die Anleihemärkte?

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: Sind die Stimulus-Hoffnungen tot? Videoausblick

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte werden nach wie vor von den drei großen Themen Stimulus-Hoffnung, den nahenden US-Wahlen sowie der Lage um das Coronavirus getrieben. Immer mehr Anzeichen deuten darauf hin, dass die beiden US-Parteien sich nicht auf einen Stimulus einigen können, schon gar nicht vor der US-Wahl. Letztere rückt nun immer mehr in den Fokus, heute Nacht das Duell zwischen Trump und Biden deutlich sachlicher als bei der ersten Fersehdebatte. Die Aktienmärkte der Wall Street nach wie vor in einer Seitwärtsbewegung – aber das Muster ändert sich: Finanzwerte werden stärker mit steigenden Anleiherenditen, Tech-Werte dagegen schwächer (gestern Intel mit enttäuschenden Zahlen)..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: „Dreifaltigkeit“ Stimulus, Corona, US-Wahlen! Marktgefüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Für die Aktienmärkte ist derzeit die „Dreifaltigkeit“ entscheidend: die Frage Stumlus ja oder nein bzw. wann und in welcher Größe, die Lage vor allem in Europa um das Coronavirus – und schließlich die immer näher rückenden US-Wahlen mit der Debatte heute Nacht zwischen Trump und Biden. Immer wieder wiederholt sich in den letzten Tagen ein Muster: die Aktienmärkte der Wall Street starten aufgrund von Stimulus-Hoffnugnen stark, um dann aber deutlich nachzulassen – weil dann doch wieder klar wird, dass die optimistischen Aussagen etwa von Pelosi noch lange nicht bedueten, dass man sich wirklich einigt. Noch jedenfalls handeln die Indizes in einem kurzfristigen Abwärtstrend..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen