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Märkte

„Der Ölpreis zieht wieder an“ – wie lustig! Saudis pumpen auf Allzeithoch

Redaktion

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am

Die Amerikaner pumpen immer mehr Öl, und auch die Saudis pumpen jetzt noch mehr! Und das, obwohl gerade die Saudis zuletzt kräftige Fördermengen-Senkungen ins Spiel gebracht hatten. In diesem Zusammenhang wirkt es ziemlich lustig, dass die Medienlandschaft heute Land auf Land ab davon berichtet, dass der Ölpreis gerade wieder anziehe.

Gemeint ist damit der Mini-Mini-Mini-Anstieg übers Wochenende. Stand der WTI-Ölpreis am Freitag noch im Tief bei ziemlich genau 50 Dollar, so hat er sich bis jetzt auf 51,24 Dollar berappelt. Aber schaut man sich den Chart seit Mitte September an, dann gab es nach den fetten Abstürzen immer kleine Mini-Erholungen, bevor es dann wieder kräftig nach unten ging. Dass heute so ziemlich alle Medien von einer Erholung schreiben, ist in diesem Zusammenhang (nochmal) schon ziemlich lustig.

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Donald Trump hatte vor einer Woche einen Dankes-Tweet an die Saudis abgesetzt dafür, dass sie mehr Öl fördern. Gestern nun erneut ein Tweet von Trump, wo er sich selbst für den fallenden Ölpreis und die sinkenden Inflation lobt. Schon bizarr! Und die Saudis? Die haben angeblich jüngst ihre Fördermenge nicht nur auf 11 Millionen, sondern sogar auf 11,2 oder 11,3 Millionen Barrels pro Tag erhöht von bisher 10,9. Somit pumpen nun auch die Saudis mehr Öl denn je.

Nur warum? Wie gesagt: Seit Wochen hört man, dass Saudis und OPEC beim OPEC-Treffen am 6. Dezember in Wien Kürzungen beschließen wollen. Und wie man beispielsweise von der „VP Bank“ hört, soll Saudi-Arabien einen Ölpreis von 78 Dollar benötigen, damit man in 2019 kein Haushaltsdefizit hinlegt. Brent liegt derzeit bei 60 Dollar – also wäre man auch bei dieser Benchmark noch weit entfernt von dieser Schwelle.

Gerade die völlig von Öl abhängigen Golfstaaten brauchen einen höheren Ölpreis. Die zuletzt in den Raum gestellte Kürzungsmenge von bis zu 1,4 Millionen Barrels pro Tag dürfte schon zu gering sein als Stimulus für eine richtige Kehrtwende am Markt. Aktuell ist es möglich, dass die Saudi-News erstmal für einen erneuten Absacker im Ölpreis sorgen. Wie immer gilt: Dies ist möglich – sicher ist nichts!

Ölpreis seit September

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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände +4,4 Mio Barrels (jetzt 486,6 Mio)

Claudio Kummerfeld

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Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 486,6 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Plus von 4,4 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei -1,1 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit -0,3 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche lagen bei +2,8 Millionen Barrels.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit +2,6 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (-0,3 erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung mit -7 Cents bei 52,43 Dollar.


source: tradingeconomics.com

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Indizes

Rüdiger Born: Keine Bären in Sicht – Blick auf Dax, Dow und Nasdaq

Rüdiger Born

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Derzeit kann man beim Blick auf Dax, Dow und Nasdaq keine fallenden Tendenzen ausmachen. Schauen wir im folgenden Video auf das aktuelle Chartbild.

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Allgemein

EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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