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Der OPEC-Deal: Planungen, Probleme und zwei Gewinner

Immerhin gab es eine nach außen kommunizierte wirkliche Einigung der OPEC-Länder in Sachen Fördermengen-Reduzierung (-1,2 Mio Barrels pro Tag + angeblich -0,6 Mio durch Nicht OPEC-Länder). Nach dem…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Was war das gestern für eine Spannung. Die Welt schaute nach Wien, und ja, man muss als Skeptiker sagen: Immerhin gab es eine nach außen kommunizierte wirkliche Einigung der OPEC-Länder in Sachen Fördermengen-Reduzierung (-1,2 Mio Barrels pro Tag + angeblich -0,6 Mio durch Nicht OPEC-Länder). Nach dem Ansteigen des Ölpreises um 3 Dollar vor dem Meeting konnte sich der Preis auf dem Niveau um die 50 Dollar-Marke halten. Das ist für die Öl-Bullen erst mal ein gutes Zeichen. Der Markt scheint von der Euphorie zu zehren, die davon ausgeht, dass diese Einfrierung in der Realität auch wirklich funktioniert.

Neu bei der OPEC ist, da man um die geringe Verlässlichkeit der eigenen Mitglieder weiß: Kuwait, Algerien und Venezuela werden eine Art Kontrollkommission gründen um die Einhaltung der Fördermengen-Reduzierung zu überprüfen! Das wird wohl gerade beim Irak dringend notwendig sein, der offiziell zustimmte um 0,21 Mio Barrels pro Tag zu senken (wenig glaubwürdig). Der OPEC-Vorsitzende verkündete gestern Abend voller Stolz, dass man mit mehreren Nicht OPEC-Ländern vereinbart habe, dass sie um zusätzliche 0,6 Mio Barrels pro Tag reduzieren. Davon werde Russland 0,3 Mio Barrels tragen, da sein man sich sicher!

Wie man aus russischen Kreisen hört, soll erstens diese Reduzierung aus „technischen Gründen“ ziemlich langsam anlaufen. Zweitens hört man jetzt schon Gerüchte, dass Russland mit dieser Reduzierung wohl meint, von höheren für 2017 geplanten Produktionsniveaus aus zu kürzen, was nach aktuellen Stand womöglich gar keine echte Kürzung wäre! Gut, wie geht es jetzt konkret weiter?

Fahrplan

Am 9. Dezember treffen sich einige OPEC-Mitglieder in Doha (Katar) mit Nicht OPEC-Mitgliedern um sie dort an ihre vermeintlichen Zusagen zu erinnern. Sie sollen sozusagen eingeschworen werden auch wirklich mitzumachen. Dann ab Anfang Januar soll die OPEC-Reduzierung um 1,2 Mio Barrels basierend auf den Oktober-Fördermengen beginnen. Dann am 25. Mai, bei der nächsten turnusmäßigen OPEC-Sitzung in Wien (alle 6 Monate), will man überprüfen, ob die Reduzierung in der Realität wirklich durchgezogen wurde, und vor allem ob sie wirklich eine Auswirkung auf den Ölpreis hatte.

Welches genaue Ziel hat die OPEC für den Ölpreis? Dazu verlor der Vorsitzende gestern kein Wort. Er sagte in der PK nur gefühlte 30 Mal es gehe der OPEC halt um die generelle „Ausbalancierung“ des Ölmarktes. Deutlicher wurde da schon beim Verlassen des OPEC-Hauptquartiers der nigerianische Öl-Minister, der sagte ein Ölpreis von 60 Dollar pro Barrel sei perfekt. Er sei höher als jetzt, bringe aber nicht zu viel Shale (Fracking). Damit spricht er ohne danach gefragt worden zu sein, das absolute Hauptproblem der OPEC an.

Bei von allen Anwesenden gewollten höheren Ölpreisen kriechen die Fracker in den USA wieder aus ihren Löchern, und fahren ihre Produktion hoch – so hatten es diverse Firmen oft angekündigt. Je nach Kapitalausstattung, technischem Know How, Beschaffenheit der Fracking-Felder etc liegt der Break Even einzelner Fracking-Firmen in den USA sogar schon weit unter 50 Dollar, andere bei 60, aber viele im Schnitt wohl bei 50 Dollar. Die OPEC scheint aber noch von etwas höheren Kosten für die Fracker auszugehen. Aber vermeintlich sind wir genau jetzt an der 50 Dollar-Marke an der magischen Wendemarke, wo die Fracker noch abwarten, ob sich der Preis dort halten kann.

Senkt die OPEC ihre Fördermenge wie vermeldet, und steigt der Ölpreis dann wie gewünscht weiter, erhöhen die Fracker ihre Menge und radieren damit die gesenkte Fördermenge aus. Ein Teufelskreis, eine Quadratur des Kreises. Gestern von einem Journalisten auf genau diese Problematik angesprochen, wich der OPEC-Vorsitzende aus, in dem er nur sagte der OPEC ginge es nur um die Ausbalancierung des gesamten Marktes. Man sehe keine Bedrohung durch die Fracker.

Gestern sprachen wir davon, dass man ganz viel guten Glauben benötige, dass dieser Deal wirklich funktioniert. Jetzt nach der konkreten Veröffentlichung mit wirklich konkreten Marken steigt die Wahrscheinlichkeit natürlich an, dass dieser Deal funktioniert. Unsere Skepsis bleibt aber immer noch zu groß, als dass wir in Euphorie verfallen würden. Im Sinne der Öl-Bullen und der Staatshaushalte der Golfstaaten wäre es natürlich schön, wenn der Ölpreis leicht ansteigt. Aber wie eben erwähnt: Die Fracker scharren mit den Hufen!

Hier nochmal die Übersicht, welches OPEC-Mitglied bisher wie viel förderte, und auf welches Niveau man ab Januar senken will. Nur der Iran, der ist der große Gewinner mit einer kleinen Steigerung!



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Das OPEC-Logo. Foto gemeinfrei.

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Finanznews

Aktienmärkte: Die Montags-Rally – und Karl Kraus! Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte heute zunächst stark. Warum? Vermutlich weil heute Montag ist: der Nasdaq hat knapp zwei Drittel seiner Gewinne seit Jahresbeginn am Montag erzielt, die Montage waren in 76% der Fälle positiv. Im Vorergrund standen wieder einmal – in Ermangelung von Impfstoff-Nachrichten – die Stimulus-Hoffnungen, die jedoch ziemlich vage sind. Wohl bis morgen muß ein Deal zwischen den US-Republikanern und den US-Demokraten zustande kommen. Passiert das doch nicht, droht ein zumindest temporärer Rücksetzer für die Aktienmärkte. Der österreichische Schrifsteller und Satiriker Karl Kraus hat einmal formuliert: „Der Sex hält nie das, was die Onanie verspricht“. Das gilt wohl auch für die Stimulus-Hoffnungen der Märkte, daher nach einem starken Beginn schnell Ernüchterung..

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Indizes

Wall Street vor US-Wahlen: Was machen die Aktienmärkte?

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Durch den Anstieg bis über den Widerstand bei 3.494 Punkten (0.76-Retracement) konnte der marktbreiteste Index der Wall Street, der S&P 500, die jüngste Prognose exakt nachvollziehen. Die an den letzten Tagen angelaufene Korrektur verfügt noch nicht über die in Erwartung gestellte Ausdehnung. Hierüber ist indes noch nicht das letzte Wort gesprochen, wenngleich eine Dramatisierung der Ausgangslage nicht zu erwarten ist. Die jüngsten Bewegungen stellen die erste Phase einer größeren Bodenbildungsphase dar. Im Chart habe ich diese Option lediglich angedeutet.

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Ausblick für den S&P 500, den Leitindex S&P 500:

Hervorgerufen durch das mehrfache Überschreiten des 0.76-Retracements (3.494 Punkte) konnte der S&P 500 die erste Unterwelle (i) der übergeordneten Welle (C; nicht dargestellt) ausbilden. Der regelkonforme Abschluss dieser Welle ist noch ausstehend, denn erst durch eine Korrektur (ii), wie diese im Chart dargestellt ist, würde dieser Schritt begangen. Resultierend daraus ist für die sich anschließenden Tage von einem schwächelnden Chartverlauf der Wall Street insgesamt auszugehen. Mit dem Anlauf an das 0.76-Retracement (3.286 Punkte) habe ich im Chart das maximale Ausmaß dieser Korrektur dargestellt.

Der Leitindex der Wall Street, der S&P 500

Aller Voraussicht nach wird sich der Trendverlauf bei Weitem nicht so massiv einstellen. Im Umkehrschluss sollte ein Bruch dieser Supportline vermieden werden, um das beschriebene Szenario nicht in Erklärungsnöte zu versetzen. Das endgültige Aus, für den seit Monaten laufenden Aufwärtstrend, würde indes erste ein eventueller Bruch des 1.62-Retracements (3.178 Punkte) in die Wege leiten.

Fazit:

Die momentane Verfassung präsentiert sich vielleicht etwas schlechter, als es gerechtfertigt wäre. Ein erneutes Signal ist noch nicht in Sichtweite..

Dow Jones, der älteste Index der Wall Street:

Der dienstälteste Aktienindex der Wall Street, ja sogar der Welt konnte mit der Performance, welche sich an den zurückliegenden beiden Wochen eingestellt hat, die jüngste Prognose hinreichend genau nachvollziehen. Dadurch bestärkt, habe ich das bisherige Szenario unverändert belassen und lediglich der aktuellen Entwicklung Rechnung tragend, Anpassungen vorgenommen. Dennoch sollte der Index mit Argusaugen betrachtet werden, denn die aktuelle Konstellation deutet nicht darauf hin, dass eine neue weittragende Rallye unmittelbar bevorsteht. Die Charts zeigen das.

Ausblick für den Dow Jones:

Der Schlusskurs des Dow Jones über 28.547 Punkte (0.76-Retracement) verleiht dem aktuellen Geschehen einen positiven Ausblick, sodass die Titulierung mit Welle (1) durchaus zu rechtfertigen ist. Die aktuell laufende Korrektur dient demzufolge der Ausbildung der ultimativen Welle (2). Mit dem 0.76-Retracement (27.089 Punkte) liegt die maximale Grenzlinie für Welle (2) in überbrückbarer Entfernung, wenngleich eine „2“ diese Linie nur relativ selten anläuft. Die Performance der folgenden Tage wird sich daher im Zeichen der Korrektur darstellen.

Der Dow Jones, der älteste Index der Wall Street

Eine stärkere Ausbildung der Korrektur, hin zu einer regelverletzenden Bewegung, ist dennoch nicht zu erwarten. Nach Abschluss von Welle (2) wird sich der Dow Jones wie auch die anderen Indizes der Wall Street wieder emporschrauben können und aller Voraussicht nach zu einem neuen Allzeithoch führen. Der Startschuss für diese Rally fällt mit einem erneuten Überschreiten der 0.76-Linie (28.547 Punkte) und kann eine hohe Dynamik zur Folge haben. Größere Gefahren würde sich erst unterhalb der 0.76-Linie (27.089 Pkt.) einstellen.

Fazit:

Die aktuelle Verfassung lässt auf eine Fortsetzung des seit März laufenden Aufwärtstrends der Wall Street schließen. Dennoch bleiben Unsicherheiten, welche auch eine seitliche Performance begünstigen..

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Devisen

Aktuell: Pfund sieht kein Brexit-Problem, US-Dollar und Goldpreis in Bewegung

Claudio Kummerfeld

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Die aktuelle Lage bei Goldpreis, US-Dollar sowie im britischen Pfund sind Thema in diesem Artikel. Der Devisenmarkt reagiert tief entspannt auf die Ereignisse rund um den Brexit. Die Verhandlungen zwischen EU und UK sollen diese Woche weitergehen, aber die letzte Brexit-Deadline zur Klärung von Problem rückt unaufhaltsam näher. Und dann hört man heute, dass die britische Regierung an 200.000 Unternehmen Briefe verschickt, wonach diese Vorbereitungen für einen harten Brexit treffen sollten. Und zack, das britische Pfund rauscht ab in den Keller?

Nein, das Pfund steigt sogar leicht! Gibt es nicht? Doch, heute geschieht es genau so. Am Freitag hatten wir noch vor der großen Ungewissheit und dem Risiko gewarnt, übers Wochenende im Pfund engagiert zu sein. Die Trader sagen mit dem Kursverlauf heute: Leute, ganz entspannt, es wird noch einen Deal geben. Was für ein Optimismus! Pfund gegen US-Dollar hat seit Freitag Abend gut 80 Pips zugelegt auf aktuell 1,3018. Euro gegen Pfund hat verloren von 0,9066 auf aktuell 0,9048.

US-Dollar und Goldpreis spielen ihr Spiel

Der US-Dollar verliert schon seit heute früh. Die steigende Hoffnung auf eine Einigung für einen neuen Billionen-Stimulus in den USA schürt natürlich Hoffnung für eine bessere globale Konjunktur. Damit ist der „große sichere Hafen“ namens US-Dollar als Fluchtwährung weniger gefragt. So verliert der Dollar-Index (Währungskorb) seit heute früh von 93,75 auf aktuell 93,23 Indexpunkte.

Tja, und der Goldpreis? Die ständigen seit Tagen anhaltenden Versuche, deutlich über 1.900 Dollar zu laufen, scheiterten immer wieder. Erst heute Vormittag berichteten wir. Ein schwacher US-Dollar bedeutet in der Regel einen stärkeren Goldpreis. Und so kletterte er heute auch von 1.900 auf 1.918 Dollar in der Spitze um 14 Uhr. Aber bis jetzt kommt der Goldpreis wieder zurück auf 1.909 Dollar. Mal wieder scheint der Anlauf nach oben zu scheitern. Im Chart sehen wir seit Freitag früh den US-Dollar-Index in blau gegen den Goldpreis in rot-grün.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf gegen US-Dollar

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