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Der Optimismus ist wieder da – und zugleich die ersten Warnzeichen

Bei all den positiven und negativen Unternehmensergebnissen gab es aber einige Ausblicke, die plötzlich Zweifel über die globale Konjunktur aufkommen lassen

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Der US-Markt hängt seit Tagen an seinem Rekordniveau von Oktober 2018 fest. Nach einem fulminanten Anstieg in den letzten 120 Tagen wurde ein sehr positives Szenario eingepreist, das Wiedererstarken der US-Wirtschaft im zweiten Halbjahr, unter extremer Mithilfe der Fed.

Dabei haben sich die Gewinnerwartungen für die US-Unternehmen durch die Berichtssaison laufend verbessert, von – 2,5% am 11. April, auf – 1,7% am 22. April bis zu -1,1% vorgestern. Es bleibt aber immer noch ein Quartal mit rückläufigen Gewinnen.

Das KGV des Gesamtmarktes ist von gut 14 zur Jahreswende wieder auf 17 gestiegen, wie im Oktober 2018, das langjährige Mittel liegt bei 15.

 

Das Gesamtwachstum für die US-Wirtschaft 2019 wird derzeit auf 2,4% geschätzt. Erstaunlich stabil, aber weder so hoch, dass die Aktienmärkte noch viel Luft nach oben hätten, noch auf einem Level, das dem US-Präsidenten mit seinen ständigen Lobpreisungen auf die beste US-Wirtschaft aller Zeiten gefallen könnte.

 

Die Ausblicke: Wolken am Konjunkturhimmel

Bei all den positiven und negativen Unternehmensergebnissen gab es aber einige Ausblicke, die plötzlich Zweifel über die globale Konjunktur aufkommen lassen. Es sind die „Outlooks“ von Caterpillar, dem Baumaschinenkrösus, von 3M, dem Gemischtwarenkonzern und von UPS, dem globalen Logistiker. Diese berichteten von Wolken am weltweiten Konjunkturhimmel, insbesondere von Schwierigkeiten in China.

China, immer wieder China, aber dieses Land hatte maßgeblichen Anteil daran, dass sich die Weltkonjunktur nach 2009 so schnell erholen konnte, allerdings mithilfe eines schuldenfinanzierten Infrastrukturprogrammes, welches alles in den Schatten stellte. Ein nicht unerheblicher Anteil der Gewinne von Industrieunternehmen weltweit sind auf den Hunger Chinas zurückzuführen. Deshalb auch der gigantische Anstieg des Bruttoinlandsprodukts Chinas von 4 auf 13 Billionen Dollar in kürzester Zeit.

China hat vor wenigen Tagen angekündigt, die stimulierenden Geldmaßnahmen zurückzufahren. Ein weiterer Seismograf für den Welthandel, das Exportland Südkorea, hat gerade eine Schrumpfung des BIP gemeldet.

Sind das bereits die Zutaten für die Korrektur?

 

Von I, Luca Galuzzi, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1884158

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Marko

    26. April 2019 14:22 at 14:22

    „Das KGV des Gesamtmarktes ist von gut 14 zur Jahreswende wieder auf 17 gestiegen, wie im Oktober 2018, das langjährige Mittel liegt bei 15.“

    Das KGV des Anleihemarktes liegt… , wo ? – Noch Fragen ?

    Oder ist der Anleihemarkt nicht Teil des „Gesamtmarktes“ ? Soviel ich weiß, ist der Anleihemarkt, ein Teil des Marktes und dies unabdingbar ?

    „Sind das bereits die Zutaten für die Korrektur?“

    Geht doch Short, viel Spaß… 😀

    VG

    Marko

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Finanznews

Trump eskaliert! Marktgeflüster (Video)

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Was für ein verrückter Handelstag! Eigentlich sollte heute die Rede von Jerome Powell in Jackson Hole (bei der sich der Fed-Chef alle Optionen offen hielt) im Vordergrund stehen – aber dann eskalierte der Handelskrieg zwischen den USA und China weiter: zunächst, weil China Gegenzölle ankündigte, dann, weil Donald Trump wiederum ankündigte, auf diese Gegenmaßnahmen mit neuen Manßnahmen zu reagieren – eine typische Spirale der Eskalation. Offenkundig will Trump amerikanische Firmen zwingen, ihr Geschäft aus China heraus zu verlagern – wozu er als US-Präsident jedoch gar nicht befugt ist. Dann erneute Attacken Trumps auf Powell mit der Frage, wer der größere Feind der USA seien: Xi Jinping oder Jerome Powell. Trump eskaliert und überreizt sein Blatt immer weiter, selbst die US-Republikaner verlieren langsam die Geduld..

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Börsen vor heftigen Herbststürmen

Der Herbst wäre geradezu prädestiniert für heftige Turbulenzen an den Börsen – die Crashs aus den Jahren 1929, 1987, 2001 oder 2008 lassen grüßen

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Bleiben die Fed und andere Zentralbanken hinter den Erwartungen der Marktteilnehmer und hinter der realwirtschaftlichen Entwicklung zurück, stehen die Börsen vor turbulenten Zeiten!

Die ökonomischen Frühindikatoren lassen Börsen wenig Spielraum für Interpretationen

Anders als bei der Prognosekraft der Zinsstrukturkurve, deren Inversion eigentlich eine erhöhte Rezessionsgefahr anzeigt aber aktuell von Sonderfaktoren verzerrt ist, lassen realwirtschaftliche Indikatoren aktuell wenig Spielraum für die Hoffnung auf eine Belebung der Konjunktur im zweiten Halbjahr. Dazu kommen absehbar Sonderbelastungen auf politischer Ebene, wie der eskalierende Handelskrieg, die Brexit-Gefahr, die Schuldenkrise in diversen Schwellenländern und die wiedererwachende Eurokrise.

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Doch schauen wir auf das große Bild der Weltwirtschaft und der bedeutendsten Ökonomien der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung): USA, Japan und Deutschland an Hand der ökonomischen Frühindikatoren:

Börsen erwarten im Herbst schnelles und aggressives Gegensteuern

Gemäß der Fed Fund Futures gehen die Marktteilnehmer an den Rentenmärkten nach wie vor von einer ganzen Serie von Zinssenkungen aus und erwarten diese im September zu 100 Prozent, im Oktober zu 97 Prozent und im Dezember zu 76 Prozent.

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Die Frage ist doch, ob die Händler an den Rentenmärkten, deren volkswirtschaftlicher Sachverstand als sehr ausgeprägter gilt, sich so irren können. Das wäre zumindest in dieser ausgeprägten Art ein Novum. Sollten die Erwartungen der Marktteilnehmer enttäuscht werden und sich das konjunkturelle Bild in den USA erwartungsgemäß dem Rest der Welt folgend eintrüben, wäre der Herbst geradezu prädestiniert für heftige Turbulenzen an den Börsen. Die Crashs aus den Jahren 1929, 1987, 2001 oder 2008 lassen grüßen. Jedes Mal waren es die metaphorischen Herbststürme, die ihre zerstörerische Kraft auf die Finanzmärkte entfalteten. Die Ausgangslage dafür wäre bei einem Zögern der Zentralbanken in diesem Jahr erneut gegeben.

Notenbanken in der Zwickmühle

Nicht umsonst steht die Jahrestagung der Notenbanker im amerikanischen Jackson Hole, Wyoming in diesem Jahr unter dem Motto „Herausforderungen für die Geldpolitik“. In der codierten Sprache der Notenbanker ist das Substantiv „Herausforderungen“ gleichbedeutend mit „Schwierigkeiten“ und wurde in der zweiundvierzigjährigen Geschichte des Symposiums nur selten und mit Bedacht gewählt. Es gilt besonders im Falle der Fed den Spagat zwischen der Wahrung der politischen Unabhängigkeit gegenüber der Trump-Administration auf der einen Seite sowie die Vermeidung von negativen Entwicklungen an den Finanzmärkten und in der Realwirtschaft auf der anderen Seite zu bewerkstelligen.

Fazit

Übergeordnet explodieren die Kosten für den Schuldendienst bei allen Wirtschaftssubjekten in Relation zu ihren Einnahmen auf historisch hohe Niveaus und zunehmend in den untragbaren Bereich. Die Dynamik der auf Kreditexpansion angewiesenen US-Wirtschaft wird dadurch sukzessive gelähmt. Schon aus diesem Grund muss auch die Fed die Kosten für Kredite permanent weiter senken – durch die Verringerung des Realzinses auf null oder in den negativen Bereich (siehe Japan und Europa).

Den Börsen stehen in diesem Herbst unruhige Zeiten bevor

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Die Rede von Jerome Powell in Jackson Hole

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Die zentralen Aussagen des Fed-Chefs:

– werden handeln, wie es erfolderlich ist, um Expansion der Wirtschaft beizubehalten

– Handelsstreit schafft große Unsicherheit, auch für die Prognosen der Fed

 

– Inflation auf dem Weg zur 2%-Marke

– Wirtschaft geht es gut, aber es gibt signifikante Risiken

– sehen vermehrte Anzeichen für eine globale Abkühlung

– Powell erwähnt das Wort „mid-cycle adjustment“ nicht (was er zuletzt getan hatte)

FMW: da ist für jeden etwas dabei, eine September-Senkung scheint klar, aber eben nicht, wie es dann weiter geht. Powell will sich alle Optionen offen halten und daher keine Aussagen treffen, die ihn festlegen könnten! Dovish ist das Weglassen des Begriffs „“mid-cycle adjustment“ – die Fed sieht die Lage der globalen Wirtschaft skeptischer und fürchtet Ansteckungseffekte. Aber das heißt eben nicht, dass die Fed einen Senkungszyklus nun schon eingeleitet hat. Die Märkte reagieren auf die unklare Botschaft mit Volatilität..

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