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Der sanfte Druck aus Berlin zur Fusion der Deutschen Bank mit der Commerzbank – eine Suche nach den Gründen!

Gegenüber der Pleite der Deutschen Bank wäre die Lehman-Pleite ein laues Lüftchen gewesen – die Motive der Bundesregierung zur Fusion..

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Es ist schon ungewöhnlich, dass eine Regierung den Zusammenschluss zweier privater Geschäftsbanken offen unterstützt und kommuniziert. Vor Monaten war es noch ein Gerücht und der neue Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, wehrte sich zuerst vehement gegen einen Zusammenschluss, um sich kürzlich vom Vorstand das Einverständnis zu ersten Gesprächen mit der Co-Bank zu holen. Warum dieser Stimmungswandel und auch die Eile?

 

Das Trauma vor 10 Jahren

Im Zuge der Bankenkrise nach der Pleite von Lehman Brothers am 15. September 2008 stürzten die Staaten in eine tiefe Rezession, die Rettungsgelder für die taumelnden Banken (in Deutschland für diverse Landesbanken) waren gigantisch. Der Bund rettete die Commerzbank durch eine Aktienbeteiligung von 25% und stille Einlagen in Höhe von annähernd 20 Milliarden Euro. Auch heute hält der deutsche Staat noch ca.15% an der Commerzbank. Das Aktienpaket, für das der Bund einst 5,1 Milliarden Euro gezahlt hat, ist heute nur noch gut 1,2 Milliarden wert.

Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern, als Bundeskanzlerin Merkel zusammen mit Finanzminister Steinbrück kreidebleich nach langer Sitzung vor die Presse trat und dem deutschen Sparer erklärte: „Ihre Einlagen bei Ihrem Geldinstitut sind sicher“.

In der Folge wurde bei den Maßnahmen zur Bankenregulierung stets verkündet, dass im Falle einer Wirtschaftskrise keine Bank mehr mit Steuergeldern gerettet werden sollte.

 

Die Ängste der Regierung

Man kann sie direkt spüren, die Sorgen des Finanzministeriums vor einem Schrumpfen der deutschen Wirtschaft. Die Intervalle zwischen den Abstufungen der Wachstumsraten werden immer kürzer und wen wird es bei einem Kreditausfall der Unternehmen besonders treffen?  Natürlich die Banken.

Deshalb ist das Fusionsgebahren der Angst geschuldet, in einer möglichen Rezession den Steuerzahler bei einer Bankenkrise wieder zur Kasse bitten zu müssen und das ausgerechnet bei der Deutschen Bank, einem Institut, welches seinen Spitzenbankern im letzten Jahrzehnt einen zweistelligen Milliardenbetrag an Boni ausgezahlt hat. Diese Angst ist durchaus verständlich.

Hinter den Fusionsgedanken stehen Finanzminister Scholz und sein Staatssekretär Jörg Kukies, der ehemalige Goldman Sachs-Vize für Deutschland. Dieser hat dem Minister sicher erklärt, welcher Teufelskreis aus sinkendem Börsenwert, Verlust an Bonität und höheren Finanzierungskosten entsteht – die zwangsläufige Rettung der größten deutschen und systemrelevanten Bank.

 

Das Schreckgespenst einer ausländischen Übernahme

Ein weiterer Grund für die Priorisierung einer nationalen Lösung ist die Möglichkeit einer Übernahme einer der beiden Banken durch z.B. BNP Paribas. Für Emmanuel Macron mit seinen europäischen Ideen zur Bankenunion wäre dies ein Wunschtraum, für die deutsche Regierung ein Horrorgedanke.

Problematisch könnte auch das Ergebnis der Europawahlen am 26.Mai sein, mit unbekanntem Ausgang und geänderten Einflussmöglichkeiten auf Fusionen.

Eine große “Unbekannte” bei nationaler oder internationaler Lösung stellt aber die jetzige Wettbewerbskommissarin Margarethe Vestager dar, die sehr kritisch gegenüber Fusionen ist (siehe Siemens – Alsthom).

 

Die Vor- und Nachteile einer Fusion

Es würde den Rahmen dieses Kommentars sprengen, um die zahlreichen Vor- und Nachteile dieses Zusammenschlusses zu diskutieren. „Aus zwei Lahmen macht man noch keinen Sprinter“ oder „selbst nach dem Zusammenschluss ist das neue Institut noch ein Zwerg“ sind häufig geäußerte Argumente. Aber ein Gedanke macht die ganze Brisanz des Umfelds deutlich. Um bei einer Fusion wesentliche Synergieeffekte zu erzielen, muss es Entlassungen im fünfstelligen Bereich und zahllose Filialschließungen geben. Das ist bekannt und wird als extrem unpopuläre Maßnahme von der Regierung geschluckt. Wie erwähnt, der große Treiber für diese Fusion ist Finanzminister Olaf Scholz, der rasch einen nationalen Banken-Champion sehen will.

Wie nahe ist denn die nächste Wirtschaftskrise schon bereits?

 

Mein Fazit

Auch wenn man am ökonomischen Sinn einer Fusion zweifelt, muss es zu einer Lösung kommen, um bei einer kommenden Rezession nicht vor kaum lösbare Probleme gestellt zu werden. (Die Analysen von Dr.Krall zum Problem der Banken sind wahrlich dramatisch).

Eines ist aus meiner Sicht aber nicht zu erwarten – die Pleite der Deutschen Bank im Falle einer Rezession. Bei der riesigen Bilanzsumme der Bank, entstünde ein Finanz-Tsunami, gegen den die Lehman-Pleite ein laues Lüftchen gewesen wäre.

Deshalb auch das Favorisieren einer nationalen Lösung durch das Finanzministerium. Laut dem „Spiegel“ stünde der Bund im Ernstfall bei einem Superinstitut mit einer impliziten Staatsgarantie von zwei Billionen Euro zur Stelle. Eine unglaubliche Behauptung und fast eine Einladung an Trader. Aber da will ich nichts gesagt haben…

 

 

Die Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Thomas Wolf (Der Wolf im Wald) CC BY-SA 3.0

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Christoph

    13. März 2019 10:19 at 10:19

    Erst fusionieren, dann retten, dann auf die Revolution gefasst machen (Finanzkrisen führen sehr oft zu politischen Krisen)
    Vielleicht ist es kein Zufall, dass in der GroKo das Finanzministerium an die SPD gegangen ist und dann auch noch an den “HSH-Retter” Scholz. Er wird ja dann die unpopuläre Nachricht verbreiten müssen, wenn es soweit ist.

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    Angsthase

    13. März 2019 11:25 at 11:25

    Ganz ehrlich Herr Müller?,… diese D erivate B ombe ist nicht zu retten.
    Letztendlich werden sie alle fallen, das ist eine mathematische Gewissheit.
    Und um es genau zu nehmen,… es wird Absicht sein, sie fallen zu lassen.
    Top die Wette gilt.

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      Wolfgang M.

      13. März 2019 11:38 at 11:38

      @Angsthase. Das sollte sich keiner wünschen. Obwohl ich mich seit Jahren über das Gebahren der Großbanken echauffiere, hat sich die Politik nach der Liberalisierung des Bankensektors völlig in die Abhängigkeit der Bankenwelt ergeben. Ein Platzen der billionenschweren Derivatebombe wäre der GAU, der Bankrun und die Enteignung der Inhaber von Geldkonten.
      Eine Bereinigung ist unerlässlich, aber bei einem Platzen wären wir alle Verlierer. Leider!

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    Marcus

    13. März 2019 11:30 at 11:30

    Soviel zum Thema nie mehr too big to fail… Die Fusion hat aber noch ein ganz anderes Motiv, nämlich das der Staat endlich seinen 15 % Coba Anteil loswird der seit der Finanzkrise wie Blei im Regal liegt. Denn durch eine Fusion könnte man auch gezielt verschleiern das die CoBa Rettung 2008 nämlich ein riesen großes Verlustgeschäft für den Steuerzahler ist!

    Ich sehe nicht wie Pest und Cholera eine gesunde Verbindung ergeben sollen.

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    frank

    13. März 2019 11:31 at 11:31

    Ich verstehe das nicht. Wieso steigen die Kurse von DB und Coba wenn beide fusionieren? Eigentlich ist dass doch für die Aktionäre beider Banken schlecht, zumal ja der Staat dann an der neuen Gesellschaft beteiligt bleibt. Ist ja fast wie eine Verstaatlichung, wieso feiert die Börse das?

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      Wolfgang M.

      13. März 2019 11:59 at 11:59

      @Frank. Ja, da könnte man über mehrere Gründe sinnieren.
      a) die reflexartige Reaktion an der Börse, wenn es um Arbeitsplatzabbau geht (hier tausende von Stellen)
      b) die Aussicht, dass der deutsche Staat als Anteilseigner bei so einem fusionierten Unternehmen eine Art Gewährleistung für die Krise bietet
      c) die extrem niedrigen Kurs/Buch-Verhältnisse der beiden Banken (haben die nicht noch Immobilien?)
      und d) nicht zuletzt der Sieg der Hoffnung über die Erfahrung (Bankenfusionen scheitern zumeist, aber vielleicht klappt es dieses Mal?)
      Ein paar Gedanken
      Gruß

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        frank

        13. März 2019 16:04 at 16:04

        Hallo Wolfgang, vielen Dank für die Antworten.

        a) Naja das mit dem Arbeitsplatzabbau ist so eine Sache. 10.000 Arbeitsplätze abzubauen kostet locker 2 Milliarden für Abfindungen. Bei 30.000 kostet es minimum 6 Milliarden, wenn nicht sogar mehr. Und wird die Politik als Anteilseigner zulassen dass man in so einer Größenordnung Arbeitsplätze abbaut?
        b) Gewährleistung ist so oder so gegeben. Alleine durch die Größe ist die fusionierte Bank systemrelevant. Sie muss im Fall der Fälle gestützt werden, auch wenn der Staat nicht dabei wäre
        c) KBV guter Punkt, da sehe ich auch potential, aber wieso sollte der Kurs der funsionierten Banken steigen? demnach müssten die Kurse schon viel höher stehen.

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          Wolfgang M.

          13. März 2019 16:21 at 16:21

          @Frank.
          Klar kostet Arbeitsplatzabbau hohe Abfindungen, aber Börse bewertet Zukunft, also Einsparungen.
          Ich habe auch erwähnt, dass die Fusion aus der Not geboren wird.
          Gewährleistung ist zumindest für ausländische Investoren kein Automatismus. Eher eine deutsche Denkweise. Wenn der Staat aber Miteigentümer ist, dürfte die Sicherheit steigen.
          Das absurd niedrige KBV ist Zeichen des Misstrauens der Investoren gegenüber der Überlebensfähigkeit der Institute. Auch das dürfte nach der staatlich unterstützten Fusion etwas sinken und das KBV anziehen. Sie sehen alles hängt irgendwie zusammen, auch wenn sich der betriebswirtschaftliche Profit nicht so sehr erschließt.
          Gruß

        • Avatar

          Michael

          13. März 2019 17:38 at 17:38

          @frank, das wären ja 200.000,- EUR Abfindung pro Arbeitsplatz. Das halte ich für übertrieben, sofern es nicht um Vorstände geht ;)

          Wenn keine gesetzlich vorgeschriebenen Grenzen existieren, wenden Arbeitsgerichte im Streitfall eine Faustformel an: ein halber Brutto-Monatsverdienst pro Beschäftigungsjahr.
          Existieren gesetzliche Vorgaben nach KSchG, gilt ebenfalls ein halber Brutto-Monatsverdienst pro Beschäftigungsjahr. Nach 8 Jahren Betriebszugehörigkeit besteht also beispielsweise ein Anspruch von 4 Brutto-Monatsgehältern. Bei längerer Betriebszugehörigkeit gibt es bei einem Alter unter 50 Jahren maximal 12 Monatsgehälter, unabhängig von der Dauer der Betriebszugehörigkeit.

          Ich denke mal, die tatsächliche Summe liegt bei 10% dessen, was Sie errechnet haben, also vielleicht bei 200 Millionen. Und das bezahlt die DB aus der Schwarzgeldkasse, ohne mit der Wimper zu zucken.

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Aktuell: Sicherheitsgesetz für Hongkong verabschiedet!

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Volkskongress in China beschließt Sicherheitsgesetz für Hongkong

Soeben wurde das neue sogenannte “Sicherheitsgesetz” für Hongkong durch Chinas Volkskongress (de facto durch die KP) verabschiedet. Diese Entscheidung war quasi der Abschluss des diesjährigen Volkskongresses. Damit sollen beispielsweise Aufruhr und Separatismus in Hongkong verfolgt werden. De facto, so meinen Kritiker, kann nun jegliche demokratische Aktivität, welche die Macht der Zentralregierung aus Peking vor Ort in Hongkong in Frage stellt, unter Strafe gestellt werden. Ist dies nun das Ende des Sonderstatus von Hongkong, das Ende der freien Rede, von Demonstrationen auf der Straße? Man darf es annehmen (lesen Sie hier einen Erfahrungsbericht vor Ort in Hongkong).

Nun, was hat es mit uns hier in Europa zu tun, oder was hat es mit Ihrer Geldanlage zu tun liebe Leserinnen und Leser, wenn China ein Gesetz für Hongkong beschließt? Nun, eine Menge! Hongkong ist neben Singapur das Wirtschaftszentrum in Südostasien, und eine Art Drehkreuz für Waren, Geld, Dienstleistungen. Es war die chinesische Insel der Rechtssicherheit für Investoren. Noch wichtiger: Donald Trump lies die letzten Tage schon ganz klar durchblicken, dass er Maßnahmen gegen China einleiten wird, falls man dieses Sicherheitsgesetz für Hongkong verabschieden würde. US-Sanktionen gegen chinesische Unternehmen oder Politiker können womöglich heute Abend oder morgen von Donald Trump verabschiedet werden. Oder neue Importzölle auf chinesische Waren? China hat bereits angekündigt, dass man so eine US-Reaktion entsprechend beantworten wird. Also, stehen wir unmittelbar vor einer neuen Eskalation im Handelskrieg, was man nach den desaströsen wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise nun wirklich nirgendwo gebrauchen kann?

Diese wohl kurz bevorstehende Eskalation zwischen China und den USA kann heute, morgen, und die nächsten Tage Aktienkurse zum Absacken bringen, wie auch den Ölpreis. Und der Goldpreis könnte als “Hort der Sicherheit” (Risk Off Trade) profitieren. Also, Augen auf! Aktuell reagiert der Dax sogar mit einem Anstieg von 30 Punkten, der Goldpreis verliert 2 Dollar. Also ist diese schlechte Nachricht noch nicht verarbeitet, oder besser gesagt: Die Angst vor einer negativen Auswirkung ist noch nicht im Markt angekommen.

 

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Aktienmärkte: Trotz Rally fließt das Geld woanders hin!

Trotz der gestiegenen Kurse der Aktienmärkte haben Anleger ihre Cashreserven erhöht. Einer Erhebung der Privatbank Berenbank zufolge sind von Januar bis Mitte Mai weltweit 1,2 Billionen Dollar in Geldmarktfonds geflossen

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Aktienbären – also jene, die Rallys der Aktienmärkte gerne zum shorten nutzen –  hassen dieses Wort: TINA. Zumal es aberwitzig erscheint, wenn zu Zeiten des größten Wirtschaftseinbruchs aller Zeiten, die Aktienmärkte immer weiter steigen. „Spinnen die Aktienmärkte“, lautet eine noch zahme Umschreibung der Situation. Allerdings gibt es einfach dieses „blöde“ Akronym (TINA) – und die Lage wird nicht besser, wenn man neue Meldungen berücksichtigt.

Die Flucht in Sicherheit – trotz Rally der Aktienmärkte

Die Coronakrise hat die Volkswirtschaften der Länder in die tiefste Rezession (zumindest kurzfristig geführt), die man in Geschichtsbüchern nachlesen kann. Die Schrumpfung von -2,2 Prozent (Deutschland) und –4,8 Prozent (USA) sind erst ein müder Abklatsch des Kommenden, da der Höhepunkt des Lockdowns in den westlichen Staaten der Monat April und damit das zweite Quartal sein wird. Quartalseinbrüche von minus 15 bis minus 35 Prozent machen die Runde – und der Monat April dürfte in die statistischen Tabellen als der schlimmste Monat eingehen, den es je in Zeiten der globalisierten Wirtschaftswelt gegeben hat.

Demzufolge sind trotz hoher Kurse der Aktienmärkte sehr viele Anleger in die Warteposition der Geldmarktfonds gegangen. Warum die Kurse dennoch so hoch stehen, ist das Thema der Gegenwart (siehe gestriger Artikel) durch eine Geldflut biblischen Ausmaßes, die den Anlagemärkten stark zugute kommt. Weil die Notenbanken den Anlagezins zerstören und selbst die konservativste Stiftung zur Generierung von Ausschüttungen auf die so gefürchteten, unberechenbaren Aktienmärkte schielt.

Bei der gestrigen Emission einer 2-jährigen deutschen Anleihe mit Nullkupon und einer Rendite von minus 0,66 Prozent können nur Anlagerichtlinien befolgt werden, aber kein Ertrag erzielt werden. Außer man hofft auf einen weiteren Rückgang der Zinsen in den Minusbereich und Kurzzeitgewinne durch Duration. Aber dies ist nichts für Stiftungen, eher für spekulierende Banken. Den Versicherungen wird wohl oder übel nicht anderes übrig bleiben, als ihren Aktienanteil zu erhöhen, wenn am Anleihemarkt nichts mehr zu holen sein wird. Im Jahr 2000 vor dem Platzen der Dotcom-Blase hatte der Aktienanteil der deutschen Versicherer schon einmal 26,4 Prozent betragen – und liegt seither stets unter 10 Prozent. Hat Börsen-Urgestein Gottfried Heller recht, als er bereits letztes Jahr behauptet hat, die Niedrigzinsphase werde die Versicherer zwingen, ihre Anlagenrichtlinien zu ändern? Der größte Staatsfonds der Welt – der norwegische Statens Pensjonsfond – , hatte dies bereits im letzten Jahr getan und die Aktienquote von 60 auf 70 Prozent erhöht.

Die gestiegenen Cashquoten

Trotz der gestiegenen Kurse der Aktienmärkte haben Anleger ihre Cashreserven erhöht. Einer Erhebung der Privatbank Berenbank zufolge sind von Januar bis Mitte Mai weltweit 1,2 Billionen Dollar in Geldmarktfonds geflossen. Das bedeutet insgesamt die unglaubliche Summe von 4,8 Billionen Dollar in real negativ verzinsten Papieren. Dies ist, wie die Bank bemerkt, mehr als die gesamte Marktkapitalisierung der Aktien der Euro-Zone von etwa 3,7 Billionen Dollar – oder fast so viel wie die gesamte Marktkapitalisierung der Schwellenländer in Höhe von 5,1 Billionen (ex China). Noch gibt es ein bisschen Zinsen auf das Tagesgeld, aber was passiert, wenn die Zinsen auch in den USA ins Negative gleiten, wie es von vielen Volkswirten schon erwartet wird? Das Geld wird nicht allzu lange bei Negativverzinsung parken. Die Frage ist nur, wohin damit? In die Aktienmärkte?

Fazit

Auch wenn man immer wieder hört, dass viele US-Kleinanleger am Markt zocken, überinvestiert sind, so stehen immer noch große Summen an der Seitenlinie, die investiert werden können. Ob dies derzeit eine so gute Idee ist, steht auf einem anderen Blatt. Jede Hausse der Aktienmärkte, so absonderlich sie auch sein mag, wird immer wieder durch Gewinnmitnahmen unterbrochen. Auch wenn die Sell im May-Regel in dieser ungewöhnlichen Situation eines Lockdowns und einer V-förmigen Erholung nicht ertragreich sein sollte, so ist das berüchtigte Sommerloch bis in den Herbst doch überaus häufig.

Insgesamt betrachtet liegt noch viel Geld auf den Konten, trotz Corona. Erst recht bei den Deutschen. Wie hoch waren laut Bundesbank die Einlagen auf Girokonten und Tagesgeldkonten noch vor wenigen Monaten? 2,4 Billionen Euro, allein über eine Billion auf dem Girokonto. Allein davon könnte man den Dax zwei Mal erwerben. Aber Deutsche und die Aktienmärkte, das ist eine besondere Beziehung..

Trotz Rally fließt Geld eher nicht in die Aktienmärkte, sondern in die Geldmärkte

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Aktienmärkte: Trump gegen China – und Twitter! Videoausblick

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Für die Aktienmärkte werden heute zwei Themen wichtig: die Reaktion von Donald Trump und seiner Administration auf das heute verabschiedete Hongkong-Gesetz durch Chinas Führung – und seine Ankündigung, heute Maßnahmen gegen Twitter zu ergreifen (das betrifft dann wohl auch Facebook und Google). Mit anderen Worten: die Themen weredn nun politischer, ob aussenpolitisch in dem sich zuspitzenden Machtkampf mit China, oder innenpolitisch mit Trumps Kampf um die Deutungshoheit als Auftakt zum US-Wahlkampf. Asiens Aktienmärkte zeigen unterschiedliche Reaktionen – schwach vor allem der Hang Seng in Hongkong. Die US-Futures zum Handedlsende wieder mit der “Asien-Rampe” – inzwischen fragen sich auch andere Medien, wer da wohl an der Schraube dreht..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

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